Wenn ich das sagen darf, ohne dir damit iwie weh zu tun, denn das möchte ich nu wirklich nicht, aber du fragst ja hier danach: Ich würde denken, daß er sich total überfordert davon fühlt, als der erwachsene Mann im Leben stehen zu müssen, der er ist, und daß dieses gespielte Kleinkindsein ihm Erleichterung verschafft und zugleich ein Hilferuf ist, es ihm nicht so schwer zu machen. Ich würde denken, daß er ein ihn vernichtend deprimierendes Scheitern erlebt hat, emotional darin feststeckt und von früher her glaubt, daß nichts leisten zu können Kleinkindern vorbehalten ist, bei Erwachsenen jedoch bedeutet, abgelehnt zu werden und keine effektive Hilfe zu bekommen.
Seine Art dies umzusetzen, also durch die Wohnung zu tapsen, auf Einhörner zu stehen usw, mag ja sehr von normalem Verhalten abweichen, aber was tun denn all die vielen anderen Erwachsenen, um sich von etwas sie Quälenden abzulenken, sich zu trösten und wohlig einzulullen, sich oft aus all dem rauszubeamen? Da gibt es eine ganze Menge, wie im Übermaß Alkohol, Drogen, Fernsehen, Zocken, sich ins Sofa kuscheln, Sachen kaufen ... Nur ist all das bis zu einem gewissen Punkt gesellschaftlich abgesegnet als normale Freizeitgestaltung freier Erwachsener. Solange sie funktionieren, fällt´s nicht groß auf, und kaum jemand würde ein tiefes Unglücklichsein vermuten.
Darum würde ich denken, daß er wie alle anderen in einem emotionalen Loch steckenden Erwachsenen zu betrachten wäre und nicht, daß er eine spezielle psychische Störung oder Krankheit oder so hätte, die einen eigenen Namen trägt und der, weil sie so besonders ist im Sinne von abweichend von allen anderen, gar nicht beizukommen wäre. Es wird wie bei allen anderen leidenden Menschen sein: Die üblichen Therapien sind gut gemeint und können einen aus seinem Loch heraus geleiten, doch Klick machen muß es in ihm selbst. Und dazu kommt ja noch, daß das Leben für den Rest der Familie derweil ja weiterläuft und es schwer ist, so viel wie vermutlich nötig zu geben.