Hallo Roksenia
Du hattest einen wunderschönen Beitrag an mich geschrieben, leider finde ich ihn nicht mehr.
Der ist bestimmt in der vor kurzem hier durchgeführten Aufräumaktion der Moderatoren untergegangen.
Aber bedanken will ich mich, er hat mir sehr geholfen. Du schreibst so schön klar und offen, ich les' dich gerne.
Schön, dass Du damit was anfangen konnstest.
Hier sind nun mir einige Punkte aufgefallen, die erinnern mich an mich und mein Verhalten.
Du hast Recht- es muss kein Leidensweg sein. Aber bis zu einem bestimmten Punkt des Weges ist er es trotzdem. Warum? Wo kommt das Leid her? Es kommt daher, weil ich genau das vermeiden wollte- Leid. Was ist denn Leid? Es ist die falsche Vorstellung von Gut und Böse.
Wenn der Mensch (noch) nicht im Stande ist, Dinge zu verstehen, so macht er das Beste daraus, was er kann. Er fängt an, zu deuten. Daraus entstehen Missverständnisse, Fehler, was auch zum Leid führt, da hast Du recht. Das kann sein, aber das muss nicht unbedingt hängt davon ab, was ich noch lernen will. Vielleicht wähle ich mir in einer (mehreren) Inkarnation(en) auch einen Leidensweg, wer weiß?
Das hab' ich auch gedacht. Nein Roksenia- umgekehrt. Nicht das Licht verstehen wollen- das (vermeintlich) Dunkle verstehen, das ist es. Es gab bestimmte Ansichten und Verhaltensweisen meiner Mitmenschen, die fand ich sowas von daneben- also böse. Ich hätte sowas niemals gedacht oder getan- nein, ich nicht! Ich hab' mir das verboten- sowas tut man nicht. Es erschien mir selbstverständlich, sowas nicht zu tun, aber ich hab' niemals hinterfragt, warum eigentlich nicht. Tatsache ist- ich hab' mich vor den Konsequenzen gefürchtet, deshalb hab' ich's nicht getan, nur deshalb nicht.
Und hier ist der Unterschied. Ich habe bereits voll und ganz die negativen Aspekte in mir selbst genießen dürfen. Das ist was anderes, wenn ich das bei anderen studieren würde. Es ist auch anders, wenn ich Negatives aufgrund von Gesellschafts-normen und -befehle in meinem Inneren unterdrücken würde. In sich selbst das Negative zu erkennen und zu vestehen ist nicht leicht und man fühlt sich dabei oft zum Kotzen. Warum ich eigentlich das genießen dürfte? Ganz einfach: ich (meine Seele) hatte eben enormes negatives Potenzial dazu und ich wählte eine Inkarnation aus, die programmiert war, dass ich durch eine geistig unreife Gesellschaft kurz oder lang zu einem kleinen Monster mutieren konnte. Wenn man aber bei diesen Aspekten zu lange verweilt, könnte es eine Stagnation herbeiführen. Ungefähr mit heutigem Traum von mir zu vergleichen. (Habe wie immer Abenteuer geträumt
) Ich sah eine riesige schwarze Panther, die einfach auf mich zukam, wovor ich zuerst Angst hatte. Interessanterweise aber überwand ich schnell die Angst, weil ich erkannte, dass das Tier eigentlich mich mag und deswegen auf mich zukam. Ich streichelte das Tier. Es bereitete mir höchstes Vergnügen, mit einem Wesen, das Aggressivität und Stärke darstellt, im Einklang zu sein. Als hätte ich es verstanden, was diese Verkörperung von Gewalt in dieser schwarzen Katze im Grunde ist. So ist es heute mit meinem Rückblick auf das Negative in mir. Ich vestehe es, nur muss ich das noch in mir abarbeiten. Ich erkannte wieder was Negatives im Traum: Ich genoss die Überlegenheit anderen Menschen gegenüber, die beim Anblick der Panther die Flucht ergriffen: Zeichen, wieder Eitelkeit in Griff zu nehmen.
Es ist alles in einem ein unglaublich gutes Gefühl, endlich im Stande zu sein, eigenes Leben hinterfragen zu können. In diesem Fall kommt auch noch ein Unterschied dazu, dass ich im Endeffekt von Opfer- zu Täterrolle wechselte. Das ist vorteilhaft, weil man hier im Vergleich leichter lernen kann. Ich finde, dass es eine äußerst schwierige Inkarnation sein kann, wenn sie nur Opferrolle vorsieht. Wer daraus lernen kann, ist geistig sehr weit fortgeschritten, würde ich meinen. Da ich auch positives Potenzial in mir trage, ermöglicht es mir, auch diesen Aspekt studieren zu dürfen.
Nur sehe ich hier einen riesengroßen Nachteil, was mir noch zu schaffen macht. (Habe schon in der 5.ten Dim. darüber geschrieben). Wenn ich alles von beiden Seiten wie eine Medallie ansehe, was bei uns ja oft als sehr fortschrittlich und kompetent
angesehen wird, so merke ich nicht, dass auch eine Medallie flach ist. Ich hatte bereits folgenden Gedanken geäußert: eigentlich wenn man das ganze Dualismus weglassen will, so muss man auch dieses Flach-Denken loslassen, auch wenn es auf den ersten Blick beide Seiten beinhaltet. Wie wäre dann eigentlich die Form, die ein freies Denken zulassen würde? Ich kenne auf den häutigen Tag nur eine einzige perfekte Form, die es erlauben würde. Eine Kugel. Hier hätte ich freien Potenzial zum wirklichen Umdenken und wirklichen Verstehen. Die Frage ist, wie weit bin ich fortgeschritten, um mir selbst dieses Denken zulassen zu können. Bin ich noch nicht reif genug, wird es nicht möglich sein. Schließlich kann die Seele nur so viel leisten, wie viel Potenzial sie in sich trägt.
Ja- und genau dadurch hab' ich's anderen ermöglicht, mir sowas anzutun. Gewalt oder irgendetwas anderes, was ich als böse empfand. Und dann hab' ich auch noch versucht, dankbar dafür zu sein, weil es mir angeblich ermöglicht, neutral zu werden. Tatsächlich hab' ich gelitten wie ein Tier. Liebe- was ist das? Menschliche Liebe durftest du erfahren, sagst du. Ja, die kenne ich auch. Aber das war nicht wirklich die Liebe, die ich suchte. Die Liebe, die ich suchte, die hab' ich erst gefunden, als ich erkannte, was Liebe nicht ist- menschlich.
lg
Da hast Du auch richtig erkannt. Eine der größten Lügen und Verrat an Menschlichkeit der Kirche ist gerade diese Idee des Christusbewußtsein, die missverstanden und umgedreht wird. Es kann nur in solchen Vergessens-Zeiten sein, dass die Seelen so weit vom Gott entfernt sind, dass sie Leid wiederspruchslos und OHNE ZU HINTERFRAGEN annehmen und akzeptieren. Und es gibt genug Wesen, die die Vergesslichkeit der Menschen ausnutzen können und werden.