Kampf um kluge Köpfe
Daimler konkurriert zunehmend mit anderen deutschen Investoren um Mitarbeiter in Siebenbürgen. Deutsche Siedler tauften die Region im Mittelalter auf diesen Namen. So, wie die sogenannten Siebenbürger Sachsen im 12. Jahrhundert ins Land kamen, um es zu bewirtschaften und für Wohlstand zu sorgen, strömen seit zehn Jahren deutsche Investoren in die Region und schaffen Arbeitsplätze.
Epizentrum dieses Booms ist das rund 50 Kilometer von Sebeș entfernte Sibiu, zu Deutsch Hermannstadt. Zu den rund 800 ansässigen deutschen Firmen gehören etwa Siemens mit drei Werken, Continental, Thyssen-Krupp sowie viele mittelständische Automobilzulieferer.
Hier lebt auch Bernd Krottmayer. "Hermannstadt ist keine klassische Metall- und Schwerindustriestadt", sagt er. "Und doch haben sich in den vergangenen Jahren viele deutsche Automobilzulieferer hier angesiedelt." Mit den niedrigeren Löhnen Rumäniens allein sei das nicht zu erklären: "Das liegt vor allem an der weitverbreiteten deutschen Sprache und der guten Infrastruktur."
Zwar leben seit dem Auswanderungsstrom nach der Wende 1989 nur noch knapp 1500 Deutsche unter den 147.000 Einwohnern Hermannstadts doch ihr Vermächtnis prägt die Stadt: Es gibt ein deutsches Gymnasium und deutsche Klassen an rumänischen Schulen, eine deutsch-rumänische Universität, eine deutsche Abteilung am Staatstheater, ein deutsches Kulturzentrum, eine deutsche Lokalzeitung und seit dem Jahr 2000 auch wieder einen deutschen Bürgermeister.
Klaus Johannis warb um Investoren, verschlankte die Verwaltung, bekämpfte Bürokratie und Korruption, baute die Infrastruktur aus und restaurierte die historische Altstadt.