Der große Esoterik-Forums-Wahrsagertest

Werbung:
Der Frage schließe ich mich an. Denn, Joey, auf meinen Hinweis mit dem persönlichen Nutzen, den ein Mensch aus der Beschäftigung mit aus deiner Sicht unplausiblen und unbelegten Austrologie, bist Du bislang nicht eingegangen. Und den gibt es ganz offnsichtlich.

Ich habe schon merfach versucht, es anhand des analogen Beispiels eines Malers zu erklären: Wenn der Maler behauptet, er könne stimmige Portraits malen, diese aber den entsoprechenden Personen NICHT so ähnlich sehen, dass z.B. ein Zuordnungstest bestanden wird, so ist seine Behauptung falsch. D.h. wenn man sich persönlichen Nutzen aus überzufälliger Stimmigkeit erhofft, so wird man sie bei dem Maler (und meiner Ansicht nach auch bei der Astrologie) NICHT finden. Dennoch können die Bilder schön sein, oder irgendeinen anderen Nutzen erfüllen.

Dagegen habe ich nichts einzuwenden. Nur eben gegen die Behauptung, Astrologie liefere überzufällig stimmige Charakteranalysen. Und diese Behauptung steckt auch schon drin, wenn man von "Tendenzen", "Anlagen" oder "wahre Persönlichkeit" oder ähnlichem redet.
 
Wann lernen die Menschen endlich, sich von "ZUFÄLLIG" und "ÜBERZUFÄLLIG" und "UNTERZUFÄLLIG" und "NEBENZUFÄLLIG" und "VORZUFÄLLIG", und "RÜCKZUFÄLLIG" und sonstigen sich eingebildeten Zufälligkeiten, gefälligst zu verabschieden?
 
Ja jaaa,

deine gefundenen Behauptungen... die einige auch hier im Thread bestätigen. Nun gut, angenommen, Du belegst, dass es keine überzufällige Trefferquote gäbe.

Und dann? Ändert das irgendetwas an dem persönlichen Nutzen, den ein Mensch aus der Beschäftigung mit Astrologie für sich zieht? Und ändert das bei dir irgendetwas?

LG
Any
 
Hi Joey,

ich habe noch eine andere Frage, bei komplexen Themen wie Astrologie, wie würdest Du da überhaupt Zufall festlegen in Prozenten?

X Treffer unterzufällig, wa ja auch wichtig wäre und außergewöhnlich, Y Treffer sind Zufall, ab Z Treffern überzufällig... und dann?

12 Tierkreiszeichen, 12 Häuser (in denen Planeten sowie Mond, Sonne, Point of Fortune, AC, MC DC... stehen können) mit zu jeder Konstellation spezifische Beschreibungen...

LG
Any
 
deine gefundenen Behauptungen... die einige auch hier im Thread bestätigen. Nun gut, angenommen, Du belegst, dass es keine überzufällige Trefferquote gäbe.

Meiner Ansicht nach ist das schon relativ gut belegt - und damit meine ich NICHT die Studie, die Du ständig kritisierst, sondern diverse andere, die schon hier zitiert wurden). Aber das nur nebenbei...

Formulieren wir es so: Angenommen eine Studie, deren Aussagekraft auch Du akzeptieren würdest, würde keine überzufällige Stimmigkeit finden.

Und dann? Ändert das irgendetwas an dem persönlichen Nutzen, den ein Mensch aus der Beschäftigung mit Astrologie für sich zieht? Und ändert das bei dir irgendetwas?

Wenn sie den Nutzen daraus ziehen, dass die Horoskope als Hilfe zur Selbstreflektion benutzen - wobei dann IRGENDEIN Horoskop den gleichen Zweck gleich gut erfüllen würde - ändert das nichts. Wenn Menschen sich eine überzufällige Stimmigkeit erhoffen und das als persönlichen Nutzen betrachten, so sollten sie sich dann in Anbetracht dieser Studie überlegen, ob die Astrologie wirklich diesen Nutzen liefern kann. Und für mich... für mich würde sich mehr ändern, wenn die Studie nicht das Ergebnis hätte, was ich erwarte. Dann würde ich zuerst nach systematischen Fehlern suchen und Replikationen abwarten. Wenn ich (und andere) keine Fehler finde und Replikationen das gleiche für mich unplausible Ergebnis haben, müsste ich mich der Erkenntnis stellen, das meine bisherige Ansicht wohl nicht ganz richtig war.
 
ich habe noch eine andere Frage, bei komplexen Themen wie Astrologie, wie würdest Du da überhaupt Zufall festlegen in Prozenten?

X Treffer unterzufällig, wa ja auch wichtig wäre und außergewöhnlich, Y Treffer sind Zufall, ab Z Treffern überzufällig... und dann?

12 Tierkreiszeichen, 12 Häuser (in denen Planeten sowie Mond, Sonne, Point of Fortune, AC, MC DC... stehen können) mit zu jeder Konstellation spezifische Beschreibungen...

Das habe ich doch nun schon mehrfach beschrieben. Aber gerne nochmal:

Das liefe (und lief schon) über einen Zuordnungs-Test: D.h. man versuche irgendwie ein Horoskop einer Versuchsperson zuzurodnen. Wie man das genau macht, ist dabei egel, hauptsache die Person, die diese Zuordnung durchführt, hat dabei NICHT das Wissen, welches Horoskop zu welcher Person gehört, sondenr muss das eben nur anhand der Stimmigkeit machen.

Am einfachsten wäre da beispielsweise, dass man jede Versuchsperson selbst das eigene Horoskop heraussuchen sollte. Dabei müssten aber Versuchspersonen ausgeschlossen sein, die schon früher ausführliche Horoskope von sich gelesen haben, weil sie durch das Wiedererkennen gebiast sein können.

Man könnte auch die Astrologen den Abgleich machen lassen, indem sie mit den Versuchspersonen jeweils reden, wobei in dem Gespräch Fragen über das geburtsdatum tabu wären. Nach den Gesprächen können dann die Astrologen versuchen die Versuchspersonen den geburtsdaten zuzuordnen, die ihnen gegeben wurden.

Wenn Du willst, brauchen die Zuordnungen auch nicht jeweils anhand der ganzen Vielfalt der Deutungen geschehen, sondern es werden pro Versuchsperson nur zwei oder drei Deutungen angeboten, wobei die falschen Deutungen von mir aus auch zufällig erstellt sein können (solange sie mit genau dem gleichen Verfahren erstellt wurden, wie das echte Horoskop; nur eben mit einem zufälligen Geburtsdatum).

Von mir aus kann man die Wahl auch schwammiger gestalten und Punkte auf die Horoskope verteilen a la: "Am besten passt die Deutung, am zweitbesten die andere etc."

Vieles ist da möglich, und es wurde da auch schon einiges gemacht, OHNE, dass die Zufallserwartung überschritten wurde.

Die Zufallserwartung, d.h. wieviele richtige Zuordnungen alleine aufgrund der Zufallserwartung zu erwarten sind, kann man leicht anhand des testdesigns ausrechnen. Ebenso kann man leicht ausrechnen, wieviele richtige Zuordnungen nötig wären, um von "statistisch signifikant" reden zu können.

Als Kontrolgruppe kann man dann auch nicht-Astrologen Deutungen schreiben lassen, die den gleichen Test durchlaufen, und die Trefferquoten können verglichen werden.
 
Hi Joey,

ich hätte gerne Prozentwerte als Angabe (nicht deinen Versuchsaufbau), nämlich:

wann was für dich über-normal-unterzufällig wäre im Ergebnis.

LG
Any
 
Hi Joey,

ich hätte gerne Prozentwerte als Angabe (nicht deinen Versuchsaufbau), nämlich:

wann was für dich über-normal-unterzufällig wäre im Ergebnis.

Das hängt nunmal sehr vom Versuchsaufbau ab.

Dabei wird dann jeweils die Wahrscheinlichkeit des Ergebnisses under der Nullhypothese (= reiner Zufall) ausgerechnet, und, wenn das Ergebnis einen gwissen vorher festgelegten Wert unterschreitet, ist es "statistisch signifikant von der Nullhypothese entfernt".

In der medizinischen Forschung gilt oft 5% oder weniger "Zufallswahrscheinlichkeit" schon als statistisch signifikant. In der Physik sind wir da strenger. Wir beginnen uns erst bei unter 0.1% Zufallswahrscheinlichkeit langsam dafür zu interessieren, und meistens stezen wir sogar das so. "5-Sigma-Kriterium" an, was noch strenger ist.

Zu den Trefferzahlen... ich kann es Dir anhand eines analogen Beispieles vorrechnen, wie das in etwa aussehen kann:

Angenommen jemand behauptet, er könne Würfelergebnisse vorhersagen. Dazu soll er als kleinen Test das Ergebnis von 60 Würfen vorhersehen. Die Zufallserwartung sind 10 Treffer - in einem sechtel der Fälle wird er rein zufällig richtig liegen. Wenn wir jetzt jedes Ergebnis mit weniger als 1% Zufallswahrscheinlichkeit als "statistisch signifikant" werten, so müsste er 18 oder mehr Treffer landen (wer das selbst ausrechnen will, muss sich über die Binominial-Verteilung etc. schlau machen). Weniger Treffer sind dann noch im Rahmen der Statistik und des geforderten gewählten Confidenze-Niveaus mit der Nullhypothese verträglich. Mediziner mit dem 5%-Kriterium wären schon ab 16 Treffer (oder mehr) zufrieden.

Je mehr Ziehungen Du machst, desto kleiner ist auch der Effekt, der nachgewiesen werden kann. Wenn Du beispielsweise 600 statt 60 mal würfelst, wären schon 123 Treffer ausreichend um als "statistisch signifikant" (mit dem 1%-Kriterium) zu gelten. D.h. der geforderte prozentuale Treffer-Anteil - und damti die Stärke des Effekts, die nachgewiesen werden kann - sinkt mit der Zahl der Versuche. Der Test wird damit also empfindlicher, je öfter Du es probierst.

So ähnlich muss man dann je nach Testdesign ausrechnen, wieviele Treffer als "statistisch signifikant" zu gelten haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Werbung:
Meine bewusste Hauptintention in fast jeder Forumsdiskussion ist es zu zeigen, dass das, was so als "Beweise" verkauft wird, meist keine sind, und zu beschreiben, wie etwas aussähe, was einem Beleg näher kommt.
Aber von Beweisen spreche ich doch gar nicht, Joey- das tust nur du. Ich deute Horoskope, wenn jemand fragt. Darin ist natürlich unterschwellig die Behauptung enthalten, dass ich das kann und das Astrologie funktioniert. Davon kann sich jeder gerne überzeugen, der will.

Das willst du nicht, du willst einen Beweis für die Wahrheit vor der Wahrheit.

Joey schrieb:
Meine unbewusste Hauptintention wird höchstwahrscheinlich von der bewussten abweichen. Menschen reagieren gefühlsmäßig und rationalisieren ihre Handlungen nur später. Ich bin mir somit ziemlich sicher, dass ich das auch tue, weil ich eben ein Mensch bin. Das macht aber nichts, weil man trotzdem sehr gut Recht haben kann mit dem was man sagt (nur nicht unbedingt mit dem warum man das sagt).
Interessiert dich denn deine unbewußte Absicht gar nicht?
Mein Mittel, sowas herauszufinden, kennst du. *g
Mit welchen Methoden legst du denn deine unbewußten Absichten offen?

Joey schrieb:
Von Depressionen steht tatsächlich nichts drin (und mittlerweile stimmt das auch glücklicherweise). Aber einzelne Konstellationen sind erwähnt und gedeutet. Ob andere Leute sich darin auch genausogut wiederfinden würden wie ich (also mäßig)... möglicherweise.
Wieviele Konstellationen sind benannt und wie umfangreich ist der Text?
Mir ist schon klar, dass das mehr als Spass gedacht war und keine umfassende Deutung ist. Interessiert mich aber trotzdem, weil sowas das Urteil trübt, was ein Horoskop wirklich ist.
 
Zurück
Oben