Depression in den USA

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dominoday ist nicht schlecht.

wir haben zur zeit die dominowochen...
eins führt zwangsläufig zum nächsten....

man kann festhalten, das die krise, nachdem es die letzten 2-3 wochen etwas ruhiger war, in den letzten tagen wieder massiv an geschwindigkeit zugelegt hat. die einschläge erfolgen in immer kürzeren abständen und werden von tag zu tag heftiger.

hier eine zusammenfassung der ereignisse von heute, 20.11.08:

Peugeot Citroën will 2700 Stellen streichen

Kahlschlag in der Autoindustrie: Der französische Hersteller Peugeot Citroën will wegen der Wirtschaftskrise 2700 Stellen abbauen. Betroffen sind Bandarbeiter, Techniker, Verwaltungsangestellte und auch Manager. Peugeot muss handeln – in Frankreich ist der Neuwagenverkauf im Oktober um 7,3 Prozent eingebrochen.

Renault kündigte den Abbau von 6000 Stellen an und legte mehrere Werke vorübergehend still.

Die Automobilbranche stellt direkt oder indirekt jeden zehnten Arbeitsplatz in Frankreich.* das sind nun keine leiharbeiter mehr (die sind schon weg), sondern festangestellte
ganzer artikel: welt online

Ifo-Institut befürchtet Weltrezession * unsere "experten"..... besser spät als nie.

Die Fed sieht schwarz für die US-Konjunktur, die Börsen stürzen auf Mehr-Jahres-Tiefs - und nun kommt auch noch das Ifo-Institut mit einer schlechten Botschaft: Der Weltwirtschafts-Index fällt auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren.
ganzer artikel: financial times

NOL streicht 1000 Stellen

Die Reederei Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur streicht wegen einem "noch nie dagewesenen" Geschäftseinbruch 1000 Stellen.

Diese und andere Maßnahmen seien nötig, weil im Containergeschäft ein scharfer und anhaltender Geschäftseinbruch zu erwarten sei.

Das Umfeld ist so negativ wie nie zuvor in der Geschichte dieser Industrie." Der Gewinn von NOL war im dritten Quartal um 83 Prozent gefallen. Eine Erholung im Containergeschäft sei nicht in Sicht und die Schwierigkeiten könnten sich über Jahre hinziehen, teilte die Reederei mit. *u know the baltic dry index?
ganzer artikel: nt-v

LBBW benötigt Staatshilfer
Um die LBBW langfristig zu stabilisieren, erwögen die Eigentümer eine Kapitalspritze zwischen 4,0 Mrd. und 6,0 Mrd. Euro sowie eine zusätzliche Inanspruchnahme von Liquiditätsgarantien des Bundes, berichtet das "Handelsblatt" auf seiner Internetseite unter Berufung auf Eigentümerkreise. Die LBBW müsse Belastungen in Milliardenhöhe aus der Finanzkrise verkraften. Die endgültige Höhe der im Zuge der Verwerfungen notwendig gewordenen Abschreibungen stehe aber noch nicht fest, weil die Bank derzeit versuche, aus den gelockerten internationalen Bilanzierungsregeln ihre Vorteile zu ziehen, heißt es in dem Bericht weiter.
*ohne die durch das finanzstabiliserungsgesetz ermöglichten neuen bilanzierungsregeln, wäre es um einiges schlimmer
ganzer artikel: n-tv

10 Mrd. Dollar sollen Island retten

Die internationale Hilfe für die vom Staatsbankrott bedrohte Insel läuft auf vollen Touren: Der IWF gibt den versprochenen 2,1-Mrd.-Dollar-Kredit frei. Weitere Unterstützung kommt aus Skandinavien, London und Den Haag.
ganzer artikel: financial times

Lettland bettelt bei IWF um Milliardenkredit
Lettlands Regierungschef Ivars Godmanis hat Gespräche mit dem Internationale Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Union über Finanzhilfen für den Baltikumstaat angekündigt. Durch den Schritt solle das lettische Finanzsystem "stabilisert" werden.
Im Zuge der internationalen Finanzkrise musste die lettische Regierung Parex, die zweitgrößte Bank des Landes teilverstaatlichen.
ganzer artikel: manager-magazin

In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der abgelaufenen Woche auf den höchsten Stand seit 16 Jahren gestiegen
ganzer artikel: manager-magazin

boah ne... kein bock jetzt mehr... ein gutes dutzend weiterer meldungen könnte man noch posten.

watch out - es wird immer heisser
 
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Oh Mann... kannst du nicht mal was Schönes sagen zur Abwechselung?


doch man, du hast recht

hier was schönes:

scarlett-johansson-5078.jpg
 
Wir haben weniger Schulden, weil wir auch ein kleineres Land sind und weniger Bürger haben...
Aber wenn man das mal pro Kopf vergleicht, sollte man mehr erkennen können (habe gerade keine Lust zum Rechnen)



Ja du - des denk ich mir. Is ja auch klaro. In Relation muß man das sehen.

Dennoch erkenne und erkannte ich die letzten Wochen und Monate, daß wir hier in D.-Land bzw. Europa keine solchen "Blasen" haben wie in USA.
Hier ist NICHTS sooooooooooo extrem geplazt wie "da drüben".
Gleichwohl es bei uns natürlich auch nicht rund und fair läuft - infolgedessen die Finanz- und Wirtschaftslage schief hängt. Bissi Schwund hat´s alleweil. :D

Und das macht mich irgendwie "stutzig". :confused:
Vielleicht ist´s ja auch wirklich NUR bei de Ami´s so extrem!
 
Das ist ja genau das, was unser Steinbrücki auch fabuliert hat, bevor er feststellen musste, dass es nicht so war.

Das Problem ist, das alle am Tropf der USA hängen, also rein wirtschaftlich.
Das ist die schlechte Seite der Globalisierungsmedaille, alles ist verknüpft, wie in einem Kartenhaus. Wenn da eine Stütze (und das sind die USA, die sind quasi DIE Stütze).

Verschuldet ist die BRD übrigens auch und nicht zu knapp. Unsere Staatsschulden übersteigen die Menge an Euro im Euroraum.

Und momentan ist zumindest in der Theorie ein Bankrott der USA nicht auszuschließen und allein die Möglichkeit ist schon ziemlich historisch, hatten doch US Anleihen immer, als wäre es gottgegeben, ein AAA Rating.

Das ist die eine Aussicht. Die zweite ist auch nicht besser.

Falls du Lust und Zeit hast, informiere dich mal über sog. CDS und deren Entstehung. Ich glaube Buffet hat dieses Instrument, eine "Erfindung" von J.P. Morgen, finanzielle Massenvernichtungswaffen genannt.

Das sind geschätzt (niemand weiß es, das ist ja das grauenvolle daran!) 57 Billionen!!!!!! Dollar (Das ist mehr als das BIP der ganzen Welt!) die auf der ganzen Welt in irgendwelchen undurchsichtigen Derivaten als Schuldverbriefungen rumschwirren, mit Verbriefungen auf Verbriefungen etc. Wenn da mal eine wirklich große Firma krachen geht, reißt dass die ganzen Fonds und Investoren mit runter, was wiederum andere Firmen mit sich reißt und so weiter und so fort. Wenn diese Kettenreaktion irgendwo initiiert wird, kann man nichts mehr tun.

Übrigens haben die ganzen staatlichen und halbstaatlichen Banken ja fleissig diese Kreditverbriefungen gekauft! Daher steht die HRE trotz multimilliardenhilfe schon wieder vorm Bankrott! Das wäre dann der erste der Dax30.

Dazu kommt, dass jetzt zwei weitere Blasen anrollen, Kreditkartenblase (bestimmt auch mit CDS verbrieft) und danach die Gewerbeimmobilienblase...

Der Chef der Bank of America hat in einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass niemand das Ausmaß der Kreditkartenblase im moment richtig abschätzen kann.

Mfg
Zahler
 
Situation Privatwirtschaft Deutschland:

ABSCHWUNG IN DEUTSCHLAND

Privatwirtschaft brechen die Aufträge weg

Die Konjunktur stürzt in ein neues Rekordtief: Laut BME-Einkaufsmanagerindex ist die deutsche Privatwirtschaft im November so stark geschrumpft wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Einer Branchenumfrage zufolge sind im kommenden Jahr Hunderttausende Jobs bedroht.

Berlin - Der Konjunkturabschwung nimmt in Deutschland ein gravierendes Ausmaß an. Wie aus dem jetzt veröffentlichten BME-Einkaufsmanagerindex hervorgeht, sind die Geschäfte in der Privatwirtschaft wesentlich stärker eingebrochen als Experten erwarteten. *die "experten" - einmal mehr...

Düstere Daten für die Privatwirtschaft
In der Industrie gab es den größten Einbruch seit Beginn der Datenerhebung im April 1996. Das entsprechende Barometer fiel von 41,1 Zählern im Oktober auf nun 36,2 Punkte. Experten hatten im Schnitt mit 40,5 Punkten gerechnet. Erst über der Marke von 50 Punkten wird ein Wachstum signalisiert.

Auch die Dienstleister bekommen die Rezession stark zu spüren. Den Unternehmen brechen im November die Aufträge in Rekordtempo weg. Zu schaffen machen ihnen immer noch steigende Kosten, wenngleich sich der Preisauftrieb abgeschwächt hat. Diese Kosten konnten sie nicht an ihre Kunden weiterreichen: Die Verkaufspreise gingen erstmals seit August 2005 zurück.

In der sonst so vor Optimismus strotzenden Branche sinkt die Zuversicht: Das Barometer, das die künftigen Erwartungen misst, fiel auf 42 Zähler und damit so tief wie nie zuvor. Der Composite-Index, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, lag mit 39,7 Punkten ebenfalls auf einem Rekordtief. Hier hatten Analysten mit 42,8 Punkten gerechnet.

Zu schaffen machen den Unternehmen aus beiden Sektoren die mangelnde Nachfrage. * das ist genau das was ich immer wieder betone. keine nachfrage mehr - deswegen verpuffen die ganzen milliardenstützungen und verschlimmern die situation nur noch. Die Finanzkrise hat einen Konjunkturabschwung verursacht. Die gesamte Euro-Zone steckt inzwischen in der Rezession. Banken vergeben weniger Kredite, Privat- und Firmenkunden sparen. In der Folge fehlt Unternehmen frisches Geld für Geschäfte. Dadurch brechen die Aufträge ein.

Inzwischen leeren sich die Auftragsbücher im Rekordtempo. *geplante und nun zurückgezogene Investitionen In der Folge schränken die Betriebe ihre Produktion ein und reduzieren die Zahl ihrer Beschäftigten. Experten fürchten, dass sich diese Abwärtsspirale im kommenden Jahr drastisch verschlimmert. Die "Bild"-Zeitung nennt erste konkrete Zahlen. In 15 Branchen befragte das Blatt Branchenverbände, Gewerkschaften und Wirtschaftsexperten zu ihrer Prognose, wie sich der Arbeitsmarkt 2009 entwickelt. Die Gesamtzahl der bedrohten Stellen beziffert die Zeitung demnach auf bis zu 215.000. * setz ruhig nochmal die ein oder andere million oben drauf...

Auch der Ökonom Hans-Werner Sinn gibt eine düstere Prognose. Der Stellenabbau wird seiner Ansicht nach zügig zunehmen. Die Zahl der Arbeitslosen werde "jetzt sehr rasch wieder steigen",* wir wissen das die arbeitslosenzahlen nur sank, weil ständig an der statistik geschraubt wurde. real haben wir über 10 mio. arbeitslose in deutschland sagte der Chef des Münchner Ifo-Instituts der "Berliner Zeitung". Die Wirtschaftskrise "könnte weltweit gravierendere Ausmaße annehmen als die Wirtschaftskrise der Jahre 2001 bis 2005."

Dennoch glaube er nicht, dass die Arbeitslosigkeit wie in der vergangenen Rezession auf fünf Millionen ansteigen werde.* Achtung: Er ist ein "Experte" - glauben kann er in der Kirche... "Wir sind durch die Hartz-IV-Reformen am Arbeitsmarkt jetzt etwas besser aufgestellt als bei der früheren Flaute", sagte Sinn. "Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht so weit kommt wie früher."

Am Donnerstag hatte das Ifo-Institut die schlechtesten Konjunkturzahlen seit 20 Jahren veröffentlicht. Der Indikator des Instituts für das Weltwirtschaftsklima sank im Oktober von 73,4 Punkten auf 60,0 Zähler.

Der Rückgang resultiere vor allem aus der ungünstigeren Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage, sagte Sinn. Auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate hätten sich weiter eingetrübt. "Insgesamt deuten die erhobenen Daten auf eine globale Rezession hin."

quelle: spiegel
 
Kurze Frage von mir:

Wenn selbst der Focus jetzt das Deflationsszenario predigt, kommt wohl eher der gegenteilige Fall?

Ich bin mir nicht sicher...

Einerseits flutet die FED das System mit Abermilliarden Dollar, was für Inflation spricht, die Preise sanken in den USA trotzdem so schnell und so heftig wie seit 30 Jahren nicht mehr um 1%!

Das Problem, das Geld erreicht die Wirtschaft nicht, weil die Banken damit ihre Flickenteppiche stopfen und kaum noch Kredite vergeben. Muss Bernake wirklich bald das Geld aus dem Heli an den Banken vorbei unter die Masse bringen?

Oder doch eher Inflation? Die Geldmengenausweitung spricht dafür, Problem dabei ist aber, dass es nur die M3 Geldmenge, also nur Giralgeld ist, physisches Geld dürfte knapper werden, aber in der Deflation ist nur Cash King, aber nur ca. 5% aller Dollars sind physisch vorhanden -> spräche wieder für Deflation?

Bin mir im Moment echt nicht sicher, was nun kommt? Hilfe :D

Mfg
Zahler
 
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hi zahler,

momentan haben wir deflation... das liegt an den kursstürzen an den börsen die milliarden vernichtet haben und vernichten und an den gigantischen abschreibungen. da werden gigantische (virtuelle) summen vernichtet. auch geht die nachfrage rapide zurück, was momentan noch zu preisrückgängen führt und sich im prinzip auch deflationär auswirkt.
aber, wie du schon richtig erkannt hast werden auf der anderen seite die märkte mit milliarden geschwemmt was natürlich hyperinflationär ist.
das kann man nun auch nicht mehr stoppen, will man auch nicht, denn die flutung wird ja ständig als unsere rettung gepriesen.
das ergebnis ist: wenn die börsen dann am boden angelangt sind, wenn die abeschreibungskandidaten (und viele viele viele andere auch) insolvent sind und die staatsanleihen nicht mehr abgekauft werden, dann schlägt die deflation um in die hyperinflation.
 
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