DDR

Werbung:
Ist das echt alles was du mit der DDR verbindest? Ein Unrechtsstaat aus dem alle nur flüchten wollten
Also ich ja.
Ich denke nicht umsonst wollten so viele flüchten.
Auch trauten sie sich gegenseitig nicht.
Wenn es mal etwas "gutes zu kaufen gab"wurde unter dem Ladentisch versteckt und nur an Freunde und Familie verkauft.
So wurde es mir erzählt.
Geheiratet wurde hauptsächlich um eine Wohnung oder ein Auto zu bekommen.

Kannst du dir nicht vorstellen, dass man da auch Leben konnte?
Klar konnte man dort leben aber wie?
Was ich damals, nach der Grenzöffnung fürchterlich fand, war dass alles aus den Hotels mitgenommen wurde was nicht Niet und Nagelfest war, und nur ein Zettel "ihr habt es lange genug gut gehabt" hinterlassen.

Aber diese Zeiten sind vorbei, denke ich.
Es wurde wohl bemerkt dass auch im Westen nicht alles gut war und viele sich, trotz Angebot, nicht alles leisten konnten und es heute auch noch nicht können.
 
Warum wollten dann soviele weg?
Wollten alle weg?
Nein wollten sie nicht.
Fakt ist, dass man trotz DDR eben auch ein gutes Leben führen konnte.
Es wurde sich etwas aufgebaut und brach dann nach der Wende für viele weg.
Das es 89 zu einer Massenflucht kam, sagt nichts darüber aus, dass die DDR nur eine negative Seite hatte.

Viele riefen 89 auch
"Wir bleiben hier!"


Viele sind halt nicht Alle
 
Also ich ja.
Ich denke nicht umsonst wollten so viele flüchten.
Auch trauten sie sich gegenseitig nicht.
Wenn es mal etwas "gutes zu kaufen gab"wurde unter dem Ladentisch versteckt und nur an Freunde und Familie verkauft.
So wurde es mir erzählt.
Geheiratet wurde hauptsächlich um eine Wohnung oder ein Auto zu bekommen.


Klar konnte man dort leben aber wie?
Was ich damals, nach der Grenzöffnung fürchterlich fand, war dass alles aus den Hotels mitgenommen wurde was nicht Niet und Nagelfest war, und nur ein Zettel "ihr habt es lange genug gut gehabt" hinterlassen.

Aber diese Zeiten sind vorbei, denke ich.
Es wurde wohl bemerkt dass auch im Westen nicht alles gut war und viele sich, trotz Angebot, nicht alles leisten konnten und es heute auch noch nicht können.
Die einen wollten weg, andere nicht und trotzdem haben viele aus wenig viel gemacht und einfach nur gelebt.

Es gab eben nicht nur die eine DDR
 
Warum wollten dann soviele weg?

Na weil sie dachten, uns hier im Westen fliegen die gebratenen Tauben in den Mund.
Habe die ganze Verwandtschaft mütterlicherseits "drüben" und die haben immer nur gesehen wie wir mit den dicken Westpaketen zu Besuch kamen. Die dachten echt, wir lebten im Schlaraffenland.
Natürlich auch durch die Westfernsehwerbung.
Wenn wir denen erzählt haben, dass auch wir dafür hart arbeiten mussten und auch von Arbeitslosigkeit und Armut bei "uns im Westen" (auch wenn das damals noch längst nicht so extrem war wie heute), haben die das entweder nicht geglaubt oder abgewiegelt ("Ach was, wer will, hat auch Arbeit und kann sich das alles locker leisten" usw)
Wenn das DDR-Staatsfernsehen über Missstände im Westen berichtete, wurde eh alles als Staatspropaganda abgetan.
Die große Ernüchterung, wie das in unserem System wirklich abläuft, kam bekanntermaßen erst nach der Wende als sie es am eigenen Leib spürten.
(Damit will ich nicht sagen, dass alle aus rein materiellen Gründen die DDR weghaben wollten, klar gab es auch genug politisch verfolgte, aber ich denke, der Großteil hatte dieselbe Mentalität wie meine Verwandten und Bekannten).
 
Na weil sie dachten, uns hier im Westen fliegen die gebratenen Tauben in den Mund.
Habe die ganze Verwandtschaft mütterlicherseits "drüben" und die haben immer nur gesehen wie wir mit den dicken Westpaketen zu Besuch kamen. Die dachten echt, wir lebten im Schlaraffenland.
Natürlich auch durch die Westfernsehwerbung.
Wenn wir denen erzählt haben, dass auch wir dafür hart arbeiten mussten und auch von Arbeitslosigkeit und Armut bei "uns im Westen" (auch wenn das damals noch längst nicht so extrem war wie heute), haben die das entweder nicht geglaubt oder abgewiegelt ("Ach was, wer will, hat auch Arbeit und kann sich das alles locker leisten" usw)
Wenn das DDR-Staatsfernsehen über Missstände im Westen berichtete, wurde eh alles als Staatspropaganda abgetan.
Die große Ernüchterung, wie das in unserem System wirklich abläuft, kam bekanntermaßen erst nach der Wende als sie es am eigenen Leib spürten.
(Damit will ich nicht sagen, dass alle aus rein materiellen Gründen die DDR weghaben wollten, klar gab es auch genug politisch verfolgte, aber ich denke, der Großteil hatte dieselbe Mentalität wie meine Verwandten und Bekannten).
Sehr guter Beitrag
 
Wollten alle weg?
Nein wollten sie nicht.
Fakt ist, dass man trotz DDR eben auch ein gutes Leben führen konnte.
Es wurde sich etwas aufgebaut und brach dann nach der Wende für viele weg.
Das es 89 zu einer Massenflucht kam, sagt nichts darüber aus, dass die DDR nur eine negative Seite hatte.

Viele riefen 89 auch
"Wir bleiben hier!"


Viele sind halt nicht Alle
Das ist schön und gut, aber ich bin an der Grenze groß geworden und es flößte mir Angst ein wenn ich sah wie die Soldaten sich ablösten.
Die ganzen Militärwagen und die Unformen und wie sie mit ihren Gewehren marschierten.
Alles sah sehr gefährlich aus.
Mir kann keiner erzählen das jemand gerne in einem Land wohnt, indem ihm seine Freiheit genommen wird.
Bestimmt kann man es sich da auch gemütlich machen aber man musste da ja nicht raus man konnte dort ja weiter leben.
Jedenfalls sind bei uns die Mieten damals drastisch gestiegen und eine Wohnung und Arbeit zu bekommen war auch nicht mehr so einfach.
 
Werbung:
Nur weil ein Teil der Bevölkerung es sich schön gemacht hat, darf man den Teil, der es sich nicht schön gemacht hat, sondern unter Lebensgefahr geflüchtet ist und teilweise auch dabei sein Leben verlor, nicht erwähnen?

Da haben Menschen ihr Leben riskiert, Abschied für immer von ihrer Familie und ihrer Heimat genommen, nur um aus diesem Land, in dem sie eingemauert waren, raus zu kommen.

Ich finde es ungeheuerlich, dass Menschen erschossen werden weil sie einen Fuß über die Grenze ihres Landes setzen.

Die DDR war ein Unrechtsstaat. Manche machten es sich darin schön, andere hielten es darin nicht aus und riskierten ihr Leben. Es ist noch mal ein Schlag ins Gesicht der Opfer, wenn man darüber bis in alle Ewigkeit schweigen soll, nur weil dann das Gejaule losgeht.

Mich erinnert das immer an den Satz "Bei Hitler war auch nicht alles schlecht". Was hat das eine mit der Tatsache des Unrechtsstaats zu tun?

Übrigens hätte ich es mir in der DDR wahrscheinlich auch schön gemacht. Ich glaube nicht, dass ich den Mut gehabt hätte, mein Leben zu riskieren, meine Familie und Heimat zu verlassen. Aber ich hoffe, dass ich wenigstens den Mut gehabt hätte, hinter das Unrecht nicht tot zu schweigen.
 
Zurück
Oben