Nur weil ein Teil der Bevölkerung es sich schön gemacht hat, darf man den Teil, der es sich nicht schön gemacht hat, sondern unter Lebensgefahr geflüchtet ist und teilweise auch dabei sein Leben verlor, nicht erwähnen?
Da haben Menschen ihr Leben riskiert, Abschied für immer von ihrer Familie und ihrer Heimat genommen, nur um aus diesem Land, in dem sie eingemauert waren, raus zu kommen.
Ich finde es ungeheuerlich, dass Menschen erschossen werden weil sie einen Fuß über die Grenze ihres Landes setzen.
Die DDR war ein Unrechtsstaat. Manche machten es sich darin schön, andere hielten es darin nicht aus und riskierten ihr Leben. Es ist noch mal ein Schlag ins Gesicht der Opfer, wenn man darüber bis in alle Ewigkeit schweigen soll, nur weil dann das Gejaule losgeht.
Mich erinnert das immer an den Satz "Bei Hitler war auch nicht alles schlecht". Was hat das eine mit der Tatsache des Unrechtsstaats zu tun?
Übrigens hätte ich es mir in der DDR wahrscheinlich auch schön gemacht. Ich glaube nicht, dass ich den Mut gehabt hätte, mein Leben zu riskieren, meine Familie und Heimat zu verlassen. Aber ich hoffe, dass ich wenigstens den Mut gehabt hätte, hinter das Unrecht nicht tot zu schweigen.