Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde - oder auch nicht. Ist Reiten Tierquälerei?

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Nein, @Nithaiah , ich habe gerade nochmal nachgeschaut, es war nicht Ruffian, bei ihr brach „nur“ ein Bein, in dem Kritikvideo mit James Cromwell als Kommentator bricht sich das arme Pferd beide Vorderbeine und läuft weiter!:cry:

Danke für die Mühe. Umso schlimmer, wenn so etwas dann auch noch häufiger passiert. :(
Aber es sind auch genau solche Tragödien, die mir die Augen über den Pferdesport geöffnet haben. Während ich früher tatsächlich gedacht habe, dass Galopprennen nicht so schlimm wäre, weil sie im Gegensatz zu dem unnatürlichen Spring- und Dressurreiten und Trabrennen noch am ehesten der Natur des Pferdes entsprächen. Also, das dachte ich zumindest früher.

Inzwischen natürlich nicht mehr.
Aber ich schreibe nacher noch was dazu.
 
Danke für die Mühe. Umso schlimmer, wenn so etwas dann auch noch häufiger passiert. :(
Aber es sind auch genau solche Tragödien, die mir die Augen über den Pferdesport geöffnet haben. Während ich früher tatsächlich gedacht habe, dass Galopprennen nicht so schlimm wäre, weil sie im Gegensatz zu dem unnatürlichen Spring- und Dressurreiten und Trabrennen noch am ehesten der Natur des Pferdes entsprächen. Also, das dachte ich zumindest früher.

Inzwischen natürlich nicht mehr.
Aber ich schreibe nacher noch was dazu.


Mein Stiefvater war Reitlehrer, ich habe meine Kindheit auf Reiterhöfen verbracht, weil wir dort immer direkt eine Wohnung hatten. Ich habe auf Turnieren beim Springen auch schon erlebt, dass Pferde bei Stürzen so schwer verletzt waren, dass sie vom Tierarzt erlöst werden mussten. Und die Pferde, die in den Ställen dieser Reiterhöfe lebten, hatten nie die Möglichkeit, auf Weiden zu grasen, standen nur in ihrer Box, wenn sie nicht von ihren Besitzern bewegt wurden! Ist wirklich sehr traurig für die Tiere! Ich habe als Kind damals die Umgebung genossen, aber jetzt würde ich mich damit nicht mehr wohl fühlen!
 
Mein Stiefvater war Reitlehrer, ich habe meine Kindheit auf Reiterhöfen verbracht, weil wir dort immer direkt eine Wohnung hatten.

Dann warst du ja direkt an der Quelle.


Ich habe auf Turnieren beim Springen auch schon erlebt, dass Pferde bei Stürzen so schwer verletzt waren, dass sie vom Tierarzt erlöst werden mussten.

Das glaube ich sofort. Pferde springen überhaupt nicht gerne, es ist ein großes Risiko für sie. Ich kann mir gut vorstellen, dass gerade beim Springen mit die meisten Unfälle passieren, so hoch wie die Hindernisse angesetzt sind.


Und die Pferde, die in den Ställen dieser Reiterhöfe lebten, hatten nie die Möglichkeit, auf Weiden zu grasen, standen nur in ihrer Box, wenn sie nicht von ihren Besitzern bewegt wurden!

Ja so habe ich es auch erlebt. Trotzdem hatte ich damals echt gedacht, dass sie es soviel besser als die Schulpferde hätten, weil sie wenigstens ihre Ruhe hatten. Man sieht, ich kannte mich mit Pferden damals überhaupt nicht aus. Ich hatte mir zwar ein Buch über das Reiten besorgt, aber darin stand nichts über die Bedürfnisse der Pferde. Nur über die verschiedenen Rassen, Reittechnicken, Reitzubehör usw. Ein Buch, alleine auf die Menschen ausgerichtet, nicht auf die Tiere.

Ich habe als Kind damals die Umgebung genossen,

Das ist klar. Für Kinder ist das toll und man kann nicht von ihnen verlangen dass sie das durchschauen.

aber jetzt würde ich mich damit nicht mehr wohl fühlen!

Genau.
 
Ich werde jetzt nach und nach erzählen, wie ich das mit den Pferden sehe und fange damit an, wie ich es damals bei den Schulpferden erlebt habe. Ich muss dazu sagen, dass diese Erfahrung nun 38 Jahre her ist. Ich hoffe und wünsche mir natürlich, dass sich da möglichst viel verändert hat. Und dass dieser Schweineladen, den ich damals erlebt habe, nicht repräsentativ für alle Reitställe ist.

Die Pferde standen in der damals noch erlaubten Anbindehaltung in Parzellen, die kaum größer waren als sie selbst.
Sie standen dabei oft im durchnässten Stroh, der beißende Geruch nach Ammoniak durch den Urin ließ nicht vermuten, dass die Parzellen ordentlich gereinigt wurden. Abgesehen von uns Pflegemädchen, die ehrenamtlich eben auch zur Forke gegriffen haben, das haben wir schon getan, nur hatten wir eben auch Verpflichtungen (ich war damals Azubi), und konnten somit auch nicht den ganzen Tag und auch nicht jeden Tag da sein.
Das Striegeln, Abduschen und Hufe auskratzen haben wir ebenfalls übernommen, viele haben von ihrem Taschengeld auch noch Futter zugekauft. Und
noch einiges mehr, aber es soll hier um die Pferde gehen. Ich zähle das auch nur auf, weil ich mich frage, wie es eigentlich ausgesehen hätte, wenn nicht so viele Mädchen freiwillig dort mitgeholfen hätten.

Das Leben der Pferde war ebenso hart, wie traurig.
Wenn sie nicht in ihrer Parzelle standen, mussten sie tagein, tagaus viele Stunden in der Halle im Kreis traben und galoppieren. Natürlich mit immer wechselnden Reitern.
Das einzige Highlight dürfte wohl gewesen sein, wenn ab und zu erfahrene Reiter mit ihnen in den Wald ausgeritten sind.
Ansonsten haben sie niemals eine Weide gesehen, durften sich niemals im Sand oder gar Schlamm wälzen. Sich niemals frei und ohne Rüstzeug bewegen.

Es wurde auch nicht genug darauf geachtet, dass die Reiter ordentlich mit ihnen umgehen.
So ist es z. B. Usus den Gurt nicht zu fest zu schnallen und nach einiger Zeit des Leichtrabens erst nachzuziehen, wenn genügend Luft aus dem Bauch des Pferdes entwichen ist. Eigentlich keine große Sache.
Es gab da einen eitlen Fatzke, der darauf aber auch keine Lust hatte. Ein stämmiger Kerl, der sich hoch zu Ross als etwas Besseres wähnte. Der zog den Gurt dann eben gleich fest zu.
Ich habe das gemeldet, aber siehe da, das Problem war bekannt und man wollte den zahlungskräftigen Kunden eben nicht verlieren. Der Rubel musste rollen.

Wenn die Pferde dann kaputtgeritten waren und nicht mehr konnten, wurden sie zum Abdecker gebracht, es sei denn es ist gelungen durch eine Spendenaktion ihnen ein Leben auf einem Gnadenhof zu ermöglichen.
 
Ich kann nur für mich sprechen. Niemals stand mein Pferd 23 Stunden am Tag "im Dreck". Niemals. Es wurde gepflegt, und das vom Feinsten. Für die Zeit, die ich mich nicht um "mein Tier(!)" kümmern konnte, habe ich sog. "Reitbeteiligungen" ausgelobt, oftmals junge Mädchen, die natürlich, gerade in dem Alter, sich äußerst liebevoll um das Tier gekümmert hatten. Gestriegelt, gebürstet, gepflegt, alles ganz korrekt. Boxen entmistet, immer frisches Einstreu. Longere jeden Tag, wo nicht ausgeritten wurde, und wenn ich dann da war, freute sich meine "Tipsy", ging von der Weide auf mich zu und war freudig, weil sie wußte, das jetzt der "Ausritt" anstand.

Nichts von Widerstand oder dem Gefühl: "Scheiße, ich muß da jetzt "Arbeit" machen". Es war mein Tier, und logischerweise ist das Tier nicht wirklich "mein Tier". Es gehört mir nicht. Das gilt auch für jeden Hund und jede Katze. Das Tier ist erstmal frei und ganz "Es Selbst". Aber, ich hatte eine Verantwortung. Hab es genährt, gepflegt und habe es geliebt. So ist es für mich normal. Entweder man "hat"(!) ein Tier oder nicht, weil, dann ist es eh' Jacke. Dann ist man "nur" auf sich Selbst geworfen und es existiert nichts, außer man Selbst. Sofern kein "relevanter" Menschen-Partner zur Hand ist.
 
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Ich kann nur für mich sprechen. Niemals stand mein Pferd 23 Stunden am Tag "im Dreck". Niemals. Es wurde gepflegt. Vom Feinsten. Für die Zeit, die ich mich nicht um "mein Tier(!)" kümmern konnte, habe ich natürlich sog. "Reitbeteiligungen" ausgelobt, oftmals junge Mädchen, die natürlich, gerade in dem Alter, sich äußerst liebevoll um das Tier gekümmert hatten. Gestriegelt, gebürstet, gepflegt, alles ganz korrekt. Boxen entmistet, immer frisches Einstreu. Longere jeden Tag, wo nicht ausgeritten wurde, und wenn ich dann da war, freute sich meine "Tipsy", ging von der Weide auf mich zu und war freudig, weil sie wußte, das jetzt der "Ausritt" anstand.

Nichts von Widerstand oder dem Gefühl: "Scheiße, ich muß da jetzt "Arbeit" machen". Es war mein Tier, und logischerweise ist das Tier nicht wirklich "mein Tier". Es gehört mir nicht. Das gilt auch für jeden Hund und jede Katze. Das Tier ist erstmal frei und ganz "Es Selbst". Aber, ich hatte eine Verantwortung. Hab es genährt, gepflegt und habe es geliebt. Nix komisch, sondern völlig normal. Entweder man "hat"(!) ein Tier oder nicht, weil, dann ist es eh' Jacke. Dann ist man "nur" auf sich Selbst geworfen und es existiert nichts, außer man Selbst.

Ich habe vor, mich von den schlimmen Fällen zu den besseren vorzuarbeiten. So wie du es beschreibst, hat es dein Pferd bei dir sehr gut gehabt. Und besser als auf der Trabrennbahn sowieso. Wenn es dann noch auf der Wiese stehen durfte, wie du es beschrieben hast, schon ziemlich optimal. So gut, wie es ein domestiziertes Pferd eben haben kann.
Am besten wäre es natürlich, wenn Pferde einfach Wildpferde sein dürften, aber diesen Lebensraum haben wir Ihnen genommen.
Und wenige Leute halten sich Pferde und geben Ihnen Platz auf ihrer Weide, ohne von ihnen etwas zu verlangen.
Private Pferde von liebevollen Besitzern, die sie auch Artgerecht halten, dürften es von allen domestizierten Pferden tatsächlich am Besten haben.
Nur wird es auch hier große Unterschiede geben.
 
Macht euch mal lieber alle Sorgen um die wunderschönen Brumbys in Australien.
Das ist eine Art, die von den Engländern eingeführt wurden und inzwischen allen
anderen "heimischen" Arten das Essen wegfressen. Deren Zahl soll auf auf 3.000
reduziert werden. Also werden demnächst min. 16.000 Pferde in AU abgeschossen.


Invasive Arten "all around the world" sind hier das eigentlich Problem.
Halt menschengemachte Schei**.

 
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Am besten wäre es natürlich, wenn Pferde einfach Wildpferde sein dürften, aber diesen Lebensraum haben wir Ihnen genommen.
Das sagst Du was. "Lebensraum genommen" heißt dann auch > Vögel > Insekten > quasie allen Arten,
die nicht zu doof sind, sich das adäquate Futter zu suchen, sondern denen wir
einfach nur Ihren Lebensraum genommen haben, um es zu finden.
 
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