Verharmlosung von Cannabis ist doch genauso dumm wie damit Schreckgespenster zu malen. Beides verführt im übrigen

. Alles im Leben hat zwei Seiten und ist potentiell gefährlich. Darum geht`s doch gar nicht. Fakt ist, es gibt Cannabis und es gibt Leute, die es konsumieren - und zwar in allen Schichten und in allen Berufsgruppen, vom Obdachlosen zum Fleischermeister bis zum Staatsanwalt (kannte persönlich einen

) und bis ganz nach oben.
Die Probleme, die Cannabis mit sich bringen kann (nicht muß) wird man nicht damit lösen, indem man es verbietet. Frater, Du hast zu Recht die Gefahr von extremen psychischen Störungen angesprochen, die entsprechend disponierte Menschen bei Cannabiskonsum entwickeln können. Auch davon kenne ich zwei. Aber war da jetzt wirklich das Cannabis schuld? Wieso kann der eine Kiffen bis zum Umfallen und der andere wird krank? Und woher wissen wir, dass sich diese psychischen Auffälligkeiten nicht auch ohne den Cannabiskonsum entwickelt hätten? Wieso fährt der eine sein Leben lang unfallfrei und der andere verursacht eine Massenkarambolage? Wieso ist es für den einen okay, abends sein Glas Wein zu trinken und der andere wird schwer alkoholkrank? Wieso verträgt der einen Impfungen ohne Schaden und wieso erleidet der andere schwere Schädigungen? Wieso übersteht das eine Kind die Kinderkrankheit problemlos und das andere verstirbt? Wieso können tausende Kinder morgens unbehelligt zur Schule gehen und andere verschwinden auf Nimmerwiedersehen? Soviele Fragezeichen!
Fakt ist, das Leben ist lebensgefährlich. Wollen wir es deshalb verbieten?
Wenn der Besitz von Cannabis unter Strafe gestellt ist, um die Menschen zu schützen, so kann ich das zwar nachvollziehen, aber a) ist es völlig inkonsequent und b) völlig ungeeignet (denn wer kiffen will, der kifft). Die Kriminalisierung von Cannabiskonsumenten ist absolut nicht geeignet, den Menschen vor sich selbst zu schützen. Denn Cannabis alleine ist so wenig ein Problem wie ein Glas Wein oder eine Auto oder Sex. Gefährlich ist der verantwortunglose, weil maßlose Umgang. Und da wären wir, bzw. unsere Volksvertreter gefordert, die cannabisinteressierten Menschen nicht wie kleine Kinder zu behandeln, denen man etwas verbietet, sondern z.B. Regeln für einen "gefahrlosen" Umgang an die Hand zu geben. Und dann soll es jedem frei gestellt werden, ob er sich für seinen Hausgebrauch seine 3 bis 6 Pflänzchen pro Jahr zieht oder nicht.
Merke: Behandelst Du jemanden wie ein kleinen Kind, dann benimmt er sich auch wie ein solches.
Tanita