früher dachte man felsenfest ,wenn es donnert zürnen die götter.
Wieder mal ein "Selbst-Gespräch" gefällig?
Die Götter müssen verrückt sein
Es ist nun mal so, dass eure Wissenschaftler alles erklären, was früher einmal ein großes, unergründliches Geheimnis für euch war. Das beste Beispiel sind Kinder, wenn sie an das Christkind glauben. Wie schön war damals die Vorweihnachtszeit, wenn du durch den Schnee gestapft bist und das Glitzern bemerkt hast und jemand dir sagte, dass dies die Spuren des Christkindes sind. Und plötzlich soll dieses Glitzern bloß eine Reflektion des Lichts sein. Ich denke, da muss doch eine gewaltige Welt zusammen stürzen.
Aber es ist die Wahrheit, Kim - es ist eine Reflektion des Lichts.
Klar ist es das. Aber hast du dich schon einmal gefragt, ob es nur das ist? Bestünde nicht doch die Möglichkeit, dass dieses Glitzern gleichzeitig bedeuten könnte, dass hier ein Wesen aus einer anderen Wirklichkeit seine Spuren hinterlassen hat? Und wie sagte schon Castaneda in seiner besten Zeit? Die Welt ist nicht nur so wie wir sie wahrnehmen. Und darin liegt nun mal sehr viel Wahrheit. Ich will euren Wissenschaftlern nichts absprechen. Sie tun ihre Arbeit hervorragend. Natürlich haben sie auch recht mit dem, was sie entdecken - aber ist es nur das? Könnte nicht auch eine andere Möglichkeit zutreffen?
Denke mal an den Film - Die Götter müssen verrückt sein -, an die Colaflasche, die der Eingeborene in die Luft wirft, in der Hoffnung, die Götter würden sie auffangen und behalten. Was wäre, wenn die Colaflasche wirklich in der Luft bleibt. Der Eingeborene wäre zufrieden. Er wäre sicher, dass die Götter die Flasche wieder zurück genommen haben. Hätte ein so genannter zivilisierter Mensch diese Szene beobachtet, würde er in einer Baumkrone nach der Colaflasche suchen, weil er von der Schwerkraft weiß und nicht an Götter glaubt, welche Colaflaschen mir nichts dir nichts auffangen.
Der Eingeborene würde sich vielleicht von der Schwerkraft überzeugen lassen, aber der zivilisierte Beobachter würde kaum an Götter glauben, welche Colaflaschen auffangen. Und was würde passieren, wenn sich der Eingeborene von der Schwerkraft überzeugen lässt? Er würde seinen alten Glauben wahrscheinlich verwerfen, da zivilisierte Menschen generell weiter sind. Seine geheimnisvolle Welt würde mit einem Schlag zerbersten, und damit auch sein Inneres, weil dadurch sein Inneres schrumpft und genauso abgestumpft wird, wie das Innere der zivilisierten Menschen.
Ich sagte damals auch, dass beide nicht recht haben, weder der Eingeborene noch der zivilisierte Mensch, weil beide immer nur nach einer ganz bestimmten Richtung leben. Sie lassen keine anderen Türen offen. Sie können nicht an andere Möglichkeiten, z.B., an beide glauben - eben an Götter, wie auch an Schwerkraft.
Der Mensch, vor allem der so genannte zivilisierte Mensch, sucht immer nach Erklärungen. Er will immer Beweise, Bestätigungen haben. Und warum? Weil er sich wichtig nimmt, weil er meint, so groß und so genial zu sein, um alle Geheimnisse ergründen zu können. Und findet er nun eine Möglichkeit, eines dieser Geheimnisse zu ergründen, dann ist das so und nicht anders. Es muss ja so sein, denn ER hat es ja entdeckt. Verstehst du ungefähr, was ich meine?
Ich glaube, du willst sagen - was du ja schon mehrmals gesagt hast, dass man ein Ding immer von allen möglichen Seiten betrachten soll - und von jeder Seite sieht es anders aus.
Du hast es auf den Punkt gebracht!