Bluttransfusionen

Sind Bluttransfusionen wichtig und retten Leben?

  • Ja!

    Stimmen: 48 81,4%
  • Nein!

    Stimmen: 11 18,6%

  • Umfrageteilnehmer
    59
  • Umfrage geschlossen .
leider konnte ich mit den angaben die entscheidung nicht finden :-(

@syscomed: wenn du die rechtlichen bestimmungen kennst, warum schreibst du dann dinge wie den hinweis auf den hippokratischen eid? sorry, das ist polemisch, wenn nicht gezielte halb- und damit fehlinformation.
warum wirfst du anderen vor, nur homepages zu zitieren, machst aber selbst keine vollständigen zitate bzw erst auf anfrage?
die statistik mit den behandlungsfehlern hätte ich wirklich gern, aber eine alte zeitung in der nationalbibliothek aufzutreiben ist mir doch zu mühsam. mich würde interessieren, wie diese statistik zustande kam. ich habe heute die statistiken der patientenanwaltschaften im netz gelesen, die zahlen dort sind um einiges niedriger. auf eine derart hohe zahl komme ich nur dann, wenn ich sämtliche beschwerden zusammen zähle, aber nicht jeder verdacht auf einen behandlungsfehler erweist sich als richtig.

wenn dem richter das fachwissen fehlt, zieht er einen sachverständigen bei, aus. beim kindeswohl in zusammenhang mit medizinischer behandlung kenn ich keinen einzigen fall, wo ohne sachverständigen entschieden wurde. und den richter, der es gestattet, dass in einer verhandlung die wogen hochgehen und die diskussion entgleist, den zeigst du mir bitte. eine gerichtsentscheidung beruht auf fakten und wird genau begründet.
 
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Lieber Toffifee,

ich weiß nicht, ob du als Moderator überhaupt verstehst, worum es hier geht. Wenn die Menschheit, oder besser einzelne Menschen Dinge, die man als gegeben betrachtete, nie hinterfragt hätten, würde Amerika heute noch nicht entdeckt worden sein. (Wer weiß, ob es vielleicht anders nicht besser wäre; :))

Der Fortschritt braucht Innovation nicht Stase. Leider nimmt der Bürger alles für gegeben.


Wenn du im Begriff wärst zu sterben, hättest du keine andere Wahl mehr. Das ist doch gerade der Punkt. Die Menschen sind dankbar für eine Blutspende gewesen, weil sie ihnen das Leben gerettet hat.

Das verstehe ich nicht. Wenn ich im Begriff bin, zu sterben, dann sterbe ich. Welche Wahl soll ich dann treffen? Mit Transfusion zu sterben oder ohne?

Wer garantiert, das Blut das Leben rettet? Bitte doch mal einen Arzt, dir schriftlich zu bestätigen, dass eine Transfusion keinerlei Nebenwirkungen aufweist und 100% sicher ist. Das kann er nicht tun, weil man die Risiken nur zu gut kennt und weil noch nicht einmal bewiesen ist, das es wirklich leben rettet. Im Urologica Interntionalist 1993; 51 (3): 152-7 heißt es, dass Transfusionen mehr aus Angewohnheit und weniger auf wissenschaftlichen Fakten gegeben werden. Die irgendwo in diesem Thema zitierte Lynne McTaggert nimmt auch darauf Bezug. Bisherige US-Studien zeigen, das Bluttransfusionen bei Operationen die Überlebenschancen reduzieren.

Manche waren dankbar, andere nicht. Die hatten wegen unnötiger Transfusionen mit gesundheitlichen Problemen und Komplikationen zu kämpfen. Siehe Postings anderer Teilnehmer. (Reinfriede, Voice, Zauberin)

Ich denke nicht, dass man Ängste schafft, wenn man sagt, dass es gute Alternativen zum Blut und zur risikoreichen Transfusion gibt. Ich halte es für wesentlich, dass die Menschen frei gemacht werden von der Angst, ohne Bluttransfusion sterben zu müssen.

Die ursprüngliche Bedeutung von Polemik (vom Altgriechischen pólemos, soviel wie „Auseinandersetzung, Streit, Krieg“) war Streitkunst, ein literarischer oder wissenschaftlicher Streit, eine gelehrte Fehde (griechisch: polemikós „kriegerisch“). Polemik ist ursprünglich keineswegs unfair oder „unsachlich“; es wird zwar oftmals überspitzt und streitbar, jedoch auch ergebnisorientiert debattiert; die Auseinandersetzung wird förmlich gesucht.

Ja, mir macht die Diskussion Spaß. Gerade du solltest nicht auf andere zeigen und sagen, sie polemisieren:

Hallo Alpha Energy!

Zitat:
Zitat von Alpha Energy
Blut ist reine Geschäftemacherei. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass es Leben rettet, im Gegenteil.

Quatsch mit Soße!

Leider finde ich im Augenblick einfach nicht die Zeit mich eingehender mit dem Artikel von Lynne McTaggart zu beschäftigen und eine Gegendarstellung zu schreiben.

Hallo zusammen!

Zitat:
Zitat von Syscomed
Veröffentliche doch bitte statt der Gegendarstellung eine randomisierte, plazebokontrollierte Doppelblindstudie, die eindeutig bestätigt, dass Blut leben rettet, wenn du eine findest. Ich warte darauf.

Wie wär es zur Abwechslung Menschen zu Wort kommen zu lassen, denen eine Blutspende bzw. Blutransfusion geholfen hat...

Polemisieren heißt, eine (bestimmte andere) Ansicht zu bekämpfen. (Definition lt. Wikipedia). Aber genau das entnehme ich auch deiner Intoleranz gegenüber anderen Meinungen.

Übrigens, wir sollten auch den Christen, den Buddhisten, den Moslems, den Taoisten, den ....., den ..... für alle wichtigen Erkenntnisse, die den Menschen in seiner Entwicklung vorwärts gebracht haben, dankbar sein. Ich werde NIEMALS so intolerant sein, eine Entwicklung abzulehnen, nur weil sie von Juden, Moslems oder Zeugen Jehovas gemacht wurde.

Sysco
 
Mondkriegerin schrieb:
leider konnte ich mit den angaben die entscheidung nicht finden :-(

@syscomed: wenn du die rechtlichen bestimmungen kennst, warum schreibst du dann dinge wie den hinweis auf den hippokratischen eid? sorry, das ist polemisch, wenn nicht gezielte halb- und damit fehlinformation.
warum wirfst du anderen vor, nur homepages zu zitieren, machst aber selbst keine vollständigen zitate bzw erst auf anfrage?
die statistik mit den behandlungsfehlern hätte ich wirklich gern, aber eine alte zeitung in der nationalbibliothek aufzutreiben ist mir doch zu mühsam. mich würde interessieren, wie diese statistik zustande kam. ich habe heute die statistiken der patientenanwaltschaften im netz gelesen, die zahlen dort sind um einiges niedriger. auf eine derart hohe zahl komme ich nur dann, wenn ich sämtliche beschwerden zusammen zähle, aber nicht jeder verdacht auf einen behandlungsfehler erweist sich als richtig.

Es wird mit zweierlei Maß gemessen. Die Zeitschrift habe ich noch im Original.

wenn dem richter das fachwissen fehlt, zieht er einen sachverständigen bei, aus. beim kindeswohl in zusammenhang mit medizinischer behandlung kenn ich keinen einzigen fall, wo ohne sachverständigen entschieden wurde. und den richter, der es gestattet, dass in einer verhandlung die wogen hochgehen und die diskussion entgleist, den zeigst du mir bitte. eine gerichtsentscheidung beruht auf fakten und wird genau begründet.

Hier hast du mich falsch verstanden. Ich meinte, dass der Richter nicht generell gegen die Eltern und für Transfusionen entscheidet, wie du es dargestellt hast.

Die Medien lassen die Wogen hochgehen, denke nur an Olivia Pilhar.

LG
Sysco
 
ok, was ich nicht bedacht habe ist, dass wenn der richter "für" die eltern entscheidet der fall nicht in die instanz geht und so auch nicht in die literatur kommt.

die medien... bei olivia pilhar ist so ziemlich alles mögliche schief gelaufen. und es gibt natürlich genug andere fälle: odievre, glass, terry schiavo oder diane pretty, wobei mich gerade die geschichte von diane pretty tief betroffen gemacht hat. ok, das ist off topic. hat schon seinen sinn, warum es vorlesungen zum thema ethik in der medizin gibt. und ich halte es nicht für grundsätzlich schlecht, wenn die medien solche probleme ins bewusstsein bringen. wir diskutieren hier auch öffentlich in einem medium.

ach ja, wie stehst du zur eigenbluttherapie durch heilpraktiker?
 
Textarchiv OÖNachrichten www.nachrichten.at/archiv
Hauptausgabe vom 24.09.2004 - Seite 027
--------------------------------------------------------------------------------

Freispruch für Grazer Ärzte


GRAZ. Fünf Ärzte wurden gestern vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Ein 73-jähriger Weststeirer war im Jahr 2000 wegen einer falschen Diagnose unnötig operiert worden und verstarb. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Vielleicht findest damit jetzt mehr Informationen.

LG
Sysco
 
Mondkriegerin schrieb:
quelle: http://oegkv.org/uploads/media/fb-prietl03.pdf

also, die großen religionen stehen zu bluttransfusionen und organtransplantationen so:

judentum: erlaubt
christentum: empfohlen
islam: empfohlen
buddhismus: befürwortet

genaueres bitte im link nachlesen

Hallo!

Rudolf Steiner war gegen Bluttransfusionen. Ich glaube, er hat das Blut als
Träger des Ichs des Menschen gesehen und darum fand er falsch, wenn
man das eigene Blut mit dem Blut eines anderen Menschen vermischen würde.

Alles Gute :)
P.
 
Zauberin schrieb:
Hallo!

Rudolf Steiner war gegen Bluttransfusionen. Ich glaube, er hat das Blut als
Träger des Ichs des Menschen gesehen und darum fand er falsch, wenn
man das eigene Blut mit dem Blut eines anderen Menschen vermischen würde.

Alles Gute :)
P.


Der Träger ist also nur ein Diener,aber es muss nicht immer dem selben Herrn dienen.
Das ICH bleibt unberührt,weil es nicht im Blute ist.
Blut erneuert sich und regeneriert sich ständig,aber den Impuls dazu bekommt das Blut aus dem Rückenmark.
Vom wahren ICH.

Grüsse vom Narren
 
Hallo zusammen! :)

Syscomed schrieb:
ich weiß nicht, ob du als Moderator überhaupt verstehst, worum es hier geht.Wenn die Menschheit, oder besser einzelne Menschen Dinge, die man als gegeben betrachtete, nie hinterfragt hätten, würde Amerika heute noch nicht entdeckt worden sein. (Wer weiß, ob es vielleicht anders nicht besser wäre; ) Der Fortschritt braucht Innovation nicht Stase. Leider nimmt der Bürger alles für gegeben.
Ich bin nicht nur Mod, sondern auch Wissenschaftler. Meine Tätigkeit als Mod übe ich ehrenamtlich und unentgeltlich aus. Daher auch mein Zeitmangel. Nur, ich habe keine Lust meine wissenschaftlichen Qualifikationen hier auszubreiten oder mit latein- und griechisch- Vokabeln um mich zu schmeißen. Was würde es schließlich ändern? Der fünf ist es egal, ob die Leute sie als ungerade erachten.

Deinen Pathos über Innovation und Amerika kannst du dir daher gerne für deine Politiker aufheben. :)

Syscomed schrieb:
Das verstehe ich nicht. Wenn ich im Begriff bin, zu sterben, dann sterbe ich. Welche Wahl soll ich dann treffen? Mit Transfusion zu sterben oder ohne?
Du verstehst mich sehr genau. Blutpräparate werden vor allem bei lebensbedrohlichen Zuständen angewandt!!! (s.u.)

Syscomed schrieb:
Wer garantiert, das Blut das Leben rettet?
Es gibt keine Garantien für das Leben. Du kannst auch Morgen vom Auto überfahren werden, obwohl dir eine Wahrsagerin Glück und Gesundheit bis ins hohe Alter versprochen hat.

Syscomed schrieb:
Bitte doch mal einen Arzt, dir schriftlich zu bestätigen, dass eine Transfusion keinerlei Nebenwirkungen aufweist und 100% sicher ist.
Das ist doch wieder Quatsch mit Soße. :rolleyes:

Natürlich bedeutet eine Transfusion ein Risiko. (Ich habe nie etwas anders behauptet.) Diese ist alleine schon durch die "diagnostische Lücke" gegeben, weil zwischen Infektion und Antikörperbildung mehrere Wochen liegen können. Aber es wird alles getan, um Risiken zu minimieren. Sowohl durch verbesserte und schnellere Analyseverfahren (z.B.: PCR), als auch von Ärzten die eine Transfusion überwachen müssen!

Minderung des Risikos für Transfusionen:

Klinikleitfaden Innere Medizin (6.Auflage):
Vorgehen bei Bluttransfusion:

  • Rechtliche Grundlagen:
- Arzneimittelgesetz
- Richtlinien zur Blutgruppenbestimmung und Bluttransfusion
- Aufklärung des Patienten über Chancen, Risiken und evt. Alternativen zur Bluttransfusion (-> Eigenblutspende; )
- Verweigerung der Transfusion -> Bei einem lebensbedrohlichen Notfall entscheidet bei Kindern, Nicht-Mündigen, Bewußtseinsgestörten oder Bewußtlosen ausschließlich der behandelnde Arzt über Art und Umfang der Transfusion.

  • Notwendige Untersuchungen -> Kompatibilität
- Indikationsprüfung: Erythrozytengabe nur bei symptomatischer Anämie: Dyspnoe, Tachykardie, Angina pectoris, zerebrale Ischämie, Blutungsschock
- Der anfordernde Arzt trägt die Verantwortung für die Identität und muß das Blut selbst entnehmen
- Blutgruppenbestimmung (ABO, Rhesusfaktoren), sowie Antikörpersuchtest
- Verträglichkeitsprobe ("Kreuzprobe" vorgeschrieben)
- Bei erythrozytenhaltigen Präparaten muß ABO- und Rhesus-kompatibel transfundiert werden
-Jeder Transfusionsverlauf muß schriftlich dokumentiert werden.

  • Durchführung der Transfusion:
-Für alle Komponenten:
Übereinstimmung von Patient und angegebenem Empfänger, Blutgruppe und Konservennummer auf Präparat und Begleitpapier, Verfallsdatum überprüfen

-Erythrozytenkonzentrate:
-Ergebnis der Veträglichkeitsprobe persönlich überprüfen. EK´s nach Erwärmung auf Raumtemperatur und vorsichtigem Schwenken umgehend transfundieren
- Bei Massivtransfusionen, bekannten Kälteantikörpern und Neugeborenen: Verwendung eines speziellen Wärmegeräts
- Sicherer venöser Zugang, keine Medikamente zusetzen, nur Transfusionsbestecke mit Filtertropfkammer verwenden; Tropfkammer nur zur Hälfte füllen
-Bedside-Test: ABO-Kurz-Bestimmung des Empfängers am Bett ist obligat!

- Der Arzt muß die Transfusion selbst einleiten ; Transfusionsdauer unter normalen Bedingungen 1h ; Regelmäßige Überwachung
- Zur Prophylaxe einer Volumenüberlastung Transfusionsdauer auf 3-4h verlängern
-Leerer Blubeutel mit Transfusionsbesteck muß unter aseptischen Bedingungen 24h im Kühlschrank aufbewahrt werden zur Klärung von evt. Transfusionsreaktionen

  • Transfusionsreaktionen:
-Die häufigste Ursache für Komplikationen:
Nichthämolytische, febrile Transfusionsreaktion durch Antikörper des Patienten im HLA-System gegen mittransfundierte Leukozyten in EK´s und gegen Thrombozyten.

-Klinik (mögliche Syptomatik):
Unwohlsein, Fieber, Hitze-Beklemmungsgefühl, Übelkeit, Schüttelfrost, Tachykardie, Bronchospasmus, Blutdruckabfall bis zum Schock.

- (mögliche) Therapie:
Intensivstation, Gabe von Kortikosteroiden, Katecholamine, Ggf. Fortsetzung der Transfusion bei kurzer, blander Reaktion

-Seltene aber schwerwiegende Ursachen:
- Fehltransfusion bei ABO-Verwechslung (menschliches Versagen): hämolytische Sofortreaktion, "intravasale" Hämolyse mit Gefahr der DIC (Verbrauchskoagulopathie) und ANV (Akutes Nieren Versagen)
- Irreguläre erythrozytäre Antikörper, die in der Verträglichkeitsprobe nicht erfaßt wurden, mit intravasaler (schwerer Sofortreaktion) oder extravasaler Hämolyse, meist verzögerte Reaktion, z.T. nur indirekt erkennbar durch fehlenden HB-Anstieg
- Bakteriell bedingte Transfusionsreaktion: Schock, DIC

  • Infektionsrisiko durch Blukomponenten:
(Transfusion zellhaltiger Blutprodukte; FFP (FreshFrozenPlasma)
Die Richtlinien zur Blutgruppenbestimmung und Bluttransfusion schreiben folgende serologische Untersuchungen der einzelnen Blutspenden vor: Anti-HIV 1/2, HBs-Ag, Anti-HCV, TPHA-Test, GPT (ALT).

-Verbleibendes Infektionsrisiko durch "diagnostische Lücke"
-Geschätztes Infektionsrisiko für Deutschland:

HIV 1: 300 000 - 1: 1.Mill.
(In Deutschland wurden 1991 bei mehr als 3,5 Mill. Bluttransfusionen 2 erwiesene HIV-Übertragungen gemeldet.)

Hepatitis B: 1:50 000
Hepatitis C: 1: 20 000

Minderung des Infektionsrisikos (bei zellhaltigen Präparaten nicht möglich):
Virusinaktivierung:
-Zusatz von Methylenblau zu einem FFP, Bestrahlung mit Licht (Solvent-Detergent-(SID)-Verfahren)
-Quarantäneregelung von FFP (Freigabe erst nach erneuter Untersuchung des Spenders 6 Monate nach der Spende; Verringerung der diagnostischen Lücke)

Risiken bei Bluttransfusionen
Hämolytischer Transfusionszwischenfall mit tödlichem Ausgang

Man muss davon ausgehen, dass das Risiko bei der Eigenblut-Transfusion genauso hoch ist wie bei einer Fremdbluttransfusion.

Warum? - Von Fremdbluttransfusionen ist bekannt, dass etwa 90% der tödlichen Transfusionszwischenfälle auf grobe Verwechselungen, beruhen. Das Risiko einer Verwechselung von Blutkonserven ist bei der Eigenbluttransfusion nicht geringer.

Transfusion von Blutkomponenten und Plasmaderivaten - Stand: November 2004
Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (-> Auf Seite 10 befindet sich eine Tabelle mit "genauen" Statistiken zu den einzelnen Transfusionszwischenfällen.)

Wer es noch genauer wünscht: (Für die Physios unter uns :D):
Erythrozyten-, Thrombozyten- und Frischplasmasubstitution im Anwendungsbereich der Chirurgie ->
Die Anwendung von Blut und Blutkomponenten erfolgt nach dem Gesichtspunkt der „Hämotherapie nach Maß", die nur absolut Benötigtes substituiert. Dabei wird einerseits die bestmögliche Ressourcennutzung eines nur eingeschränkt zur Verfügung stehenden Therapeutikums (ausschließlich freiwillige Blutspender bei steigendem Blutbedarf) umgesetzt, andererseits wird der Empfängerorganismus mit nicht benötigten Fremdantigenen so wenig als möglich belastet. Die strenge Indikationsstellung bei der Anwendung von Blut und Blutkomponenten erbringt zusätzlich die unverzichtbare Ausgewogenheit im Verhältnis von therapeutischem Nutzen und potentiellem Transfusionsrisiko. [...]

2.1.2 Nicht planbarer Blutersatz:

Einen allgemein gültigen kritischen Hämatokrit gibt es nicht und die Entscheidung zur Erythrozytensubstitution ist in jedem Fall eine patientenindividuelle Maßnahme zur Verbesserung der O2-Trägerkapazität. Die Entscheidung zur Erythrozytensubstitution muß immer unter Berücksichtigung der Grunderkrankung und des klinischen Gesamtbildes erfolgen und es ist ärztlich nicht vertretbar, dabei an die absolute Untergrenze des Möglichen heranzugehen. Patienten mit grenzwertigen Hämatokritwerten sollten klinisch überwacht und mittels EKG, kontinuierlicher Blutdruckmessung, Pulsoxymetrie und ST-Streckenanalyse monitorisiert werden. Blutdruckabfall, Tachykardien, Arrhythmien, ST-Streckenveränderungen im EKG sind Hinweise für das Eintreten des kritischen Bereiches und der Transfusionserfordernis.

Aus Klinikleitfaden: Innere Medizin (6.Auflage): (Haltbarkeit unter entsprechenden günstigen Bedingungen.)
Haltbarkeit von Blutkomponenten:

Erythrozytenkonzentrat (EK): 3-5 Wochen -> Akute und Chronische Anämien. HB Anstieg 1g/dl je EK. (Immunisierung und Reaktionen im erythrozytären und im HLA-System möglich.)

(Weitere Unterscheidung nach gefiltertes und gewaschenes EK -> weitere Leuko- Thrombozytenreduktion um 99% -> Kinder, Schwangere, Transplantationen, chron. EK-Sustitution)

Throbozytenkonzentrat (TK): 5Tage haltbar

FreshFrozenPlasma (FFP): 1Jahr haltbar bei -30°C. -> Kein Volumenersatz! Erworbene Gerinnungsstörung, Leberinsuffizienz, massiver Blutverlust, Verbrauchskoagulopathie, ...

Frischblutkonserve: > 72h -> Nur zur Austauschtransfusion (Neugeborene, Fehltransfusion, schwerste Hämolyse)

Syscomed schrieb:
Das kann er nicht tun, weil man die Risiken nur zu gut kennt und weil noch nicht einmal bewiesen ist, das es wirklich leben rettet.
Was ist den mit den vielen Millionen (Deutschland pro Jahr ca. 3,5 Millionen Transfusionen) von Menschen denen Bluttransfusionen geholfen haben, die Medikamente aus Blutpräparaten bekommen oder ohne eine Blutspende heute nicht mehr am Leben wären. Das sollte doch wohl Beweis genug sein!

Genauso gut könntest du einen wissenschaftlichen Beweis fordern, daß Luft zum Atmen nötig ist.

Syscomed schrieb:
Manche waren dankbar, andere nicht. Die hatten wegen unnötiger Transfusionen mit gesundheitlichen Problemen und Komplikationen zu kämpfen. Siehe Postings anderer Teilnehmer. (Reinfriede, Voice, Zauberin)
Zu Risiken habe ich bereits Stellung genommen.

Syscomed schrieb:
Ich denke nicht, dass man Ängste schafft, wenn man sagt, dass es gute Alternativen zum Blut und zur risikoreichen Transfusion gibt. Ich halte es für wesentlich, dass die Menschen frei gemacht werden von der Angst, ohne Bluttransfusion sterben zu müssen.
Was gibt es denn für Alternativen bei einem Blutverlust über 30%? (Wie man unschwer erkennen kann werden Plasmaexpander schon bei der Behandlung eines Volumenmangelschocks eingesetzt.)

Aus Klinikleitfaden: Innere Medizin (6.Auflage):
Hypovolämischer Schock:
Therapie bei Verlust von <30% (30% -> ca. 1200-1800ml) des Blutvolumens:
500-1500ml kolloidale Plasmaersatzl&#246;sung z.B. Hydroxy&#228;thylst&#228;rke. Kristalloide L&#246;sungen (z.B. Ringer, 0,9% NaCl), wenn neben Blutverlust eine Dehydratation oder St&#246;rung im E&#180;lyt-Haushalt vorliegt.

Therapie bei Verlust von >30% des Blutvolumens:
- Zus&#228;tzlich Blut ersetzen (auf ca. 2-3 Ery-Konzentrate; 1 FFP)
- Volumenersatz, m&#246;glichst unter ZVD-Kontrolle
-Sauerstoffgabe, ggf Intubation und Beatmung
-Bei Hypotonie immer erst Fl&#252;ssigkeitssubstituion
-Ggf. zus&#228;tzlich Dopaminperfusor: 250mg auf 50ml NaCl 0,9% &#252;ber 6-18ml/h
-Bei Blutungsschock Bluttransfusion, 1FFP auf 2-3 EK.
Die Menschen sollen frei gemacht werden von der Angst, ohne Bluttransfusion sterben zu m&#252;ssen??? :confused: Was soll das hei&#223;en? Das es besser ist zu sterben als eine lebensrettende Transfusion zu bekommen? :confused:

Syscomed schrieb:
Die urspr&#252;ngliche Bedeutung von Polemik (vom Altgriechischen p&#243;lemos, soviel wie &#8222;Auseinandersetzung, Streit, Krieg&#8220;) war Streitkunst, ein literarischer oder wissenschaftlicher Streit, eine gelehrte Fehde (griechisch: polemik&#243;s &#8222;kriegerisch&#8220;). Polemik ist urspr&#252;nglich keineswegs unfair oder &#8222;unsachlich&#8220;; es wird zwar oftmals &#252;berspitzt und streitbar, jedoch auch ergebnisorientiert debattiert; die Auseinandersetzung wird f&#246;rmlich gesucht.
Bla, Bla, Bla... :rolleyes:

Syscomed schrieb:
Aber genau das entnehme ich auch deiner Intoleranz gegen&#252;ber anderen Meinungen.
Ich bin nicht intollerant gegen&#252;ber anderen Meinungen. Aber Blut ist bis jetzt nunmal durch nichts anderes zu ersetzen. Ich w&#252;rde es begr&#252;&#223;en, wenn es irgendwann k&#252;nstliches Blut geben w&#252;rde. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Gru&#223;,
Toffifee
 
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Lieber Toffifee,

ich wollte nicht, dass dein Adrenalinspiegel so unn&#246;tig steigt. Das ist ungesund. :)

Du bist ja nicht nur wissenschaftlicher Student, sondern auch ein Polemiker wie es im Buche steht. :)

Danke auch f&#252;r die wirklich gut recherchierte Info &#252;ber die Risiken von Transfusionen. Ich h&#228;tte es nicht besser gekonnt. Fakt ist jedoch, dass viele Vorgangsdefinitionen wie die bei hypovol&#228;mischem (blutvolumenmangel) Schock auf reiner Rei&#223;brett-Erfahrung basieren, nicht auf klinischer Forschung. Genauso wurde auch im vorigen Jhdt der Hb-Grenzwert festgelegt und f&#252;r alle Zeiten bei 10 betoniert und ebenso sterben Menschen heute noch immer ohne Bluttransfusion.

Genau diese Erfahrungswerte, die in der von M&#228;nnern dominierten Schulmedizin akzeptiert und anerkannt werden, werden in der von Frauen dominieten Komplement&#228;rmedizin als unwissenschaftlich abgetan.

Und in einem der vorangegangenen Postings wird beschrieben, dass man bereits mit dem Kunstblut experimentiert. Also so lange wird es nicht mehr dauern.

Blutr&#252;nstige Gr&#252;&#223;e :)
Sysco
 
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