Beschäftigungssucht(?)

blueliner90

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20. September 2020
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Hallo zusammen,

ich möchte euch gerne um Hilfe bitten:

Ich habe große Probleme einfach für 5 Minuten nichts zu tun. Ich bin auf der ständigen Suche nach Beschäftigung, entweder nach tatsächlichen Aufgaben, die erledigt werden müssen oder falls alles erledigt sein sollte, "erfinde" ich mir neue Aufgaben, die es dann zu erledigen gilt. Das macht einen einfach rastlos und man kann auch selten etwas genießen, weil Aktivitäten, die man eigentlich genießen sollte zu Aufgaben werden, wie z.B. essen. Darüber hinaus denkt man beim Essen dann schon wieder an den Abwasch und plant die nächsten Schritte und was man nicht noch alles zu tun hat. Wenn ich mal in Ruhe da sitze, nehme ich direkt wieder zwanghafte Gedanken wahr, die einen Aufgaben planen lassen oder über irgendwelche Punkte nachdenken lassen, weil das ja total wichtig ist und man sich jetzt darüber Gedanken machen muss. Ich kann nicht einfach mal 5 Minuten nur sein. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mein Leben sonst sinnlos und nutzlos wäre, wenn ich nichts zu tun habe oder über nichts nachdenke.

Woher kann so etwas kommen, welchen "Zweck" erfüllt dieses Muster und vor allem, was kann ich dagegen tun? Ich freue mich auf euer Feedback.

Liebe Grüße
blueliner90
 
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Ich kann nicht einfach mal 5 Minuten nur sein.
vielleicht bist du einfach ein "Macher" und es ist dein natürlicher Zustand.?

wenn du selber auf die Idee gekommen bist, das dir das nicht mehr gut tut und es dir nicht jemand anderer eingeredet hat, dann ist es wahrscheinlich Angst vor irgendeinem Schmerz, Trennung, oder so. . .man kann am besten verdrängen mit ständigem etwas machen.

Wenn du still bist kommen Gefühle hoch und du weist nicht was du damit machen sollst.?!
 
dieses "unter Strom stehen" kann man gut in körperliche Aktivität lenken, es funktioniert auch als "Zweck-Tun" für das emsige Denken, wenn man tanzt und dabei dem Verstand sagt: Es hat den "Zweck", mich zu trainieren und dann erlaubt man sich trotzdem dabei, Freude zu empfinden

kennst Du zufällig "Move your body" von Eiffel 65?

guck mal bei youtube danach

interessant darin ist:
If you want to move your mind, move your body

das hat mir vor vielen Jahren selbst geholfen, aus stressbedingten Zwangsgedanken rauszukommen

hey, vielleicht geht es auch bei Dir? einfach ausprobieren

lg
Eva
 
was kann ich dagegen tun?
Schau, der Witz ist, dass diese Frage auch unter diese Beschäftigungssuche fällt. ;)
Hinter Suchterscheinungen steht eine Suche, und hinter der Suche ein unerfülltes Verlangen.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mein Leben sonst sinnlos und nutzlos wäre
Und darauf gründet das.
Du solltest dir einfach mal erlauben dürfen, auch zwischendurch für 5 Minuten sinnlos und nutzlos zu sein. Lass es zu. :)

Letztendlich ist dein Leben ja auch sinn- und nutzlos, wenn du dich wie eine Maschine verausgabst. Wozu schlägt dann ein Herz in deiner Brust, es würde ja ein Motor reichen?
Ist jetzt leichter gesagt als getan, aber nimm dich erstmal so an, wie du bist.
 
Zuletzt bearbeitet:
ich möchte euch gerne um Hilfe bitten:

Ich habe große Probleme einfach für 5 Minuten nichts zu tun. Ich bin auf der ständigen Suche nach Beschäftigung, entweder nach tatsächlichen Aufgaben, die erledigt werden müssen oder falls alles erledigt sein sollte, "erfinde" ich mir neue Aufgaben, die es dann zu erledigen gilt. Das macht einen einfach rastlos und man kann auch selten etwas genießen, weil Aktivitäten, die man eigentlich genießen sollte zu Aufgaben werden, wie z.B. essen.


Wenn es genau so ist, wie du es beschreibst, kann es ganz viele Gründe haben:

Erziehung
falsche Glaubessätze
Schuld - / Schamgefühl, weil "nichts tun" als faul gilt
Veranlagung, weil eine versteckte Zappeligkeit dahinter steckt


Die Bandbreite geht ja von Tatendrang bis zur Ruhelosigkeit. Die entscheidende Frage ist jetzt, ob du wirklich darunter leidest? Unruhe und Beschäftigungsdrang kann vom Geist oder vom Körper ausgehen (hormoneller Stressabbau).

Wenn sich dahinter eine körperliche Spannungshaltung verbirgt, gehe dem nach und erforsche es.

Es gibt ganz vielen Gründen warum das so ist.

Unrast (in Sinne von Nervosität)
Ungeduld
Drängelei (geistig sich aufpeitschen)



Wenn das ständige Tun nicht als befriedend erlebt wird, erforsche mal genau, was sich dahinter verbirgt!

Bewusst die Uhr nehmen sich hinsetzen (nichts tun) und in sich hineinspüren. Das Planen abschalten, soweit dies möglich ist. DENKEN nur im Sinne von beobachten. Was passiert im Körper?

Welche Impulse werden wahrgenommen und (als 2. Schritt) was denkst du dann über DICH?

Lass deinen ´ Innerer Kritiker´ zu Wort kommen.

Ein ständiges Wuseln will ja manchmal auch eine Leere überspielen.

Wenn dein hinterlegtes Geburtsdatum in deinem Profil stimmt, dann steht dein Geburts- Merkur (Psychologische Astrologie) in der Jungfrau, du fühlst dich ständig herausgefordert was Sinnvolles zu tun ´ und die Welt muss in Ordnung gebracht werden´. So deine Haltung.

Wenn du das ändern willst, weil es dich belastet, stelle dir ein Entspannungsprogramm zusammen.

Eine Stunde am Tag einplanen, die Seele baumeln zu lassen. Bewusst nichts tun. Muße im Augenblick zu haben. Beobachte DICH, was dann passiert. Mache dich selbst Mal zum „Projekt“, und erlaube es dir - das dann zu genießen.

Viel Glück damit.

Namaste
 
Zuletzt bearbeitet:
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mein Leben sonst sinnlos und nutzlos wäre

Es geht um ein Gefühl - etwas was man fühlt..

Könnte man da so mir nichts dir nichts was per Fingerschnippen dagegen tun, gäbe es viel weniger Probleme auf der Welt.

Ersetzte es durch ein anderes Gefühl.

Welches wäre deine erste Wahl - welches Gefühl hättest du lieber - statt dessen ?
 
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