Unser Rüde ist zwar recht sensibel, aber das ist eine individuelle Eigenschaft von ihm und die Ausnahme. Wie gesagt, unsere Hündin, die schon eher eine typische Vertreterin ist (obwohl sie im Welpenrudel bei den Mädels die "sanfteste" war) hat, im zarten Alter von nicht mal einem Jahr, jetzt schon Haare auf den Zähnen und das nicht zu knapp.
Altdeutsche Hüter sind mehr Herdengebrauchshunde als reine Hütehunde, die hüten, treiben, ggf. auch verteidigen (ein Strobel bietet einem Wolf Paroli!) und alles andere als "weich" sind. Im Gegenteil, im Vergleich zu Border Collie und Co. weisen fast alle Altdeutschen Naturschärfe auf und bringen selbst widerspenstige Rindviecher zur Räson. Die sind ausgesprochen eigensinnig und eigenständig (müssen sie auch sein), leisten gleichwohl hervorragende Zusammenarbeit mit dem Hundeführer/Schäfer, echte Workaholics und entsprechend anstrengend.
Lohnt sich aber. Richtig erzogen und ausgelastet (die sind gut für 80 km Laufstrecke am Tag!) sind das echt kernige Kamerad(inn)en. Nicht richtig und konsequent erzogen sind sie eine Katastrophe und dann geht's gründlich schief. Einem Normal-Hundefreund würde ich dringend davon abraten, es sei denn, er hat wirklich jede Menge Hundeerfahrung auch mit "kantigen" Hunden, täglich 3...4 Stunden Zeit und läuft, neben anderen Tätigkeiten, gerne täglich 10...15 km, so daß der Hund auf etwa 20...30 km kommt (der läuft ja ungefähr das doppelte). Müde ist der danach aber nicht, nur hungrig...

Zum Glück sind es keine Modehunde (das dürfen sie auch
niemals werden!) und sie sind sehr schwer zu bekommen. Unsere stammen von Bauern resp. Schäfern und ihre Eltern arbeiten an der Herde. Die Züchter dieser Rasse taxieren übrigens genau, wer da kommt und einen Altdeutschen will. Gut so!
LG
Grauer Wolf