Atomstrom (2. Teil) und die Katastrophe in Japan

http://www.gmx.net/themen/nachrichten/erdbeben/087eda4-strahlung-erreicht-europa
Heute, vor 25 Minuten
Bundesamt für Strahlenschutz erwartet erhöhte Strahlenlast in Kooperation mit Spiegel Online

Tokio - Die Strahlung aus dem havarierten Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi sorgt für Unruhe in aller Welt: Das Umweltbundesamt rechnet nun damit, dass Luftströmungen mit radioaktiven Partikeln Mitteleuropa erreichen könnten. Die ankommende Radioaktivität werde jedoch "sehr, sehr niedrig sein".

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Oh wow, ordentlich....

Im Grunde hätte, dass das passieren könnte, auch schon früher in Betracht gezogen werden, aufgrund der Passatwinde?
 
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Gesellschaft für Strahlenschutz e.V.


Pressemitteilung v. 23.03.11
Die Gesellschaft für Strahlenschutz warnt:
Supergau in Fukushima 1




Auf der Website der International Agency of Atomic Energy (IAEA) wird hier über das Radiation-Monitoring in der Umgebung des zerstörten Atomkraftwerks (AKW) Fukushima I berichtet. Die IAEA hat gemeinsam mit den japanischen Behörden Messungen bis zu 200 km Entfernung von Fukushima I durchgeführt. Es wurden Gammadosisraten und Beta-Gamma-Kontaminationen gemessen. Die Ergebnisse der Gammadosisrate liegen zwischen 2 und 160 µSv pro Stunde im Vergleich zum natürlichen Hintergrund von rund 0,1 µSv/h (Nebenbei - in Berlin liegt der natürliche Hintergrund bei 0,07 µSv/h). Die IAEA gibt an, dass hohe Werte von Beta-Gamma-Kontaminationen zwischen 16 und 58 km Entfernung vom AKW gefunden wurden. Die Werte liegen zwischen 200.000 und 900.000 Becquerel (Bq) pro Quadratmeter. Die IAEA kann nicht ausschließen, dass solche hohen Werte auch in größeren Entfernungen auftreten.

Zur Alphastrahlung wurden noch keine erhöhten Werte gefunden.

Es wurden durch die IAEA und die für die Überwachung von Nahrungsmitteln zuständige Behörde in Japan auch Messungen an Nahrungsmitteln unternommen. Die japanischen Behörden gaben kürzlich Messwerte bis zu 55.000 Bq Jod-131 pro kg Spinat aus der Präfektur Ibaraki an. Diese Werte liegen erheblich über den japanischen Grenzwerten für beschränkten Nahrungsmittelverzehr (2.000 Bq/kg).

Zur Bewertung liegt ein Blick zurück auf die Situation nach Tschernobyl nahe. Hot spots wurden von den russischen Behörden damals als lokal begrenzte Kontaminationen von mehr als 555.000 Becquerel pro Quadratmeter definiert. Das ist die Größenordnung, die in Japan zwischen 16 und 58 km von der IAEA gemessen wurde. Die Ausdehnung dieser Zone in Japan ist vergleichbar mit der Sperrzone westlich von Tschernobyl.



Wir haben es jetzt mit dem SuperGau zu tun. Die Vergleiche mit Tschernobyl werden ernst. Weitere Evakuierungsmaßnahmen sind dringend erforderlich. Es wird vor weiterer Bagatellisierung der Kontamination des Meeres gewarnt

Berlin, den 23. März 2011

Dr. Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz

http://www.gfstrahlenschutz.de/pm110323.htm
 
Hier der Log der Iaea:
http://www.iaea.org/newscenter/news/tsunamiupdate01.html

2. Radiation Monitoring
Fukushima Nuclear Accident Update (21 March 2011, 15:30 UTC)

....


As I reported yesterday, the IAEA radiation monitoring team took measurements at distances from 56 to 200 km from the Fukushima nuclear power plant. At two locations in Fukushima Prefecture gamma dose rate and beta-gamma contamination measurements have been repeated. These measurements showed high beta-gamma contamination levels. Measurements by the IAEA and the Japanese authorities were taken at the same time and locations. The Japanese and independent IAEA measurements gave comparable results.

Measurement of gamma dose rate and beta-gamma contamination were taken on 20 March at more locations. The dose-rate results ranged from 2-160 microsieverts per hour, which compares to a typical natural background level of around 0.1 microsieverts per hour. High levels of beta-gamma contamination have been measured between 16-58 km from the plant. Available results show contamination ranging from 0.2-0.9 MBq per square metre.

Further measurements are needed to assess possible contamination beyond the area currently monitored - both closer to the facility and further way. We have no contamination measurements showing that that contamination levels are high at greater distances than 58 km from the plant, but this cannot be excluded.

I have no further information available regarding the measurement of alpha radiation. As I reported yesterday, from the measurements taken within the evacuation zone (20 km), no significant alpha radiation had been detected at that time.

In the coming days, the IAEA monitoring team will continue to take measurements in the Fukushima prefecture. We are seeking data from Japan on radioactivity contamination measurements for the rest of Japan.

Some results on the monitoring of foodstuffs have been made available by Japan to the IAEA and FAO. Results provided recently by the Japanese authorities range up to 55 000 Bq per kg of I-131 in samples of Spinach taken in in the Ibaraki Prefecture. These high values are significantly above Japanese limits for restricting food consumption (i.e. 2 000 Bq/kg). I understand that the Japanese Government is actively considering relevant precautionary measures and has instructed four Prefectures (Ibaraki, Totigi, Gunma, Fukushima) to refrain, for the time being, from distributing two types of vegetables (spinach and kakina) from these Prefectures and milk from Fukshima.

3. Agency Activities

The Director General briefed the Board of Governors today on the outcome of his visit to Tokyo."



Falls jemand auf die Idee kommt, dass der Strahlenschutz da ein Grüner Verein sei, und die Quellen nicht verlässlich.

Die Quelle ist die IAEA.

Über Verlässlichkeit lässt sich streiten.



Kurze Info:

Becquerel 1000000
Kilobecquerel 1000
Megabecquerel 1 (1MBq)

(Gigabecquerel 10-3
Terabecquerel 10-6)
 
Und was tut die Gammastrahlung?

http://de.wikipedia.org/wiki/Gammastrahlung

Wechselwirkung mit Materie

Gammastrahlung ist die am schwersten abzuschirmende ionisierende Strahlung.

Im Gegensatz zur Bragg-Kurve bei Teilchenstrahlung verläuft der Energieeintrag der Gammastrahlung exponentiell abfallend mit der Eindringtiefe.

Zur Abschirmung der − im Vergleich zu geladenen Teilchen besonders durchdringenden – Gammastrahlung werden deutlich dickere Materieschichten benötigt als für Alpha- oder Betastrahlung. Je größer die Ordnungszahl eines Materials ist, desto größer ist seine Abschirmwirkung. Deshalb verwendet man zum Schutz beispielsweise Bleiplatten. Die Abschirmwirkung von Materialien wird quantitativ durch die Halbwertsschicht beschrieben.

Die wichtigsten Wechselwirkungsprozesse beim Durchgang von Gamma-Strahlung durch Materie sind Photoionisation, Compton-Streuung und Paarbildung.

Biologische Wirkung

Wird Gammastrahlung in menschlichem, tierischem oder pflanzlichem Gewebe absorbiert, wird ihre Energie in Ionisations- und anderen Vorgängen wirksam. Dabei treten im Gewebe Sekundärstrahlungen wie freigesetzte Elektronen und Röntgenstrahlung auf. Insgesamt ergeben sich – für den Organismus meist schädliche – Wirkungen durch das Aufbrechen chemischer Bindungen. Das Ausmaß der Gesamtwirkung wird durch die Äquivalentdosis beschrieben. Die Folgen können am bestrahlten Organismus selbst (somatische Schäden) oder, durch Schädigung des Erbguts, an seinen Nachkommen als genetische Schäden auftreten.

Die Funktionsfähigkeit der Zellen bleibt auch bei hohen Strahlendosen zunächst meist erhalten. Sobald sich die Zelle aber teilt oder aus einem anderen Grund eine große Menge an Proteinen produzieren muss, führen die Strahlenschäden im Erbgut zu Mutationen. Die Strahlenkrankheit wirkt deswegen erst nach einiger Zeit tödlich, wenn bestimmte, lebenswichtige Zelltypen, die auch beim gesunden Menschen regelmäßig absterben und neu gebildet werden, nicht mehr in ausreichender Zahl vorhanden sind. Besonders betroffen sind hiervon Blutzellen. Alternativ kann es dazu kommen, dass durch die Strahlung nur gering geschädigte Zellen ihre Teilungsfähigkeit behalten, sich aber künftig unkontrolliert teilen und dann zu bösartigen Tumoren wachsen.
 
Und was schreibt zum Beispiel www.orf.at am 23.03.2011,

also 2 Tage (!) nach Veröffentlichung dieser Messwerte durch die IAEA
im Internet
in Bezug zu Tokio?

http://www.orf.at/stories/2049240/2049238/

Am Mittwoch warnten die Behörden dort vor strahlenbelastetem Trinkwasser: Kleinkinder bis zu einem Alter von einem Jahr sollten kein Leitungswasser mehr trinken, erklärte der Regierungschef der Hauptstadtregion, Shintaro Ishihara, am Mittwoch. Auch sollte mit dem Wasser keine Babynahrung zubereitet werden.
 
@Sys
Habe daran auch gedacht, vorhin :lachen:


Und auch auf Google -> Bilder geklickt und Tschernobyl als Suchbegriff eingegeben,
zu Beginn der ersten Meldungen in den Medien, mit Tsunami und AKW.


Danach war mir schlecht.
 
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Und mit diesen Informationen versorgt:
http://www.welt.de/vermischtes/welt...enbelastung-um-Reaktor-2-so-hoch-wie-nie.html

10.33 Uhr: Im japanischen Parlament wird die Forderung nach weiteren Evakuierungen um Fukushima laut. In einer Petitition plädieren mittlerweile zwölf Abgeordnete dafür, auch außerhalb des bislang gezogenen 20-Kilometer-Radius die Evakuierung “drastisch voranzutreiben“. Vorrangig sollten schwangere Frauen und Kleinkinder aus einem Umkreis von 30 Kilometern herausgeholt werden, fordern Abgeordnete aus dem Ober- und Unterhaus des japanischen Parlaments.

Geballte Kompetenz, echte Helden.

In Anzügen.
 
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