Atem - oft unterschätzt!

Ich mag Anna Trökes, eine sehr bekannte Yogalehrerin, die viele Bücher geschrieben hat und es seit den 70iger Jahren macht.
Sie arbeitet auch mit der Unterscheidung von "Einatmern" und "Ausatmern", es gibt nämlich Leute, denen das Einatmen leicher fällt und welche, bei denen es das Ausatmen ist und einen Mischtyp, bei dem es wechselt.
Sie hatte in ihren Kursen festgestellt, dass manche Leute bei manchen Atmentechniken völlig fertig sind und sich abmühen, was ja nicht sein soll. Würde man einen "Einatmer" z.B. zwingen, 4 Zählzeiten ein- und 8 auszuatmen, ist der nach ein paar Runden fertig und kein Stück entspannt.
Sie hat ein Buch geschrieben, das "Pranayama" heißt.
Sie empfiehlt, mehrfach am Tag einfach einige Minuten lang länger und sanfter ein- und auszutmen, dann stellt sich das System von selbst im Laufe der Zeit auf entspannteres Atmen um.

Der König von allen ist, abgesehen von den Yogis, für mich Konstantin Buteyko, ein schon lange
verstorbener russischer Mediziner.
Seine Theorie von der "Überatmung" (zuviel atmen), in der die meisten feststecken, hat mir am meisten gebracht.
Viel hilft nämlich nicht viel...
Bücher dazu sind: "Erfolgsfaktor Sauerstoff" von Patrick McKeown, und "Breath" von James Nestor.
Im Prinzip sagt Pranayama aber dasselbe, nur nicht so westlich griffig.
 
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Ich mag Anna Trökes, eine sehr bekannte Yogalehrerin, die viele Bücher geschrieben hat und es seit den 70iger Jahren macht.
Sie arbeitet auch mit der Unterscheidung von "Einatmern" und "Ausatmern", es gibt nämlich Leute, denen das Einatmen leicher fällt und welche, bei denen es das Ausatmen ist und einen Mischtyp, bei dem es wechselt.
Sie hatte in ihren Kursen festgestellt, dass manche Leute bei manchen Atmentechniken völlig fertig sind und sich abmühen, was ja nicht sein soll. Würde man einen "Einatmer" z.B. zwingen, 4 Zählzeiten ein- und 8 auszuatmen, ist der nach ein paar Runden fertig und kein Stück entspannt.
Sie hat ein Buch geschrieben, das "Pranayama" heißt.
Sie empfiehlt, mehrfach am Tag einfach einige Minuten lang länger und sanfter ein- und auszutmen, dann stellt sich das System von selbst im Laufe der Zeit auf entspannteres Atmen um.

Der König von allen ist, abgesehen von den Yogis, für mich Konstantin Buteyko, ein schon lange
verstorbener russischer Mediziner.
Seine Theorie von der "Überatmung" (zuviel atmen), in der die meisten feststecken, hat mir am meisten gebracht.
Viel hilft nämlich nicht viel...
Bücher dazu sind: "Erfolgsfaktor Sauerstoff" von Patrick McKeown, und "Breath" von James Nestor.
Im Prinzip sagt Pranayama aber dasselbe, nur nicht so westlich griffig.
Guten Abend,

danke für deinen Input, habe erstmal einiges gelesen dazu. Wobei ich ehrlich sagen möchte, dass mich diese Atemtechnik des "bewussten flachen Atmens" so gar nicht anspricht, da wehrt sich erst einmal alles. Aber das muss es ja auch nicht.

Pranayama Techniken, das war die letzten Tage auch Thema hier, so viel Input und Praxisanleitungen mit auf den Weg bekommen, sehr interessant. Wobei mir das fast ein bißchen zu bunt ist, viele Techniken sind recht kompliziert, sehr überladen mit Mudras, Bandhas, Asanas, Wechsel hier und Wechsel da. Das kommt natürlich auch auf die Zielstellung an, bin da eher bei den Feurigen, mit konkreter Intention.

Also, lieber ein bis drei Techniken exakt und intensiv selbst beackern, den Rest ruhen lassen, ggf. mal etwas kombinieren miteinander. Der Gesundheitsstrang ist davon abgekoppelt, da hängt viel davon ab, wer welchen gesundheitlichen Bedarf hat, den man ggf. damit bearbeiten kann.

Und an dem Punkt stimme ich zu, es ist wichtig, sich überhaupt den Atemtypen bewusst zu machen, generell das Atmen öfter mal bewusst zu steuern.
 
Ich mag Anna Trökes, eine sehr bekannte Yogalehrerin, die viele Bücher geschrieben hat und es seit den 70iger Jahren macht.
Sie arbeitet auch mit der Unterscheidung von "Einatmern" und "Ausatmern", es gibt nämlich Leute, denen das Einatmen leicher fällt und welche, bei denen es das Ausatmen ist und einen Mischtyp, bei dem es wechselt.

Von Anna Trökes hab ich auch schon einige Bücher gelesen.

Stimmt ja, sie unterscheidet in einigen ihrer Yoga Bücher zwischen lunaren und solaren Atemtypen und danach richtet sie auch das Einnehmen der Asanas aus.
 
"bewussten flachen Atmens"
So ist es ja eigentlich auch nicht.
Es geht darum, nur noch mit dem Zwerchfell statt "mit der Brust" zu atmen, nur durch die Nase und langsamer, feiner und länger zu atmen statt "tiiief" Luft zu holen. Was allgemein als gesund gilt, aber bei der meist genauso heftigen Ausatmung zu viel CO2 abgibt, was aber gebraucht wird, um den Sauerstoff in die Zellen zu bekommen nachher.
Das nennt sich "Bohr-Effekt".
Vereinfacht gesagt bedeutet es, dass eine höhere Konzentration von CO2 im Blut die Bindung des Sauerstoffs an das Hämoglobin lockert und das Hämoglobin den Sauerstoff damit besser an die Zellen freigibt.
Das heißt, wenn du feiner und langsamer atmest, in Übungseinheiten mit ein wenig Lufthunger, trainierst du den Körper darin, mehr CO2 zu tolerieren, was dazu führt erstens, dass du eine bessere Sauerstoffversorgung in den Zellen hast und zweitens sich vllt sogar mehr rote Blutkörperchen (Hämoglobin) bilden. Das wäre dann sogar ein simuliertes Höhentraining.
Jeder weiß, wie fit man ist, wenn man aus einem Urlaub auf 2000 bis 3000 m Höhe zurück ins Flachland kommt.
Oder viele jedenfalls, Das liegt daran, dass sich dort oben im sauerstoffärmerer Höhe mehr rote Blutkörperchen bilden.
Im Tao gibt es die sog. "Schildkrötenatmung", die funktioniert sehr ähnlich.
Überall im richtigen Pranayama-Yoga wird eigentlich mit reduzierter Atmung gearbeitet, das "tiief ein und ausatmen" ist eine Verwestlichung und im yogischen Sinne falsch.

Bei dieser Überatmung befindet sich zuwenig CO2 im Gewebe (zuviel abgeatmet), was bedeutet, der Körper bekommt im Grunde nicht genug Sauerstoff, weil das Hämoglobin ihn nicht loslässt, was in der Folge bedeutet, das noch mehr geatmet wird. usw.
 
Am besten mal die Beschreibung aus dem Netz:

Einführung in die Buteyko-Methode
Die Buteyko-Methode ist eine Atemtechnik, die darauf abzielt, das Atemmuster zu normalisieren und die Gesundheit zu verbessern. Sie wurde in den 1950er Jahren vom ukrainischen Arzt Dr. Konstantin Buteyko entwickelt. Die Methode hilft, die Überatmung zu reduzieren und das Gleichgewicht zwischen Sauerstoff und Kohlendioxid im Körper wiederherzustellen.

Grundprinzipien der Buteyko-Methode
Atemtechniken
Nasenatmung: Atme durch die Nase ein und aus, um die Atemwege zu beruhigen.
Flache Atmung: Vermeide tiefes Atmen. Atme sanft und flach, um die Atemtiefe zu reduzieren.
Langsame Atmung: Reduziere die Atemfrequenz. Atme langsamer, um den Körper zu entspannen.

Zwerchfellatmung: Konzentriere dich auf das Atmen aus dem Zwerchfell, nicht aus der Brust.
Kontrollpause (KP)
Atme normal durch die Nase ein und aus.
Halte nach dem Ausatmen kurz inne, ohne den Atem anzuhalten.
Spüre, wie lange du bequem warten kannst, bevor du wieder einatmest.
Wiederhole dies 2-5 Mal, um dein Atemmuster zu regulieren.
Übungen zur Verbesserung der Atmung
Atemreduktion: Reduziere die Luftmenge, die du einatmest, ohne den Atem anzuhalten. Dies kann helfen, die Atmung zu optimieren.
Atemwahrnehmung: Halte deinen Zeigefinger unter die Nase und spüre die Temperatur der Luft beim Ein- und Ausatmen.
Integration in den Alltag: Übe die Buteyko-Techniken auch während alltäglicher Aktivitäten, wie beim Gehen oder Sitzen.
Die Buteyko-Methode ist eine sanfte Technik, die dir helfen kann, deine Atmung zu verbessern und dein Wohlbefinden zu steigern.
 
Für mich ist der Punkt, in jedem Kontext: Worum geht es, was will der "bewusste Atmer" erreichen. Natürlich kann ein simuliertes Höhentrainung mit all seinen Auswirkungen auch das Ziel sein. Und ja, mit reduzierter Atmung gibt es durchaus einige Techniken im Pranayama, oder die Diaphragma-Atmung, Atempause u.v.m..
Anderen es geht vorrangig um Stressreduktion, oder aber um Linderung bei Kopfschmerz, Migräne, Schmerz, oder Atmen unter der Geburt (wir hatten die letzten Wochen eine Hebamme dabei), bei Entzündungen, auch durch ein übersäuertes System, was ist zu bedenken bei Asthma oder auch bei COPD, Kontraindikationen beachten.
Also, wer ist die Zielgruppe/-person, mit welcher Intention, was soll erreicht oder gelindert werden, d.h. auch, es geht eine Anamnese vorher oder eine Info-Abfrage und Hinweise auf mögliche Störfelder, Kontraindikationen, wenn es im Gruppenkontext stattfindet.

Das ist der Gesundheitsbereich s.o.

Wenn jemand nach Einheitserleben strebt, nach einer Vereinigung mit dem Göttlichen, wenn es um Prana, Kundalini geht, das ist (in meinem Mindset) eine komplett andere Hausnummer.
 
Also, wer ist die Zielgruppe/-person, mit welcher Intention, was soll erreicht oder gelindert werden,
kommt jetzt drauf an, es wurden eh schon einige Zielgruppen genannt.
Als Kampfsportler/Kampfkünstler würde ich mich beispielsweise für die Aikido-Atemtechnik interessieren (oder Ki-Atmung oder dergleichen).
als Schießsportler (Bogenschütze/Gewehr) hilft es, den Atem zu beobachten und erst bei körperlicher Ruhe abzudrücken oder den Pfeil loszulassen.
Leute, die generell viel sprechen oder singen, sind mit der Middendorfmethode gut dran, denke ich.

Für mich selber habe ich festgestellt, dass ich früher teilweise mit dem Mund geatmet habe und nach einem Strunz-Buch (Laufen, Sport, Atmung) habe ich langfristig versucht, mich auf Nasenatmung umzustellen (auch wenns geht beim Sport).
Hat auch beim Schnarchen geholfen, wenn man sich das versucht, langfristig anzugewöhnen.
Also wenn jemand schnarcht, sollte er sich auf Nasenatmung umstellen.
(was beispielsweise auch Weston Price festgestellt hat, dass das allgemein gesünder ist, auch für die Zahngesundheit).
 
kommt jetzt drauf an, es wurden eh schon einige Zielgruppen genannt.
Als Kampfsportler/Kampfkünstler würde ich mich beispielsweise für die Aikido-Atemtechnik interessieren (oder Ki-Atmung oder dergleichen).
Tai Chi und Qi Gong sind Praktiken, die mit dem Atem verbunden werden. Wobei Tai Chi, wie sagte unsere Dozentin kürzlich, eine Kampfkunst in Zeitlupe ist oder die Vorstufe davon. Beim Qi Gong geht es um Fluss, Entspannung, Chi Aktivierung oder auch Regulierung. Die Übungen ähneln sich teilweise, sie unterscheiden sich durch die Intention dahinter.

als Schießsportler (Bogenschütze/Gewehr) hilft es, den Atem zu beobachten und erst bei körperlicher Ruhe abzudrücken oder den Pfeil loszulassen.
Ich würde hier entweder in der Atempause oder aber beim Ausatmen loslassen, es liegt schon lange zurück, aber der Bogen ist noch vorhanden. Wunderbare Fokusübungen = mitten ins Gold.

Leute, die generell viel sprechen oder singen, sind mit der Middendorfmethode gut dran, denke ich.
Singende und Sprechende sind auch gut in der Schlaffhorst Andersen Schule aufgehoben.

Für mich selber habe ich festgestellt, dass ich früher teilweise mit dem Mund geatmet habe und nach einem Strunz-Buch (Laufen, Sport, Atmung) habe ich langfristig versucht, mich auf Nasenatmung umzustellen (auch wenns geht beim Sport).
Hat auch beim Schnarchen geholfen, wenn man sich das versucht, langfristig anzugewöhnen.
Also wenn jemand schnarcht, sollte er sich auf Nasenatmung umstellen.
(was beispielsweise auch Weston Price festgestellt hat, dass das allgemein gesünder ist, auch für die Zahngesundheit).
Es gibt Erklärungen pro&contra für jede Form des Atmens, daher bin ich dafür nichts aufzuzwingen, sondern die Informationen zu geben, die relevant sind und dann jeden selbst entscheiden zu lassen, wie er oder sie es ausführt, Nase /Mund; Nase/Nase; Mund/Mund; Mund/Nase usw. Allerdings sollte alles in seiner Grundtechnik erst einmal korrekt ausgeübt werden, damit man ein Gefühl dafür entwickelt.
 
Es gibt aber auch einfach Fakten, und der Bohr-Effekt gehört dazu.
Es ist erwiesen, dass Mundatmung, außer bei bestimmten Atemübungen vllt mal, im Alltag nicht
besonders förderlich ist.
 
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Anderen es geht vorrangig um Stressreduktion, oder aber um Linderung bei Kopfschmerz, Migräne, Schmerz, oder Atmen unter der Geburt (wir hatten die letzten Wochen eine Hebamme dabei), bei Entzündungen, auch durch ein übersäuertes System, was ist zu bedenken bei Asthma oder auch bei COPD, Kontraindikationen beachten.
Genau. Und fast sicher "überatmen" sie fast alle. Gerade für Asthma ist reduzierte Atmung das Richtige, das wurde sogar schon international anerkannt von vielen Asthmagesellschaften.
COPD ist ein anderes Thema, zumindest im fortgeschrittenen Stadium, Geburt weiß ich nicht genau, aber ebenfalls bestimmte Herzerkrankungen.
Alle anderen, v.a. chronisch Erkrankte profitieren fast immer von dem Konzept "Überatmung abstellen".

Es geht nicht um "Religion" sondern schon um Wissenschaftlichkeit dabei, was die "Religion" natürlich nicht ausschließt.
Aber reines "hach ich geh da ganz nach Intuition", das haut eben so für viele doch nicht so hin, wie man denkt, zumindest nicht für Leute mit Beschwerden...die Dinge entwickeln sich und es gibt Erkenntnisse inzwischen, die das bestätigen.
 
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