Was bei mir grad hängenbleibt, ist die Tendenz, Menschen zu pathologisieren.
Manche hier empfinden den Klienten als krank. Das sehe ich gar nicht so. Er hat mein "Nein" ja akzeptiert, er hat mich weder irgendwo diffamiert noch sonstwie weiter belästigt oder sonstwas gemacht um mir zu schaden. Er hat gefragt, und das ist in meinen Augen erlaubt.
Es wurde auch nicht gesagt, dass es die einzige Möglichkeit für ihn ist einen hochzukriegen. Er wollte das einfach erleben und fertig. Und ich hab gesagt: bei mir nicht, und er hat es akzeptiert.
Andere pathologisieren mich.
Da frag ich mich: muss man zwingend Menschen pathologisieren um sich dem Thema Abhängigkeiten zu nähern?
Anders gesagt: bin ich denn als Therapeutin verpflichtet, alles zu machen und jeden als Klient anzunehmen? Und wenn ich es nicht tu, bin ich gestört und hab keinen gewunden bezug zu XY?
Ich seh das nicht so, was ich nicht machen will muss ich auch nicht machen. Ich sollte ja meinen Job mit Herz machen, da muss ich doch überzeugt sein von dem was ich tue.
Ansonsten wär ich doch abhängig sehr von irgendeinem konstruierten Selbstbild der Supertherapeutin, die alles kann....