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Wege, etwas über die keltische Religion zu erfahren

Dieses Thema im Forum "Kelten, Germanen, europäische Naturreligionen" wurde erstellt von Harser, 9. November 2006.

  1. Harser

    Harser Mitglied

    Registriert seit:
    12. Januar 2006
    Beiträge:
    637
    Ort:
    Berlin
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    Diese Liste habe ich zusammengestellt, um die Bücher/Texte/Meinungen, die etwas über keltische Religion aussagen zu sortieren:

    1. Geschichtswissenschaftlicher Weg. Ausgehend von Archäologie und antiken Texten über die Kelten mithilfe vergleichender Religionswissenschaft z.B. Markale, Guyonvarc'h, Maier, Miranda Green.
    Vorzug ist die Detailfülle und die geringe Wahrscheinlichkeit, sich grundlegened zu irren. Weiterhin ist die gesellschaftliche Akzeptanz und Wertschätzung und die Beteiligung vieler Menschen (Archäologen, Historiker, Sprachforscher) von hohem Nutzen. Die Herausforderung ist, dass sich kein kohärentes Bild ergibt, dass sich aus der Betrachtung von Außen sich nichts Praktikables ergibt. Die Herausforderung ist auch, nicht bei den Äußerlichkeiten stehenzubleiben, und sich in den Details zu verzetteln.
    Zu beachten ist insbesondere, dass in den 90er Jahren ein entscheidender Paradigmenwechsel der akademischen Keltologie stattgefunden hat.

    2. Über die irischen, walisischen, schottischen und bretonischen Sagen.
    Für den Anfang ein bequemer Weg. Diese Sagen sind gut zu lesen, man kann sie sogar seinen Kindern nacherzählen, wobei immer etwas von keltischer Weltsicht hängenbleibt. Vorzug ist auch die Materialfülle. Die Herausforderung ist den Gehalt an subjektiver Weltsicht des jeweiligen Schreibers, vor allem das christliche Element zu erkennen und zu filtern. Problematisch ist auch, daß manche Nacherzählungen ideologisch gefärbt sind.

    3. Theosophischer Weg. Über die westlichen Einweihungslehren (z.B. Templer, Rosenkreuzer, Thelema), Theosophie und Anthroposophie.
    Vorzug ist die Konzentration auf die magische und mystische Weltsicht der Druiden ohne den Umweg über die alltägliche Welt der Kelten. Auch ein Vorzug ist die Einbettung der Druidenlehre in das Davor und das Danach. Herausforderung ist vor allem, den Bodenkontakt nicht zu verlieren (d.h. Phantasmen zu vermeiden und Kritikfähigkeit zu behalten), aber auch der Umgang mit den Hierarchien der entsprechenden Organisationen.

    4. Weg über die keltische Kunst. z.B. Lengyel.
    Vorzug ist die Reinheit des Rohmaterials, die meisten gefälschten Fundstücke sind höchstwahrscheinlich aussortiert. Wir haben ein ungefiltertes, direkt überliefertes Bild. Herausforderung ist, Unvoreingenommenheit zu bewahren, nicht Phantasmen zu erliegen. Problem ist ,daß die meisten Skulpturen und Münzen die wir zu sehen kriegen eher Gallo-römisch und romano-britisch sind. Damit lernt man einiges über spätantiken Synkretismus der nicht mehr rein keltisch ist.

    5. Ethnologischer Weg. Über europäische Volksbräuche, -märchen, -sagen. z.B. Storl.
    Hauptvorzug ist der regionale Bezug, man kann etwas über die eigenen Vorfahren lernen, oder auch über die Region, in der sie gelebt haben, darum einen direkteren und persönlicheren Zugang zu finden. Herausforderung ist auch hier, das keltische von den vielen anderen Einflussfaktoren zu trennen, z.B. mittelalterliche Vorstellungen und regionalen Aberglauben.

    6. Christlicher Weg.
    Über die in den christlichen Kirchen verbliebenen keltischen Elemente.
    Man vermeidetet religiöses Außenseitertum. Man gibt sich als Christ unter Betonung der keltischen Elemente. Die Herausforderung ist der Opportunismus, der diesem Weg innewohnt, die Arroganz und Alleinwahrheitssanspruch der Christentums, das Erkennen und Trennen.

    7. Schamanischer Weg. z.B. John Matthews.
    Ausgehend vom gelebten amerikanischen (oder anderem) Schamanismus keltische Elemente einfließen lassen Vorzug ist die Praktikabilität der Rituale, man kann sie von lebenden Menschen lernen, deren Kette der persönlichen Überlieferung (im Gegensatz zur keltische Religion) nicht abgerissen ist. Herausforderung sind dabei falsche Unterstellungen über die alten Kelten.
    Vor allem in Verbindung mit Kunst und Mythologie kann man sehr gut in die Tiefe keltischer Symbolik eintauchen und sich dem göttlichen nähern. Problem ist in meinen Augen jedoch nicht falsche Vorstellungen über die Kelten sondern ,daß die Erfahrungen höchst individuell geprägt sein werden und niemals allgemeingültigen Charakter erlangen können.

    Praktisch könnte das z.B. so aussehen, dass man von den schamanischen Techniken Michael Harners ausgeht. Diese Techniken sind ja vor allem vom Schaminismus der Jivaro-Indianer geprägt, und so auch zentrale Konzepte. Neben der normal-sinnlichen Welt unterscheidet man dort Unterwelt und Oberwelt, wobei das vorrangige Interesse zunächst der Unterwelt gilt, in die man auf der Traumreise durch Erdlöcher, Höhlen, Quellen gelangt. Auf dieser Grundlage kann man nun keltische Elemente einfließen lassen. Dann hat man eine Anderwelt, ohne Unterteilung in Ober/Unter. Man gelangt in die Anderwelt durch Zerteilen der Nebel, bleibt also oberirdisch. Wenn man einen weißen Stier oder Hund mit roten Ohren sieht, dann ist das eher keltisch als z.B. in Südamerika einheimische Tiere. Im Grunde passiert etwas sehr ähnliches, aber durch das Richten der Aufmerksamkeit auf eher keltisches erhält die Traumreise eine andere Färbung, einen anderen Charakter. Sicherlich wird man so auch nicht genau erfahren, was die alten Kelten nun genau auf ihren Traumreisen gemacht haben. Aber dass für die Kelten Traumzeitwissen von großer Bedeutung war, kann man aus den Sagen entnehmen. Welche andere Kultur hat eine Sagenwelt, die sich so ausgeprägt mit Traumzeitbegebenheiten auseinandersetzt?

    8. Gechannelte Information.
    Vorzug ist die Chance direkter Informationswege aus alten Zeiten. Herausforderung ist der kritische Umgang mit den Texten, das Erkennen vorgeblicher Channelings, das erkennen, wer am anderen Ende des Kanals sein könnte.
    Ich gehe davon aus, dass eine ganze Menge von dem, was als unklare historische Überlieferung kursiert, ursprünglich auf gechannelte Texte zurückgeht. So könnte das z.B. bei einigen Veröffentlichungen von Iolo Morganwwg gewesen sein. Wenn man sich auf den Standpunkt normaler Geschichtsforschung stellt, wird man vieles als falsch verwerfen. Wenn man aber typische Charakteristiken gechannelter Texte berücksichtigt (z.B. ist meist der Zeitbegriff entgleist, oft auch der Ortsbegriff), kann man vielleicht trotzdem etwas daraus erfahren und richtiger einordnen. Dieser Weg ist also ein Weg des Entschlüsselns und Rätsellösens.

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    Es gibt auch Mischungen und Übergänge. 1 wird von allen anderen Wegen benutzt, ist aber allein nicht besonders aussagekräftig. 1 und 2 treten oft zusammen auf, 3 und 8 hängen oft zusammen. Die Herausforderung von 2,3,5,6 ist das Herausfiltern von fremden Informationen. 2 beschränkt sich (i.G. zu allen anderen) auf die Inselkelten. 8 fließt in 2,3,6,7 ein, oft ist das aber nicht genau zu erkennen. 3 und 7 sind praktisch orientiert, da geht es weniger um authentische Informationen als um heute lebbares Keltentum. Eine wichtige Herausforderung von 1,2,8 ist auch das Erkennen von Fälschung. Die Herausforderung von 1,4 ist das rechte Maß der Interpretation.

    Es geht mir hier übrigens um die esoterische Herangehensweise an Religion. Bei einer exoterischen Herangehensweise würden einige Wege ungültig sein, bei anderen die Prioritäten anders liegen.
     

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