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Was ist das Ich?

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von fckw, 6. Juni 2005.

Status des Themas:
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  1. WyrmCaya

    WyrmCaya Neues Mitglied

    Registriert seit:
    25. März 2004
    Beiträge:
    12.932
    Ort:
    Caya und Wyrm wohnen in Wien
    Werbung:
    ja :)
     
  2. Karuna

    Karuna Guest

    "Maharishi?"
    "Ja, Saichi?"
    "Was ist das Ich?"
    "Welches Ich, Saichi?"
    "Das Ich!"
    "Frag dein Ich, Saichi!"
    "Ich bin doch im Reinen Land,
    im Namu-amida-butsu!"
    "Ah, ich verstehe, Saichi!
    Dann brauchst du das auch nicht zu wissen!"
    "Danke, Maharishi!

    O Saichi, wie gut du es hast
    Kein Sichsorgen, kein Sichquälen!
    Kein Rezitieren des Nembutsu -
    Gerettet durch Buddhas Gnade
    Wie dankbar ich mich fühle, Namu Amida Butsu!"


    Karuna :daisy:
     
  3. muka

    muka Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. April 2005
    Beiträge:
    1.870
    Ort:
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    Wie soll man das Ich erklären ohne ein Ich-Konzept ?
     
  4. Toffifee

    Toffifee Guest

    Hi Wyrm!

    Eine schlüssige Antwort auf die Frage kann ich Dir leider nicht bieten, da ich kein Philosoph bin. Aber ich würde mich dieser Frage von Seiten der Verhaltensforschung oder Psychologie nähern... Affen können sich z.B. im Spiegel sehen, begreifen aber nicht, daß ihr Spiegelbild sie selbst darstellt. Und dann fällt mir spontan der Satz von René Descartes ein: Cogito ergo sum.

    Liebe Grüße :kiss4:
    Toffifee
     
  5. muka

    muka Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. April 2005
    Beiträge:
    1.870
    Ort:
    D
    solange du davon ausgehst, dass 'ICH' 'DIR' etwas erkläre, kann ich dir nicht ohne Ich-Konzept antworten.
     
  6. Karuna

    Karuna Guest

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    Fühlen und Sein

    Wie entsteht Bewusstsein?
    Von Birgit Dahlheimer.



    Weshalb erkennen wir unsere Umgebung, wie können wir sie mit uns selbst in Zusammenhang bringen, wie und warum wissen wir überhaupt? Nicht mehr und nicht weniger als die Frage, wie Bewusstsein vom menschlichen Gehirn konstruiert wird, versucht Antonio Damasio in seinem Buch zu beantworten.

    Essenzielle Voraussetzung dafür, dass wir um unser Selbst wissen, ist unsere Fähigkeit, zu fühlen, ist der kunstsinnige Neurologe überzeugt, der letzte Woche in Wien war, um die Konzerte des Beethoven-Zyklus' zu hören. Der Zusammenhang zwischen Gefühl und Selbst-Sinn wird in "Ich fühle, also bin ich" dargelegt. Wichtig für das Verständnis dafür ist, Emotion und Gefühl auseinanderzuhalten.


    Antonio Damasio: "Gefühle unterscheiden sich von Emotionen insofern, als Gefühle unsere mentale Repräsentation einer Emotion sind. Das heißt: Eine Emotion äußert sich in Verhalten, der Organismus antwortet, in den Organen verändert sich etwas, das Herz schlägt zum Beispiel schneller, Muskeln und Hormone verändern sich, das sind alles irgendwie nach außen gerichtete Antworten. Das Gefühl auf der anderen Seite ist etwas sehr Inwendiges, es ist privat, etwas, das im Geist passiert, aber es ist die mentale Repräsentation der Emotion."


    Mit der Fähigkeit zu fühlen steigt die Bedeutung der Emotion. Ein Objekt, das Verhalten auslöst, wird so mit etwas inwendig Gefühltem verbunden. Auch die Gefühle ihrerseits basieren aus biologischen Vorgängen:


    Antonio Damasio: "Wenn Sie ein Gefühl haben, dann gibt es die verschiedensten Hirnregionen, die zum Beispiel den Zustand des Herzens registrieren, oder der Lunge, oder des Magens. Sie registrieren die Chemie, wie etwa bestimmte Peptide oder Chemikalien durch das Blut fließen, oder in welchem Zustand die Muskeln sind - für all das gibt es bestimmte Hirnregionen. Und all diese Regionen zusammen geben ihnen das Gefühl."


    Hirnregionen, Netzwerke aus Nervenzellen, in denen einige Zellen aktiver sind als andere und so neuronale Muster entstehen lassen. Das, was ein Gefühl ausmacht, geht aber über diese Nervenzell-Muster im Gehirn hinaus.


    Antonio Damasio: "Aus diesen neuronalen Mustern, die durch Nervenzellen und deren Aktivität zustande kommen, entsteht nun ein mentales Bild. Das neuronale Muster ist also die Basis, der Teil, den wir Neurowissenschafter beschreiben, aber wir wissen, dass dieses Muster in etwas anderes konvertiert wird, das genau so physikalisch, genau so biophysikalisch ist, und das ist diese mentale Vorstellung, das mentale Muster."


    Viele Facetten des Bewusstseins hat die Neurowissenschaft in den vergangenen Jahren aufgedeckt. Bekannt ist etwa, was - im Gehirn - den Unterschied zwischen Koma, Schlaf und Wachsein ausmacht, oder welche Hirnareale bei welchen Reizen aktiviert werden. All das erklärt auch Antonio Damasio in seinem Buch auf anschauliche Weise - und er zeigt, wo das größte noch zu lösende Rätsel liegt: nämlich genau darin, die Essenz dieser mentalen Vorstellung zu beschreiben, ohne die es nicht möglich wäre, in jedem wachen Moment zu wissen, wer und wo man ist. Voraussetzungen für dieses Wissen sind zweierlei:


    Antonio Damasio: "Zum einen ist es der Film im Hirn, wie ich es nenne. Damit meine ich die Fähigkeit, Bilder zu schaffen - also zum Beispiel das visuelle Bild von mir, von diesem Raum, von den Geräuschen hier, und so weiter. Zum anderen braucht man aber auch ein Selbst-Bewusstsein.


    Wenn Sie sich ihrer selbst nicht bewusst sind in diesem Prozess, dann gibt es keine Möglichkeit, dass Sie davon wissen. Die Fähigkeit, zu wissen, Bewusstsein zu haben, hängt also sowohl von der Konstruktion mentaler Vorstellungen der Objekte eines Moments ab, als auch davon, eine mentale Vorstellung des eigenen Selbst zu konstruieren, damit man das Subjekt, der Wissende in dem System sein kann."


    "Die Entschlüsselung des Bewusstseins" ist der Untertitel zu Damasios Buch, aber auch, wenn die allerneuesten Erkenntnisse der Forschung zusammengetragen werden, um Bewusstsein und Gefühle zu erklären, so ist das immer noch nicht das Gleiche, wie Bewusstsein und Gefühle zu haben, räumt auch der Autor ein:


    Antonio Damasio: "Es ist ein Unterschied, zu erklären, wie etwas funktioniert, und dieses Etwas zu erleben. Sie können alle Erklärungen der Welt haben, und es ist immer noch nicht das Gleiche wie die Erfahrung. Die Erfahrung ist etwas sehr Einzigartiges.


    Aufgabe der Wissenschaft ist es, zu erklären, wie Dinge funktionieren, was die Mechanismen dahinter sind - aber das ist etwas anderes. Das ist etwa so wie der Unterschied zwischen einem Buch, das erklärt, wie eine Boeing 774 zusammengebaut wird, und einem Flugzeug, das tatsächlich fliegt."


    Ein spannendes Buch, das erklärt, wie unser Bewusstsein zusammengebaut ist, hat Antonio Damasio geschrieben - das Fliegen bleibt weiterhin jedem Einzelnen überlassen.


    Antonio R. Damasio, "Ich fühle, also bin ich"


    Karuna :daisy:
     
  7. ElaMiNaTo

    ElaMiNaTo Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    10. April 2004
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    Ort:
    NRW
    Ich denke, also bin ich.
    Ich fühle, also bin ich.

    Interessante Sichtweisen. Schliesst die eine Sichtweise, die andere aus ? Fragen über Fragen...
     
  8. muka

    muka Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. April 2005
    Beiträge:
    1.870
    Ort:
    D
    nein, sie schließen sich nicht aus
     
  9. Karuna

    Karuna Guest

    Die Frage, die nie gestellt wurde

    Antonio Damasio erklärt, wie aus Gefühlen Bewusstsein entsteht



    Wir sind in ständiger Auflösung begriffen. Unaufhörlich geht das biologische Material unseres Körpers zugrunde, wird ersetzt oder umgebaut. Manche Zellen leben eine Woche, die meisten nicht länger als ein Jahr. Kaum ein Molekül unseres Körpers, das nicht im Laufe unseres Lebens mehrfach ausgetauscht wird. Und doch bringt diese permanente biologische Vergänglichkeit auf geistiger Ebene den Eindruck einer kontinuierlichen Identität hervor. Wie geht das zu?




    Noch vor gut 20 Jahren glaubte der Nobelpreisträger John C. Eccles, die Frage nach unserer subjektiv erfahrbaren Einzigartigkeit lasse sich letzten Endes nur religiös beantworten. In dem aufsehenerregenden Buch Das Ich und sein Gehirn postulierte der Hirnforscher gemeinsam mit dem Philosophen Karl Popper, das Gehirn werde von einer Art übergeordneten Instanz gesteuert, die sich allen reduktiven Erklärungsversuchen widersetze. Das Selbst, so wie Eccles es versteht, "wird uns gegeben, es ist der Geist Gottes".

    Heute vertritt kaum ein Hirnforscher noch diese Meinung. Die dualistische Trennung von Geist und Körper gilt ihnen als Ballast, den man seit Descartes' Zeiten unnütz mit sich herumschleppe. Statt auf den göttlichen Hauch zu bauen, vertrauen sie lieber auf die Positronen-Emissions-Tomografie, und einige Wissenschaftler glauben schon, Bewusstsein erklären zu können. Großspurige Büchertitel haben in den vergangenen Jahren von diesem Versuch gekündet: Der DNA-Entdecker Francis Crick behauptete zu wissen, Was die Seele wirklich ist, der Philosoph Daniel Dennett meinte in Consciousness explained das Bewusstsein erklärt zu haben und der Medizinnobelpreisträger und Hirnforscher Gerald Edelman propagiert ebenfalls seit Jahren, seine Theorie des "neuronalen Darwinismus" habe das Rätsel des Bewusstseins so gut wie gelöst; soeben hat er eine Neuauflage seiner Gedanken unter dem Titel Universe of Consciousness auf den Markt gebracht.



    Antonio Damasio ist demgegenüber sehr viel verhaltener. Zwar sieht auch der portugiesischstämmige Neurologe das Bewusstsein als rein irdisches Phänomen an, das letztlich auf die komplexen biochemischen Regelkreise des Körpers zurückzuführen sei. Doch anders als seine Kollegen vermeidet er die Attitüde des großen Welterklärers. Damasios Antrieb entspringt eher dem tagtäglichen Umgang mit bewusstseinsgestörten Patienten, denen er in seiner Universitätsklinik im amerikanischen Iowa begegnet - Alzheimer-Kranke, die weder ihre Frau noch sich selbst im Spiegel erkennen, "locked in-Patienten", deren wacher Geist im Gefängnis eines unbeweglichen Körpers eingeschlossen ist. Die Fallgeschichten haben den Hirnforscher immer wieder auf die Frage geführt, was Bewusstsein eigentlich ist, und wie es entsteht.



    Als "archimedischer Punkt" dient Damasio der Gedanke, dass sowohl das Bewusstsein als auch alle körperlichen Funktionen letztlich nur einem Ziel dienen: der (Vor-)Sorge des Organismus um sein Überleben. Die entscheidenden Bindeglieder zwischen Körper und Geist sind, wie schon in Descartes Irrtum, die Gefühle und Emotionen.



    William James formulierte im vergangenen Jahrhundert die Theorie, dass Gefühle im Wesentlichen Veränderungen des Körperzustandes widerspiegeln. Damasio unterscheidet nun, gegen die landläufige Bedeutung der Worte, zwischen "Emotionen", die nach außen gerichtet und nicht kontrollierbar sind und nach innen gewandten "Gefühlen", die jeder nur bei sich selbst beobachten kann.




    Bewusstsein entstehe allerdings erst, meint Damasio, wenn das Gehirn die Entwicklung dieses Wechselspiels zwischen Kopf und Körper dokumentiere und beginne "eine Geschichte ohne Worte" zu erzählen. Damit beantworteten die neuronalen Schaltkreise gleichsam "eine Frage, die nie gestellt wurde" und die da lautet: Wem gehören, was bedeuten all diese Vorstellungen? Die Antwortet lautet: Das "Selbst" - für Damasio wird es gewissermaßen durch diesen Prozess erst geboren.



    http://www.zeit.de/archiv/2000/43/200043_st-damasio-neu.xml



    Karuna :daisy:
     
  10. Toffifee

    Toffifee Guest

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    Hallo Karuna! :)

    Ich fand das posting von Dir sehr schön. :)

    Ich denke, also bin ich.
    Ich fühle, also bin ich.

    Verbunden mit dem zitierten Satz von Damasio reicht mir dieses Erklärungsmodell durchaus. Was gibt es noch über das "Ich" zu erfahren?

    Liebe Grüße :kiss4:
    Toffifee
     
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