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Seht euch das an

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von WTweety, 16. November 2008.

  1. WTweety

    WTweety Neues Mitglied

    Registriert seit:
    20. März 2008
    Beiträge:
    3.558
    Ort:
    Magdeburg
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    ALG II-Empfänger sollen Organe spenden

    Bayreuther Professor fordert, den Organhandel zu legalisieren.
    Was geht in manchen Hirnen vor? Auf www.heise.de habe ich gelesen, dass ein Professor für Volkswirtschaft an der Universität Bayreuth allen Ernstes fordert, dass Lebende die Chance haben müssten, bei Bedarf ihre Organe zu verkaufen. Schon schlimm genug, dass er damit dem Organhandel Tür und Tor öffnet, ist aus seinen Äußerungen auch deutlich zu entnehmen, dass damit in erster Linie diejenigen gemeint sind, denen es finanziell schlecht geht.

    Zitat: „Es ist doch folgende Situation: Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, so muss er meiner Meinung nach die Möglichkeit haben, durch den Verkauf von Organen - und zwar geregelten Verkauf … ähnlich der Börse, dass man sagt, wer ist zugelassen zu dem Handeln. Es muss auch geprüft werden, wer darf das Organ entnehmen. Und dann wird praktisch das Organ versteigert.“

    Für mich ist es eindeutig, dass hiermit ALG II-Empfänger gemeint sind, denn in der Regel sind ja Langzeitarbeitslose diejenigen, die auf Transferleistungen angewiesen und somit nicht genügend Geld zur Verfügung haben, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie selbst zu finanzieren. Sollte der Professor damit auch Geringverdiener gemeint haben, die trotz Arbeit arm sind, macht es die Sache nicht besser.

    Dieser Professor diskriminiert damit nicht nur die finanziell schlecht gestellten Bürger/-innen, sondern fordert dadurch auch noch zum illegalen Organhandel auf. Auch, wenn er das Wort „Organspendezwang“ nicht in den Mund nimmt, was bedeutet es denn anderes? Denn dieser Mann ist doch offensichtlich der Meinung, dass man bis zum Letzten gehen muss, bevor man Anspruch auf Sozialleistungen hat.

    Man stelle sich nur mal vor, solch ein Organhandel wäre legal. Dann gäbe es nämlich wirklich eine Pflicht, seine Organe zu verkaufen. Im SGB II-Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit heißt es wörtlich: „ Wenn Sie Leistungen erhalten wollen, gehört es zu Ihren Pflichten, dass Sie und alle erwerbsfähigen Mitglieder Ihrer Bedarfsgemeinschaft alle Möglichkeiten nutzen, Ihre Hilfebedürftigkeit zu verringern bzw. zu beenden und dass Sie aktiv an allen angebotenen Maßnahmen mitwirken.“

    Wenn die abstruse Idee des Professors Wirklichkeit werden würde und dann „alle Möglichkeiten“ ausgeschöpft werden müssen, bevor Transferleistungen gezahlt werden, ist es sicher nicht mehr so undenkbar, dass Betroffene dann aufgefordert werden, zunächst ihre Organe zu versteigern. Nachdem die Altersversorgung schon verramscht werden musste und man einen amtlich angeordneten Zwangsumzug hinter sich hat, ist das wahrscheinlich nach Ansicht der Befürworter der Hartz-Regelungen die logische Konsequenz.

    Mal ganz davon abgesehen, dass ich die Vorstellungen dieses Professors ablehne, frage ich mich, wie er sich das in der Praxis vorstellt. Meines Wissens ist es in Deutschland bisher so, dass man als Lebende/r Organe nur an Verwandte spenden kann – aus gutem Grund. Wenn ich mir die Wahnsinnsidee weiter ausmale, kommt mir das Grausen.

    Soll ein Betroffener, nachdem er schon eine Niere gespendet hat, dann auch noch die Netzhaut eines Auges oder eine Hand abgeben? Denn nach des dann ja möglichen Organhandels und den strikten Auslegungen des SGB II kann ja gar nicht genug getan werden, alle Möglichkeiten zur Behebung seiner finanziellen Situation zu leisten. Und spätestens ab einem gewissen Alter – das leider immer tiefer angesetzt wird – ist man für den Arbeitsmarkt sowieso nicht mehr vermittelbar. Was soll man da noch mit zwei Händen und ein Auge reicht doch, um sehen zu können.

    Was immer diesen Professor dazu bewegt haben mag, solche abstrusen Wahn-Ideen in die Welt zu setzen – ich hoffe, es findet sich niemand, der ihm folgt. Denn das würde die endgültige Entrechtung und Entmündigung der armen und auf Transferleistungen des Staates angewiesenen Bürger/-innen bedeuten.

    Hoffentlich findet sich jemand, der den Professor in seine Schranken weist. Meinungsfreiheit hin oder her, aber das geht zu weit.

    zu finden in http://www.rp-online.de/hps/client/...::/politik___gesellschaft/deutschland/debatte
     
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