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Löwenkönig und die Medizin ...

Dieses Thema im Forum "Gesundheit allgemein" wurde erstellt von KingOfLions, 17. August 2015.

  1. KingOfLions

    KingOfLions Sehr aktives Mitglied

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    Ich hadere schon längere Zeit mit mir, ob ich dieses Thema hier veröffentlichen soll. Zum Einen deshalb weil ich mich nicht dem Vorwurf aussetzen möchte, etwas gegen die Medizin zu sagen, wie dies ja gerne von den Wissenschaftsanhängern hier postuliert wird, zum Andern weil ich doch persönlich sehr betroffen war und bin, und daher meine Sichtweise nicht unbedingt so ganz neutral sein kann.

    Mittlerweile habe ich aber doch beschlossen, die Geschichte in Form von kleine Anekdoten hier zu veröffentlichen und Bewußtsein an einer Stelle zu wecken, wo dieses Bewußtsein doch auch an viele andere Menschen weitergegeben werden kann. Ich finde es einfach wichtig, wo und an welchen Stellen man einfach aufpassen muß, zum Teil sogar um die ärztliche Behandlung zu überleben bzw. gesund zu werden. Aber auch, um vielleicht bei Pflegepersonal ein bißchen Verständnis zu wecken, und manche Probleme gar nicht aufkommen zu lassen.

    Erschwerend kommt für mich dazu, dass ich alleine lebe, und daher alles nur mit Hilfe von Freunden und Freundinnen organisieren kann. Auch aus der Selbständigkeit ergeben sich gewisse Probleme, die nicht zu vernachlässigen sind.

    Um das Ganze nicht zu unübersichtlich und für Kommentare leichter zitierbar zu machen, werde ich die einzelnen Anekdoten Großteils als separate Posts hier einstellen.

    So, jetzt aber einmal die Vorgeschichte:

    Voriges Jahr hatte ich eine bakterielle Lungenentzündung, die mir 4 Wochen Intensivstation mit Intubation, Tiefschlaf, 3 Wiederbelebungen, Dialyse wegen Nierenversagen und 5 Wochen Remobilisierung nach Muskelatrophie eingebracht hat.

    Die Intensivstation war unglaublich toll, und es wurden neben psychologischer Betreuung auch alternative Therapien wie Physiotherapie und Musiktherapie angeboten. Die Medikamenten-Cocktails haben ein recht interessantes Erleben mit sich gebracht.

    Was hier gerade für Singles ohne Familienanhang wichtig ist: Es sollte jemand da sein, der sich als Familienmitglied (Lebenspartner) ausgibt, damit es auf der Intensivstation überhaupt jemanden gibt, der ein Besuchsrecht hat (vorzugsweise die Person die als Notfallkontakt z.B. im Blutspendeausweis oder als Notrufnummer im Handy genannt ist)! Auf der Intensivstation gibt es ausschließlich ein Besuchsrecht für nahe Angehörige!

    Ideal, aber leider im Notfall nicht immer lösbar wäre es, wenn sofort jemand zur Stelle wäre. Der Grund ist, dass anscheinend manche Rettungsärzte nicht in der Lage sind, die Gefährlichkeit einer Situation einzuschätzen. Angehörige können hier darauf bestehen, dass wirklich das nächste erreichbare Spital angefahren wird, und nicht ein Notfall aus politischen Gründen über unnötig viele Kilometer gekarrt wird.

    Einziger Wehrmutstropfen war hier die eigene Psyche. Um den Kreislauf anzukurbeln wurde von den Schwestern eine Zeit von 2 Stunden Sitzen vorgeschrieben. Dieses festgeschnallt sein in Sessel ohne eigene Entscheidungsfreiheit kommt gefühlsmäßig einem Mißbrauch gleich, da man am Anfang natürlich sehr müde ist, und es einen ins Bett zieht. Er hat auch zu zwischen mir und einer betreuenden Freundin zu Mißstimmungen geführt, da sie die Anordnungen der Schwestern unterstützt hat, was bei etwas Flexibilität sowohl von Seiten der Schwestern als auch meiner Freundin nicht notwendig gewesen wäre.

    Die Psychotherapeutin war sehr interessant, da sie auch gleichzeitig Schamanin ist, und daher eine gemeinsame Basis gegeben war und sich der Status dadurch sehr schnell geklärt hat.

    Auch die Musiktherapie war sehr hilfreich, da sie primär dazu dient die psychische Stimmung zu verändern und dadurch sehr positiv zur Genesung beiträgt.

    Bis zu diesem Zeitpunkt war das Ganze ja noch recht angenehm ....

    (Fortsetzung folgt mit Teil 2 - die Remobilisierung)
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. August 2015
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  2. SPIRIT1964

    SPIRIT1964 Sehr aktives Mitglied

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    Wenn Du keine Diskussion möchtest, was in diesem UF fast vorprammiert scheint ;) solltest Du vlt ins UF 'Aufgeschrieben' verschieben lassen oder in Deinem Blog schreiben.

    Darüberhinaus finde ich, ist es gut und wichtig von Erfahrungen aus dem Leben gegriffen zu berichten... insofern hat es hier auch seine Berechtigung ;)
     
  3. KingOfLions

    KingOfLions Sehr aktives Mitglied

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    Danke für die Zustimmung. Ich fürchte mich nicht vor Diskussionen ;). Ich möchte nur nicht, dass das Thema hier durch zu viele Diskussionen verwässert und uninteressant gemacht wird.
     
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  4. SPIRIT1964

    SPIRIT1964 Sehr aktives Mitglied

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    Das weiß ich, dass Du keine Angst vor Diskussion hast. Im Grunde pickt sich eh jeder raus, was er möchte und reagiert entsprechend.

    Du kennst die Forengemeinde - also kannst Du auch den Fortschritt erahnen (hast Du ja eigentlich schon) *lol
     
  5. KingOfLions

    KingOfLions Sehr aktives Mitglied

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    Teil 2A - die Remobilisierung (ich sehe schon, es wird so viel, das ich es auf zwei Teile aufteilen muß).

    Status vor 5 Wochen Remobilisierung: die möglichen Aktivitäten beschränken sich auf 2 Stunden freies Sitzen in einem Rollsessel oder an der Bettkante, aufstehen und vom Bett in den Sessel wechseln.

    Um hier gleich einmal einen falschen Eindruck vorzubeugen: der Ärztejargon Remobilisierung heißt nicht, dass man nachher wieder voll bewegungsfähig ist und sein Leben wieder vollinhaltlich ausfüllen kann - es heißt lediglich, dass man nachher wieder alleine aufs Klo gehen kann.

    Der erste Eindruck bei der Remobilisierung war schon recht toll ... natürlich hatte ich mangels Aufstehen können noch Windel und Katheter. Beim ersten Windel wechseln kam das Statement vom Pfleger "ich fühle mich hier schön langsam wie auf der Geriatrie". Toll! Und das muß man sich als 50+ sagen lassen, der unverschuldet krank geworden ist und sich selber in diesem Zustand nicht unbedingt wohl fühlt (na gut, die Drogen machen es erträglicher o_O). In der Folge hat es mit diesem Pfleger auch nachher immer wieder Probleme gegeben, wie z.B. Nötigung zum Einnehmen einer Tablette (Schlaftablette), die sich dann Gott sei Dank durch seinen Urlaub gebessert haben. Mit psychologischer Schulung kann man sich hier natürlich etwas helfen ... aber es kann ja nicht sein, dass man das Pflegepersonal psychiatrieren muß.

    Bitte ... auch wenn ihr in einem Spital liegt und auf Hilfe angewiesen seid, so habt ihr doch noch eure Würde als Mensch. Solche Menschen sind in der Pflege einfach unangebracht. Nur könnte man bei einer Beschwerde natürlich gleich sein eigenes Todesurteil unterschreiben .... Hier ist es daher ganz wichtig, auch dem Pflegepersonal klare Grenzen zu setzen was geht und was nicht geht (soferne die Einzelperson nicht von sich aus drauf kommt).

    Bitte achtet auch bei euren älteren Angehörigen im Falle eines Spitalsaufenthaltes oder von Arztbesuchen darauf, dass alles "mit rechten Dingen" zugeht. Ich war in diesem Fall nicht direkt betroffen, aber wer ins Spital geht, darf halt auch was erleben:

    Wir hatten im Zimmer einen 80-jährigen Mann, ziemlich dement und inaktiv. Die Kinder sind so etwa alle 2 Tage gekommen und haben sich nach dem Zustand erkundigt ... also eh ziemlich interessierte Angehörige. Die Aussage der Schwestern war immer, dass es dem Patienten gut geht, dass er auf dem Weg der Besserung ist, und dass er gut betreut wird.
    Was war aber Tatsache? Das Frühstück wurde ihm hingestellt, und zwischen 10 und 30 Minuten von der etwas hektischen Putzfrau wieder abserviert - unangtetastet. Das Mittagessen wurde gebracht und nach einer 1/2 Stunde wieder abserviert ... unangetastet. Das gleiche auch beim Abendessen.
    Es gab in den 5 Wochen insgesamt 2 Schwestern, darunter eine Lernschwester, die sich die Zeit genommen hat, diesen alten Menschen zu füttern und sich mit ihm etwas zu beschäftigen. Und es war ganz wunderbar zu sehen, die dieser "demente" Mensch plötzlich aufgetaut ist, angeregt und intelligent geplaudert hat. Das ging ein paar Tage gut, wenn die Lernschwester Dienst gehabt hat, und dann wurde sie von der Oberschwester gerügt und ihr die Zuwendung für den alten Mann verboten.
    Auf den Hinweis aus dem Zimmer, dass der alte Mann noch nichts gegessen hat, haben die anderen Schwestern mit einem "eh alles ok" ohne jegliche Aktivität geantwortet.
    Es muß doch möglich sein, in einem nicht voll belegten 8er-Zimmer EINEN einzigen alten Menschen menschenwürdig zu behandeln, ihn zu füttern und zu waschen? Ich bin immer noch frustriert und verärgert, wenn ich an diese Situation zurück denke, vor allem auch, da ich selber nicht in der Lage war zu helfen.

    Bitte achtet gut auf eure Angehörigen! Kommt auch zu Zeiten die den Schwestern unangenehm sind, um den Status eurer Lieben und die Behandlung zu überprüfen. Nehmt auch das ernst, was euch eure Angehörigen über die Pflege sagen ... anscheinend kann es immer schlimmer kommen, als man es sich vorstellen kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. August 2015
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  6. KingOfLions

    KingOfLions Sehr aktives Mitglied

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    Teil 2B - Remobilisierung

    Unsere Spitäler sind ja alle recht modern eingerichtet. Schwesternruf mit Radio und Fernsehsteuerung ist heute obligatorisch und wird auch recht gut erklärt, aber ...

    Eines Abends bekam ich ein ziemlich starkes Beklemmungsgefühl im Herzen. Grund dürfte ein Blutpropfen gewesen sein, ein Relikt der Dialyse, der durch das Herz gewandert ist. Gott sei dank hat das Gefühl nur so lange angedauert, dass ich es erkennen und nach kurzer Analyse zum Schwesternruf habe greifen können. Bevor ich noch die Schwester rufen habe können, hat sich das Gefühl wieder aufgelöst. Gott sei Dank außer ein bißchen (viel) Angst alles gut gegangen.

    Was wäre aber im Nachtdienst passiert, wäre ich ohnmächtig geworden (und das hat mir am meisten Angst verursacht, weil ich es täglich erlebt habe)? Die Schwester wäre bei der Türe stehen geblieben, hätte gefragt wer geläutet hat, wenn keine Antwort kommt, dann wird der Ruf gelöscht und die Schwester geht wieder.
    Ja bitte, seid ihr denn irre? Ja, es ist lästig, wenn sich Leute vielleicht in der Nacht auf den Schwesternruf drauflegen, und man unnötig laufen muß. Aber so mancher Ruf kann auch seinen Grund haben, und lebensrettend sein!

    Was neben der netten Radio- und Fernsehfunktion des Schwesternrufs nicht erklärt wurde war, dass es auch eine (sogar zwei) Notruffunktion(en) gibt. Und das ist schlichtweg grob fahrlässig.
    Drückt man die Taste des Schwesternrufs längere Zeit (> 3s), dann wird ein Notruf ausgelöst (kluge Techniker werden sicher auch noch beantworten können, wie man einen streng gehenden Knopf 3 Sekunden drücken kann, wenn man bewußtlos wird, oder so wie ich Muskelatrophie hat, und froh ist, den Knopf überhaupt irgendwie drücken zu können). Die zweite Möglichkeit die zufällig bei uns im Zimmer aktuell wurde ist einfach, das Kabel des Schwesternrufs aus der Dose zu reißen ... im Notfall vielleicht die zielführendere Methode ....


    Bei uns im Zimmer ist in einer Nacht ein Mann gestorben. Die Schwestern waren total geschockt. Warum, das ist ein Normalfall auf einer Station mit älteren Menschen. Wurde vielleicht auch hier der Schwesternruf einfach gelöscht? Die Gedanken bleiben ....

    Nachdem ich die Ärzte nicht benachteiligen will, die sich ja immer so gerne auf das Pflegepersonal ausreden ....
    Ich habe noch immer an einigen Fingergelenken leichte Schmerzen ... nicht deswegen, weil da etwas krankhaftes wäre, sondern weil einige Ärzte einfach nicht in der Lage sind, einen simplen Zugang zu legen. Gerade dass sie die Nadel nicht mit dem Hammer durch den Knochen klopfen ... Gefühl hat halt nicht jeder. Auch hier wieder, achtet auf euch selber und lehnt solche Ärzte ab, die nicht einmal die Basics einer Krankenschwester beherrschen.

    So, zum Abschluß dieses Kapitels noch etwas Lustigeres. Erst ziemlich gegen Ende des Spitalsaufenthalts wurde auch die Intubation entfernt. Also wird die Entfernung angeordnet, die Oberschwester kümmert sich darum und informiert den HNO. Dieser stellt jedoch fest, dass die Hautlappen auf die Seite genäht sind, und er darf keine Nähte ziehen. Also wird noch die Ärztin vom Dienst herangezogen, um die Naht zu entfernen ... nur, die ist Schülerin, und hat keine Ahnung. Also werkelt sie unter Anleitung der Oberschwester und des HNO an der Naht, im Endeffekt knien 3 Leute auf mir, fixieren mich und versuchen die Naht zu öffnen und den Intubationsschlauch zu entfernen. Ich habe (auch dank meiner Psychopharmaka) nicht gewußt, ob ich ob dieser Show lachen oder weinen soll. Auf jeden Fall hat mir diese lächerliche Aktion aber sehr viel von der Angst genommen, die ich wahrscheinlich empfunden hätte, wäre das Ganze halbwegs professionell abgelaufen.

    Was ich völlig spannend empfunden habe, worauf mich der Physiotherapeut aber schon schonend vorbereitet hatte ... der Körper vergißt (lt. Aussage des Physiotherapeuten) bei Muskelatrophie Bewegungsmuster. Das Resultat war, beim ersten Aufstehen das Gefühl zu haben, dass die Beine in Beton stehen ... jede Bewegung aus dem Gleichgewichtszustand hätte das Gehirn völlig überlastet. Es hat alleine etwa 1 Woche gedauert, um mit dem Rollator wieder halbwegs gehen zu können.
     
  7. KingOfLions

    KingOfLions Sehr aktives Mitglied

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    Womit ich beim 3. Teil wäre ... der Reha.

    Die 6 Wochen bis zur Reha durfte ich dankenswerterweise bei einer Freundin verbringen, die sich um meinen Lebensunterhalt gekümmert hat. Es ist einfach Irrsinn ... das Sozialsystem schmeißt einen alleinstehenden Menschen aus dem Spital, wenn er gerade mal alleine und mit Rollator auf's Klo gehen kann. Man sieht es immer wieder bei alten Menschen, und denkt sich "na ja, wird schon irgendwie gehen", denk man sich selber auch. Dass man aber in diesen Zustand heimkommt, und eigentlich gar nichts geht, nicht einmal sich zum Frühstück einen Kaffee zu machen ....
    Auf diese Art gilt es, einmal 6-10 Wochen bis zur Reha durchzustehen. In meinem Fall waren es Gott sei Dank wirklich nur 6 Wochen, was wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen ist, dass die Reha direkt über das Spital beantragt wurde.

    Die Reha war unheimlich toll, da ich von der SVA in einer Spezialklinik für Lungenkrankheiten war. Die 3 Wochen haben einen gigantischen Effekt gehabt, von gerade mal aufs Klo gehen können auf 800+ Meter durchgehend gehen ohne außer Atem zu kommen. Nette Menschen kennengelernt ... aber auch eine Lehre mitgenommen ....

    Es geht anscheinend nicht, ohne etwas negatives lernen zu müssen. In diesem Fall war es auf der Reha die Diät. Nachdem ich die Reha mit 68kg angetreten habe (Normalgewicht 86kg), hatte ich das Privileg volle Portionen beim Essen zu bekommen, und Zusatzportionen für Gabelfrühstück und Jause. Extrem unfair den meisten Leuten gegenüber, die meistens wegen ihres Gewichts auf 1/2 Portion gesetzt sind.
    Was hier aber nicht bedacht wurde: auf Grund der Muskelatrophie war diese üppige Ernährung nicht in Muskeln umzusetzen, und hat sich daher als Fett in den Zellen eingelagert. Resultat ist ein Übergewicht von etwa 10-15kg, mit dem ich heute noch kämpfe.

    So, bevor es jetzt mit dem ärztlichen Bereich weitergeht, werde ich im nächsten Teil mal das Thema Krankheit und Selbständigkeit behandeln ... für jeden von uns der professionell arbeitet ja nicht unbedingt ein nebensächliches Thema.
     
  8. Waldkraut

    Waldkraut Sehr aktives Mitglied

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    Ich dachte die Krankenschwestern in A sind so wunderbar ausgebildet und werden super bezahlt?
    Scheint ja doch ein Märchen zu sein.
    Aber vielleicht liegen die unprofessionellen Handlungen auch daran, dass einfach keiner mehr Lust hat solch einen Job zu machen und dem zu Folge zu wenige da sind, und die noch arbeiten einfach überlastet sind und deshalb so werden.

    Die Menschen denken zum größten Teil nur noch an sich selbst ..... solange bis es sie selbst mal hart trifft.

    LG
    Waldkraut
     
  9. KingOfLions

    KingOfLions Sehr aktives Mitglied

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    Teil 4 - Krankheit und Selbständigkeit

    Zu Anfang muß ich darauf hinweisen, dass sich versicherungstechnische und rechtliche Aussagen natürlich auf österreichisches Recht beziehen, und dass es in DE und CH hier unterschiedliche Regelungen geben kann.

    Zwischen Spital und Reha habe ich den mir zustehenden Krankenstand mit maximal 6 Wochen konsumiert. Hierbei ist zu beachten, dass der Krankenstand sofort an die Kasse zu melden ist (sonst wird nicht gezahlt), und dass diese Krankmeldung alle 14 Tage durch den Arzt zu erneuern ist (sonst wird ebenfalls nicht gezahlt, was für eine Wunder :whistle:). Ob sich der Aufwand wirklich für die etwa 40 Euro pro Tag lohnt (na ja, man hat im Krankenstand eh nichts besseres zu tun), muß jeder für sich beurteilen.

    So, das heißt aber, nach der Reha ist Ende des Krankenstandes. Optimist der ich bin, und auch gesteuert durch die verschriebenen "Aufheller", habe ich mir einen Arzt bei mir in der Nähe für die weitere Betreuung gesucht, und bin auf Grund des Erfolges bei der Reha davon ausgegangen, dass das Ganze jetzt laufend besser wird, und ich meine Arbeit bald wieder aufnehmen kann.

    Was ganz wichtig ist ... da ich von heute auf morgen nicht handlungsfähig war, hat eine - Gott sei Dank geistig sehr rege - Freundin von mir in völlig uneigennütziger Form die Notmaßnahmen für das Geschäft übernommen ... in Abstimmung mit dem Steuerberater, der Sozialversicherung (Klage bzw. Pfändung bei Ausfall der Zahlungen ohne Begründung) und den Klienten. Sie hat auch das notwendige Geld vorgestreckt, um während meiner Handlungsunfähigkeit die notwendigen Zahlungen zu leisten.

    Lehre für mich als Selbständiger ist daraus, in jedem Fall einen vertrauenswürdigen Menschen zu haben, der im Notfall Maßnahmen ergreifen kann und das Geschäft kontrolliert in einen Ruhezustand bringen kann. Hier sehe ich auch eine der ganz wenigen Ausnahmen, wo ein Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht ganz einfach notwendig ist, und zumindest die Kontaktdaten der Klienten und der Terminkalender auch entsprechend zugänglich sein müssen. Ideal ist es natürlich, wenn das der Lebenspartner ist. Aber gerade bei Änderungen sollte man das Thema dann im Auge behalten - man weiß nie, wann etwas passiert.

    Heuer etwa im Mai habe ich festgestellt, dass ich im vorigen Jahr eigentlich kaum handlungsfähig war. Und zwar in einer Form, dass anscheinend auf Grund der Todesgefahr mein Unterbewußtsein auf "Totstellen" geschaltet hat. Vorher habe ich gar nicht daran gedacht und es war mir auch nicht bewußt, dass ich mit diesem Krankheitsbild eigentlich auch Pension beantragen hätte können. Erst der Hinweis einer Kollegin hat mich auf dieses Thema gebracht. Letztendlich hat mir diese fehlende Beratung einen Verlust von etwa 18.000 Euro eingebracht.

    Bei entsprechender Schwere des Krankheitsbilds so rasch als möglich den Gewerbeschein ruhend stellen oder zurücklegen und Pension beantragen. Die Pension wird frühestens ab dem Antragsdatum gewährt, es kann aber wie in meinem Fall etwa 3 Monate dauern, bis die entsprechenden Untersuchungen und Beschlüsse durchgeführt sind. Das Zurücklegen des Gewerbescheins ist maximal 3 Wochen im Nachhinein möglich, ansonsten droht eine Verwaltungsstrafe.

    Für jüngere Selbständige ab dem Jahrgang 1965 ist Reha-Geld möglich. Das hat gegenüber der Pension den Vorteil, dass das Gewerbe weiterlaufen kann, und nur die Erträge mit der Pensionsleistung gegengerechnet werden - eine gerade für Selbständige wesentlich fairere Lösung.

    Mittlerweile bin ich bis nächstes Jahr durch die Pension abgesichert. Was allerdings im System noch nicht verstanden wurde, dass Reha und Betriebs-Wiederaufnahme bei Selbständigen nicht so funktionieren wie bei einem Angestellten odereventuell noch bei einem Handwerker.
    Ich habe über die Krankheit einen großen Teil aktiver und potentieller Klienten verloren. Der Aufbau dauert sicher wieder an die 2-3 Jahre um ein ausreichendes Einkommen sicherzustellen. Man kann also nicht davon reden, dass der Selbständige hier tatsächlich unterstützt werden hier ihren Betrieb weiterführen zu können. Eine eigene Vorsorge wäre daher natürlich ratsam, ist aber gerade in unserer Branche doch nicht so leicht zu finanzieren.

    Wird keine Pension zugesprochen, was bei der Bilanz unserer Sozialversicherungen sowieso ein kleines Wunder ist, dann kann man als Selbständiger eine derart schwere Erkrankung praktisch kaum durchstehen. Außer man hat im Hintergrund entsprechende Mittel um 1-3 Jahre überbrücken zu können.

    So, einen Teil hab' ich noch ... die Zeit von der Reha bis jetzt ... den gibt's dann morgen.
     
  10. KingOfLions

    KingOfLions Sehr aktives Mitglied

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    Ich schreib's doch noch heute, damit ich es fertig habe. Hier also der Teil 5 - Trau, schau' wem

    Zwischen Spital und Reha war ich in der Nähe meiner Freundin bei der ich die Zeit verbracht habe beim Arzt. Der Arzt war ihr Hausarzt, und hat mich während des Krankenstandes auch in den administrativen Fragen sehr gut unterstützt.

    Nach der Reha war zwar mal das Thema alltägliche Verrichtungen weitgehend erledigt, jedoch war natürlich nach insgesamt 5 Monaten Krankenstand doch noch einiges in Schwebe. Mein größter Fehler war, dass ich nicht zu meiner bekannten Ärztin gegangen bin, sondern um den Weg zu verkürzen zu einem neuen Arzt - einfach weil ich nicht wußte wie es mit Autofahren sein wird, und ich daher einen kurzen Weg zum Arzt haben Apotheke ist praktisch in der Nähe, aber über diese praktischen Facetten hinaus hat das Ganze wenig Charme gehabt.

    Was ich dann in Summe mit diesem Arzt erlebt habe, hat letztendlich dazu geführt, dass ich jetzt den Arzt wechsle.

    Die erste Aktion des Arztes war, mir eine neue Blutuntersuchung (wegen Nierenfunktion, und weil er die Blutabnahme selber macht und verrechnet ;)). Mag sein, dass er sie für notwendig erachtet hat ... irgendwann hat man nach 5 Monaten auch mal die Nase voll davon, andauernd gestochen zu werden ... diese Aktivität war also eher unnötig, da von der Reha eine Nierenuntersuchung erst wieder in einem halben Jahr vorgeschrieben wurde.
    Dafür scheint der gute Doktor aber Leseschwierigkeiten gehabt zu haben, denn er hat nichts von dem weiter verordnet, das aus der Reha empfohlen wurde. Geschweige denn., dass er von sich aus vielleicht irgendwelche Maßnahmen zur Förderung der Rehabilitation vorgeschlagen hätte.

    Da ich zwischendurch meine Rezepte immer nur bei den Sprechstundenhilfen abgeholt habe, habe ich den Arzt dann mindestens ein halbes Jahr nicht gesehen. Erst wieder beim Beantragen einer Nachtrags-Reha für den heurigen Sommer. Ein normaler Mensch würde erwarten, dass sich ein Arzt irgendwie nach dem Befinden erkundigt ... die größte Sorge das Arztes war aber, dass ich ja eigentlich ganz interessante Nahtoderlebnisse gehabt haben muß, und dass er sich da sehr dafür interessiert ... :confused:.

    Der letzte Kontakt war dann mit diesem Arzt, dass ich eine Überweisung zu einem Therapeuten wollte, da ich einerseits die psychischen Folgen(Todesangst) noch nicht klären habe können, andererseits sich auch mittlerweile andere psychische Folgen des langen Krankenstandes (Boreout) bzw. der finanziell angespannten Situation ergeben haben.
    Die Erklärung es Arztes war (sinngemäß), das man da keinen Therapeuten braucht, dass er aber eine Beraterin kennt, dass diese Leute ja normal nichts können (das erklärt der gerade einem Berater), aber gerade die Dame ja absolut gut ist, weil sie NLP kann. Ich habe ehrlich gesagt nicht gewußt, ob ich ihn ohrfeigen oder einen Lachanfall bekommen soll.

    Abgesehen von der fehlenden fachlichen Kompetenz hat mir vor allem gefehlt, von diesem Arzt in keiner Weise unterstützt zu werden, sondern eher wie ein lästiger Schnupfen-Patient behandelt zu werden. Was nach so einem Krankheitsbild vielleicht doch nicht so die richtig Art ist, aber leider sehr gut die moderne Verantwortungslosigkeit mancher Ärzte zeigt, die sich für ihre Patienten nicht mehr verantwortlich fühlen, aber auch nicht in der Lage sind zu diagnostizieren, wenn diese Patienten nicht in der Lages sind ihre Eigenverantwortung wahrzunehmen.

    Resultat dieses Mißgriffs an Arzt ist leider, dass es mir mittlerweile nach 1 1/2 Jahren weitaus schlechter geht als nach der Reha. Es war mir psychisch auch nicht möglich, die Nachtrags-Reha wahrzunehmen und dadurch wieder auf den alten Stand zu kommen. Etwas was als Selbständiger einfach eine dringende Notwendigkeit ist.

    Was ich als Resultat dieses Erlebens weitergeben kann ist, sich gerade als Selbständiger, aber auch als "normaler" Mensch, einen Arzt zu suchen der wirklich Interesse an seinen Patienten hat, und sich von solchen Ärzten zu trennen, bei denen man gute Chancen hat alleine gelassen zu werden, wenn man mal wirklich krank ist.

    Sinn kann es gerade bei schwereren Erkrankungen machen, sich zum Arzt immer eine Unterstützung mitzunehmen (Unterstützung bzw. Zeugen für eine allfällige Klage gegen den Arzt), bzw. sich auch Feedback aus dem Freundeskreis zu holen, was eigentlich "normal" wäre, und dadurch eventuelle eigene psychische Beeinträchtigungen leichter zu erkennen.


    Lasst euch - soferne es euch möglich ist nicht davon abschrecken, wenn euch ein Arzt Behandlungen verweigert. Die meisten Ärzte und Therapeuten können auch ohne eine Überweisung aufgesucht werden, Therapeuten bieten oft eine freie Erstkonsultation.

    Ich hoffe, dass mit einem neuen Arzt endlich eine völlige Rehabilitation möglich ist, und ich meinen Beruf - den ich sehr liebe - auch wieder vollumfänglich nachkommen kann.


    So ... einen habe ich doch noch ... die spirituellen und emotionalen Auswirkungen.
     
    Anevay und puenktchen gefällt das.
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