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Kaufsucht

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von Singar, 5. März 2007.

  1. Singar

    Singar Mitglied

    Registriert seit:
    21. Oktober 2004
    Beiträge:
    185
    Ort:
    Kiel
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    Kaufsucht


    Hatte schon jemand in nahem Umfeld wie in der Familie oder gar in der eigene Partnerschaft jemanden, der unter Kaufsucht leidete? Wie kann man einem helfen der selbst davon überzeugt ist, nach wie vor die "Kontrolle" über sich zu besitzen und nicht unter Kaufsucht leidet? Und - wie kann man helfen?

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    Was ist Kaufsucht?
    Es ist der innere Zwang, kaufen zu müssen, die ständige Wiederholung der Kaufhandlung. Suchtkriterien sind: Kontrollverlust, Zwang zur Wiederholung, Dosissteigerung, Entzugserscheinungen wie etwa Schweißausbrüche, Zittern, innere Unruhe, Depressionen.
    Anfangs glaubt die Süchtige, durch materielle Dinge Anerkennung zu finden. Später löst nur noch das Kaufen selbst kurze Glücksmomente aus - das Gefühl, bedeutend zu sein. Danach folgt der Absturz in tiefe Depressionen. Der Süchtige lügt und kapselt sich ab.

    Worin besteht der eigentliche Kick?
    Die Formel heißt: Ich kaufe, also bin ich. Kaufen vermittelt das Gefühl, sich etwas Gutes zu tun. Beim Kaufen erlebt der Betroffene, beachtet und umworben zu werden. Er fühlt sich kurzfristig mehr wert. Die Stimmung hellt sich kurzfristig auf wie bei einer Droge oder das Kaufen wirkt als Beruhigung. Das Selbstwertgefühl wird gestärkt. Es besteht der Eindruck, Kontrolle über das Leben zu haben.

    Woher kommt Kaufsucht?
    Hinter der Kaufsucht verbergen sich ganz unterschiedliche Ursachen: Ängste, Depressionen, innere Leere, geringes Selbstwertgefühl. Das Kaufen ist der Versuch, diese Gefühle in Griff zu bekommen. Der Betroffene kommt in einen Teufelskreis: negative Gefühle wie Ärger, Stress führen zum Kaufen. Das Kaufen führt nach kurzer Zeit zu Schuldgefühlen, Depressionen. Diese werden wieder versucht, mit Kaufen zu bewältigen.

    Die Wurzeln für das Suchtverhalten liegen in der Kindheit: Mangel an Zuwendung und Anerkennung, Mangel an Liebe und Geborgenheit. Betroffene mussten sich die Zuwendung der Eltern verdienen, durften Gefühle nicht frei äußern. Sie haben erlebt, dass sie als Person nicht wichtig sind. Als Entschädigung gab es sozusagen Spielzeug. Als Erwachsene haben sie nicht gelernt, sich selbst ein gesundes Selbstwertgefühl zu verschaffen.

    Manche Menschen haben als Kind auch unter materieller Entbehrung gelitten und werden aus diesem Mangelempfinden heraus kaufsüchtig. Der Kauf bedeutet einen Ersatz an Zuwendung. Kaufsuchtkranke haben nicht gelernt, sich mit Konflikten auseinanderzusetzen. Probleme in der Familie, Sorgen um den Arbeitsplatz oder Einsamkeit werden mit Kaufen verdrängt. Besonders Frauen wollen mit dem Kaufen von Kleidung, Make-up und Schmuck ihre Unzufriedenheit mit ihrem Äußern bekämpfen - Männer häufen eher technische Geräte und Computer an.

    Auch gesellschaftliche Bedingungen spielen eine Rolle: Das Kaufen ist gesellschaftlich akzeptiert und wird gefördert. Scheckkarten erleichtern das Geldausgeben ebenso wie Bestellungen über den Katalog.


    Wie pflegen Kaufsüchtige ihre Kaufsucht zu begründen/verschleiern?
    Es sind nur Sonderangebote. Ich habe viel Geld gespart. Das Geld ist selbstverdient. Niemand braucht mir Vorschriften zu machen. Schulden mache ich keine. Ich habe Kontrolle darüber. Ich wollte nur mal bummeln und schauen gehen. Dafür spare ich jetzt in nächster Zeit. Viele verstecken Ihre Einkäufe oder verschenken sie auch.
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    Warum ich dieses Thema anspreche...
    Leider bin ich im laufe der Zeit zu der Erkenntnis gekommen, das mein Mann unter Kaufsucht leidet - aber er verstand es bisher mit einer geradezu genialen redegewandten Geschicklichkeit, die Käufe stets so gut rechtzufertigen, das mir das bisher nie auffiel. Doch die Zeit vergeht und vergeht und er kommt von seinen Schulden nicht runter obwohl er gut verdient, und wir so gut wie nie ausgehen, kein Urlaub machen, keine Anschaffungen haben und auch sonst sehr ärmlich und bescheiden leben (müssen). Dennoch gehen die Schulden nicht runter. Irgendwann fiel mir dann doch auf, als ich mir Gedanken machte wo denn immer das ganze Geld verschwindet... seine Schwäche: Computerteile und Technischer Schnickschnack-kram... Nachdem ich für mich grob überschlagen ausgerechnet habe, was er denn in Monat so einkauft, kam ich auf 200.-Euro in Monat nur für technisches Spielzeug und Computerteile - allesamt nicht Notwendig und diente lediglich zur Komfort-Anhebung, Kauflustbefriedigung, und "weils im Sonderangebot war".
    Für mich als betroffene Angehörige ist es besonders Dramatisch, da ich von meinem 200 Euro-Hilfsjob Geld das ich in Monat bekomme, dann zusehen muss, Lebensmittel einzukaufen, damit wir nicht am ende des Monats vom Kartoffelbrei und Spiegelei leben müssen, während er gleich zur Anfang nächsten Monats, kaum das Geld da ist, sich wieder mit irgendeinem Spielzeug eindeckt, das zum teil sogar unausgepackt dann liegen bleibt. Was er in Monat ausgibt in unkontrolliertem Kauflustbefriedigungen in technischem Spielzeuge, muss ich notgedrungen an mir selbst sparen, damit wir noch was zu Essen im Hause haben - obwohl ich mittlerweile selbst dringendst neue Kleidung benötige, und keine Lust verspüre, das Angebot seiner Mutter anzunehmen, von ihr ausgemistete Kleidungsstücke mir was rauszusuchen. :escape:

    Was soll ich nun tun? Wie kann ich ihn helfen, wenn er selbst sich so garnicht sieht als "Kaufsüchtig"? In so einigen Streitphasen habe ich ihm das auf den Kopf geknallt, hätte er sich den Palmtop, Laptop, Computerspiele und TV-Karte und Satelittenanlage uvm. nicht gekauft, hätte er längst das notwendige Geld um dringend notwendige, anstehende TÜV-Reparaturen für sein Auto zusammen. Doch leider scheine ich nicht wirklich zu seinem Verstand "durch zu kommen", und dann muss ich Vowürfe seinerseits mir anhören, ich solle mir besseren Job suchen und mehr Geld verdienen (anstatt den Aushilfsjob), und gibt indirekt mir die Schuld an seine Überschuldung, weil ich nicht genügend Mitverdiene um ihn zu "entlassten".

    Da er sich selbst im Recht sieht, kommen Gespräche wie bei einer Selbsthilfegruppe oder Psychologische Beratung nicht in Frage, er blockt und verdrängt das Problem Schulden und Finanzielle Nöte und sieht darin auch kein Zusammenhang zu seinem Kaufverhalten, womit er stets mit einer findigen Ausrede begründet.
    Also muss ich indirekt, ohne das er es "merkt", versuchen ihn psychologisch zu helfen... nach Ursachen suchen, ihn zum reden zu bringen, zu ergründen versuchen, was für defizite er mit Kauferei er ausgleichen will...

    Aber... wie mache ich das? Wie stelle ich das am geschicktesten an? Ich bin kein Auditor und auch keine ausgebildete psychologin... Doch wenn ich einige gute Ansätze habe, weiß ich durchaus das umzusetzen.
    Hat jemand paar Ideen?


    Grüßle
    Singar
     
  2. GreenTara

    GreenTara Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    6. September 2003
    Beiträge:
    4.788
    Ort:
    Kassel
    Hallo Singar :)

    ich kenne das auch, und es war ganz ähnlich - laufend was Neues für den PC. Meine "Schachzüge" wie ein leerer Kühlschrank (ich habe dann auf der Arbeit gegessen) brachten auch nichts.

    Jetzt, Jahre später, würde ich das anders machen und nicht meinem Mann empfehlen, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, sondern selbst in eine gehen.

    Es gibt viele Gruppen für die Angehörigen von Abhängigen, vielleicht schaust dich da mal um.

    Lieben Gruß
    Rita
     
  3. Alaana

    Alaana Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30. Juli 2006
    Beiträge:
    1.249
    Ich weiss nicht ob das schon Kaufsucht ist, kann sein. Dein Mann kommt mir aber eher vor wie ein grosses kind , das sehr egoistisch ist.
    Sammel doch mal den ganzen Mist zusammen, lege es Mitten ins Wohnzimmer, verziehre es mit überdimensionalen Preisschildern und warte seine Reaktion ab.
    Mag sein das er sich schmollend zurückzieht, weil "Mami" ihm sein Spielzeug wegnimmt.
    Und füttere ihn ruhig mit Kartoffelbrei, davon stirbt Mann nicht :)
    Vielleicht merkt ers dann.
     
  4. Waju

    Waju Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    3. April 2005
    Beiträge:
    81.897
    Ort:
    ...wo ich zuhause bin........
    Hallo:)

    Also ich denke es gibt sehr viele Mensch die unter der Kaufsucht leiden, eben eine Ersatzbefriedigung für andere fehlende Bedürfnisse.
    Na solange sie sich das Kaufen leisten können ist es noch okay aber wenn nicht gibt es gewaltige Probleme.
    Ich frage mich allerdings voher sie die Begabung haben Geld auszugeben das eigentlich nicht existiert, oder immer noch Quellen finden aus denen Geld fließt.

    LG Tigermaus
     
  5. Opelia

    Opelia Mitglied

    Registriert seit:
    9. November 2005
    Beiträge:
    201
    Habt ihr ein eigenes Haushaltskonto? Gibt er da was ab? Da kommt ein gewisser Betrag hinein, allein für den Haushalt, wenn ihr weniger braucht, spart ihr gleich für Notzeiten (wenn z.B. die Waschmaschine kaputt geht)
    Weiters würde ich ihn mitnehmen zum Lebensmittel einkaufen. Hat er überhaupt eine Ahnung wieviel alles kostet? Oder machst du das alleine?

    Was setzt er als Begründung an, dass du dir einen besseren Job suchen sollst? (außer damit du mehr Geld verdienst). Du hast ja sicher einen Grund, warum du den Aushilfsjob hast und keinen Fulltimejob.

    Ich wünsche dir Alles Liebe
     
  6. Katarina

    Katarina Guest

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    Du hast ja selbst schon festgestellt, dass Du da über den Verstand nicht "rankommst". Das haben Süchte so an sich. Und wenn du jemanden, der dicht macht, versuchst "indirekt" psychologisch zu ergründen und in die "rechte Richtung" zu lenken, dann funktioniert das nicht. Das ist nämlich ein - wenn auch gut gemeinter - Manipulationsversuch.
    Ich würde mich Green Tara anschließen. Kümmere Dich um Dich selbst. Spiegelbildlich zu dem "Knoten" Deines Mannes gibt es auch einen bei Dir. Finde ihn und löse ihn. Entweder geht dann die Beziehung zu Ende (ohne große Dramen) oder Dein Mann profitiert von Deiner "Erlösung" und seine Sucht löst sich gleichfalls auf.

    Katarina :)
     
  7. bernstein

    bernstein Guest

    Kaufsucht ist ja flächendeckendes und durchaus gefördertes Krankheitssymptom. Dafür sorgt die "Geiz ist geil" Lobby tagtäglich und der Wirtschaftsmotor wird so am Leben gehalten. Kaufsucht ist Ausdruck von leerem Sinn und dieser ist ein Kennzeichen der modernen Gesellschaft. Alles ist zu Tode geregelt, die Freiheit erschöpft sich im kaufen was man will, nicht im sein was man ist, im sein was man sein soll, nämlich willfähriger Rollenspieler eines Diktates, hier als wohlentgleister Konsument. Sinnsuche und daran angeschlossen Sinnfindung ist ein elementares Bedürfnis. Konsum/ Sucht ist der untergrabene Sinn, die Pervertierung des Sinnes und Merkmal des eigentlichen Sinnverlustes, die wirkliche Freude am Leben wird durch den Kick substituiert.

    bernstein
     
  8. Katze1

    Katze1 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. September 2005
    Beiträge:
    11.870
    Ort:
    Wien
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    Hallo,

    ich glaube, dem kommst du mit rationalen Ansätzen nicht bei. So wie es bei Kindern nicht funktioniert, wenn sie was durchsetzen wollen.

    Welche anderen Möglichkeiten siehst du, ihn zB emotional unter Druck zu setzen? In seiner Ehre, in seinem Status bei seinen Freunden, bei seiner Famile.... Keine Ahnung....

    Klingt wilder als es ist, ich möchte dir ein Beispiel geben:
    In der Kinesiologie gibt es den Begriff "Isolierung". Davon spricht man, wenn der Körper nicht registriert, dass er an einer bestimmten Stelle Heilungsbedarf hat (zB eine Stelle ist permanent entzündet und heilt nicht ab). Da arbeitet der Kinesiologe so, dass er sich eine "Hintertür" sucht, denn durch die "Eingangstür" funktioniert das nicht.

    Es ist natürlich eine blöde Ausgangssituation, weil er Hautpverdiener ist, meint es gehöre ihm das ganze Geld und ihm wird von dir boshafterweise Verantwortung aufgebürdet - nämlich, dass er für deinen Unterhalt auch aufkommen muss - sehr egozentrisches und einfältiges Denken.

    Wenn du dazuverdienen würdest, würde er noch mehr ausgeben! Stimmt´s?
     

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