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Kapitalisten müssen aktiv bekämpft werden!

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von diabolo, 10. März 2005.

  1. diabolo

    diabolo Neues Mitglied

    Registriert seit:
    15. Januar 2005
    Beiträge:
    372
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    Ich sah g. Gillen im Fernsehen, die ist sehr potent.




    Aus dem Buch von Gabriele Gillen zu Hartz IV
    "Eine Abrechnung"


    Die Wahrheit
    Nein, dieses Buch will nicht unparteiisch sein. "Dieses Buch ist polemisch und einseitig", schreibt die Autorin eingangs. Das Buch ist eine Streitschrift, ein wütender Aufschrei, eine Ohrfeige für alle Politiker der etablierten Volksparteien und ihre Helfershelfer in Medien, wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten und vor allem in den Führungsetagen der Unternehmen.

    Auf den fortschreitenden, zum Himmel schreienden Zynismus dieser Persönlichkeiten reagiert die Autorin angemessen.

    Und schreibt darüber hinaus die Wahrheit. Jede im Buch genannte Zahl, jedes Zitat ist offen in Zeitungsarchiven oder im Internet zugänglich. Alles schon mal gehört, aber nie in diesem Zusammenhang, wie ihn die Autorin herstellt, gelesen.

    Die Millionen von den etablierten Parteien, den Medien des Mainstreams und den Wirtschaftsführern Belogenen und Betrogenen, die bislang ohnmächtig in Angst oder stiller Wut zusehen mussten, wie sie fertiggemacht und marginalisiert werden, erhalten hier endlich eine Anleitung, wie man sich zunächst argumentativ zur Wehr setzen kann. Es ist ein Anfang. Doch wo, fragt die Autorin, bleibt die Revolte gegen die große revolutionäre Veränderung der Gesellschaft im Namen eines entfesselten Kapitalismus, einer Revolution, der inzwischen Millionen Existenzen geopfert wurden und werden?

    Die damit einhergehende Entwürdigung all dieser Menschen ist die große Gefahr, die den gesellschaftlichen Transformationsprozeß möglicherweise in eine Richtung lenkt, die den dafür verantwortlichen Politikern dann nicht mehr so gut gefallen dürfte. Deshalb sollten auch sie dieses Buch zur Kenntnis nehmen und einmal anfangen nachzudenken.

    Verlag und Autorin halten sich an die selbst gesetzten Regeln und haben sich dafür entschieden, die 250 Seiten zu einem für jeden erschwinglichen Preis anzubieten. Es geht also. Unbedingte Empfehlung.

    Überfällige Abrechnung mit der Ausplünderung des Volkes
    Früher schnappte man sich bei einer Rattenplage einfach eine junge Ratte und nagelte sie lebendig ans Scheunentor. Das stundenlange Schmerzgefiepe der Gequälten signalisierte dem Rest der Sippe: höchste Gefahr, alles schnell weg hier! Es ist ein großer Irrtum zu glauben, Hartz IV ziele auf die Erwerbslosen. Bei 5 Millionen Arbeitslosen und 268 300 gemeldeten offenen Stellen kann nicht einmal Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut an die Mär von "den faulen Arbeitslosen" glauben, ans "Fördern und Fordern". Hartz IV ist vielmehr eine potente Waffe gegen die abhängig Beschäftigten. Arbeitslose und erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger werden nachhaltig gequält, um allen Nocharbeitsplatzbesitzenden zu signalisieren: Nehmt die zunehmende Deregulierung des Arbeitsmarktes gefälligst klaglos hin, oder ihr verliert eure Jobs und werdet im nächsten Jahr selber gehartzt. Am 2. Februar verkündete Wirtschaftsminister Wolfgang Clement - der "Master of Desaster" (Rainer Brüderle) - die neuesten Arbeitslosenzahlen. Clement spricht von "der ganzen Wahrheit". Laut 'offizieller' Arbeitslosenstatistik überschritt die 'offizielle' Arbeitslosigkeit im Januar 'offiziell' die 5 Millionengrenze. Damit erhöht sich die 'offizielle' Arbeitslosenquote bundesweit auf 'offiziell' 12,1%. Die inoffizielle Quote ist sicher doppelt so hoch. Neben 1,5 Millionen Arbeitslosen in sogenannten "öffentlich geförderten Maßnahmen", die aus der Statistik herausfallen, "verschwinden" vor allem im Westen immer mehr Frauen in der Familie. Von einer sogenannten "stillen Reserve" ist die Rede - überwiegend qualifizierte weibliche Fachkräfte, die in der Kinderbetreuungswüste Deutschland jobtechnisch verschmachten. Vergessen auch die Familien der Arbeitslosen. Auf die meisten Gehartzten kommen weitere Ko-Gehartzte: Ehepartner und Kinder. Hier wird deutlich, wie sich die Massenarbeitslosigkeit inzwischen in die Gesellschaft hineinfrißt. Hartz IV übertrifft die schlimmsten Befürchtungen: 80% aller bisherigen Arbeitslosenhilfebezieher ohne Kind erhalten durch das neue ALGII ab Januar 2005 weniger bis gar nichts mehr. Gehartzte Sozialhilfeempfänger gehen fast aller 'einmaligen Leistungen', wie Kleidergeld, Beihilfen für Hausrat, Möbel, Renovierung, usw., verlustig - notwendige Überlebenshilfen, für die ein paar Euro mehr kein Ersatz sind. Auch die Kinderarmut ist dank Hartz IV weiter auf dem Vormarsch. Als direkte Folge von Hartz IV rutschen eine halbe Million Kinder zusätzlich unter die Armutsgrenze - armes Deutschland! "Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen haben eine verheerende erste Bilanz der Arbeitsmarktreform Hartz IV gezogen. Die massiven, gesetzlich vorgegebenen Verschlechterungen für Erwerbslose würden durch zahlreiche Pannen und eine rechtswidrige Leistungsgewährung verschärft, erklärte eine Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen in Frankfurt. "Uns erreichen zahlreiche Hilferufe von Betroffenen, die selbst Ende Januar noch keine Leistungen auf dem Konto hatten...". Auch im Februar könnten noch viele ohne Geld dastehen. Zudem seien rund 90 Prozent aller bei den Initiativen vorgelegten Hartz-IV-Bescheide fehlerhaft".

    Tatsachen
    Lebendig erzählt Gabriele Gillen, wie Hartz 4 die Gesellschaft in kastenartiger Manier separiert.
    Der Sozialstaat wird in Plündermanier ausgeschlachtet.
    Wir alle werden im nächsten Jahr sehr viel enger zusammenrücken müssen. Wir werden miteinander und füreinander da sein müssen. Wir werden es schaffen müssen, eine Mehrheit der Demokraten zu organisieren, die sich zuerst selbst hilft und dann gemeinsam daran geht, den Staat wieder zur dienenden Institution für alle Bürger zu machen.
    Das ist eine Aufgabe, die nur zu schaffen ist, wenn der Antrieb aus dem gemeinsamen Willen kommt, eine für alle gleichermaßen gute und erstrebenswerte Zukunft zu schaffen, in einem Land, das auf der Basis wirklicher Chancengleichheit jedem genügend Raum gibt, um sich zu beweisen, um Ansehen, Wohlstand, auch Reichtum zu erwerben, genug Raum, um sich selbst zu verwirklichen, ohne dass immer und überall das Geld und das Kapital die Grenzen setzen und den Rahm abschöpfen.
    Lassen wir uns allerdings weiter in einen unsinnigen Wettstreit um das immer knapper werdende Geld treiben, lassen wir es zu, dass die Gesellschaft von unten her erodiert, dass aus der Masse der Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger nun einerseits ein Heer von Not- und Armuts-Kriminellen, andererseits das Kanonenfutter für weiteres Lohndumping wächst, dann wird der Brand sich ausbreiten, bis auch noch die letzte Habe der ärmeren 98 Prozent der Bevölkerung in das Eigentum der reichen 2 Prozent der Bevölkerung übergegangen ist. Seit Jahren verkaufen auf dem Land die kleinen Bauern einen Acker nach dem anderen, um die Familie ernähren zu können. Seit Jahren wächst die Zahl der Zwangsversteigerungen von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen. Lebensversicherungen werden gekündigt und Sparguthaben aufgezehrt. Hartz IV und Ein-Euro-Jobs werden diesen Trend verstärken, nicht umdrehen.

    PS.
    Habe mir das Buch gerade aus der Bibliothek geholt, es ist sehr zu empfehlen
     
  2. intrabilis

    intrabilis Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. Februar 2005
    Beiträge:
    1.541
    Ort:
    ungefähr da
    Hallo,

    Ich selbst bin Saison-Arbeiter, spüre also den Leistungsdruck im Job (+Steuern, Abgaben) als auch die finanzielle Belastung als Arbeitloser. Schon dieses Jahr war ein massiver Rückgang der Bezüge zu erkennen (25% weniger Arbeitlosenentgeld), mit gleichzeitiger Lohnkürzung.

    Das haben wir nun von der "Freien Marktwirtschaft" die unter allen Umständen (auch Krieg) durgesetzt wird (Dank an die USA).
    Die Kluft zwischen Arm und Reich steigt immer schneller, und damit auch die Verarmung.
    Meiner Meinung wird die "Mittelklasse" allerdings noch mit ausreichend "Brot und Spiele" versorgt und gegen die Unteren Schichten ausgespielt,
    sodass sich so schnell nichts ändern wird.
    Persönlich hoffe ich auf eine Revolution, allerdings von Oben nach Unten.
    Alle bisherigen Revolutionen von Unten (Volk) nach Oben (Regierung) sind in blutigste Kriege ausgeartet.

    lebe Grüsse
     
  3. namor

    namor Guest

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    hallo,

    das hoffe ich auch, jedoch fürchte ich, dass wir da noch lange, lange werden warten müssen.
    Denn wer von denen da oben hat schon ein Interesse daran, etwas zu ändern, da sie ja die Nutznießer des Raubbaus sind. Möglicherweise haben wir irgendwann gar keine andere Wahl, weil man uns so in die Enge getrieben hat.

    Das ist meiner Meinung nach der Grund, warum Revolutionen oft so blutig durchgeführt werden, weil die Leute aus Wut und Verzweifelung nur noch um sich schlagen, da man sie so lange nicht gehört hat.

    Das ist dann auch nicht mehr die Schuld der Leute, wenn sie in einer Notwehrsituation, wo es um das eigene Überleben geht, zu harschen Mitteln greifen.

    MfG

    namor
     
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