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Hl.Maria

Dieses Thema im Forum "Träume" wurde erstellt von Ariadne, 26. August 2005.

  1. Ariadne

    Ariadne Mitglied

    Registriert seit:
    10. Januar 2005
    Beiträge:
    241
    Ort:
    Wien
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    Hallo an alle,
    heute will ich einmal einen Traum hier herein stellen, den ich mir nicht ganz erklären kann. Den Anfang sehr wohl, aber das Ende des Traumes lässt mir keine Ruhe.

    Ich gehe einen wunderschönen geraden Waldweg entlang. Die Gegend erinnert mich an Mödling, an den "drei Stunden Weg". Links neben mir geht ein Hang hinunter, wunderbar von hohen Laubbäumen bewachsen, rechts von mir geht es in der gleichen Steigung hinauf.
    Keine Menschenseele weit und breit und da bin ich wohl während des Gehens eingeschlafen. Plötzlich schreckt mich ein Geräusch auf. Ich bin hellwach (im Traum) und sehe eine Frau durch den Wald heraufkommen. Sie trägt einen langen, beigen, wallenden Umhang mit Kaputze. Sie ist sehr zügig und schnell unterwegs. Die Steigung macht ihr anscheinend überhaupt nichts aus. Sie quert meinen Weg, grüßt mich im Vorbeigehen, auch ich grüße sie und schaue ihr nach, wie sie weiter nach oben steigt. Und da sehe ich dort oben eine Kapelle stehen. Irgendwie erwarte ich jetzt, dass sie durch die geschlossenene schmiedeeisene Tür, die mit kleinen Sichtfenstern versehen ist, hindurchgeht. Aber sie öffnet diese Tür und verschwindet in der Kapelle, von der ich weiß (im Traum), dass diese Tür schon seit Jahrzehnten nicht mehr geöffnet wurde. Und ich überlegte, wenn ich jetzt hinaufginge, würde ich feststellen, dass diese Tür auch gerade eben nicht wirklich geöffnet wurde. Ich wusste plötzlich, dass ich ein Wunder gesehen habe und dass diese Frau die heilige Maria war.
    Wobei ich gleich dazu sagen möchte, dass ich eher mit fernöstlichen Philosophien vertraut bin, als mit der katholischen Glaubensrichtung.
    Der Traum ging dann noch kurz weiter. Ich bin in einer leeren, mir fremden Wohnung und will nach Hause gehen, wage mich aber nicht hinaus ins Treppenhaus, weil ich befürchte, dass diese Frau mir abermals über den Weg lufen könnte. Und ich weiß, dass dies dann ein Unglück verkündete. Ich sehe sie aber nicht, als ich hinausgehe, aber ich wache mit Herzklopfen auf und mit dem Wort: "Anderswelt". (In Wirklichkeit weiß ich, dass es irgendwo ein Forum mit dem Namen Anderswelt gibt, wüsste aber nicht, was das mit meinem Traum zu tun hätte).
    Kann sich jemand darauf einen Reim machen?
    Ich bedanke mich schon mal im Vorhinein :danke:

    Liebe Grüße
    Ariadne
     
  2. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. Juni 2003
    Beiträge:
    5.803
    Hi Ariadne,

    Zu den östlichen Philosophien und dem Christentum: Du darfst nicht vergessen, dass du, wie ich vermute, als im Westen aufgewachsene Person, die Symbolik des Christentums quasi bis in dein Unterbewusstsein aufgenommen hast. Da kommt's nicht so sehr drauf an, was du sonst vom Christentum hältst oder wie vertraut du damit bist.

    Ok, hier ein paar Gedanken, v.a. zum zweiten Teil:
    Der Weg - der Lebensweg. Die Hl. Maria kann schon fast als Archetyp angesehen werden, für den Menschen, der sich einer (spirituellen) Sache bis ins Letzte hingibt. Hingabe, Treue, eine reine Seele, das würde ich mit Maria verbinden. Auf dem Lebensweg der Hl. Maria zu begegnen, könnte also ungefähr so viel bedeuten, dass du diesen Charakterseiten oder Tugenden begegnest. Persönlich glaube ich beispielsweise, dass spirituelles im speziellen und persönliches Wachstum ganz generell an einem gewissen Punkt IMMER über das Thema der Hingabe führt, welche der Mensch in seinen Charakter zu integrieren hat. Hingabe ist bei uns eher verpönt, man schaue nur mal in den Thread "Die 10 Gebote", wo konsequent alle diese klaren Regeln (die ja eigentlich dazu dienen sollen, dass der Mensch sich selbst kein Leiden bereitet) auf eine Weise ausgelegt wurden, dass da niemand anderer mehr ist - also kein "persönlicher Gott" -, dem man sich auszuliefern hat, dem man sich hingeben muss. Eine grosse Leistung der westlichen Religionen war es, Gott NICHT als unpersönliche allem immanente Kraft erfahrbar zu machen, sondern ihm in übertragenem Sinne ein Antlitz zu verleihen, das dem menschlichen Bedürfnis nach persönlichem (zwischenmenschlichen oder hier: "zwischen-mensch-göttlichem") Kontakt sehr viel besser gerecht wird. (Mit all den wiederum negativen Folgen, die das dann hatte, ich möchte hier keine Diskussion über solche theologischen Details entfachen.)

    Maria ist in der Lage, ein Wunder zu vollbringen. Sie öffnet ein Tor, das sonst eigentlich verschlossen ist. Ja, hier würde ich persönlich zustimmen: Durch Hingabe an Gott ist buchstäblich alles möglich. Wo das Vertrauen absolut ist, kann Gott durch den Menschen jedes Wunder vollbringen. In der Bibel gibt es ja auch den berühmten Spruch Jesu: "Wenn euer Glaube nur so gross wie ein Senfkorn wäre, so könntet ihr Berge versetzen." (Ungefähr so ging der.) Maria - und mit ihr alle Heiligen dieser Welt -, vollbringt Wunder nicht dadurch, dass sie selbst die Verursacherin dieser Wunder ist, sondern dadurch, dass sie ganz rein und leer von Egozentrismus ist. Ein leeres Gefäss, das ganz von Gott gefüllt werden kann, um es mit den christlichen Mystikern auszudrücken.

    Dass du "in einer fremden, leeren Wohnung" bist, und gerne "nach Hause" möchtest, das ist ein interessantes Detail. Wenn man mal die typische Deutung heranzieht, nach derer Häuser ganz prinzipiell das Ich bedeuten, so befindest du dich also eigentlich in einem dir grundsätzlich fremden Ich - und nicht in deinem wahren Ich. Dieses fremde Ich ist dir leer, fremd, unerfüllt womöglich. Auch dies ist ein starkes Symbol vieler Religionen: Das "wahre Ich" muss der Mensch erst noch finden. Man könnte das so umformulieren, dass die Seele im Körper, in dieser Persönlichkeit, die du hier in dieser Welt bist, nicht in ihrem wahren Zuhause ist. Eigentlich sehnt sie sich danach, zurückzukehren, und die Rückkehr ist immer eine Rückkehr zu Gott ("in den Himmel zu Seiner Rechten"). Egal, wie erfüllt auch dein Leben sein mag, da bleibt immer ein Stück Leere, Unerfülltheit, Trennung zurück. Als Seele in die Welt inkarniert zu sein bedeutet im tiefsten Wesen der Welt: Trennung. In der Esoterik spricht man ja häufig davon, dass Gott sich, um sich selbst in seiner Schöpfung zu erkennen, zuerst in die beiden Teile "Schöpfer und Schöpfung" aufgetrennt hätte. Während der Schöpfer Agape, also göttliche Liebe, zu seiner Schöpfung verspürt, so sehnt sich die Schöpfung umgekehrt in Eros nach dem Schöpfer. Diese Trennung zwischen der Seele als Teil Gottes und der Persönlichkeit, dem Menschsein, scheint hier dargestellt zwischen der Wohnung, wo du dich befindest, und dem Zuhause, nach dem du dich sehnst.

    Wann kehrt die Seele zu Gott zurück? Wann tritt sie durch das Tor, das Gott von der Welt trennt? Natürlich im Moment des Todes. Und jetzt wird langsam die ganze Bedeutung klar: Maria vollbringt ein Wunder dadurch, dass sie unbehelligt durch dieses Tor geht. Maria ist durch ihre Hingabe ein Reisender zwischen beiden Welten geworden, ein Medium zwischen Gott und der Schöpfung quasi. Wenn das kein echtes Wunder ist!
    Du aber bist hier in dieser Welt. Das erste Mal hast du nur zugeschaut, wie Maria durch's Tor getreten ist, du selbst bist NICHT hindurchgetreten. Du weisst, würdest du jetzt Maria zum erneuten Mal treffen, so bedeutete dies nichts anderes als deinen Tod, denn der Tod ist notwendig, damit die Seele zu Gott zurückkehren kann. Das wird dir im Traum als "Unglück" dargestellt.
    Aber - trotzdem wagst du dich hinaus ins Treppenhaus. Du hast Mut, oder deine Sehnsucht, nach Hause zu kommen, überwiegt die Gefahr, Maria noch einmal zu begegnen, oder vermutlich beides. Eigentlich hast du schon gewählt, eigentlich würdest du sogar die letzte Konsequenz in kauf nehmen, um nach Hause zu gelangen, aber das ist natürlich kein einfacher Schritt, und das macht auch Angst.

    "Anderswelt" kann beides bedeuten: Entweder, dass du jetzt in dieser Welt nicht zu Hause bist, und somit quasi in einer "anderen Welt als der Heimwelt", oder genau umgekehrt, dass du hier bist, und eigentlich in jene andere, deine Heimwelt, möchtest.

    Ich hoffe, das hilft weiter.
    fckw
     
  3. Ariadne

    Ariadne Mitglied

    Registriert seit:
    10. Januar 2005
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    241
    Ort:
    Wien
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    hallo fckw,

    ich danke dir sehr für die ausführliche Beschreibung deiner Gedanken zu meinem Traum.
    Was sehr sehr seltsam ist: Eine meiner Schwestern rief mich heute morgen an,und erzählte mir, dass sie im Traum mit ihren Kindern in einer leeren Wohnung eingeschlossen war und dass von draußen eine Gefahr drohte: Eine sehr dunkle Gestalt im langen Mantel mit Kaputze schlich die Treppen hoch. Sie wollte zum Fenster raus, da sah sie kleine Plastiksärge vor dem Fenster stehen.
    Ich selbst hatte vorletzte Nacht geträumt, dass mein Mann und ich auf ein Begräbnis gingen und mein Mann trug einen kleinen weinroten Plastiksarg unter dem Arm.
    Meine Schwester und ich haben uns seit ca. einer Woche nicht gehört, sie konnte daher von meinem Traum nichts wissen.
    Und dann gibt es da noch eine andere Schwester von mir, die letzte Nacht träumte, sie wäre in einer leeren, ihr unbekannten Wohnung. Außer vier Sesseln gab es hier keine Möbeln. Sie wurde sehr müde und schlief auf einem dieser Sessel ein. Da wurde sie plötzlich geweckt und zwar dadurch, dass sie ganz sanft am Rücken berührt wurde. Da sie wusste, sie befindet sich allein in dieser Wohnung, bekam sie furchtbare Angst. Plötzlich stellte sie fest, dass sie sich schwebend vom Sessel erhob. Sie krümmte sich im schwebenden Zustand in die Embryohaltung und hatte das Bedürfnis, den Mund zu öffnen. Da entwich ein silbernes "Häutchen". Es wurde immer mehr und mehr. Sie dachte dabei erst an Speichelfluss. Aber es wurde mit der Zeit ein langer, silberner Faden. Sie wusste, dass sie nie mehr aus dieser Wohnung raus könnte.

    Wenn ich mir all diese Träume zusammenfassend anschaue, so habe ich das Gefühl, dass Familienbedingt irgendetwas in der Luft liegt. Kann es aber noch nicht sagen. Dieses Gefühl, dass "sich etwas nähert" habe ich sowieso schon seit genau vier Tagen (ich führe Tagebuch).

    Das, was du von der Leere und dem Gefühl des Getrennt sein von Gott sagst, das kenne ich schon lange, seit ich meditiere und mich auch mit Sufismus beschäftige, was mich sehr fasziniert.
    Du hast natürlich auch recht damit, dass ich ja in der westlichen Welt aufgewachsen bin und natürlich hier religiös geprägt wurde.
    Schon allein die Kapelle ist ein Hinweis auf diese "feste Struktur".

    Ich glaube, dass ein einziger Traum oft auf mehreren Ebenen seine Wirkung entfalten kann. Und dass zwei meiner sechs Schwestern ähnliches träumten und das in der selben Nacht, hat sicher etwas mit einer familiären Geschichte zu tun und gleichzeitig garantiert auch bei jeder einzelnen auf einer höheren, spirituellen Ebene. Denke ich mal.

    Jedenfalls danke, dass du mir geschrieben hast. Deine Worte enthalten sehr viel Wahrheit und ich denke, du bist auf einem guten Weg.
    Liebe Grüße
    Ariadne
     

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