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Ethos

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von Tucholsky, 8. Juli 2008.

  1. Tucholsky

    Tucholsky Guest

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    Ethos


    Tucholsky sagte: "Es ist ein großer Irrtum zu glauben, dass Menschheitsprobleme "gelöst" werden; sie werden von einer gelangweilten Menschheit liegen gelassen."

    Wenn man sich mit der Ethik beschäftigt, dann stößt man auf einen Widerspruch, der dem Ethos innewohnt und scheinbar nicht aufgelöst werden kann. Dieser immanente Widerspruch besteht darin, dass das Ethos als Sitte etwas für das Gemeinwohl einer Gemeinschaft beansprucht, und zu seiner Erhaltung seine traditionellen Regeln durch eine Herrschaftshierarchie aufrechterhält, und gleichzeitig das Wohl (die Würde) des Einzelnen (Menschen) schützen und respektieren will. Aber das geht nicht zusammen, denn entweder muss das handelnde Herrschen notwendig die Würde des Einzelnen verletzen oder wenn die Würde des Einzelnen geschützt und respektiert wird werden die Regeln der Gemeinschaft notwendig missachtet. Hinzu kommt noch, dass das Ethos einer Gemeinschaft A durchaus verschieden sein kann mit dem Ethos einer Gemeinschaft B oder weiteren Gemeinschaften. Wenn man das Ethos verstehen will, dann ist dieser Widerspruch ein Problem der Ethik. Ethik ist hier die Wissenschaft, welche sich dieses Problems annimmt.

    Als der Kaiser Ting=Wang 604 vor Christus regierte wurde Örl as Sohn des Bauern Li geboren. Er war später Staatsbibliothekar und gab seine Ämter zurück in die Hände des Kaisers, als jene, die von seiner Kritik Getroffenen Widerstand leisteten und widmete sich der Meditation. Öri sagte: ''Je mehr Verwaltung und Verbote umso mehr Gewalt und Armut. Je mehr Gewalt und Waffen umso mehr Unruhe und Widerstand. Je mehr Schlauheit und Berechnung um so mehr Verschlagenheit und Rückschläge. Je mehr Verordnungen umso mehr Feinde der Ordnung.'

    Entbindung und Freiheit kommt auch zum Ausdruck in der Erklärung vom 4. Juli 1776 - ' ...that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable rights, that among these are life, liberty and the pursuit of happiness. That to secure these rights, governments are instituted among men, deriving their just powers from the consent of the governed. That whenever any form of government becomes destructive to these ends, it is the right of the people to alter or to abolish it ... we hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable rights, that among these are life, liberty and the pursuit of happiness. "


    Der Philosoph

    Der Ahnherr des Philosophen ist Aristoteles, sowie Moses der Ahnherr des Christen ist. Vor Aristoteles gab es nur Esoteriker und Moses. Aristoteles ist schon lange tot, aber noch nicht so lange wie Moses. Der Philosoph glaubt an die Gebote des Aristoteles, weil die 10 Gebote des Moses nicht gut sind.

    Der Philosoph teilt das Leben in zwei Teile, in Philosophen und Esoteriker. Philosophen sind groß, weil sie tot sind und sie haben sowas großes wie die 5 Bücher Moses geschrieben, aber selbst. Sie heißen: Aristoteles, Descartes, Kant, Russel und Wittgenstein. Es gibt noch andere Philosophen, aber die sind nicht berühmt. Esoteriker sind keine Philosophen, weil sie nicht an Aristoteles glauben. Neben Philosophen und Esoterikern gibt es noch Frauen und Studenten.

    Wenn zwei Philosophen einer Meinung sind, dann ist einer von beiden kein Philosoph, denn der Philosoph unterscheidet sich vom Menschen dadurch, dass er selbst denkt. Das weiß er aus dem Buch von Descartes. Philosophen respektieren sich gegenseitig. Das tun sie, in dem sie sich in der dritten Person anreden und sich in jedem Gespräch zu Aristoteles bekennen mit einem Zitat.

    Der Philosoph hat lange Haare und spricht Griechisch, weil das wichtig ist. Er spricht auch Latein, aber er spricht nicht darüber, weil das nicht wichtig ist. Wichtig ist, dass er tot ist. Lebende Philosophen sind Angeber. Der Philosoph denkt viel, damit er Bücher schreiben kann. Wenn er tot ist, werden die Bücher gedruckt. Solange er noch nicht tot ist, muss er als Professor arbeiten oder die Regierung beraten. Wenn man Philosoph werden will, dann muss man intelligent sein und Rechtschreibung beherrschen. Deswegen kann nicht jeder Philosoph werden.

    Der Philosoph bringt den Menschen Zuversicht, auch wenn sie das nicht lesen, was er geschrieben hat. Deutschland hat viele Philosophen hervorbracht. Deswegen sind wir Deutschen auch gebildeter als Emigranten. Der Philosoph gibt dem Menschen auch Hoffnung, weil er die Menschen lehrt, dass sie sich die Hoffnung selbst geben durch Sinngebung. Das hat Moses uns nicht erlaubt. Philosophen schützen uns auch vor den Religionen, denn die erlauben uns nicht mal Sex vor der Ehe.

    Der Philosoph beschäftigt sich mit Ethik und Sein und erklärt es so einfach, dass es jeder versteht. Ethik finde ich gut. Sein ist einfach Sein. Hamlet's Sein versteht doch kein Schwein.

    Wenn der Philosoph alt wird, und das ist immer, dann wird er wahnsinnig. Aber er muss dann nicht in die Psychiatrie. Das müssen nur wir, wenn wir wahnsinnig werden. Dann denkt er das, was er will und muss es nicht aufschreiben.

    Wenn ich ein Mann wäre, dann würde ich auch gerne Philosoph werden. Aber ich werde nach der Schule, wenn ich meinen Betriebswirt habe, bestimmt mal nach Griechenland fahren, wo Aristoteles der Große gestorben ist, auch wenn er schon tot ist.



    Be happy!

    T.

    P.S. Tucholsky sagte: 'In Spanien gründeten sie einmal einen Tierschutzverein, der brauchte dringend Geld. Da veranstaltete er für seine Kasse einen großen Stierkampf.'
     
  2. Tucholsky

    Tucholsky Guest

    Wer

    Wenn Du das, das WER Du bist, in Dir suchst, bist Du kein Wir;
    Denn das was Du in Dir findest, weiß niemand and'rer außer Dir.

    Niemand and'rer kann Dir sagen, woher Du kommst und Wer Du bist,
    Als Du allein als eine Seele und wo seine Heimat ist.

    Hohe Schulen sind wie Drogen, sie verändern den Verstand.
    Du als Seele gehst verloren, Liebe ist dort nicht bekannt.

    Das Wir glaubt, dass das der Seele nur ein Aberglaube sei,
    Das das Denken aus der Bahn wirft und nicht zu beweisen sei.

    Aber nichts ist zu beweisen, was Du in dem Außen siehst,
    Es sind alles Konventionen, die Du in Erwägung ziehst.

    Regeln dieser Welt sind Konventionen aus dem Wir,
    Fest bestimmt als wahr zu gelten allen Wir im hier.

    Kämpfen, Siegen, Denken, Handeln sind der Seele Knast und Wein,
    Statt sie zu beschützen, mauert es die Seele ein.

    Wie die Männer aus dem Osten Frauen sperren in das Haus,
    Sagt man ihr, mit Macht und Glauben, Du darfst nicht raus.


    T.
     
  3. Tucholsky

    Tucholsky Guest

    Zwei Freunde, einer von ihnen ein Bischof, sterben bei einem Autounfall. Sie kommen in den Himmel und treffen Petrus. Keiner von ihnen hat zu viel gesündigt, deshalb läßt er sie herein. Und er sagt zu ihnen: 'Wenn Sie irgendeine besondere Bitte haben, sagen Sie es mir jetzt und ich werde dafür sorgen, daß es gemacht wird.' Der Bischof, eine religiöse Person, bittet Gott zu sehen. Petrus wird von seiner Bitte aufgeschreckt und rät ihm ab, weil Gott eine sensitive Angelegenheit ist: 'Es kann einen sehr schockieren. Wenige Leute können das aushalten. Wenn ich Ihnen raten darf, bitte bestehen Sie nicht darauf.' Aber der Mann ist unnachgiebig und besteht auf seinem Wunsch. Schließlich gibt Petrus nach und sagt ihm: 'Gut, wenn Sie darauf bestehen. Aber tadeln Sie mich nicht hinterher. Gehen Sie dort drüben hin und folgen Sie den Zeichen: 'Gott'. Und vergessen Sie nicht hierher zurückzukommen.' Ab geht er Gott zu sehen, während sein Freund mit Petrus auf seine Rückkehr wartet. Nach zehn bis fünfzehn Minuten kehrt er zurück. Er ist ein bloßer Schatten seiner selbst, so blaß wie ein Geist und schwankend wie nach einem tiefem Schock. Sein Freund ist besorgt ihn so zu sehen in dieser Verfassung und sagt: 'Beim Jupiter, was ist Ihnen geschehen? Wie war er? Aber der Mann kann nur noch stöhnen: 'Sie ist Schwarz'.

    T.
     
  4. Tucholsky

    Tucholsky Guest

    Freiheit


    Du kommst hier in diese Welt, wirst in sie geboren;
    Das Zuhause Deiner Seele hast Du nun verloren.

    Du willst kämpfen oder frei sein, und Du suchst das Morgen;
    Kämpfst als Sieger, suchst die Freiheit, bleibst Dir selbst verborgen.

    Man macht Dich klein, wenn Du nicht kämpfst, und musst das Leid ertragen;
    Oder Du beginnst nun selbst zu kämpfen, lässt Dir nichts mehr sagen.

    Kämpfst um Freiheit, oder Ziele, oder gegen Hass und Krieg,
    Kämpfst mit Deinem schlauen Denken und Du glaubst an Sieg.

    Aber damit gehst Du nur noch weiter von zuhause fort,
    Das zuhause ist vergessen, das ohne Zeit ist, ohne Ort.

    Denn Dein Denken führt Dein Suchen, nicht mehr das, was IST.
    Denken kennt nur diese Schein-Welt, kennt nicht jenen WER Du bist.

    Die Ergebenheit zu suchen, wieder das des Selbst zu suchen,
    ist verpönt in dieser Welt, sie wird Dich verfluchen.

    Denn die Regeln dieser Welt kennen nur das Wir der Macht;
    Löst Du Dich vom Wir und Macht, wirst Du meistens umgebracht.

    Oder aus dem Land gewiesen, verfolgt, geschlagen und verbrannt,
    weil Du ihre Regeln spottest, wirst Du stets sozial verbannt.

    Diese Qual ist die Geburt, die die Seele weckt in Dir;
    und sie löst Dich von dem Denken, und von dem sozialen Wir.

    Wir ist das Problem der Seele, denn das Wir kennt nur Moral;
    Du musst ihren Regeln folgen, oder es beginnt die Qual.

    Wer im Wir denkt ist gefangen in dem Denken dieser Welt,
    aber durch das dumme Denken wird die Seele nicht erhellt.

    Jedes Wir glaubt sich im Recht, weil es nicht die Seele kennt,
    glaubt nur an das Eine, das was sich Soziales nennt.

    Ob das Wir sich Religion nennt oder einfach nur ein Staat,
    ist belanglos, denn ihr Handeln ist die Tat.

    Ob das Wir sich brüstet Macht und Humanist zu sein,
    ist nur Gewalt, denn wahrhaft wissen kann die Seele nur allein.

    Wir ist latent die Gewalt, denn Wir verdrängt Verantwortung;
    Das der Seele wird verdrängt; Wir ist hier Regierung.

    Wenn Du das, das WER Du bist, in Dir suchst, bist Du kein Wir;
    Denn das was Du in Dir findest, weiß niemand and'rer außer Dir.

    Niemand and'rer kann Dir sagen, woher Du kommst und Wer Du bist,
    als Du allein als eine Seele und wo seine Heimat ist.

    Du kannst Dich nie selber sehen, Du siehst nur das Spiegelbild;
    Doch kannst Du Dich im and'ren sehen, denn er ist Dein Ebenbild.

    Wir ist eine Illusion, die das Denken glaubt und zeugt,
    Eine Illusion des Denkens, vor dem sich Denken sich selber beugt.

    Wir ist das Verständnis, dass die Welt bestimmbar ist,
    aber diese Welt ist Schein; wahr ist, dass Du selbst nur bist;

    Selbst als Seele Teil des Stromes, der zeitlos ist und ohne Ort.
    unbestimmbar, unbeschreibbar, nur der Weise kennt das Wort.

    Wir ist Krieg, Wir ist der Klumpen, ihre Generäle sind die Philosophen.
    Denker sind Krieger, ihr Zynismus schafft die Katastrophen.

    Denker beten ihre Suren aus den Schriften toter Griechen.
    Willst Du auch ein Denker werden, übst Du brav das Kriechen.

    Ihre Schulen sind wie Drogen, sie verändern den Verstand.
    Du als Seele gehst verloren, Liebe ist dort nicht bekannt.

    Deine Drogen werden Bücher, selten ruht dann Dein Verstand.
    Selbst in deinem tiefen Schlafe bleibt Dein Selbst Dir unbekannt.

    Du siehst nur noch toten Zeilen, die von Gödel oder Kant,
    Deinem kalten toten Denken sind sie lebenslang Dir eingebrannt.

    Sie sind Waffen für das Siegen, Oberster des Wir zu sein.
    Damit machst Du dann als Denker alle andren klein.

    Zynisch übst Du Deinen Krieg und Worte stechen in das Herz.
    Siegreich denkst Du, 'Was kehrt mich des andren Schmerz'.

    Arroganz wird Deine Freude, Überheblichkeit Dein Sport.
    Feinde dienen Dir als Lust für Deinen geilen Psycho-Mord.

    Dass Der Andre nicht der Feind ist, sondern auch ein Teil von Dir
    ignorierst Du, weil Dein Denken Dich bestimmt als Obersten des Wir.

    Wie die Mächtigen der Schriften, die man auch noch heilig nennt,
    wähnst Du Dich im rechten Glauben, tötest, aber nichts erkennt.

    philosophie ist deine Droge, wie des Kiffers Joint im Kot;
    Sie macht Dich zum großen Denker, ohne sie wärst Du in Not.

    Du siehst herab auf die da unten, der Du Dich als oben siehst,
    Sind sich Dir nicht brav ergeben, Du sie mit Kot sie überziehst.

    Wie die Mullahs in den Schulen ächtest Du die sich nicht beugen,
    Du willst nur die Macht da oben, willst auch gar nicht überzeugen.

    Wie die Krieger in den Gräben wirfst Du Deine Waffenworte,
    in dem Glauben, dass sie sich ergeben, hier an Deinem Orte.

    Denken schafft das große Ego, das Ich nur das Außen sieht,
    Dieses Ich aus altem Denken und das vor sich selber flieht;

    Weil es glaubt, dass das der Seele nur ein Aberglauben sei,
    das das Denken aus der Bahn wirft und nicht zu beweisen sei.

    Aber nichts ist zu beweisen, was Du in dem Außen siehst,
    es sind alles Konventionen, die Du in Erwägung ziehst.

    Regeln dieser Welt sind Konventionen aus dem Wir,
    Fest bestimmt als wahr zu gelten allen Wir im hier.

    Zeit und Raum und Licht und Leben, Wir und Tod, und auch das Sein;
    sind von niemand zu beweisen, sind nur des Verstandes Schein.

    Ist das Denken dann am Ende, wird der Denker Skeptiker;
    zweifelt an das ganze Denken, fragt nur noch als Logiker.

    Wer da fragt, wird nicht gefragt, denn das Denken kennt sich nicht,
    Denken denkt sich ohne Frage, ich das Denken bin das Ich.

    Dass das Denken nur das Ich ist, das man der Seele Schale nennt,
    welche durch die eigene Erfahrung lernt und sich als selbst erkennt,

    Kann das Denken nicht erlauben, denn das Denken ist die Macht;
    so wird hier die zarte Seele durch das Denken um ihr eignes Selbst gebracht.

    Kämpfen, Siegen, Denken, Handeln sind der Seele Knast und Wein,
    statt sie zu beschützen, mauert es die Seele ein.

    Wie die Männer aus dem Osten Frauen sperren in das Haus,
    sagt man ihr, mit Macht und Glauben, Du darfst nicht raus.

    Tibet, Bruno, Jesus, Juden, Philosophen hat es nie berührt;
    denn das Denken als Prothese hat sie zu der Macht verführt.

    Wenn Dich etwas noch berührt, bist Du als Seele nicht verloren.
    Wenn nicht, hat man Dich dann umsonst geboren.

    T.
     
  5. Mora

    Mora Guest

    ... Wenn Dich etwas noch was berührt

    Ja DU hast meine Seele berührt

    JAAAAAAAAAAA - Dein Beitrag hat mich be - oder ge?rührt - jedenfalls angenehme Aufruhr

    ich danke Dir aus tiefstem Herzen - das Du den Tucholsky nicht vergessen :danke:

    kommt von MoRa
     
  6. Tucholsky

    Tucholsky Guest

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    Passah Symbolik

    Das Passah ist das Aramäische (A.) pacach (paw-sakh) und bedeutet soviel wie 'hinüber gehen'. Obwohl dieses 'Hinübergehen' bei den Juden und bei den Christen von größter Bedeutung ist, ist die eigentliche Bedeutung den Jüdischen Gelehrten und Christlichen Theologen kaum mehr bekannt. Dieses liegt zum einen daran, dass es deren immer nur Wenige waren, welche die verborgenen Symbole deuten konnten oder wollten, jene, welche sich kundig gemacht haben über den Sinn des Ganzen, aber zum anderen an der Dogmatik der Gelehrten, die äußeren Traditionen als bedeutender zu erhalten, als die originäre Bedeutung selbst und dem Unterdrücken aller Kritik.

    Im Ursprung war das 'Hinübergehen' die Bedeutung des Hinübergehens des Menschen aus seinem Fleisch(lichen Körper) hinüber in die körperlose 'Welt', der Heimat der Seele. Dieses Hinübergehen ist im Buche Exodus (Shemoth) der Juden, als der 'Auszug der Seele aus dem fleischlichen Körper' in dieser Welt in das Hinübergehen in die fleischlose Welt der Seele als Parabel niedergeschrieben, aber das Thema kehrt auch in vielen anderen Geschichten der Torah als Parabel auf.

    Symbolik ist eine Sprache, welche auch durch die Begriffe in den gesprochen Sprachen ausgedrückt wird. So ist das 'über den Jordan gehen' dieselbe Symbolik wie das Passah. Das Yardana, Jordon, ist im Aramäischen 'der Strom oder Fluss des Lebens'.

    Abseits des Streites der Theologen kann man allein in der Aramäischen Sprache Mosaiksteine finden für ein Bild, das es erlaubt auch das Bewusstsein der Menschen besser nachvollziehen zu können.

    So bedeutet im A. 'Bit Nitupta' das 'Haus der Präexistenz', was unschwer erkennen lässt, dass die Menschen eine Präexistenz argumentierten, wovon die späteren Christen in Nicea nichts wissen wollten und einen Fluch aussprachen gegen jene, welche das weiter argumentierten.

    Hilqa ist im A. das Schicksal oder Karma, Husbanayya sind Astrologen. Naziruta, oder Nazirutha ist die innere (esoterische) Erkenntnis (knowledge), Gnosis und Nazuraya - Nazoreans, sind erfahren im geheimen Wissen. Ein 'Nazarener' ist also nicht ein Einwohner von der Stadt Nazareth, sondern ein Kundiger in esoterischer Erkenntnis (Gnosis).

    Der Symbolik bedarf es deshalb im Verstehen des Spirituellen oder Geistigen, weil es dort nichts zu begreifen gibt, das man mit den physischen Sinnen begreifen kann, wie ein Schwert oder ein Brot oder durch datierbare historische Dokumente. Das Historische ist Analyse, aber bringt keine geistige Erkenntnis. Deshalb mussten alle Schreiber, die über das Unbeschreibliche Geistige schrieben, sich der Symbolik bedienen. Alle. Nur jene, die das Historische beschrieben, konnten das mit den Begriffen beschreiben, die in der lokalen (Mutter-)Sprache allen bekannt waren.

    So haben denn auch die jüdischen Menschen, die das Epos 'Exodus' ('Shemoth') schrieben, die Parabel als Symbol verwendet, um das Hinübergehen in die fleischlose Welt der Seele (Mensch) aus seinem Fleisch(lichen Körper) hinüber in die körperlose 'Welt', in die Heimat der Seele, zu vermitteln.

    Hierbei verwendeten sie für das 'Herabsteigen der Seele' aus der Heimat der Seele in einen fleischlichen (engen) Körper das Symbol 'Mitzrayim', das im Hebräischen (H.) 'Enge Orte' oder 'eingeengte Orte', 'Knast', Knechtschaft' oder 'Gefängnis' bedeutet. Das 'herab' ist ein Vektor-Begriff, der sich aus dem 'oben' des (sichtbaren) Himmels ableitet, an dem sich die sieben Lichter (sichtbare Planeten) bewegen, in welchen die Astrologen (Magier) bestimmte spezifische Qualitäten sahen die sie verehrten und in dem sie die Heimat der Seele vermuteten und sich selbst gebunden fühlten an die Erde und ihre Kraft (Schwerkraft) und den fleischlichen Körper.

    Mit diesem Eingesperrtsein der Seele in einen fleischlichen Körper als Basis, ist notwendig ein Kampf verbunden, der, um den Körper zu erhalten mit dem Anderen streitet um das Brot, das Gut oder das Land, denn der Andere muss denselben Streit üben um zu leben. Dieser Streit wird solange erhalten, wie es das fleischliche Leben gibt und die Geschichte ist voll von Kriegen, Machtkämpfen und Unterdrückung.

    Die Seele hat immer Heimweh und wenn es den Streit leid ist und die Unlösbarkeit des Konfliktes mit den anderen erkennt, weil das ein offenes System ist, dann kommt das Tun und Streiten zur Ruhe und es beginnt ein anderer 'Streit' den die Hebräer 'Yisrael' nennen. Yisrael ist der 'Begriff' 'Der, der mit Gott ringt'. Es ist die aus dem fleischlichen Körperbewusstsein erwachte Seele, welche nun darum ringt sich aus der Gefangenschaft des Körpers und der Sklaverei der weltlichen Macht zu befreien. Dieses ist symbolisiert in dem Exodus in epischer Breite und enthält viele weitere Symbole einzig um dieses 'Hinübergehen' zu beschreiben.

    Die Elemente der Astrologie sind heute nicht mehr Vielen bekannt, aber sie sind eigentlich notwendig um die Symbole des Exodus zu verstehen. Zu diesen Elementen gehören natürlich auch der Kalender der Juden, seine Entstehung und auch seine spirituelle Bedeutung. Aber auch andere Symbole, welche etwas auszudrücken versuchen, dass alle als weltliche Begriffe kennen.

    So ist z.B. der Sauerteig jedem ein Begriff, er lässt das Brot 'wachsen', ein ungesäuertes Brot macht das nicht. Der Mond 'wächst' 14 Tage um dann wieder zu abzunehmen.

    Das Töten des Lebenden (Lammes) als Opfer, ist das Symbol des Opfer des lebendigen Körpers, der sich als fleischliches Leben opfert (und stirbt), damit die Seele 'befreit' ist.

    Der Körper muss nicht mehr wachsen wie der Vollmond nicht mehr zunimmt, er bedarf nicht mehr des 'Sauerteigs'.

    Dort, wo das Fleisch gestorben ist wird der Körper (Mitzrayim) als das Erstgeborene (das Zweitgeborene ist die erwachte Seele die mit Gott ringt = Ysrael) getötet, aber damit wird die erwachte Seele (Ysrael) nicht getötet, verschont.

    Als äußeres Ritual wird dieses jedes Jahr prozessiert und wurde im Kalender verankert, und auf den 14. Tag nach Neumond gelegt, also einem Vollmondtag:

    "Wenn dein Sohn dich künftig fragt und spricht: "Was bedeuten die Zeugnisse und die Satzungen und die Rechte, welche Jehova, unser Gott, euch geboten hat?" so sollt ihr sagen: "Es ist der Verzicht des Einen (YHWH), als er an den Häusern der Söhne Ysrael vorüberging, als er Ägypten (Matzrayim) (er-)schlug."

    Aber auch wenn das ein Vollmondtag, der erste Vollmondtag im Mond-Monat nach Frühlingsanfang ist, ist das nicht ein historischer Gedenktag, der den Auszug von 600000 Juden um Mitternacht bei Vollmond aus dem Land Ägypten zelebriert, denn es ist nur ein Symbol für jene, welche ebenso nach ihrer Heimat suchen, in der es Sklaverei und Unterdrückung nicht gibt.

    Die Evangelien der Christen haben den physischen Tod und das 'Aufsteigen' auf das Datum des Passah der Juden gelegt und es enthält die gleiche Symbolik, allerdings ist sie mit dem ägyptischen Osiris-Kult (L_azar_us) vermengt, welche die gleiche Thematik dramatisiert wie das Passah, nur mit etwas anderen Symbolen.

    Dass ein gestorbener Körper nicht mehr wachsen muss ist einfach zu verstehen. Ebenso bedarf die Seele keiner Nahrung mehr. Das Symbol der ungesäuerten Brote ist denn auch nur ein Symbol und für einen lebenden Körper eigentlich sinnlos. Das kommt auch im schon im Thomas Evangelium zum Ausdruck, als die Schüler von Jesus ihn fragen: "Willst du, dass wir fasten? Und auf welche Weise sollen wir beten? Almosen geben? Und welche Speise sollen wir beachten?" Jesus: "Lügt nicht! Und das, was ihr hasst, tut nicht." - "Wenn ihr fastet, werdet ihr euch Sünde schaffen. Wenn ihr betet, werdet ihr verurteilt werden. Und wenn ihr Almosen gebt, werdet ihr eurem Geiste etwas Schlechtes tun." Hier kann man erkennen, dass Jesus die Passah-Vorschriften der Juden deswegen zurückwies, weil sie erkennbar Selbstbetrug waren.

    Die Christen haben in Nicea nicht nur das Sprechen über die Präexistenz der Seele mit einem Fluch belegt, sie haben auch den Menschen eine 40-tägige Fastenzeit vor dem Datum des Passah, das durch den ersten Vollmond nach Frühlingsanfang im Jahreszyklus bestimmt ist, ad hoc definiert. Das ist lokal verbunden mit einem Verzicht auf Fleisch (carne vale) und einem christlichen Bußgedanken, ist aber spirituell ebenso sinnlos wie der Verzicht auf das Essen von gesäuertem Brot, wenn man Hunger hat.

    Die Ordnungsgeber aus den Religionen sehen sich immer noch als Soldaten, die irrglauben, dass die Menschen religionisiert werden müssen mit auferlegtem Tun. Sie gleichen sich darin den moralischen Ordnungsgebern in aller Welt und zu allen Zeiten und den Sinngebern (die im Exodus als Pharao symbolisiert ist). Dass sie aber mit diesem Geben, exakt die schon vorhandene Gebundenheit und Unfreiheit der Seele an den Körper in dieser Welt multiplizieren, kommt ihnen nicht in den Sinn.

    Erkennt man das, dann ist das der Beginn dessen, was die Juden Ysrael, das 'Ringen mit Gott' nannten und der in dem Bewusstwerden dessen, was das Symbol des (unsterblichen) Zweitgeborenen beschrieben wird, während das Symbol des Erstgeborenen (der Körper) sterben muss.

    Das Religionisieren aber auch das Moralisieren der selbsternannten Ordnungsgeber erhält diese Welt aufrecht, aber es kann das Sterben des Körpers nicht verhindern und wie es scheint vermag es auch nicht Frieden zu bringen. Ein Frieden, der von vielen Menschen geahnt und/oder gesucht wird, der aber nicht gegeben werden kann, wie es zu erkennen ist, seit vielen Tausend Erdenjahren in dieser physischen Welt.

    Das Hinübergehen der Seele ist verbunden mit dem Lösen vom physischen Körper und damit ist eine Befreiung der Seele verbunden, welche in dem Exodus Epos dramatisiert wurde. Mit dem Verlust des Verstehens von Symbolen haben sich die Hüter der Torah selbst zum 'Pharao' gemacht, der als 'Herr von Ägypten' sterblich bleibt, und die Seelen, die Gott suchen oder um ihn ringen (Yisrael) nicht gehen lassen wollen; sie kämpfen nach wie vor für das Sterbliche, in dem es notwendig Unterdrückung gibt.

    Erkennen tun es immer nur Wenige.



    "Der Krieg", hat einmal ein sterbender französischer Offizier gesagt, "ist eine viel zu ernste Sache, als dass man ihn den Militärs anvertrauen könnte." sagte Tucholsky.


    T.
     
  7. Tucholsky

    Tucholsky Guest

    Tucholsky

    [Zitat]
    "Wie auf dem Berliner Opernplatz, so wurde in vielen anderen deutschen Universitätsstädten am 10. Mai 1933 "undeutsches Schrifttum" verbrannt. Diese makabren Veranstaltungen waren nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Höhepunkt der Kampagne "Wider den undeutschen Geist", die vom Hauptamt für Presse und Propaganda der Deutschen Studentenschaft vorbereitet worden war. Teil dieser Aktion waren "Schwarze Listen" für die Säuberung öffentlicher und privater Bibliotheken von "zersetzendem Schrifttum", aber auch Veröffentlichungen in der Tagespresse mit Namen "nicht tragbarer" Autoren sowie die Nennung der Plätze für die nächtlichen Verbrennungen. Von "Feuersprüchen" begleitet wurden Werke von Philosophen, Wissenschaftlern, Lyrikern, Romanautoren wie politischen Schriftstellern den Flammen übergeben.

    Unter Beteiligung von Rektoren und Professoren verbrannten auf riesigen Scheiterhaufen u.a. die Bücher von Karl Marx, Heinrich Heine (1797-1856), Sigmund Freud, Thomas Mann, Heinrich Mann, Erich Maria Remarque, Bertolt Brecht, Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Carl von Ossietzky und Alfred Kerr. In Berlin begleitete Goebbels die Bücherverbrennung - die in Deutschland zumeist mit Gleichgültigkeit aufgenommen wurde - mit einer Schmährede gegen die "verfemten" jüdischen, sozialistischen und demokratischen Autoren, die in der NS-Kunst und Kultur keinen Platz finden sollten.

    Bei der "Säuberung" öffentlicher Bibliotheken wurden allein in Berlin bis Ende Mai 1933 rund 10.000 Zentner Literatur beschlagnahmt. Ein Jahr später umfaßten die "Schwarzen Listen" mehr als 3.000 Titel verbotener Bücher und Schriften."
    [/Zitat]


    Schauspieler um Gründgens, wie Richard Münch lasen Tucholsky's kleine Geschichten im Radio wie 'Der kranke Zeisig', oder 'Der Mensch - ein Schulaufsatz'.

    Ein Freund war Schauspieler, (und Schüler bei Richard Münch) und wir waren oft oben in der Galerie im Schauspielhaus, Stehplatz, für 50 Pfennige um die Schar um Gründgens zu hören, im Faust, in den Physikern von Dürrenmatt, oder den Klassikern aus Griechenland.

    Im Kino gab es 'Weites Land' mit Gregory Peck' oder 'Jenseits von Eden'.

    Ich kannte diese verirrten Typen, sie erinnerten mich an meine Kindheit, als seltsame Lehrer umhergingen und wir aus der Bank heraustreten mussten, wenn wir die Fragen des Lehrers beantworteten. Als ich Tucholsky las, das was er vor 1932 geschrieben hatte, machte ich mir Gedanken darüber.

    T.
     
  8. Tucholsky

    Tucholsky Guest

    Es geht um die Wahrheit des Sinns des Seins und um die Wahrheit des Sinns des Seins eines jeden lebenden Wesens in seiner eigenen Realität und/oder Wirklichkeit.

    Wahrheit ist nur erkennbar. Das, was jemand wertet, ist nicht angewiesen auf eine Wertung, denn es ist das, was es IST. Man muss es erkennen, was es IST, muss es als wahr erkennen.

    Das, was man als wahr erkennt, ist man selbst, denn nur wenn das Wahre identisch ist mit dem eigenen Selbst, ist es als wahr bewusst. Ist es nicht als wahr bewusst, dann ist es nicht von Bedeutung und alles das, was der Verstand produziert oder interpretiert ist ohne Bedeutung.

    Wenn man damit konfrontiert wird, dass etwas zugleich wahr sein soll und unwahr sein soll, dann hat man entweder ein Problem oder eine Erkenntnis. Wenn man erkennt, dass es nicht beliebig IST, dass etwas zugleich wahr sein und unwahr sein soll, sondern dass etwas nur entweder als wahr zu erkennen ist oder als unwahr, dann kann das ein Geschenk sein das man als eine Basis verwenden kann für weitere wahre Erkenntnis. Und nicht nur als ein Geschenk, sondern auch als eine Hilfe heraus aus der Unwissenheit, wenn man sich darum bemüht weiter zu erkennen.

    Man kann das Geschenk auch zurückweisen, aber damit verunmöglicht man sich selbst die Erkenntnis und verbleibt beim Werten dessen, was wahr sein soll nach Geschmack und Tradition.

    Weil Wahrheit untrennbar vom Selbst ist, ist alles das, was nicht das Selbst ist, nicht als wahr erkennbar, sondern nur als wahr bewertbar aber das ist ohne Relevanz.

    Dieses erzeugt auch das Problem des Erkennens der Wahrheit in der Historie, in den Schriften, und in den Lehren. Kaum jemand hat dies Problem wohl gelöst, aber fast alle Wahrheitssucher suchen trotzdem die Wahrheit im Außen.

    Aber auch, wenn jemand z.B. die quadratischen Beziehungen in einem (ebenen) pythagoreischen Dreieck als wahr wieder erkennt, mutet er das dem Dreieck im Außen an, obgleich die eigene Erkenntnis eine innere Erkenntnis ist, die niemand in das Außen tragen kann, denn jeder andere muss sie auch wieder erkennen im Inneren.

    Das ist von Relevanz. Es ist für jede Erkenntnis von Relevanz!

    Mythen sind Märchen.

    Die Torah war mal ein Märchenbuch. Man hat z.B. die Geschichte des Noah in die Torah übernommen aus dem Märchen-Epos 'Gilgamesch' oder die eine Geschichte in der Genesis des Garten Eden (gan eden) übernommen aus dem Prolog des 'Gilgamesch' Epos und die andere Geschichte mit den vier Strömen aus der Rig Veda, wie es die Gebrüder Grimm auch taten mit ihren gesammelten Märchen.

    Wie Wahrheit ist Liebe auch untrennbar vom Selbst. Das selbst ist die Liebe, wie das Selbst die Wahrheit ist, auch wenn der Verstand das beides zurückweist und der konditionierte Verstand mit Nachdruck.

    Bevor die mächtigen Schriftgelehrten aus dem Märchenbuch der Torah einen Rechtskodex machten für Weltliches (worüber Jesus die Juden spottete), waren die Mythen Fabeln über den Sinn des Lebens und den Tod den die unsterbliche Seele erfährt, wie es z.B. noch erkennbar ist an dem Titel des Gilgamesch-Epos mit Gilgamesch, Enkidu und die niedere Welt. »Jenseits des Todes«.

    Physikalische Nachweisbarkeit ist kein Kriterium für Sinnerkenntnis und die Wahrnehmung von Harmonie oder ihr Mangel ist nicht mit der ratio zu begreifen, und mit einer hoch gezüchteten ratio schon gar nicht. Niemand kann Bach oder 'Queen' mit einer Wahrheitszuweisung gerecht werden.

    Dass Rationalisten aber dennoch vermeinen Mythen damit messen zu müssen ist nicht das Problem der Mythen.

    Rationalisten der Theologie sammeln 'historische Fakten'. Aber das ist sinnlos, denn wie man leicht zeigen und erkennen kann ist Moses eine Märchengestalt wie Noah oder die 12 Söhne des IsraEl.

    Das eine Problem ist die Säkularisierung der Torah zu einem 'historischen Testament' in dem in Wild-West-Manier die Mythen in 'Historisches' umgeschrieben wurden:

    In 2. Sam. 6 berichten die Schreiber von einem Kult, dem David huldigte. Es scheint, das sich dieser Kult nicht durchgesetzt hat, aber es scheint mir interessant, weil es belegt, was in der Zeit ontopic war.

    Immerhin beruft sich David hier auf YHWH, auf den Gott, der als ' Ich bin das Leben ' verstanden werden kann:

    "David ... machte sich auf .. nach Baala in Juda, um die Lade Gottes von dort heraufzuholen; diese ist genannt nach dem Namen des HERRN Zebaoth, der über den Cherubim thront. Und sie setzten die Lade Gottes auf einen neuen Wagen und holten sie aus dem Hause Abinadabs, der auf dem Hügel wohnte. Usa aber und Achjo, die Söhne Abinadabs, führten den neuen Wagen.

    Und als sie ihn mit der Lade Gottes aus dem Hause Abinadabs führten, der auf dem Hügel wohnte, und Achjo vor der Lade herging, tanzten David und ganz Israel vor dem HERRN her mit aller Macht im Reigen, mit Liedern, mit Harfen und Psaltern und Pauken und Schellen und Zimbeln.

    Und als sie zur Tenne Nachons kamen, griff Usa zu und hielt die Lade Gottes fest, denn die Rinder glitten aus.

    Da entbrannte des HERRN Zorn über Usa, und Gott schlug ihn dort, weil er seine Hand nach der Lade ausgestreckt hatte, so dass er dort starb bei der Lade Gottes.

    Da ergrimmte David, dass der HERR den Usa so weg riss, und man nannte die Stätte «Perez-Usa» bis auf diesen Tag.

    Und David fürchtete sich vor dem HERRN an diesem Tage und sprach: 'Wie soll die Lade des HERRN zu mir kommen?'

    Und er wollte sie nicht zu sich bringen lassen in die Stadt Davids, sondern ließ sie bringen ins Haus Obed-Edoms, des Gatiters. So blieb die Lade des HERRN drei Monate im Hause Obed-Edoms, ... Da ging er hin und holte die Lade Gottes aus dem Hause Obed-Edoms herauf in die Stadt Davids mit Freuden.

    Und als die Träger mit der Lade des HERRN sechs Schritte gegangen waren, opferte man einen Stier und ein fettes Kalb. Und David tanzte mit aller Macht vor dem HERRN her und war umgürtet mit einem leinernen Priesterschurz.

    Und David mit dem ganzen Hause Israel führte die Lade des HERRN herauf mit Jauchzen und Posaunenschall.

    Und als die Lade des HERRN in die Stadt Davids kam, guckte Michal, die Tochter Sauls, durchs Fenster und sah den König David springen und tanzen vor dem HERRN und verachtete ihn in ihrem Herzen.

    Als sie die Lade des HERRN hineinbrachten, stellten sie sie an ihren Platz mitten in dem Zelt, das David für sie aufgeschlagen hatte. Und David opferte Brandopfer und Dankopfer vor dem HERRN.

    Und als David die Brandopfer und Dankopfer beendet hatte, segnete er das Volk in dem Namen des HERRN Zebaoth, und er ließ austeilen allem Volk, der ganzen Menge Israels, Mann und Frau, einem jeden einen Brotkuchen, ein Stück Fleisch und einen Rosinenkuchen.

    Als aber David heimkam, seinem Haus den Segensgruß zu bringen, ging Michal, die Tochter Sauls, heraus ihm entgegen und sprach:

    "Wie herrlich ist heute der König von Israel gewesen, als er sich vor den Mägden seiner Männer entblößt hat, wie sich die losen Leute entblößen!"

    David aber sprach zu Michal:

    "Ich will vor dem HERRN tanzen, der mich erwählt hat vor deinem Vater und vor seinem ganzen Hause, um mich zum Fürsten zu bestellen über das Volk des HERRN, über Israel, und ich will noch geringer werden als jetzt und will niedrig sein in meinen Augen; aber bei den Mägden, von denen du geredet hast, will ich zu Ehren kommen."

    Der HERR, der hier Herr genannt wird, ist im hebräischen YHWH. (Was hat David hier wohl as 'HERRN' verehrt?)

    Das andere Problem ist das Wiedererkennnen der Symbole in den (unverdorbenen) Mythen, wie schon im Gilgamesch-Epos.

    Die beiden Probleme haben aber nichts miteinander zu tun; man muss sie trennen.

    Das hat weder das Christentum gemacht, nicht wirklich die hebräischen Schriftgelehrten aber durchaus und still die Rabbis des jüdischen Mystizismus.

    Es ist einfach ein sinnloser Stolz daran zu glauben, dass das, was wahr ist als der Sinn des Todes, durch rationale Wissenschaft' gefunden werden kann, aber legitim. Legitim ist alles.


    T.
     
  9. Tucholsky

    Tucholsky Guest

    Liebe Mora, es ist wohl das, was IST, das (Dich) berührt.

    :)

    Danke.

    T.
     
  10. Tucholsky

    Tucholsky Guest

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    Sagte IS dies: "Die Füchse, sie haben ihren Bau, und die Vögel, sie haben ihr Nest;
    der Sohn, aber, des Menschen, er hat keinen Ort wo er seinen Kopf hinlegt und er ruhen kann."


    Geborene sind die Füchse. Sie sitzen in ihrem Bau aus Fleisch oder Mauern, und schnappen bei Aldi zu oder bei ebay.

    Wie Vögel sind sie nicht greifbar, ziehen in Schwärmen zu den Tümpeln oder begnügen sich mit dem, was die Großen ihnen übrig lassen. Ihr Bett ist warm und das Dunkle läßt sie gut schlafen.

    Doch manchmal werden sie wach. Wach von einem Rufen, dass man Suchen nennt.

    Es ist keine Suche nach Essbaren und auch nicht nach einem besseren Bett oder Körper. Dieses Suchen sucht nichts in dieser Welt, es ist die Suche nach sich selbst.

    Dabei begegnet der Sucher sowohl anderen Suchenden aber auch Konsumenten. Konsumenten, die alles das kaufen, was den Bau warm hält, den Bauch und das, was man zum Überleben so braucht, Bildung, Waffen, und eine Ideologie.

    Andere Suchende grüßt man, aber wenn sie nichts zu verkaufen haben, dann hält man sie für wertlos, und wenn sie etwas zu sagen haben, dann hält man sie auch für wertlos.

    Ausnahmen machen da die Narren. Ihnen hört man gerne zu, aber wenn die Narren in der Öffenlichkeit mit Würfeln spielen, dann hängt man sie, weil das verboten ist; dass die Narren mit Würfeln spielen, wo auf jeder der sechs Flächen sechs Punkte sind, ficht die Lynchenden Konsumenten nicht an.

    Diese traurige Komödie spielt die Welt seit es Geborene gibt. In Mythen, in Hollywood, in der Bibel und auf DVD zu Weihnachten. Die Füchse erkennen sich wieder und schliessen ihren Bau zweimal ab und schlafen gut.


    T.
     

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