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Einheit des Erlebten

Dieses Thema im Forum "Wissenschaft und Spiritualität" wurde erstellt von DUCKFACE, 26. September 2012.

  1. DUCKFACE

    DUCKFACE Guest

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    Hallo!

    Fragestellung:

    Hiermit würde ich gern die Frage stellen, ob die moderne Neurowissenschaft bereits eruieren konnte, wie das zentrale Nervensystem aus den einzelnen neuronalen Signalen die von nahezu allen Menschen erlebte Einheit der Erfahrungs- und Erlebniswelt synthetisiert bzw. wie das Gehirn einzelne neuronale Impulse zu einem Kontinuum des Wahrnehmbaren integriert.

    Antwort:

    Sehr geehrte Frau XXX,

    Ihre Frage lässt sich sehr kurz beantworten: Nein.

    Was die Hirnforschung in unserem Kopf beschreibt, muss aufs Engste mit unserem Erleben zusammenhängen, denn kleinste Veränderungen in dem einen gehen einher mit entsprechenden Veränderungen in dem anderen. Ihre Frage stellen sich die Menschen seit dem Beginn der Naturforschung (Qualia-Problem), wobei die Frage nach der Kontinuität, nach der Einheit vielleicht auf eine prinzipielle Unvergleichlichkeit hinweist. Wir könnten uns sicher lange darüber unterhalten. Die Wissenschaft untersucht Funktionen, Leistungen. Die Sprache verwendet Begriffe. Da ist die Einheit schon verloren.

    Mit freundlichen Grüßen

    Martin Heisenberg


    Die erfahrbare Einheit des Erlebten stellt nicht das Resultat einer neurophysiologischen Synthese dar. Vielmehr besitzt der selbstbewusste Geist die Funktion, die komplexen Operationsmuster der neuronalen Maschinerie zu interpretieren. Seine Aufgabe besteht folglich darin, die einzelnen Nervenimpulse zu einem Gesamteindruck der uns umgebenden Welt zu fusionieren. Das geschieht, indem das Bewusstsein die synaptischen Strukturen des Neokortex permanent abscannt und die Vielzahl der elektrophysiologischen Impulse deutend zu einem Gesamtbild zusammenfügt.

    Der integrative Charakter ist dem selbstbewussten Geist genauso inhärent wie die Reflexivität und die Qualia. Diese Hypothese plausibilisiert, aus welchem Grunde die Neurowissenschaftler bis in die Aktualität außerstande sind, jene Einheit des Erlebten neurobiologisch zu explizieren: Die Einheit wird eben nicht vom Hirn generiert.
     
  2. Bukowski

    Bukowski Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. August 2008
    Beiträge:
    8.763
    Die Antwort ist Sprache.


    Sprache setzt Kommunikationsbedarf, dieser sowas wie Klärungsbedarf voraus. Einer Frage geht neben der Frage und ihrer potentiellen Beantwortung das Trennungsbewusstsein voraus. Liebesentzung folgt Erkenntniss des Seins. Dieser wiederum Selbsterkenntnis, und dieser Fremderkenntnis. Die Antwort ist immer das Wort.
    Im Anfang (ἀρχή) war das Wort (λόγος)
    und das Wort war bei Gott,
    und das Wort war Gott.
    Im Anfang war es bei Gott.
    Alles ist durch das Wort geworden
    und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.

    Mehr ist nicht passiert. Und ich könnte schwörn, viel mehr wird auch nicht passieren. Ich tues aber nicht, weil ichs, wenns drauf ankäm letztlich noch nicht in aller Konsequenz beweisen könnte. :)
     
  3. Bukowski

    Bukowski Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. August 2008
    Beiträge:
    8.763
    Die folglich aus sich selbst heraus unbeweisbare Einheit des Erlebten ist wenn nicht bewusst inspirativ vermittelt grundsätzlich also projektiv. :)
     
  4. Bibo

    Bibo Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. April 2007
    Beiträge:
    3.069
    Ort:
    sehr im Süden Deutschlands
    Ich habe mal all diese Worte herausgenommen aus Deinem Text, weil sie für mich als "Unwissenschaftler" genau das sind, was ihn schwer lesbar macht. Bitte nicht böse sein, aber ich glaub, das ist eigentlich ein super Text, nur eben durch diese vielen Spezialbegriffe - jedenfalls für mich - zu verschlüsselt. Kannst Du des - die Essenz- vielleicht irgendwie einfacher sagen?
     
  5. DUCKFACE

    DUCKFACE Guest

    Im menschlichen Gehirn befinden sich etwa 100 Milliarden Nervenzellen. Sie alle feuern regelmäßig elektrische Impulse ab, die mittels biochemischer Prozesse zur jeweils anderen Nervenzelle übertragen werden. Wie bildet das Gehirn nun die einheitliche Wahrnehmung und Erfahrung aus diesen zahllosen elektrischen Impulsen und biochemischen Vorgängen?

    Niemand, auch kein Neurowissenschaftler, vermag, dies naturwissenschaftlich zu erklären. Ich stelle deshalb die These auf, dass nicht das Hirn die Einheit des Erlebten und Wahrnehmbaren erzeugt, sondern dass es eine Funktion des menschlichen Bewusstseins ist, welches die Hirnstrukturen unablässig abliest, die Gehirnaktivitäten zu interpretieren und daraus schließlich den Gesamteindruck unserer Umwelt und unseres Selbst zusammenzustellen.
     
  6. Bukowski

    Bukowski Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. August 2008
    Beiträge:
    8.763
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    Den empirischen Hervorgang dazu bitte. Betonung auf empirisch. :)
     
  7. DUCKFACE

    DUCKFACE Guest

    Wofür? Erlebst Du Deine Erfahrung und Wahrnehmung nicht als einheitlich? Du bist der empirische Beleg dafür...

    Die Neurowissenschaftler sind bis in die aktuelle Zeit nicht in der Lage, die Bewusstseinsaspekte neurobiologisch zu erklären. Sie können nicht erläutern, wie das Gehirn die Qualia, die Reflexivität, die Einheit des Erlebten, das bewusste Wollen hervorbringt.
     
  8. Bibo

    Bibo Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. April 2007
    Beiträge:
    3.069
    Ort:
    sehr im Süden Deutschlands
    Ja, so ist es sauber ausgedrückt und nachvollziehbar.
    Letztlich bleibt aber das Geheimnis, was dieses Bewusstsein eigentlich ist. Du schreibst ihm eine Funktion zu (Ablesen der Hirnstrukturen) - doch das machst Du ja mit diesem Bewusstsein selbst. Also kannst Du darüber nichts aussagen, es sei denn, Du könntest irgendwie einen Abstand dazu nehmen. Aber diesen Abstand zu sich selbst, kann das Bewusstsein nicht machen. Das Gewahrsein kann sich nicht selbst sehen, es kann nur es selbst sein.
    Neuronale Strukturen tauchen in diesem Gewahrsein auf. Doch wie das geschieht kann nicht gefunden werden, einfach weil es keinen Beobachtungsstandpunkt zum Gewahrsein als Gewahrsein geben kann. Es ist ein Mysterium.
     
  9. DUCKFACE

    DUCKFACE Guest

    Korrekt, allerdings teilt mir die Intuition mit, dass keine Identität zwischen meinem Gehirn und meinem Bewusstsein vorliegt, dass es sich bei beidem um etwas voneinander prinzipiell Verschiedenes handelt. Wie verdringlichen das Hirn in unserer alltäglichen Sprache, oder? Wir sprechen über das Gehirn wie über andere Organe auch. Wir idenfizieren das Hirn nicht mit unserem bewussten Selbst. Wir sind eben kein Hirnprodukt, sondern das Gehirn gehört uns. Wir können es zumindest teilweise willentlich steuern.

    Die Neurobiologen finden keine neurophysiologischen Ursprünge des bewussten Wollens im Gehirn. Das Bewusste lässt sich nicht neurowissenschaftlich nachvollziehen. Es gibt keine physikochemischen Kausalanalysen fürs Bewusstsein, die seine Entstehung beschreiben könnten.

    Ich muss mich nun ins Bett absentieren, bis dann.
     
  10. McCoy

    McCoy Sehr aktives Mitglied

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    Und alles, was die Naturwissenschaften heute (noch) nicht erklären können, ist dann eben nicht Teil der physischen Welt? Dieser Argumentation, oder besser Kapitulation folgend, könnten wir dann ja den gesamten Forschungsbetrieb ab morgen weltweit einstellen.
     
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