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Die große Umbruchszeit der alten Kelten um 200v.u.Z.

Dieses Thema im Forum "Kelten, Germanen, europäische Naturreligionen" wurde erstellt von Harser, 2. August 2006.

  1. Harser

    Harser Mitglied

    Registriert seit:
    12. Januar 2006
    Beiträge:
    637
    Ort:
    Berlin
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    Zwei Aussagen des bekannten Archäologen Venceslas Kruta finde ich so interessant, weil sie auch für das Verständnis keltischer Spiritualität wichtig sein können.

    Zum einen: die Oppida (Städte) der Festlandkelten sind alle in einem relativ kurzen Zeitabschnitt entstanden, und zwar um 200v.u.Z

    Die andere: Die römischen Feldzüge führten ausschließlich in Gebiete, die bereits eine zentralisierte Verwaltungsstruktur hatten, so dass die Aussicht bestand, bereits nach kurzer Zeit Steuern eintreiben zu können.

    Man kann also sagen, dass die Kelten ihren eigenen Untergang (als unabhängige Stammeskultur) durch die "Verstädterung" herbeigeführt haben. Man kann auch sagen, durch ihre eigene (freiwillige) Ver-griech-römerung habe sie der gewaltsamen Eingliederung in das römische Reich Vorschub geleistet.

    Jetzt wird auch klarer, warum die Römer auf der britischen Insel bei Caledonia haltgemacht haben und nicht nach Irland vorgedrungen sind. Nicht etwa, weil die Ur-Schotten und -Iren so kampfkräftig gewesen wären (das waren die Kelten der anderen Stämme in noch viel höheren Maße), auch nicht, weil die Römer technisch-taktische Probleme in den schroffen Highlands hatten (die römischen Legionen haben noch ganz andere Schwierigkeiten bestanden), einzig die dünne Besiedlung und das Fehlen einer Stadtkultur hat die Bewohner gerettet.

    Die schwierige Frage ist, warum die Kelten überhaupt zu einer Stadtkultur übergegangen, denn es scheint ja so, dass das technologische Niveau und auch die Besiedlungsdichte schon sein etwa 500v.u.Z hoch genug gewesen ist. Möglicherweise war nach der Besiedlung der Po-Ebene um 220v.u.Z der Kontakt zu Römern und Griechen um einiges intensiver geworden, das Selbstbewusstsein so gestiegen, und darauffolgend die Gier der Stammeskönige.

    Interessant ist auch, wie großzügig die Oppida angelegt waren. Ganz ausgeprägt in Manching, wo wohl nur um Tausend Menschen wohnten, aber die Stadtfläche (3.8 qkm) zehntausende hätte aufnehmen können. Ganz offenbar waren hier Städte der Größenordnung von Rom, Babylon Karthago usw. geplant.

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    Die Rolle der Druiden muss sich in dieser Zeit auch ganz erheblich gewandelt haben. Die meisten geschriebenen Berichte über Druiden liegen ja aus der Zeit nach dem Umbruch vor. Cäsar bezeichnete sie als "mächtiger als die Könige", sie griffen ganz erheblich in das politische Leben ein. Diese Machtfülle gab vor der Umbruchszeit wohl nicht. Politische Mitentscheidung, Rechtssprechung, Weihung des Königs waren Zusatzaufgaben der jüngeren Kelten-Zeit.

    Die Herrscher über die Oppida hatten sehr große Verantwortung und mussten Angriffen von Innen und Außen bestehen. Möglicherweise ist die Ausbildung von designierten Thronfolgern bei Druiden in Kampf- und Zauberkunst erst in der Zeit des Umbruchs enstanden. Gewissermaßen könnte die Verstädterung die Gewaltenteilung von Druide/Stammesfürst aufgehoben haben, die in der Zeit davor für größere Stabilität gesorgt hat.

    Möglicherweise waren die Kelten in der Zeit vor dem Umbruch den indianischen Stammeskulturen noch ähnlicher, als wir annehmen. Die Druiden hatten nicht die umfassenden Aufgaben, die sie in der späteren Zeit hatten, sonderen ähnelten den Medizinmännern/Schamanen, und die Stammesfürsten waren noch nicht die Superhelden der neueren Keltenzeit (Vercingetorix, Artus, Conchobar des Ulsterzyklus) sondern ähnelten den Stammesältesten, die gewöhnliche Stammesmitglieder waren bis sie aufgrund ihrer Erfahrungen, Taten zum Stammesältesten wurden (gilt natürlich nicht für alle Indianer, aber auch anderswo für viele Stammeskulturen).

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