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  3. Esoterikforum Adventkalender 2016
    Wir wünschen Dir einen friedlichen Advent.

Der heilige Maulwurf und sein tragischer Tod.

Dieses Thema im Forum "Schamanismus" wurde erstellt von troubleshooter, 17. Februar 2008.

  1. Werbung:
    Es war dieses Tipilager, vor einigen Jahren, gut organisiert, mit 16 Tipis. Im Halbkreis aufgestellt, nach Osten ausgerichtet, auf diesem wunderschönen Hügel im Elsass.
    Wenn die Sicht klar war konnte man die noch verschneiten Alpen sehen. Es war Frühjahr, wie immer nass und kalt, das vierzehntägige Pfingstlager.

    Die meisten Arbeiten waren schon getan. In den Tipis brannten schon die Feuer, die Tipialtäre schön dekoriert, warm und gemütlich.

    Die vielen Bodenhaltungskinder tobten schon um die Zelte, quietschverknügt und vor Dreck starrend. Mit roten Pausbacken und laufender Nase, mit gelben Gummistiefelchen, warm und wasserdicht eingepackt.

    Noch wurde gemeinsam im angrenzenden Wald Holz gesammelt und zu einem grossen Holzhaufen aufgeschichtet, neben dem Heiligen Feuer, im Zentrum des Lagers.
    Von nun wird das Feuer Tag und Nacht brennen. Es ist ein heiliges Feuer.

    Es ist traditionell der Platz der einer kleinen Gruppe des Tipilagers reserviert ist, den „Stoischen“.
    So sitzen sie um das Feuer, in farbigen Decken gehüllt, die Arme vor der Brust verschränkt, ohne eine Mine zu verziehen, den Blick meistens verklärt oder starr ins Feuer oder dessen Glut gerichtet.

    Der Eine von ihnen sass immer im Westen, so blickte er zur aufgehenden Sonne, natürlich nach Osten. Dies sei für ihn der Platz der ihm von den Geistern zugewiesen wurde, um seine persönliche spirituelle Entwicklung zu vollenden.

    Der geneigte Leser muss wissen, dass der Westen der Ort der Donnervögel ist, sie haben keine Augen, keine Ohren und keinen Mund, Heilige wissende und mythische Wesen.

    Er berichtete auch immer wieder, dass die aufgehende Sonne ihm viele Erfahrungen und Bestätigungen bringe. Dies führte dazu dass einige, meistens junge Frauen, der Ansicht waren, dass er auf dem Weg zur Erleuchtung sei, wenn nicht schon erleuchtet.

    Die „Stoischen“ waren bei jungen Esoterikerinnen die zuhauf das Lager bevölkerten, sehr beliebt. Vermutlich weil sie sehr geduldige Zuhörer waren, und weil sie meistens nur ein zustimmendes „Aho“, oder vielleicht ein hinterfragendes „Hmmh“, auch ein begeistertes“ HoHo“, von sich gaben.

    So galten sie als aufmerksame Zuhörer, was bei den Frauen sehr gut ankam. Auch gingen sie sehr sparsam mit Ratschlägen um.
    Sehr beliebt war,
    „Übergebe deine Sorgen und Ängste dem Wind. Er wird sie davon tragen und dir irgendwann auch die Antwort bringen.“
    auch
    „ Ich werde mein Krafttier befragen, komm in mein Tipi, ich schenke dir eine Feder.“
    Oder
    „Das heilige Feuer wird deine Ängste und Hemmungen transformieren. Schreibe sie auf einen Zettel und übergebe den Zettel dem Heiligen Feuer.“

    Dies führte dazu, dass manchmal das Schreibpapier im Lager knapp wurde und auf Klopapier zurück gegriffen wurde, was natürlich eine grosse Entrüstung im Lager hervorbrachte, oder auf einem Spaziergang man eine junge Frau auf einem Felsen sitzend antraf, die befreiend lachend oder leise schluchzend dem Wind ihre Sorgen oder Ängste anvertraute.
    Manchmal sass auch ein junger Mann auf dem Felsen, aber dies ist eine andere Geschichte.

    Die „Stoischen“ hatten natürlich nicht nur Freunde. Wie denn auch, man kann es ja nicht jedem Recht machen.
    Besonders unbeliebt waren sie bei den Holzsammlern/Innen, die tageweise im Wald herumkrochen um das Lager mit Brennholz zu versorgen. Oder die Frauen oder Männer, die immer wieder ein fremdes, vergessenes Bodenhaltungskind weinend in einer Wasserpfütze sitzend, mit vollgelaufenen Stiefelchen, auflasen und zum trocknen und trösten an die Tipifeuer brachten.
    Ihnen besonders feindlich eingestellt, war die Küchenmannschaft, dort war man einhellig der Meinung, dass die „Stoischen“ nichts taugten, aber auch gar nichts. Weil sie sich nie um das Wohlergehen der Lagerbewohner kümmerten, sondern immer nur wichtig um das Heiligefeuer sassen und nichts tun.
    Obwohl es auch im Küchenzelt auch sehr Esoterisch zugehen kann. Dort wurde die wichtige Frage zu ergründen versucht,

    „Warum sind es immer die Gleichen die das Geschirr abwaschen, den Müll entsorgen und aufräumen?“

    Jemand war der Meinung es sei das Helfersyndrom.
    „Nein, meinte eine andere, irgend jemand muss ja die Verantwortung übernehmen, ansonsten verkommt das Lager zu einem Saustall.“
    „Ich ziehe immer die Arschkarte,“ war auch eine Meinung,
    Der andere hing dort herum, weil er scharf war auf die mit der Arschkarte.
    Einigen konnten sie sich auf dieses,
    „Es muss wohl Karmisch sein. Ja, da kann man ja nichts machen, so muss es wohl sein.“
    Vermutlich wird es eines der letzten und für immer und ewig unergründbaren Esoterischen Geheimnisse bleiben.

    Nun liebe Leser/Innen, die dem Schreibenden hoffentlich noch zugeneigt sind, könnt ihr euch gut vorstellen, dass dieses den „Stoischen“ total am Hintern vorbei ging. Oder gar nicht bemerkten, dass etwas fehl laufen könnte, hatten sie doch eine genaue Vorstellung ihrer Vision und ihrer Aufgabe.

    Die letzte Nacht hatten sie, bis auf eine Ausnahme, gemeinsam am Feuer verbracht. Während die Küchenmannschaft noch lärmend aufräumte, legten sie schon Holz nach, denn das Heiligefeuer muss unterhalten werden.
    „Ich spüre eine sehr friedliche Schwingung, die durch das Lager zieht“,
    meinte der „der immer im Westen sitzt“.
    „Aho…..“ war der die gemeinsame Zustimmung der anderen.
    „Ja, das Heiligefeuer und seine Wächter halten die Energie, auch ich spüre diesen Frieden. Die Spirits und auch unsere Ahnen sind uns gut gesinnt, ich spüre ihre Anwesenheit sehr stark.“
    Dies waren die Worte von dem „der immer im Nord-Osten sitzt und niemand weiss genau warum.“
    „Oh ja, ich fühle Licht und Liebe, viel Liebe“ sprach es aus dem Westen.

    „Darf ich mich zu euch setzten, die Küchenmanschaftsparty ist vorbei, sie sind alle schlafen gegangen und ich bin noch nicht müde.“
    Das war die weiche Stimme dieses reizenden weiblichen Wesens, das die gestrige Abendschwitzhütte in einen Hormontornado verwandelt hatte.

    Und das geschah in etwa so.
    So wie sie dort stand, am Feuer das das männliche Prinzip symbolisiert, also die Sonne, wo die Schwitzhüttensteine erhitzt wurden, nur mit einem langen T-Shirt bekleidet, das grosse Handtuch um die Schultern gelegt, das hübsche ovale Gesicht, eingerahmt von halblangen braunen Haaren, mit ihren leuchtenden Augen und dem lächelnden, versprechenden Mund. Und als sie wegen der Kälte begann auf und ab zu wippen, und ihre kleinen festen Brüste begannen ihrem Takt zu folgen. Als sie sich auch noch umdrehte, um ihren Rücken zu wärmen und sich dieser runde, kleine Apfelhintern unter dem T-Shirt abzeichnete, war es um die fast gesamte anwesende Männerwelt geschehen.

    Die Emanation des unergründlichen Grossen Mysteriums begann die arme männliche Weltenseele zu füllen.
    die Manifestation der weibliche Seite Gottes, der Göttin oder Mutter-Erde in ihren jungen Jahren.
    Einige behaupten heute noch sie hätten Gott gesehen.
    So stand sie dort, in ihrer unbefangenen Natürlichkeit.
    Ein Traum

    Die Männer sassen endlich im Halbkreis in der fast dunklen Hütte, die ersten sechs Steine glühten schon in der Grube und es duftete süss nach Sweetgras und Sage und die Frauen begannen auf allen Vieren, in die Hütte zu kriechen. Als das Geschenk Gottes mit einem fröhlichen „Ho mitakuye oyasin“ in die Hütte kroch war es als ob sich die „Vier Winde“, zu einem Wirbelwind vereinigen würden.

    Der arme Schwitzhüttenleiter, brachte diesen Tornado erst in der dritten Runde unter Kontrolle, mit acht extragrossen zusätzlichen Steinen und einem zusätzlichen Eimer Wasser. So lagen 26 Steine in der flachen Grube und die Hitze des Dampfes war so stark, dass man das Gefühl hatte die Zehennägel würden schmelzen. Selbst der erfahrene Schwitzhüttenleiter lag flach und klammerte sich heimlich an den kühlen Wassereimer.

    Um zu unseren Feuerhütern zurück zu kommen, so setzte sich genau diese junge Frau zu ihnen, links von dem „der immer im Westen sitzt“.
    „Oh, ist das schön hier, was für eine friedliche Stimmung.“ schwärmte sie, „mir ist nur ein wenig kalt am Rücken“.
    Eine Sekunde später war sie warm in die extra grosse flauschige Wolldecke von „der immer im Westen sitzt“ eingewickelt.
    So sassen die Zwei, glücklich kichernd und sich so richtig schön einkuschelnd, unter der extralargen warmen Decke.
    Den anderen fiel es wie Schuppen von den Augen, warum ihr Freund immer diese monströse Decke herumschleppte. Seit diesem Nacht ist es üblich, dass Feuerhüter immer mit extralargen Decken am Feuer sitzen.
    Es war ein schwieriger Moment, weil die sogenannten Energie sich gewandelt hatte. Keiner wusste mehr wirklich was er sagen oder tun sollte.
    Ausser den Zwei unter der Decke. Nur die Köpfe schauten noch aus der Decke hervor, kichernd und lustig sassen sie dort. Bald zogen sie die Decke über ihre Köpfe und eine wilde Fummelei begann.

    Empört verzogen sich die restlichen Feuerhüter nach Osten. Nein, nicht so wie ihr denkt, aus Frust oder Neid, oder sonstigen Gemeinheiten. Nein, es ist ein heiliges Feuer und Rumfummeln schickt sich natürlich nicht. So sassen sie nun im Osten, ausser dem „der immer im Nord-Osten sitzt“ nicht.
    Die zwei Turteltauben verzogen sich bald stolpernd und kichernd in die Nacht um, ihr Tipi zu finden. Niemand weiss was dort wirklich geschah, aber in dieser Nacht konnte man aus manchen Tipis wohliges Seufzen oder Stöhnen hören.

    Es war eben dieser eine herrliche Morgen, weil ausnahmsweise mal die Sonne schien. Die Holzsammler waren schon längst aktiv, aus dem Küchentipi hörte man das lustige klappern der Töpfe und Pfannen und die Küchenmannschaft sang ein altes Sklavenlied dazu.
    Die Feuerhüter hatten eine wunderschöne Sonnengruss- Zeremonie organisiert.
    Sie hatten sich in der Nacht noch über die wichtige Frage, ob es wichtig sei die Christliche Taufe schamanisch zu entsiegeln, unterhalten, auch waren sie einhellig zur Ansicht gekommen, dass der „der immer im Westen sitzt“ noch nicht auf dem Wege zur Erleuchtung sei.
    Bevor sie total paranoid wurden hatten sie sich im Osten, in ihren zu kleinen Wolldecken am Feuerkreis zusammengerollt und sind erst im Morgengrauen wieder aufgewacht.

    bitte unten weiterlesen
     
    huibuhhuh und Dvasia gefällt das.
  2. Als diesem besagten Morgen „das Geschenk Gottes“ aus dem Tipi kroch, eingewickelt in die extralarge Wolldecke und sich wohlig in der wärmenden Sonne räkelte, seufzte einer der älteren Holzsammler,
    „kuck darüber, dort steht Gott.“
    Der Andere meinte
    „es ist Aphrodite, schau wie sie leuchtet.“,
    der ewige Miesepeter dagegen meinte schlecht gelaunt,
    „es ist Eris, mit ihrem goldenen Apfel.“
    So stand sie dort, leuchtend wie eine energetisch aufgetankte Göttin, oder war es das zusätzliche Testosteron?
    Hinter ihr streckte „der immer im Westen sitzt“ seinen verwuschelten Kopf aus dem Tipi. Er sah aus, als hätte er die ganze Nacht das gesamte Kamasutra rauf und runter gebetet.

    Wie dem auch immer sei, der Miesepeter sollte recht behalten, denn das Unheil begann seine Kreise über das Lager zu ziehen.

    So „das Geschenk Gottes“ dort stand und in die schon hochstehende Morgensonne blinzelte, begann sie aufgeregt in den Himmel zu zeigen und rief freudig,
    " Ein Zeichen, es ist ein Zeichen.“
    Da sowieso die gesamte Aufmerksamkeit des Lagers auf sie gerichtet war, schauten alle hoch. Und tatsächlich, dort hoch oben im klaren Licht der Sonne kreiste einsam,
    ein Bussard!

    Ein leiser spiritueller Schauer durchrieselte das Lager.
    „ Es ist der Bote des Grossen Geistes, die Spirits schicken den Boten Gottes.“
    stöhnte „der der immer im Nord-Osten sitzt,
    „Der Bote Gottes segnet uns.“
    „Er kreist genau über dem Heiligen Feuer, ein starkes Zeichen.“
    die Meinung der Feuerhüter.
    Der erfahrene Schwitzhüttenleiter sagte erregt,
    „Wir sind dem Gossen Geheimnis nahe. Heute Abend werden wir den Boten des Grossen Geistes in die Schwitzhütte einladen. Wir werden mit dem Grossen Geist verbunden sein.“
    „Oh, hoffentlich lässt er eine Feder fallen.“
    schluchzte eine der jungen Frauen ergriffen.
    „Was für ein Schmarren.“
    meinte der übliche Miesepeter. Doch niemand achtete seiner Worte, so dass aus einem leisen Schauer, ein ausgewachsene Euphorie wurde.
    Eine heilige Ergriffenheit füllte das ganze Lager.

    So, nun ein paar klärende Worte an die Leser/Innen gerichtet, an die wenigen die dem Schreiber hoffentlich noch Wohlgesinnt sind, aber auch an den vermutlich grösseren Teil, der schon längst in eine grosse Empörung ausgebrochen ist.
    Der Schreiber dieser Geschichte weiss natürlich genau, dass nicht der Bussard der Bote des Grossen Geistes ist, sondern der Adler. Wie ja allgemein bekannt ist.
    Nun, es hatte sich aber allgemein eingebürgert, dass mangels Adler, die ja leider schon seit über 150 Jahren in dieser Gegend ausgerottet sind, der Bussard diese Funktion übernehmen musste.
    Manchmal musste auch ein Milan herhalten, weil, einige von den noch unerfahrenen Camp-Bewohner/Innen den Unterschied zwischen Bussard und Milan nicht kannten.

    Das ganze Lager hatte sich den wohligen Schauern ihrer Ergriffenheit ergeben, als „der immer im Westen sitzt“ ganz aus dem Tipi gekrochen kam, und sofort seine Wolldecke samt Inhalt in Beschlag nahm.
    So starrten sie gemeinsam, „Gottes Geschenk“ und der glückliche Besitzer der grössten Wolldecke des Lagers, verklärt in die Luft.
    „Oh ja, ein starkes Zeichen. Der männliche Anteil, das Ying.“
    verkündete er stolz und wichtig und wuchs dabei um ca. 10 Zentimeter in die Höhe. „Gottes Geschenk“ kniff ihm unter der Wolldecke begeistert in seinen niedlichen Hintern.

    „Ach du Scheisse“ dachte der übliche Miesepeter, „jetzt haben wir den Salat. Das hätte er nicht sagen dürfen“,
    Er wusste genau, dass dieses eben unbedarft daher gesagte „Die mit der grossen Frauen-Trommel“ auf den Plan rufen würde.
    Und so kam es auch. „Die mit der grossen Frauen-Trommel“ klemmte empört ihre Trommel untern den linken Arm und rauschte mit ihrem Gefolge vom Platz.


    Vom Wuchs her war sie eher klein und rund, mit kurzen und stämmigen Beinen, fest verankert in Mutter-Erde.
    Sie trug immer weite farbige Röcke, vermutlich um ihre üppigen Rundungen zu verbergen. Ihr treues Gefolge, drei Frauen in ihrem Alter, auch etwas sehr rund und stämmig, folgte ihr auf Schritt und Tritt.

    Sie war geehrt oder meistens auch gefürchtet, ob ihrem tiefen schamanischen Wissens. Sie wusste über alles und jedes Bescheid. Alle waren sich einig, dass sie eine der wenigen war die sich wirklich voll und ganz dem sogenannten Schamanismus verschrieben hatte. Selbst der Erfahrene Schwitzhüttenleiter näherte sich ihr ausschliesslich sehr respektvoll.
    Sie hatte sich voll und ganz der weibliche Seite des Schamanismus verschrieben. Heimlich war sie davon überzeugt, dass bald das Matriarchat die bestehenden Gesellschaftsordnung ablösen wird und so tiefer Frieden und Heilung für die Erde und alle ihrer Bewohner kommen würde.

    Es erübrigt sich eigentlich zu schreiben, dass sie auch die erklärteste Gegnerin der „Hüter des Heiligenfeuers“, der sogenannten „Stoischen“, war.
    Es schien so, als wäre eines ihrer Lebensziele, junge und hübsche Frauen davon abzuhalten, sich Nachts an das Heilige Feuer zu setzten, um sie in die Geheimnisse des wirklichen Frauseins einzuweihen.
    Meistens war sie auf der „Mond und Sternen Wiese“ anzutreffen. Dort stand das Mond-Tipi, ausschliesslich für Frauen gedacht die ihre Mond-Tage hatten.
    Bei Voll- oder Halbmond stand die kleine Frauengruppe Nachts auf der „Mond und Sternenwiese“. „Die mit der grossen Frauen-Trommel“ stand in der Mitte der Wiese, die Trommel wild schlagend und Mondlieder singend. Den Kopf leicht nach vorne gebeugt, mit wild rollenden Augen und extatischen kleinen Tanzschritten, das Singen endete meistens in einem schauerlichen Wolfsgeheul, das den nahen Wald und seine letzten Bewohner, die noch nicht geflüchtet waren, erschauern liess.
    Es versteht sich ja von selbst, dass Männer diesen heiligen Platz unter keinen Umständen betreten durften.
    Der übliche Miesepeter nannte sie heimlich „die Vierer Bande“.

    Noch schien die Sonne, das Mittagessen war vorbei, auch dem Küchenzelt klangen die üblichen alten Sklavenlieder und die Feuerhüter sassen an ihrem neuen Platz im Osten und legten tapfer Holz nach. Eine friedliche Stimmung herrschte im Lager, als plötzlich ein wildes Trommeln die angenehme Stille durchbrach. Das ertönen einer Trommel ist immer ein Signal, dass etwas sehr Wichtiges im Lager geschieht.

    So war es auch. Auf der grossen Tipiwiese stand total aufgeregt die „Vierer Bande“ und erheischte trommelnd die ganze Aufmerksamkeit des Lagers.
    Die Frauen eilten ihre Kinder aufnehmenden, rüber zur „Vierer Bande“. Als das trommeln noch heftiger wurde, folgten zögernd auch die Männer.
    Selbst die Küchenmannschaft und die Feuerhüter standen dort gemeinsam im Kreis, wo „Die mit der grossen Frauen-Trommel“ mit ihrem Trommelstock, aufgeregt auf den Boden zeigte. Die Blicke der Lagerbewohner folgten dem Stock und was sahen sie dort?
    Einen frisch aufgeworfener, grossen Maulwurfshügel!

    „Schaut her“ rief „Die mit der grossen Frauen-Trommel“ mit Stock fuchtelnd, „ hier wohnt der Bote unserer aller Mutter, die Erde, die Hüterin der Frauenenergie“
    „Ahoo“ stimmten alle gemeinsam der wichtigen Entdeckung zu.
    „Der Maulwurf ist der Bote von Muttererde, er überbringt die Botschaften der Erde. Wir müssen ihn Ehren, so Ehren wir auch unsere Mutter.“
    Erklärte sie belehrend und bückte sich um einen Quarzkristall ehrfürchtig auf den Erdhügel zu legen.
    „Der Bote zeigt sich immer Mittags, wenn er die warmen Sonnenstrahlen geniessen will. Das ist der einzige Moment an dem er sichtbar wird.“
    „ Der Maulwurf ist mein Krafttier, ich liebe ihn und seine Weisheit ist gross.“ Meinte wichtig eine der „Vierer Bande.“

    Ja so ist es. Auch der Maulwurf braucht das Licht der Sonne, so kann es vorkommen, dass ein aufmerksamer Naturbeobachter manchmal, meistens um die Mittagszeit, einen sich sonnenden Maulwurf auf seinem Hügel beobachten kann.

    Innerhalb weniger Minuten, hatte sich der Maulwurfshügel in einen kleinen farbigen Altar verwandelt. Farbige Steine und die ersten Blumen schmückten den bescheidenen Erdhügel. Die Kinder fanden dies sehr schön und gingen Blumenpflücken.

    Die Freude aber war noch grösser, als von hoch oben im Himmel, das unverkennbare „Pfuiiiiiiii, Pfuiiiiiiii“ des dort hoch oben kreisenden Bussards erklang.

    „ Das männliche Prinzip vereinigt sich mit dem weiblichen Prinzip, das Ying und Yang“
    tönte es aus dem Westen. Dort standen sie, eben der, zusammen mit seinem Göttlichen Geschenk, unter seiner Decke. Sie hatten sich verspätet, weil sie noch in einem wichtigen Kapitel des „Tao der Liebe“ vertieft gewesen waren.

    Wie auch immer, es war ein grossartiger Höhepunkt. Der Bote des Grossen Geistes, könnte gemeinsam mit dem Boten der Mutter-Erde erscheinen.
    „Wir müssen zurück treten, weil sonst der Maulwurf sich nicht zeigen wird.“
    So traten Alle einige Schritte zurück.
    „ Noch mehr, weiter zurück.“
    Nachdem alle einen respektvollen Abstand zum Maulwurfs-Altar gewonnen hatten und in ein ehrfürchtiges Schweigen gefallen waren, bewegte sich der Erdhügel.
    Wunder über Wunder, der Bote der Mutter-Erde kroch aus dem Hügel heraus. Halbblind blinzelte er in die Sonne und streckte sich wohlig.
    Der ganze Tipi-Gemeinde überkam ein tiefer spiritueller Schauer. „Die mit der grossen Frauen-Trommel“ hatte ein triumphierendes leuchten in ihren Augen.

    So sonnte sich das erdige weibliche Prinzip wohlig in der Sonne und oben kreiste lauernd das himmlische männliche Prinzip
    Das konnte ja nicht gut gehen.

    Ja, es waren die letzten Sonnenstrahlen in dem kurzen Leben des „Boten der Mutter-Erde.
    Sehr zum Entsetzen der andächtig Anwesenden, stürzte sich von hoch oben, „Der Bote des Grossen Geistes“ lautlos herunter und griff sich den armen heiligen Maulwurf auf seinem Altar. Der arme Maulwurf war nur noch zu einem überraschtem „Quietsch“ fähig. Flatternd, ein triumphierendes Pfuiiiiii, Pfuiiii pfeifend, den armen „Boten der Mutter-Erde“ fest in seinen unbarmherzigen Krallen haltend, entschwand das männlich Prinzip hinter dem nahen Wald.

    Zum Glück waren die Kinder auf Blumensuche, sie wären ansonsten über lange Jahre traumatisiert geblieben. Bei den Frauen sass der Schock des eben Erlebten tief, während die Männer verwundert dem Bussard nachblickten.
    Dieses schreckliche Ereignis sollte die Stimmung des Lagers für immer verändern.

    Die „Die mit der grossen Frauen-Trommel“ packte ihre Trommel und verliess den schrecklichen Ort in Richtung „Mond und Sternenwiese“. Dieses mal folgten ihr alle Frauen.
    Die Männer standen ratlos und unsicher noch eine Weile verlegen rum, um sich dann am Heiligen-Feuer nieder zu lassen.
    Die Einzigen die noch dort standen, waren „Der immer im Westen sitzt“ und sein Göttliches Geschenk, fest in der extralarge Decke eingewickelt.

    In dieser Nacht, mussten die Männer alleine in der Schwitzhütte sitzen. Sie einigten sich auf eine heisse Kriegerhütte, mit kräftigen Gebeten und Gesängen. Das einzige was sie ein wenig störte und fürchteten, war das unheimliche Wolfsgeheul, das alle paar Minuten von der „Mond und Sternenwiese“ schallte.
    Dort stand „Die mit der grossen Frauen-Trommel“ in der Mitte fast aller versammelten Frauen, ihr Trommel fest an ihre Brust gedrückt, prophezeite sie mit wild rollenden Augen, das Nahen der Herrschaft des Matriarchats und die Erlösung vom schrecklich dominierenden Patriachat, zum Wohle der Erde und all ihrer Bewohner. Was die anwesenden Frauen immer wieder dazu bewog in ein rasendes Wolfsgeheul
    auszubrechen.

    In dieser Nacht hörte man auch später kein wohliges Seufzen und Stöhnen aus den Tipis kommen. Das Leben im Lager hatte sich Verfinstert.
    Kein Licht und keine Liebe.
    Einzig das Tipi von „Der der immer im Westen sitzt“ war warm vom Feuer beleuchtet, weil das „Geschenk Gottes“ dabei war ihm zu beweisen, dass es möglich ist eine Symbiose aus dem „Kamasutra“ und dem „Tao der Liebe“ zu schaffen.


    Liebe Leser/Innen, die es bis hierher ausgehalten haben und sich die Mühe genommen haben diese dramatisch Geschichte um das tragischen Ableben des heiligen Maulwurfs zu Ende zu lesen.
    Vielen Dank.

    Der Schreiber dieser tragischen Geschichte, muss noch hinzufügen, dass die in der Geschichte agierenden Personen rein aus seiner Phantasie entstanden sind und somit jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder bereits verstorbenen Personen nicht gewollt und rein Zufällig sind.
    Natürlich ist der Schreiber sich der Tastsache gewiss, dass es den sogenannten Zufall nicht gibt, womit aber automatisch Bewiesen ist, dass es ihn, den Zufall, dennoch gibt.
    Dies ist aber eine andere Geschichte.
     
  3. Lucia

    Lucia Sehr aktives Mitglied

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    :lachen:


    danke :)

    lucia
     
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  4. Palo

    Palo Guest

    Super Geschichte!

    :love2:
     
  5. Et libera nos

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    :weihna1
     
  6. AnufaEllhorn

    AnufaEllhorn Mitglied

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    :schnl: - da hat aber einer gut hingeschaut:escape:
     
  7. danke dir luzia

    auch für den link
     
  8. Lucia

    Lucia Sehr aktives Mitglied

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    wenn du den link im wuwe meinst - immer gern bei guten stories :)
     
  9. MutterdesFeuers

    MutterdesFeuers Neues Mitglied

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    Coole Geschichte, troublemaker, äh shooter!
    Ich war so mit Lesen beschäftigt, dass die Hagebutten, die ich mir in der Zwischenzeit als Tee aufbrauen wollte, jetzt nur noch so kleine schwarze rauchende Klümpchen in der Pfanne sind.
     
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  10. MorningSun

    MorningSun Sehr aktives Mitglied

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    wo die Wirren irren ...
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    und das als Mutter des Feuers...hui...:escape:
     
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