Jetzt können sie sich erstmal schön die Opferrolle bedienen
Diese Opferrolle billige ich ihnen gerade zwar nicht wegen der Razzia aber wegen dem Vergleich zu einem anderen Fall zu:
Sucharit Bhakdi wurde vom Vorwurf der Volksverhetzung gerichtilich freigesprochen.
Vergleichen wir mal:
Bhakdi hat behauptet, das "Volk der Juden" habe von den deutschen das "Erzböse" gelernt, und nun wäre es in Israel die "living hell", weil die Durchimpfung der Bevölkerung da ja seiner Aussage nach was schlimmeres wäre als die Shoa damals. Man schaue sich das mal an: Er behauptet damit, dass ein paar Piekser mit meist nur milden Neben- und Nachwirkungen schlimmer wären als viele Millionen vergaste oder sonstwie grausam ermordete Menschen.
Das gericht nimmt wohlwollend die bestmögliche Interpretation des gesagten und äußert differenziert, dass Bhakdi ja damit nur die Politik der israelischen Regierung gemeint sein könnte - somit nicht antisemitisch - und dass der Vergleich und die damit einhergehende Relativierung/Verharmlosung der Shoa zwar inakzeptabel wäre aber im Kontext des Gesagten von der Meinungsfreiheit gedeckt wäre.
Demgegenüber fußen die Forderungen der "letzten Generation" durchaus auf stabilem Fundament: wenn der Klimawandel nicht global stärker bekämpft wird, als es bislang der Fall ist, droht eine dystopische Zukunft, in der nur noch im Vergleich weniger Menschen gut auf der Erde werden leben können. Ob sie mit ihren Aussagen und Forderungen im Detail den Kern treffen, sei dahin gestellt, und ihre Aktionen sind unbestritten Straftaten, die auch nach unseren Gesetzen - die ich als gut und brauchbar einschätze; nicht so wie in einer Diktatur, wo Kritiker mal eben auch hngerichtet werden können - der Tat und Schuld angemessen geahndet gehören. Dagegen gibt es dann Razzien, Vorbeugehaft und neue Gesetzentwürfe, die schon das Mitführen von Sekundenkleber unter Strafe stellen können.
Ich halte viel vom deutschen Rechtssystem. Viel genug, dass auch in meinen Augen der Zweck NICHT das Mittel des Rechtsbruch derart heiligen würde, dass der Rechtsbruch eigentlich ungeahndet gehörten würde. Aber in diesem Vergleich sehe ich doch eine gwisse Schräglage bzw. Ungerechtigkeit zu Ungunsten der "letzten Generation".