Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel. Und Friday for Future hat gezeigt, dass man auf anderen, ziviler Art und Weise wesentlich mehr und nachhaltigeren Eindruck wecken kann.
Hat Friday for Future denn mehr und nachhaltiger Eindruck hinterlassen?
Wir können natürlich nicht wissen, wie der Klimaschutz ohne FfF heute aussähe, aber es ist noch nicht ausreichend, die Klimaziele zu erreichen; ja nicht einmal die Erwärmung auf 2° am Ende des Jahrhunderts zu begrenzen.
Einige der Aktivisten argumentieren deswegen ja: "Wir haben es lieb versucht, und nun müssen wir mehr Druck ausüben." (Eine Argumentation, der ich mich NICHT anschließen möchte bzw.)
Dass sich mittlerweile viele andere Klimaschützer von den Aktionen der letzten Generation distanzieren, sagt im Grunde alles.
Naja, es zeigt vor allem, dass auch Klimaschützer von unterschiedlichen Menschenbildern ausgehen und die Sachlage mit verschiedener Ambiguitätstoleranz betrachten.
-------------------------------------
Weil unser neoliberal-kapitalistisches System die Menschen immer konsumgeiler und egoistischer macht.
Das ist glaube ich nur ein kleiner Teil des Problems. Es ist ja leider nicht so, dass alle Probleme gelöst wären, wenn wir nur auf ein wenig Luxus o.ä. verzichten würden. Das letzte Jahrhundert hat es sich so entwickelt, dass viele Menschen einfach Klimasünden begehen müssen, weil die Infrastruktur es nicht anders her gibt. Zum Beispiel ein Verkehrswesen, welches darauf ausgerichtet ist, autofreundlich zu sein, wird es vielen Menschen erschweren oder gar unmöglich machen, auf Alternativen dazu umzusteigen. Und entsprechend mobil zu sein ist auch kein Luxusproblem, sondern für viele in der aktuellen Zeit eine Notwendigkeit.
Abgesehen davon: Wir alle sind bequem und egoistisch. Dem Klimaschutz helfen wir nicht viel weiter, wenn wir das bemängeln und missmutig auf die Mehrheit der Menschein zeigen, die irgendwie egoistischer erscheinen und mehr Klimasünden begehen. Nein, wir müssen irgendwie die Mehrheit mit einbeziehen - Lösungen finden, die auch massentauglich sind.
‐-------------------------------
ich finde spannend,
wie eine Partei mit grad mal 18 % der Bevölkerung hinter sich meint ihre Dinge werden von der Bevölkerung im vollen Umfang getragen
Meinst Du die Grünen?
Nun, die Grünen sind nicht mit den Aktivisten der letzten Generation gleichzusetzen. Im Gegenteil sind die Grünen den Aktivisten nicht radikal genug. Auch schon FfF haben die Grünen dafür kritisiert und überlegt eine neue Partei zu Gründen, die den Klimaschutz noch stärker vertreten will als die Grünen.
Darüber hinaus sind 18% in der Parteienlandschaft durchaus viel - so viel, dass es den Grünen etwas Regieringsmacht gegeben hat in der aktuellen Legislaturperiode. Und da werden sie natürlich versuchen, so viel von ihrem Programm durchzusetzen, wie möglich. Was sollten sie sonst tun? Sollen sie sagen: "Oh, wir haben nur 18%, also werden wir uns zurückhalten und keine Forderungen und Vorschläge in die Politik einbringen"?
Den Klimaschutz haben übrigens fast alle größere Parteien in ihrem Programm aufgenommen - nur mit unterschiedlicher detaillierter Umsetzung und Priorisierung. Nur die AfD leugnet im eigenen Ptogramm auch das Problem und würde den Klimaschutz aktiv noch stärker ausbremsen als es bisher schon geschieht.