Ziviler Ungehorsam - was darf (Klima-)Aktivismus?

Für die Betroffenen ist das sicher alles andere als schön, und wenn ich selber die Hilfe eines Rettungswagens brauche, möchte ich auch, dass der so schnell wie möglich bei mir ist.
Aber die Berliner Feuerwehr fährt nach eigenen Angaben pro Jahr über 400.000 Einsätze im Rettungsdienst, im Schnitt also mehr als tausend pro Tag. Außerdem wird in dieser Statistik schon eine Verzögerung von einer Minute als Behinderung gewertet.

Um das ins Verhältnis zu setzen, würde mich z.B. mal interessieren, wie viele Einsätze der Feuerwehr alleine nur durch Zustellfahrzeuge von Paketdiensten behindert werden, die in zweiter Reihe parken oder sonst wie die Straße blockieren. Dazu gibt es natürlich keine Daten, aber ausgehend von dem, was ich täglich im Großstadtverkehr so erlebe, schätze ich mal, dass durch DHL, DPD, Hermes und wie sie alle heißen weit mehr Verzögerungsminuten verursacht werden, als durch die Proteste der Letzten Generation. Trotzdem käme niemand auf die Idee, dem Onlinehandel und all denen, die im Internet bestellen vorzuwerfen, sie seien für die Behinderung von Rettungseinsätzen verantwortlich.
 
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Für die Betroffenen ist das sicher alles andere als schön, und wenn ich selber die Hilfe eines Rettungswagens brauche, möchte ich auch, dass der so schnell wie möglich bei mir ist.
Aber die Berliner Feuerwehr fährt nach eigenen Angaben pro Jahr über 400.000 Einsätze im Rettungsdienst, im Schnitt also mehr als tausend pro Tag. Außerdem wird in dieser Statistik schon eine Verzögerung von einer Minute als Behinderung gewertet.

Um das ins Verhältnis zu setzen, würde mich z.B. mal interessieren, wie viele Einsätze der Feuerwehr alleine nur durch Zustellfahrzeuge von Paketdiensten behindert werden, die in zweiter Reihe parken oder sonst wie die Straße blockieren. Dazu gibt es natürlich keine Daten, aber ausgehend von dem, was ich täglich im Großstadtverkehr so erlebe, schätze ich mal, dass durch DHL, DPD, Hermes und wie sie alle heißen weit mehr Verzögerungsminuten verursacht werden, als durch die Proteste der Letzten Generation. Trotzdem käme niemand auf die Idee, dem Onlinehandel und all denen, die im Internet bestellen vorzuwerfen, sie seien für die Behinderung von Rettungseinsätzen verantwortlich.

Der Unterschied ist, die einen kleben, sich bewusst und absichtlich, an Straßen fest und die anderen versuchen ihren Job zu machen. Und wenn die, die Ihren Job machen, dabei absichtlich den Verkehr stören ( 2te Reihe parken etc,pp.) dann bekommen sie hoffentlich auch passende Strafen, wenn es denn auffällt.

Bei den KlimaKlebern ist es aber bewusst einkalkuliert, weil es primär um Aufmerksamkeit und, freundlich gesagt, Druck auf die Politik erzeugen geht. Du kannst das gerne gegeneinander aufrechnen, ergibt allerdings keinen Sinn. Mal unabhängig davon, ist das Ansehen von störenden Paketzustellern und KlimaKLebern bei den betroffenen Autofahren und Gesellschaft ungefähr gleich. Es ist ja jetzt nicht so, dass Paketzusteller grundsätzlich straffrei davonkommen. Sie machen es halt nicht vor laufender Kamera und 80 Millionen Zuschauer. Was das scheinbare Ungleichgewicht erklärt.

Sich einen Mietwagen mieten, gezielt Stellen aussuchen, um das größte Chaos herzustellen, sich mit einer Mischung aus Sekundenkleber und Beton, mit dem festgeklebten Finger in einer Kupferfingerfalle an den Achsen des Autos festzukleben ist ein ganz anderes Niveau.

Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel. Und Friday for Future hat gezeigt, dass man auf anderen, ziviler Art und Weise wesentlich mehr und nachhaltigeren Eindruck wecken kann. Dass sich mittlerweile viele andere Klimaschützer von den Aktionen der letzten Generation distanzieren, sagt im Grunde alles. Und wenn das so weitergeht, dann werden sie in ein paar Monaten unter "organisierte Kriminalität" eingeordnet und alles, was sie jemals erreicht haben (wollten) ist damit erledigt. Und jeder Klimaschützer, der sich dann nicht vollständig distanziert hat (in Retrospektive), wird in den gleichen Hut geschmissen.
 

Lächerlich. Ich wünschte, die bayrische Justiz (oder sonst eine) würde sich mal bei den Rechtsradikalen so ins Zeug legen...
Das ist unfassbar, was da abläuft.
Wir kriegen in D nicht mal Tempo 130 auf Autobahnen hin, hier reisen Leute aus dem restlichen Europa zum Rasen her, aber solche Leute zu kriminaisieren, geht ratz fatz.
 
Der Unterschied ist, die einen kleben, sich bewusst und absichtlich, an Straßen fest und die anderen versuchen ihren Job zu machen.
Ich will das auch gar nicht vergleichen. Ich finde nur, dass das Ausmaß der öffentlichen Debatte über Behinderungen von Rettungsfahrzeugen durch Klimaproteste in keinem Verhältnis zur Anzahl solcher Vorfälle steht.
Vielleicht ist es ja einfacher, sich an den "Klimaklebern" abzuarbeiten, als grundsätzlich zu hinterfragen, warum immer mehr von immer größeren Autos unsere Straßen verstopfen und warum das Fahr- und Parkverhalten - zumindest gefühlt - ganz allgemein immer rücksichtsloser wird.
 
Ich will das auch gar nicht vergleichen. Ich finde nur, dass das Ausmaß der öffentlichen Debatte über Behinderungen von Rettungsfahrzeugen durch Klimaproteste in keinem Verhältnis zur Anzahl solcher Vorfälle steht.
Vielleicht ist es ja einfacher, sich an den "Klimaklebern" abzuarbeiten, als grundsätzlich zu hinterfragen, warum immer mehr von immer größeren Autos unsere Straßen verstopfen und warum das Fahr- und Parkverhalten - zumindest gefühlt - ganz allgemein immer rücksichtsloser wird.
Zwei vollkommen unterschiedliche Angelegenheiten. Es ist nicht einfacher sich an den KlimaKlebern abzuarbeiten, es ist schlicht logisch, dass sich jetzt alle auf die Kleber konzentrieren, wenn diese selbst dafür sorgen immer und überall in den Medien zu stehen. Das ist doch genau der Kritikpunkt, dass die das bisschen Aufmerksamkeit, das der deutsche Michel erzeugen kann, auf das komplette falsche Thema lenken. Was sie tun, ist kontraproduktiv und jede weitere Aktion verstärkt und bestätigt das. Auch das jetzt immer aggressiver nach Methoden zum Stören gesucht wird, um möglich lange und exzessiv zu stören bestätigt nur die Vermutung, dass es in erster Linie nicht um Klima geht. Und auch wenn das nicht so ist, ist die Schlussfolgerung logisch, verständlich und wird sich so verfestigen.
 
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da hat die Realität mich wohl eingeholt...




Rund 170 Beamte durchsuchten ab dem frühen Morgen 15 Wohnungen und Geschäftsräume in sieben Bundesländern, wie die Generalstaatsanwaltschaft München und das Bayerische Landeskriminalamt mitteilten. Der Tatvorwurf lautet auf Bildung beziehungsweise Unterstützung einer kriminellen Vereinigung.

Zentraler Vorwurf im Zusammenhang mit den Durchsuchungen ist laut Polizei und Generalstaatsanwaltschaft, dass die Beschuldigten eine Spendenkampagne zur Finanzierung weiterer Straftaten für die "Letzte Generation" organisiert und so mindestens 1,4 Millionen Euro eingesammelt haben sollen. Dieses Geld sei nach bisherigen Erkenntnissen "überwiegend auch für die Begehung weiterer Straftaten" eingesetzt worden.
 
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