Ziviler Ungehorsam - was darf (Klima-)Aktivismus?

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Aus Protest den Verkehr lahmlegen - gar nicht so neu.
Sitzen heute alle im Knast. 😌

***Bild entfernt. Urheberrecht.***
 
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Aus Protest den Verkehr lahmlegen - gar nicht so neu. Sitzen heute alle im Knast. 😌

Das Bild ist von den Bauernprotesten in den Niederlanden vom letzten Sommer. Anlaß der Entrüstung war eine 2019 beschlossene Regelung zur Reduzierung von Stickstoff. Ökologisch unbedingt sinnvoll, für die Bauern, die ihr Heil in der massenweise Ausbringung von Gülledünger sehen, aber problematisch. Aber eben um die Reduzierung zu hoher Viehbestände gehts ja (auch), wenn Böden, Wasser, Luft einigermaßen gerettet werden sollen. Hier protestieren also mal die, die uns das Umweltproblem (mit-)bescheren.

Über Haft- oder sonstige Strafen hab ich in dem Zusammenhang nur dies über 2 junge Männer gefunden:
daraus zitiert:
"Der Richter betonte, Meinungsfreiheit und das Demonstrationsrecht seien wichtige Grundrechte, aber kein Freibrief für Straftaten."

Die Reichsbürger und andere den Staat stürzen Wollende haben sich an die Bauernproteste auch gleich mit drangehängt:

https://www.berliner-zeitung.de/new...chtsextreme-befeuern-bauernproteste-li.249647
 
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Die letzte Generation zerstört alles, was Fridays for Future mühselig aufgebaut hat. Klimaschutz ultimativ in Verruf gebracht, echt toll. (n)

Ja, so zeigen diese Aktionen der Klima-Aktivisten wieder, dass "gut gemeint" das Gegenteil von "gut gemacht" ist.

Schade finde ich, dass jetzt immernoch mehr darüber geredet wird, wie dumm und/oder böse die Klimakleber wären, aber eben nach wie vor nur wenig über das Klima. Die Klimakriese ist scheinbar immernoch etwas, was für die meisten Menschen weit in der Zukunft liegt, während die Aktionen jetzt Staus verursachen und u.a. Rettungswagen behindern.

Wir können gut darüber reden, wie hart jemand bestraft werden sollte, der mit solchen Klebe-Aktionen u.a. die Regierung(en) zu mehr Klimaschutz erpressen/nötigen will. Daneben machen wir uns scheinbar aber herzlich wenig Gedanken darüber, wie die Menschen in 30 bis 50 Jahren uns am liebsten bestrafen würden dafür, in welchem Zustand wir ihnen die Welt überlassen.
 
Über all die Ökothemen haben heute ca 60 bis 70 Jährige sich schon als Teenies Gedanken gemacht, als sie mit dem obligatorischen Atomkraft? Nein danke - Button, Jutebeuteln und Strickpullis rumgelaufen sind und "Alternative" genannt wurden. Kam nix bei raus. Genauso wenig kommt heute bei den Aktionen raus. Wer einmal auf dem Ökotrip war, den läßt das nie ganz los, selbst wenn der Idealismus sich verliert. Der macht dann halt seinen positiven kleinen Teil im Privaten. Das ist immerhin besser als nichts. Auch heute gibt es besonnene tatkräftige Jungökos, und DIE machen mir Hoffnung. Nicht aber dummdreist Straftaten begehende Rücksichtslose.

enthält ein interessantes 6 minütiges Video
 
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Über all die Ökothemen haben heute 60 bis 70 Jährige sich schon als Teenies Gedanken gemacht, als sie mit dem obligatorischen Atomkraft? Nein danke - Button, Jutebeuteln und Strickpullis rumgelaufen sind und "Alternative" genannt wurden. Kam nix bei raus. Genauso wenig kommt heute bei den Aktionen raus. Wer einmal auf dem Ökotrip war, den läßt das nie ganz los, selbst wenn der Idealismus sich verliert. Der macht dann halt seinen positiven kleinen Teil im Privaten. Das ist immerhin besser als nichts. Auch heute gibt es besonnene tatkräftige Jungökos, und DIE machen mir Hoffnung. Nicht aber dummdreist Straftaten begehende Rücksichtslose.

enthält ein interessantes 6 minütiges Video

Es ist auch erklärbar, warum bei den "Alternativen" der 1970er und 1980er Jahre nicht viel bei rauskam: Ihre Bemühungen waren und sind immer mit Mühen, viel Verzicht und dennoch Mehrkosten für sie verbunden gewesen. Das wollen nicht alle mitmachen; viele können es nicht einmal mitmachen.

Und so machten (und machen) einige wenige ihren positiven kleinen Teil im Privaten, und die Mehrheit steht daneben und verdreht genervt die Augen. Was die einigen wenigen machen, ist zwar besser als gar nichts... aber effektiver Klimaschutz funktioniert so nicht.

Wir brauchen Ansätze, die massentauglich sind. Es muss einfach und günstiger sein, klimafreundlicher zu leben. Ansonsten bleibt es dabei, dass nur eine Minderheit sich große Mühe gibt und sich moralisch ganz doll überlegen fühlt gegenüber der Mehrheit der Menschen, die sich diese Mühen und Mehrkosten nicht machen wollen oder auch nicht können.

Meine Hoffnung liegt da bei Konzepten wie die 15-Minuten-Stadt - also Stadtplanungskonzepte, die es für die meisten Menschen möglich macht, alles wirchtige für den Alltag binnen 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Meine Hoffnung liegt darauf, dass doch hoffentlich der ÖPNV und insbesondere das Eisenbahn-Netz verbessert wird, auf dass es für viele einfacher (und günstiger) wird das zu benutzen. Dann kann man auch daher gehen und z.B. das Angebot von Fluggesellschaften zu reglementieren: Keine Flugverbindung bei der es eine Bahnverbindung unter z.B. 4 Stunden gibt o.ä. Meine Hoffnung liegt auf einer schnellen und effektiven Energiewende.

Sind die Jungökos, die Du ansprichst, dabei auch aktiv? Dann würde meine Hoffnung auch auf ihnen liegen.
 
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Bei allem Verständnis für die Anliegen der Aktivisten beschleicht einen schon das Gefühl, dass da einige ziemlich verhaltensoriginelle Akteure darunter zu finden sind, um es mal diplomatisch auszudrücken. :rolleyes:

Eine bricht im ORF-Interview fast in Tränen aus


eine weitere wäre nach ihren eigenen Worten nur durch die "Todesstrafe" zu stoppen


von einer weiteren ist zu lesen, dass sie sich sterilisieren ließ, weil man in diese Welt keine Kinder mehr setzen dürfe......
 
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