Wohnungen für Obdachlose

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Die Zahl der "Aufstocker" sagt das aus. Wenn jemand arbeiten geht und sein Lohn so gering ist, dass es aufgestockt werden muss, damit es zumindest dem H4 Niveau entspricht, dann geht es dem, der zu Hause ausschläft und dann vorm TV sitzt besser als dem, der arbeitet und ungefähr genauso viel hat.

https://de.wikipedia.org/wiki/Aufstocker

Seit Einführung des Mindestlohnes hat sich die Zahl der Aufstocker wohl reduziert.

Das ist in meinen Augen die größte soziale Ungerechtigkeit die es in unserem Staat gibt. Es kann nicht angehen dass jemand arbeitet und von seinem Lohn in dieser Gesellschaft nicht (über-)leben kann, bzw. dass andere, die nicht arbeiten, annähernd genauso viel haben.

R.

das es eine der größten Ungerechtigkeiten ist, weiß man....das die Regierung hier auf Umwegen die Wirtschaft subventioniert sollte eher das Argument sein, als ständig Hartz4 Empfänger zu diskriminieren...
 
Wenn jemand arbeiten geht und sein Lohn so gering ist, dass es aufgestockt werden muss, damit es zumindest dem H4 Niveau entspricht,

da ist was falsch..denn das hat weder mit obdachlosen noch mit h4 empfänger zu tun...h4 empfänger werden meist als arbeitsunwillig hingestellt was aber in den meisten fällen nicht richtig ist...(natürlich gibt es auch welche die dieses system ausnützen)...die frechheit ist unser staat, der es zulässt arbeitende bürger aufzustocken um der wirtschaft in den arsch zu kriechen...das ist keine volks - sonder eine reine wirtschaftspolitik die nicht wir sind!..und was ist der staat..wir!..nein leider nicht..die politik ist zu einer eigenen, wenn man will, wirtschaft geworden..sie streicht unser geld ein und schmeißt es zum wohle der wirtschaft wieder raus..und warum? weil der staat dadurch mächtig kassiert...und solange wir uns nicht einig werden das der staat, die politiker, eigentlich lediglich für das wohl des eigenen volkes verantwortlich ist werden sie ihr spiel weiter führen..
eine macht die wir eigentlich noch unterstützen in dem wir uns auf einander hetzen lassen..und die lachen sich noch ein`s..
 
Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Obdachlosen doch gar nicht mehr fähig sind, eine Wohnung oder auch nur ein Zimmer in Ordnung zu halten. Was an Wohnraum zur Verfügung gestellt wird, verwahrlost meistens (!) gleichermaßen wie die Menschen.

Sprich nur mit Wohnraum ist es nicht getan. Es muss sich dennoch jemand darum kümmern, dass keine Ungezieferplage, Vandalismus usw.

Und da wird die Angelegenheit sehr kostenintensiv für den Staat = die Gemeinschaft.

Mein Vater war obdachlos und ein Beispiel dafür, dass diese Menschen inkompatibel mit einem festen Wohnsitz sind. Der hätte einmal fast ein billiges Hotel abgefackelt, weil er besoffen im Bett geraucht hat, seine von unserer Familie finanzierte Wohnung war dann am Ende kakerlakenverseucht und richtig fies verseucht/verwohnt, tausende Euros hat das gekostet wieder in Ordnung zu bringen... interessanter Weise hielt mein Vater Obdachlosenunterkünfte für asozial und weigerte sich dort zu schlafen. Und wollte sich auch von niemandem vorschreiben lassen, dass er Ordnung zu halten oder zu putzen hat.

Klar war der krank, keine Frage, aber im sozialen Umgang nahezu unzumutbar.
 
Das ist in meinen Augen die größte soziale Ungerechtigkeit die es in unserem Staat gibt. Es kann nicht angehen dass jemand arbeitet und von seinem Lohn in dieser Gesellschaft nicht (über-)leben kann, bzw. dass andere, die nicht arbeiten, annähernd genauso viel haben.
Da die Hartz-IV-Leistungen laut Bundesverfassungsgericht nicht weiter gesenkt werden können, ließe sich das nur ändern, indem man irgendwie das Einkommen der "Aufstocker" erhöht. Wie dem Wikipedia-Artikel, den du verlinkt hast, zu entnehmen ist, steht erwerbstätige ALG2-Beziehern ja schon ein bisschen mehr Geld zu:

Wegen der Freibeträge nach § 11b Abs. 2 und Abs. 3 SGB II liegen die Einnahmen eines erwerbstätigen Aufstockers insgesamt über den Leistungen zur Grundsicherung.

Ist natürlich im Prinzip eine gute Sache, die Förderung von "Aufstockern" darf aber gleichzeitig nicht dazu führen, dass der Staat indirekt die Wirtschaft fördert, indem er Minijobs subventioniert. Ist ne ziemlich zweischneidige Angelegenheit, finde ich.

Ich denke vor allem nicht, dass das die größte soziale Ungerechtigkeit in Deutschland ist, da sehe ich ganz andere Baustellen. Warum zahlt ein Millionär auf seine Kapitalerträge den selben Steuersatz, wie ein Kleinsparer, auf seine paar Euro Altersvorsorge? Warum hängen in kaum einem anderen Land in Europa die Bildungschancen eines Kindes so sehr vom Einkommen des Elternhauses ab, wie in Deutschland? Wie kann es sein, dass diverse Schlupflöcher in den entsprechenden Gesetzen es möglich machen, dass Milliardenvermögen völlig steuerfrei vererbt werden können? Die Liste ließe sich noch fortsetzen.
Würde man diese Probleme mal angehen, wäre meiner Meinung nach nicht nur mehr für die soziale Gerechtigkeit in diesem Land getan, es würde auch mehr Geld bringen, als "Voll-Hartzer" gegen "Aufstocker" auszuspielen, um hier und da doch noch eine Leistungskürzung um 2,50 €, oder sonst eine zusätzliche Repressalie einzubauen.
 
Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Obdachlosen doch gar nicht mehr fähig sind, eine Wohnung oder auch nur ein Zimmer in Ordnung zu halten. Was an Wohnraum zur Verfügung gestellt wird, verwahrlost meistens (!) gleichermaßen wie die Menschen.

Sprich nur mit Wohnraum ist es nicht getan. Es muss sich dennoch jemand darum kümmern, dass keine Ungezieferplage, Vandalismus usw.

Und da wird die Angelegenheit sehr kostenintensiv für den Staat = die Gemeinschaft.

Mein Vater war obdachlos und ein Beispiel dafür, dass diese Menschen inkompatibel mit einem festen Wohnsitz sind. Der hätte einmal fast ein billiges Hotel abgefackelt, weil er besoffen im Bett geraucht hat, seine von unserer Familie finanzierte Wohnung war dann am Ende kakerlakenverseucht und richtig fies verseucht/verwohnt, tausende Euros hat das gekostet wieder in Ordnung zu bringen... interessanter Weise hielt mein Vater Obdachlosenunterkünfte für asozial und weigerte sich dort zu schlafen. Und wollte sich auch von niemandem vorschreiben lassen, dass er Ordnung zu halten oder zu putzen hat.

Klar war der krank, keine Frage, aber im sozialen Umgang nahezu unzumutbar.

da hast du schon auch recht...trifft aber auf einen großen teil der obdachlosen nicht zu...hast du dir eigentlich das video von Lucia angesehen?
 
da hast du schon auch recht...trifft aber auf einen großen teil der obdachlosen nicht zu...hast du dir eigentlich das video von Lucia angesehen?
Muss ich nicht, ich kenne die Zustände hier vor Ort und habe auch persönliche Erfahrungen mit Obdachlosen.

Ein Großteil der Obdachlosen würde gerne normal leben, auch gerade was Hygiene angeht, aber kriegen das tatsächlich nicht gebacken. Und die asoziale Umgebung in Obdachlosenheimen ist für den Einzelnen auch nicht gerade einheimelnd, wobei: kriminell, asozial und gewalttätig sind ja immer nur die anderen. :rolleyes:

Nö, also entweder sehr robuste Unterkünfte, wo die Leute sich selbst organisieren müssen und ab und an mit dem Entseuchungskommando da durchfegen.

Oder intensivste soziale Betreuung und Reinigungskräfte bereitstellen.

Dass in den USA viele Leute mit Job während der Finanzkrise 2008 obdachlos waren, ohne ins Asoziale gerutscht zu sein, ist ja wieder eine andere Art der Obdachlosigkeit. Die wirklich an äußeren Umständen hängt.

Dann gibt es den Teil an Obdachlosen, wo die Äußern Umstände das Innere widerspiegeln. Und der ist zumindest bei uns in der Großstadt nicht klein, sondern die Mehrheit. Viele wollen auch gar nicht anders leben, wünschen sich "nur" Zugang zu einem warmen Schlafplatz, Essen und ab und an mal eine Dusche und Waschmaschine zu benutzen. Aber diese Art zu leben sieht unsere Gesellschaft nicht vor. Man darf nicht ohne festen Wohnsitz und dennoch sicher leben. Sondern, wenn, dann muss man die ordentliche Wohnung, den geregelten Job usw. auf die Reihe bekommen. Und da hakt es nicht immer am Können, sondern auch am Wollen.
 
Mein Bruder, der lange Jahre obdachlos war und jetzt wieder ist, schafft es gar nicht, eine Wohnung zu halten, drei Wohnungen hat er verloren, jetzt wohnt er bei seiner Freundin. Er bräuchte bei einer eigenen Wohnung einen Betreuer für die finanziellen Angelegenheiten, aber das lehnt er ab, auch ich darf es nicht tun. Seine letzte Wohnung hat er verloren, weil er monatelang sein Geld bei der Post nicht abgeholt hat und die Miete nicht bezahlt hat, er hat keinem ein Wort gesagt, ich hätte es sofort verhindert.
 
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Viele werden auch obdachlos, weil sie ihre Dokumente verlieren oder sie ihnen gestohlen werden, grad in Obdachlosenheimen passiert das oft. Wenn es dann keine Angehörigen gibt, die die Identität beweisen können, gibt es keine neuen Dokumente und ohne Dokumente gibts auch kein Geld vom Amt, da die Leute sich nicht ausweisen und ihren Anspruch auf Leistungen beweisen können. Dann bleibt nur noch betteln oder stehlen, um nicht zu verhungern. So einen Fall hab ich selbst mal gekannt.
 
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