Dieser Talmund besteht zwar aus einer Sammlung von Einzelschriften, das heißt aber nicht, dass es da um eine lose und beliebige Zusammenstellung geht.
Dafür gibt es keine Belege.
Historiker gehen nämlich viel neutraler und objektiver vor als dogmatisch Gläubige.
Hinsichtlich der Verschwörungstheorien um Nicäa ist eben nicht egal, ob das Alte Testament aus der Septuaginta übernommen wurde oder nicht. Damit entkräftet sich nämlich der Vorwurf der Beliebigkeit und Verfälschung der Lehre.
Nur religiöse Dogmatiker können bezüglich Nicäa von einer Verschwörungstheorie sprechen.
Historiker sprechen im Bezug auf Nicäa garnicht von einer Verschwörung sondern von einem historischen Ereignis welches aus dem Blick der damaligen Zeit politisch begründet gesehen auch nachvollziehbar ist.
Schattenelf: Das war in der Tat das Ziel von Kaiser Constantin. Aber die damaligen Bischöfe nutzen dieses Konzil auch zu einer einheitlichen Lehrentscheidung für eine christliche Gesamtkirche. So unterteilt die Geschicht auch in vor-nicänische und nach-nicänische Theologie.
War der Versuch so verwerflich, eine einheitliche Lehre finden zu wollen? Gerade in jener Zeit hatten sich in dieser Lehre so gegensätzliche Strömungen entwickelt, mit denen eine Auflösung von innen heraus drohte. Dass es bei diesem Bemühen um Einheit auch um die Befindlichkeit einzelner Bischöfe und Glaubenslager gab, kann ja niemand bestreiten. Eines steht aber fest, dass es zu diesem Zeitpunkt aber die „Kirche“ mit ihren Machtansprüchen noch nicht gab.
Politisch gesehen ist der Versuch eine einheitliche Lehre zu finden verwerflich,weil es sich dann nicht mehr um den Glauben des Einzelnen handelt,sondern um einen kollektiven Glauben der auch immer politisch motiviert ist.
Das Konzil von Nicäa war der Startschuss für eine Kirche mit Machtansprüchen.
Da ziehst Du völlig falsche Schlüsse. Constantin verstand sich nicht als Werkzeug Gottes, sondern betrachtet sich selbst als Gott.
Das ist völliger Unsinn.
Die römischen Kaiser sahen sich selbst nur in der Zeit als "Götter" wo das römische Imperium unangefochten und krisenlos daststand.
Constantin kann man in keinster Weise vergleichen mit der Zeit von Nero oder Caligula welche sich als Götter verstanden.
Die Herrschaft Constanin's ist mit dem Beginn des Untergangs von Rom in Verbindung zu bringen da zu Constantin's Zeit das römische Reich bereits voller Krisen war.
Ja, Constantin sah sich auch in der Rolle des kommenden Christus (der Sohn Sols), der mit der Wiedererrichtung und Einigung des zerbrochenen Imperiums dieses Himmelreich regieren wollte.
Völliger Unsinn!
Die christliche Religiösität Constantin's beginnt mit der Schlacht an der Milvischen Brücke bei Rom.
Der Schreiber Lactantius berichtet von einer Traumerscheinung, in der Constantin angewiesen wurde, das himmlische Zeichen Gottes auf die Schilde der Soldaten malen zu lassen;darauf hin hat Constantin befohlen auf die Schilde seiner Soldaten das Christusmonogramm aufmalen zu lassen.
Erst im Moment seines Todes hat er sich taufen lassen.
Die Vorstellung vom Herrscher aus Gottes Gnaden ist erst sehr viel später im frühen Mittelalter entstanden.
Die Vorstellung vom Herrscher aus Gottes Gnaden kommt aus der Vorsehung unter welcher Constantin die Schlacht an der Milvischen Brücke gewann und Kaiser von Rom wurde.
Politisch deklariert wurde das erst später.
Aber Constantin's Konzil von Nicäa führte dazu dass im selben 4.Jahrhundert in Ost- wie in Westrom das Christentum zur Staatsreligion erklärt wurde.
Die Tradition,welche im Mittelalter Hochkonjunktur hatte,dass der "Kaiser" von "Gottes Gnaden" herrscht,gründet sich auf die Schlacht an der Milvischen Brücke bei Rom.Dort liegt der Tradition ihr Ursprung und führte sich bis 1806 bzw. letztlich 1918 fort wo diese Tradition ihr Ende fand.
Denn nicht umsonst nannte sich das 1.Reich "Heiliges
römisches Reich Deutscher Nation" und über das 2. Reich der wilhelminische Kaiser der Hohenzollerm "Kaiser von Gottes Gnaden".
Und selbst über das 3.Reich der Nazis bis zur heutigen Bundesrepublik Deutschland findet der ursprünglich
römische Adler bis heute seine Berechtigung als Hoheitszeichen.
Und das auch in Österreich!
Es wäre hilfreich, wenn zu solchen Verschwörungstheorien auch einmal klare Fakten mit auf den Tisch gelegt werden würden.
Der geschichtlich-historische Verlauf spricht da für sich,
und von einer Verschwörungstheorie wird diesbezüglich historisch gesehen auch nicht gesprochen.
Der von dir in diesem Zusammenhang eingebrachte Begriff der
Verschwörungstheorie dient zu nichts anderem als die Realität des geschichtlichen Ablaufs in Mißkredit zu bringen um irgendwelchen illusionären-dogmatischen Vorstellungen weiter Nahrung zu geben.
Der Begriff Verschwörung hat seine Berechtigung nur in zeitnaher Begebenheit,aber je länger Zeit vergeht wird der Begriff Verschwörung zu einem historischen Fakt weil die Verschwörung nicht mehr revidiert werden kann.