Was kann man machen, wenn man verhasst ist?

ich weiß langsam nicht, was ich machen kann und hoffe, ihr könnt mir helfen.
Vielleicht ist der Weg zu einer eigenen Privatschule auch zu überfordernd für dich, so dass der Gedanke entstehen kann, Kritik an dem Schulsystem und die Unmöglichkeit der Verbeamtung in der Weise zu entgehen, durch einen Kompromiss eine Lösung zu finden, indem man sich an bereits bestehende Privatschulen wendet.
Mir ist die sehr künstlerisch ausgerichtete Pädagogik der Waldorfschulen ganz gut bekannt, die einen ganz anderen Weg beschreitet, als es üblich ist, während die Waldorfschulen andererseits dem Schulgesetz leider zu sehr Tribut leisten müssen.
Es gibt zwei Wege, dort formal Lehrer zu werden: Duch ein bereits bestehendes Examen kann man dort Fachlehrer werden, ohne die besondere Ausbildung zum Waldorflehrer absolvieren zu müssen. Der andere Weg, der ein bereits bestehendes Examen nicht ausschließt, ist die Ausbildung zum Waldorflehrer. Durch ein bestehendes Lehrerexamen verkürzt sich die Ausbildungszeit auf ein Jahr, soweit ich mich erinnere. Man kann dann "Klassenlehrer" werden, der (theoretisch wenigstens) eine Klasse von der ersten bis zur achten Klasse begleitet und bis dahin auch keine Noten vergibt.
Eine empfehlenswerte Lektüre zum Verständnis der Waldorfpädagogik wäre das Buch "Erziehung zur Freiheit". Das Buch wird überraschen, denn es ist inhaltlich und gestalterisch ganz anders, als man es sich üblicherweise vorstellen würde.
Es gibt eine Dokumentation über die ersten drei Jahre an der Waldorfschule namens "Guten Morgen, liebe Kinder!" Es gibt insgesamt zwei gute Dokumentationen Die zweite baut auf der ersten auf. Falls sie nicht im Web zu finden sein sollten, kann ich sie als DVD gerne zuschicken.
An der Waldorfschule sieht man vieles anders, auch in Bezug zu den sich Bewerbenden. Vollkommenheit wird, so darf ich sagen, nicht gesucht und nicht erwartet, vielmehr stehen Eigenschaften wie die Ehrlichkeit im Vordergrund. Ein ehrlicher Lehrer, der seine Schwächen seinen Schülern innerhalb eines angemessenen Rahmens offenbart, findet einen großen Anklang. Natürlich dürfen die Schwächen nicht zu sehr ins Gewicht fallen. Ein von mir sonst recht geschätzter Kollege musste die Schule verlassen, weil er einfach zu cholerisch war usw.
 
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Ich danke dir, lieber Solis.

Ich kenne das Konzept der Waldorfschulen. So ganz das Richtige ist es nicht für mich.
An einer Regel- und einer Privatschule war ich auch schon tätig. Ich möchte mich da nicht mehr eingliedern. Ich habe einen Vergleich zu Schulen aus einem anderen politischen System und bin schon sehr idealistisch. Ich weiß, daran sind schon viele zerbrochen. Aber es ist mein Weg. Dann sollte ich den bis ans Ende gehen.

Übrigens habe ich keinen Frust, dass ich nicht Verbeamtet wurde.
Als ich das LA- Studium begann, wusste ich nicht, welche Auflagen man für den Staatsdientst erfüllen muss. Ich müsste z.B. mein Seminar um Erlaubnis bitten, wenn ich einen Muslim heiraten wollte, da ich eine Theologin bin...

Wenn ich meine Schule aufgeben müsste, würde ich auf jeden Fall nur noch Musik und Kunst machen.

LG,

Stäbchen
 
Was kann man machen, wenn man... Egal was.

Sich in erster Linie selber Lieben. Hat doch schon Jesus & Co. gesagt.
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@Solis
Eins hast du in deinem Statement über Waldorfschulen vergessen,nämlich den Bezug zur Anthroposophie ,der vorhanden sein sollte,wenn man Klassenlehrer werden möchte..
 
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hallo stäbchen,

ohne jetzt alle postings durchgelesen zu haben, möchte ich dir auch gern etwas sagen und dich ein paar dinge fragen. dein beitrag hat mich angesprochen :-):

zunächst ist meine erfahrung die, dass musiker grundsätzlich sensibler sind als viele andere menschen. das führt dazu, dass kleinste missstimmungen im anderen, gefühle, wahrnehmungen, etc. verstärkt wahrgenommen und oft überinterpretiert werden. (vielleicht hilft dir lektüre über hochsensible menschen weiter.) was dann passiert, ist wie eine spirale: man beginnt zu grübeln, sucht erklärungen, stellt sich selbst in frage, wird immer unsicherer, etc.
das grübeln und hinterfragen solltest du abstellen. auch wenn du abwertung, neid, etc. wahrnimmst - erkenne es und lass es dann los.

abwertung kannst du abschwächen, indem du den anderen aufwertest! ;) frage die leute nach ihrer eigenen ausbildung, nach dem, was sie besonders gut können, was sie sich für sich wünschen, was sie beruflich machen, wo sie erfolgreich sind, was ihre stärken sind, etc. jeder erzählt am liebsten von sich selbst und schwelgt am liebsten im eigenen narzissmus ;) interessiere dich einfach für ihr leben, frage, weshalb sie musikunterricht wollen, wieso musik für sie wichtig in ihrem leben ist, etc. versuche eine angenehme atmosphäre zu schaffen, small talk, humor, mach späße - das entschärft die situation ;)

frage dich selbst: was trage ich dazu bei, dass ständig konkurrenzsituationen entstehen?
wie erlebe ich andere frauen? gibt es konkurrenz innerhalb meiner familie (als kind: geschwisterrivalitäten?)? etc. wo rivalisierst denn DU unbewusst mit anderen frauen?


ich verstehe nicht, wieso du vorspielen solltest?
hast du kein abschlusszertifikat, das du vorlegen kannst?
frage nach, woher das misstrauen kommt?
"warum brauchen sie einen beweis, dass ich klavier spielen kann? ist es nicht viel wichtiger, dass ich ihnen/ihrem kind vermitteln kann, wie man mit freude klavier spielt?" o.ä.
sage klar, dass du jetzt nicht vorspielst, und verweise auf konzerte, wo du mitspielst o.ä.
indem du machst, was die anderen fordern, gibst du bereits deine position ab. der andere sagt, wo und wies lang geht, nicht mehr du. ein schlechter einstieg.

wieweit hältst du dein eigenes konzept für richtig? wenn sich da unsicherheiten verbergen, überträgst du das natürlcih! hinterfrage nochmals deine konzepte.

zu guter letzt:
ja, selbständigkeit ist ein konkurrrenzkampf. da braucht man eine dicke haut und muss damit umgehen können, dass halt nicht alle zu einem passen und sich jemand anderen suchen. das ist halt so. das musst du wissen.
bemühst du dich vielleicht zu sehr um JEDEN kunden? du wirst nie alle zufriden stellen. so etwas gibt es gar nicht. jeder hat seinen kundenstock und der unterscheidet sich von anderen.

ich hoffe, da waren ein paar anregungen für dich dabei!

alles gute:-)



Hallo gemeinsam,

ich weiß langsam nicht, was ich machen kann und hoffe, ihr könnt mir helfen.

Und zwar bin ich vom Beruf her Sek II- Lehrin, da ich aber aufgrund einer Psychotherapie in der Vergangenheit keine Verbeamtung bekomme und unser Schulsystem nicht gutheiße, habe ich eine eigene etwas unkonventionelle (Privat)Schule gegründet.
Mein Konzept sieht Unterricht in kleinen Gruppen mit möglichst vielfältiger, individueller Förderung und kreativen und spielerischen Unterrichtsmethoden vor. Da ich schon immer eher "verhasst" war, habe ich mich bereits als Kind mehr der Musik und Kunst zugewandt und so meine Fähigkeiten gut ausgebaut. Darum habe ich eine sehr hohe Resilienz und möchte genau das an Schüler/innen weitergeben. Wer was kann, fängt sich selbst leichter auf.
Ich komponiere und gebe neben dem regulärem Unterricht auch Klavierstunden. Die Sache ist, dass ich als Sek II Lehrerin auch Erwachsenenbildung anbiete und auch darauf (noch) angewiesen bin. Es gibt so gut wie gar keine Mittel vom Staat. Meine Schule ist auch noch nicht so alt. Kurz- ich nehme auch erwachsene Schülerinnen an, weil ich das Geld brauche. Ich bin auch nicht die Teuerste. In meiner Straße ist ein Musik, der das Doppelte für seinen Unterricht nimmt. Bevor der reguläre Unterricht losgeht, kann man bei mir zwei Probestunden machen, völlig kostenlos und unverbindlich. Ich finde das großzügig.

Nun ist es so, dass manche Frauen mich schon beim Vorstellen so geringschätzig mustern. Wenn sie Ihre Kinder unterrichten lassen, legt sich das meistens. Wenn es aber für sie selbst ist, schlägt mir so ein Hass entgegen.

Diese Woche hatte eine 65 jährige Dame Klavierunterricht ausprobiert. Sie hat mich von oben bis unten abgemustert, wollte andauernd, dass ich ihr etwas von mir vorspiele, was ich normalerweise nicht mache. Bei ihr habe ich eine Ausnahme gemacht. Das hat ihr wohl nicht gereicht und sie brachte mir in der nächsten Stunde, ein mir völlig unbekanntes Stück mit und ich sollte das spielen. Klar, hätte ich es machen können. Nur wäre das bestimmt nicht einwandfrei, was ich ihr auch so ehrlich sagte. Es war von der Anforderung her im mittleren Bereich und meine eigenen Kompositionen sind häufig schwerer. Aber ein völlig unbekanntes Stück mal eben so perfekt wiederzugeben, ist einfach zu viel verlangt. Ich kenne auch sonst keinen Pianisten, der das kann.

Das hat sie mir natürlich aufs Brot geschmiert. Sie fände es grotesk, dass ich als Pianistin ebenfalls üben muss. Und hat dann noch mein Klavier schlecht gemacht. Das wäre so alt (ca. 45 Jahre alt, was wirklich kein Alter für ein Klavier ist) und der Klang sei einfach schrecklich. Ich solle doch bitte bei meinen restlichen Stunden bleiben, anstatt Klavierunterricht zu geben. Und wenn doch, solle ich mir wenigstens ein vernüftiges Klavier zulegen.
Im Anhang ist ein Bild davon. Das gab es nämlich schon Mal mit einer Mutti. Sie hatte bereits Unterricht wonanders und konnte keine Noten lesen. Ich habe mich einmal verlesen und da wurde prompt versucht, mir zu unterstellen, ich könne keine Noten lesen und auch mein Klavier runtergemacht. Den Klang könnt ihr jetzt nicht beurteilen, aber sieht denn das so schrecklich aus?
Ich hatte schon Mal einen Klavierbauer da, weil mich diese Mutti eben so verunsicherte. Er wollte es, wenn überhaupt, dann vor einem Konzert stimmen. Das würde sich nicht lohnen. Er sagte wörtlich: "Sie haben ein schönes, gutes Instrument. Das muss nicht unbedingt gestimmt werden." Dann kann es doch nicht so schlimm sein? Die Nachbarn in dem Haus, bekommen auch mit, wenn ich üben und pfeifen dann die Melodie nach. Die Nachbarin über uns, hört so ziemlich alles und macht ganz oft Komplimente, wenn sie mich spielen hört.

Puh, jetzt beim Schreiben merke ich:
ich sollte eher an meinem Selbstbewußtsein arbeiten. Denn sowohl die 65 Jährige als auch die andere Frau, die mich nieder machten, haben nicht meine Fähgkeiten. Sie können beide nicht gut Noten lesen, geschweige denn komponieren, von allen andern Fähigkeiten von mir ganz abgesehen. Aber warum konkurrieren sie mit mir?

Mir geht es nicht am Hintern vorbei, dass man oder besser Frau bei mir so intesiv nach Fehlern sucht. Jede noch so kleine Sache wird mir angekreidet. Es wird erwartet, dass ich wie eine Maschine funktioniere. Ich weiß, ich sollte es nicht persönlich nehmen. Aber vllt kennt jemand einen Trick, wie man sich vor so missgönnerischen Menschen schützen kann?

Vielen Dank schon Mal fürs Lesen!

LG,

Stäbchen

PS:
Gerade noch Mal den Beitrag druchgelesen. Verhasst hört sich so übertrieben an, aber so empfinde ich diese Frauen. Ihr Verhalten fühlt sich so richtig stachelig an...
 
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