Friedvoll
Aktives Mitglied
danke für Deine umfangreiche Antwort. Ich würde gerne - das Einverständnis von Et libera nos einfach mal voraussetzend, da es ja jetzt nicht primär um die Frage des Threads geht - aber dennoch, ich würde gerne noch einiges dazu anmerken.
Hallo Amanda,
Gern. Jeder Zeit. Ich glaube, wenn wir uns über Lichtarbeiter unterhalten ist das durchaus noch im Rahmen des Themas.
Deine Abneigung gegen das Wort "Lichtarbeiter" kann ich absolut nachvollziehen. Man muss, wie überall, einfach unterscheiden zwischen Menschen, die etwas sind, und Leuten, die sich nur so nennen, aber die Vorrausetzungen dafür gar nicht mitbringen und auch gar nicht dabei sind, sich diese anzueignen. Wenn ich im Folgenden von Lichtarbeitern spreche, meine ich Lichtarbeiter, nicht denjenigen, die es cool, chic oder sonstwas finden, Lichtarbeiter zu sein und sich gern so nennen.
Es sind immer diejenigen, die ihr Ich aufbauen wollen und sich dann irgendwas suchen, womit sie dies tun können. Der eine kauft sich ein großes Auto, der andere Bücher über Grenzwisssenschaften und besucht Seminare, Vorlesungen etc. und sagt sich, er sei Esoteriker. Nun ist es halt für einige Leute aufgrund mangelndem Selbstbewusstseins ebenfalls chic, "Lichtarbeiter" zu sein. Nicht überall wo ein Lichtarbeiter oder ein Esoteriker draufsteht, ist auch einer drin. An ihrer Austrahlung, d.h. wie sie sich geben, und ihren Taten erkennt man sie. Ein Esoteriker ist ein um das innerste Wesen der Dinge bemühter Mensch.Ein Lichtarbeiter jemand, der im Dienste der Liebe tätig ist. Und das so oft, wie es ihm möglich ist.
Jemand mit "wichtigem", arroganten Auftreten kann kein Lichtarbeiter sein, weil er sein Ich im Vordergrund hält, dieses mit seinem "Lichtarbeitersein" aufbaut, befriedigt, und dadurch das Licht der Liebe nicht durchlassen kann. Er kann nicht liebevoll auf seine Umwelt wirken, weil er seine Liebe gar nicht fühlt, da er nur im Interesse seines Ichs unterwegs ist und auch nur darauf seine Aumerksamkeit richtet. Sein Verstand ist im Blickfeld seiner Aufmerksamkeit. Nicht er selbst und seine Liebe.
Du "darfst", wie du nicht alle Menschen über einen Kamm scheren darfst, wie du sicher selbst weißt, nicht alle Lichtarbeiter über einen Kamm scheren. Dann tust du vielen Unrecht. Ich hab mit keiner Silbe behauptet, was du dort aufgeführt hast, während du mich mit einbezogen hast (Ihr). Ich bin Ich und andere sind andere.2. Wieso nehmt Ihr dennoch eine Unterscheidung vor in Menschen, wie Euch - also Lichtarbeiter - und Menschen, die es aus Eurer Sichtweise offenbar nötig haben, von Euch ein wenig auf den Weg gebracht zu werden ?
Jemand, der sein Ich damit pflegt, und einen Unterschied zwischen sich als Lichtarbeiter und anderen Nichtlichtarbeitern macht, indem er sich als besser vorkommt, der ist kein Lichtarbeiter, weil die Liebe nicht präsent ist. Liebe ist Einheit; da gibt es kein besser oder schlechter. Wenn ein Lichtabeiter einen Unterschied macht, indem er sieht, dass andere Menschen ihre Liebe nicht fühlen, sich selbst nicht lieben und keine Ahnung haben, wer sie wirklich sind, und ihnen seine bedingungslose Liebe gibt und ihnen Hilfe zur Selbsthilfe anbietet und gibt, nimmt er diesen Unterschied lediglich wahr, aber vollkommen wertfrei. Und diesen auch nur auf mentaler Ebene, d.h. er sieht lediglich einen gedanklichen Unterschied, eine unterschiedliche Vorstellung von dem, wer man ist, während er sich bewusst ist, in der letzten Wirklichkeit genau dasselbe zu sein, wie der andere. Eins. Reines Sein. Ebenso wie er einen Unterschied zischen sich und einem Apfelbaum (wertfrei) lediglich aufgrund der unterschiedlichen Vorstellungen von wer man ist, sieht.
Ein Mensch, der als Lichtabeiter tätig ist, sieht irgendwann, dass es kein besser oder schlechter gibt. Er weiß, alles ist Eins: Er kann nicht besser oder schlechter sein, als er selbst.
Ein Lichtarbeiter weiß um seine Schatten und ist damit einverstanden, dass er sie hat. Er nimmt sich an, wie er ist und damit auch seine Schatten, mit dem Bestreben diese durch positive Eigenschaften zu ersetzen, d.h. negatives in positves zu verwandeln. Durch wachsende Liebe kommen Eigenschaften wie Mitgefühl, Verständnis, Akzeptanz etc. zunehmend in den Vordergrund, welche die negativen Gedankenmuster langsam auflösen, ihnen sozusagen den Nährboden entziehen. Die Gedanken werden zunehmend mit der Motivation des Gefühls der Liebe erzeugt, wodurch Trennungsdenken wie, besser oder schlechter, Ablehnung, Missgunst, Neid etc. immer weiter in den Hintergrund geraten. Die Liebe ist ein Feuer, was alles verzehrt, was ihr nicht gleich ist.3. Des weiteren habe ich das ganz dumpfe Gefühl, daß die Hinwendung zum *Lichtarbeiten* oft nur die Flucht vor den eigenen dunklen Schatten oder den dunklen nicht akzeptierten und verdrängten Seiten des Individuums selbst ist. Das gilt sicher nicht für alle, aber mittlerweile habe ich einiges erlebt diesbezüglich. "Licht, Licht, Licht, kein Schatten, nein, nein, nein es gibt nichts böses mehr, auf keinen Fall." Wenn es das Dunkle nicht gäbe, könnten wir das Helle gar nicht wahrnehmen. Verdrängungs- und Vermeidungsstrategie hilft hier alles andere als weiter, umgekehrt wird ein Schuh draus.
Warum überhaupt dieser Name "Lichtarbeiter"?
Lichtarbeiter zu sein, ist eine Entscheidung, keine Besonderheit, die man hat oder nicht hat. Ein Lichtarbeiter, Diener der Liebe, zu sein, ist eine Aufgabe, eine Arbeit. Es ist keine Tätigkeit, die man am Wochenende mal eben für ein paar Stunden verrichtet, oder nach der Arbeit im Büro etc, sondern ein Vollzeitjob mit 24h-Tag. D.h. es ist eine Arbeit, bei der man immer im Dienste der Liebe unterwegs ist, und das möglichst oft: Aus Liebe denken, reden und handeln, so oft es einem möglich ist, d.h. die vorhandene stets wachsende Konzentratonsfähigkeit es einem erlaubt. Es ist eine Arbeit, um die Liebe in sich selbst und auf Erden wachsen zu lassen. Und glaub mir: es ist echte Arbeit, die deine geamte Aufmerksamkeit für dich selbst erfordert. Was nicht heißt, dass man keine berufliche Tätigkeit im Büro etc. gleichzeitig ausführen kann, da man überall und immer aus Liebe denken, reden und handeln und diese verbreiten kann. Auch im Büro. In dem Fall hätte man zwei Jobs, wobei der "berufliche" zunehmend angenehmer und entspannter für einen selbst und
die Kollegen wird.
Ein Schuhverkäufer nennt sich Schuhverkäufer, ein Bauarbeiter nennt sich Bauarbeiter, ein Lichtarbeiter nennt sich Lichtarbeiter. Wertfrei und nicht besser als Bauarbeiter. Den schlechten Beigeschmack zum Namen "Lichtarbeier" fügen für dich doch bloß diejenigen hinzu, die keine sind, sich aber so nennen. Man kann wohl davon ausgehen, dass jemand, der anderen regelrecht auf die Nase bindet, Lichtarbeiter zu sein, keiner ist. Ein Lichtarbeiter erzäht das nicht großartig rum, ohne danach gefragt zu werden. Er kann sich auch "Liebesarbeiter" nennen. Doch würde dies bestimmt zu oft mit körperlicher Liebe assoziiert werden und allzuoft zu Missverständnissen führen.
Jeder kann sich sich selbst, seiner Liebe und seiner Liebe zu sich selbst und seiner Umgebung zuwenden und Lichtarbeiter sein. Es ist nicht mehr und nicht weniger, als eine bewusste Entscheidung, ausschließlich im Sinne der Liebe unterwegs zu sein, d.h. aus Liebe zu denken, zu reden und zu handeln; in jeder Situation.
Mit der Entscheidung, es zu tun, und der möglichst häufigen täglichen Praxis, ist man Lichtarbeiter. Diese Bezeichnung ist allserdings nicht mehr wert, als eine Rolle Klopapier, wenn du weißt, was ich mein. Es ist nur ein Name, weiter nichts. Wer darin auh nur einen Hauch von Prestige sieht, hat nichts verstanden und schon verloren und muss erst noch an sich arbeiten und sich in Demut üben, bevor er ein Lichtarbeiter ist. Man kann sich auch als Diener der Liebe bezeichen, wie ich es lange Zeit tat. Was glaubst du, wievielen von meinen Bekannten oder anderen Menschen ich gesagt hab, ich sei ein Diener meiner Liebe? Die kannst du an einer Hand abzählen. Ein Lichtarbeiter oder Diener der Liebe macht keinen Wind davon. Er tut es. So, wie du dir jemanden, der eine Lichtarbeitertätigkeit ausführt, auch vorstellst.
Daran erkennt man ihn.
Dazu kann er noch aufklären, informieren, Werkzeuge an die Hand geben (Beschreiben von Praktiken etc), Bücher schreiben, Satsang geben, Seminare geben, Meditationskurse geben etc., aber er missioniert nicht. Die Leute kommen zu ihm, wenn sie Informationen etc. haben wollen. Vor allem gibt er keine Ratschläge, da ein Rat immer von außen kommt und den "Beratschlagten" oder "Ratgeschlagenen" dadurch von der eigenen Weisheit abschneidet. Ein Lichtarbeiter schaut, dass der Mensch zu sich selbst und seiner eigenen Kraft und Weisheit zurückfindet. Er gibt einem Hilfesuchenden, Fragenden, sich selbst zurück. Nicht mehr und nicht weniger. Und das NICHT VON OBEN HERAB!! Er steht neben ihm als Freund. Er gibt dem Menschen, was er braucht: sich selbst.
Ein Diener der Liebe, Lichtarbeiter, als Weg zur Erkenntnis der eigenen Göttlichkeit.
Liebe ist Gott. Ein Diener der Liebe, ein Diener Gottes zu sein, bringt einen selbst der eigenen Liebe im Herzen näher. Man nähert sich in kleinen Schritten Gott in sich. Je öfter man sich seiner Liebe zuwendet und versucht, aus Liebe zu reden, zu denken und zu handeln, desto näher kommt man seiner eigenen Liebe, seiner eigenen Göttlichkeit und desto näher der Erkenntnis, wer man wirklich ist.
Du siehst, man kann auch aus reinem "Eigennutz" ein Diener der Liebe Gottes sein, nämlich um dem Göttlichen in sich und damit seiner eigenen Wirklichkeit näher zu kommen. Sozusagen als Vehikel, um die Liebe, Gott, in sich wachsen zu lassen, auf das man ihn erkennen kann, während das Ich immer unbedeutender und kleiner wird. Liebe ist Einheit. Liebe zu dir selbst ist Einheit mit dir selbst. Liebe zu deiner Umgebung ist Einheit mit deiner Umgebung (Menschen, Tiere, Pflanzen, Dinge). Liebe zu Gott ist Einheit mit Gott. Einheit mit Gott bringt dich zur bewussten Erfahrung, wer du wirklich bist.
Lass dir von der Arroganz einiger Leute, die sich Lichtarbeiter nennen, nicht den Lichtarbeiter und den Diener Gottes vermiesen. Dazu kann ich dir nur sagen, die Kirche hat es trotz ihres mahnenden, strafenden Gottes nicht geschafft, mir die Bereitschafft zum Glauben an Gott und den Begriff "Gott" zu vermiesen.
Liebevolle Grüße
Friedvoll