Wir müßten, wenn wir diesen Gedanken radikal zuende denken, zugleich aber auch die Idee einer *Allwissenheit* Gottes aufgeben. Wäre er allwissend, hätte er alle diese Greueltaten, die die Kirche in seinem Namen sich erlaubte, massenweises Abschlachten von *Heiden* (Kreuzzüge) und Errichten von Kellern, in denen *Häretiker* zu Tode gefoltert wurden (Inquisition), sowie Völkermord im Namen Christi (Ausrottung der Inkas durch spanische Bekehrer) vorausgesehen, und seinen Plan, seinen Sohn runterzuschicken und zu opfern, auf daß sich so etwas wie eine Kirche bilde und den Geist Gottes überliefere und umsetze, als "blöde Idee" verworfen.
Oder wir retten die Idee "Allwissenheit" Gottes, müssen aber dann die Idee der "Gottesschaft" Jesu aufgeben und ihn als das nehmen, was er offenbar war: ein Wanderprediger mit einer zugegebenermaßen anspruchsvollen Ethik eines Radikalpazifismus (Bergpredigt). Eine Ethik, die seine Zeitgenossen und nach wie vor unsere christlichen Zeitgenossen hoffnungslos überfordert und das wohl auch in Zukunft tun wird.
Beide Ideen zugleich wird man wohl kaum retten können, weil sie sich irgendwie widersprechen.
Oder hab ich was übersehen?