verstehen und missverstehen

Dionysus schrieb:
kann es sein, dass wir (fast) alle ein bissel zu viel versuchen andere von dem zu überzeugen, was wir selbst denken/glauben usw., anstatt einfach nur zur Kenntnis zu nehmen und uns selbst damit zu konfrontieren?

hi dionysus,

das ist ein berechtigter einwand. nur wie willst du dich mit dem, was du denkst etc... konfrontieren ? und wenn du es versuchst... was bleibt übrig (von dir) ?

Wenn ich mich aber auch in die Sichtweisen von anderen Leuten hineinversetzen kann, indem ich meine Position, meinen Standpunkt verändere, erleichtert es mir egobefreit, jemand Anderen zu verstehen ohne ihn missverstanden zu haben.

das halte ich für ein gerücht. alleine aus dem grund, weil es nicht möglich ist, ohne ego zu denken. aber wenn du sagst, dass du dich hineinversetzen kannst... was versetzt sich (hinein) ?

Selbstverständlich wird das Ego berührt, wenn der Andere beleidigt, respektlos ist, unterbuttert oder selbstverherrlichent über den anderen zu stehen versucht...aber auch in dessen Person liegt die Kunst, sich reinzuversetzen, um zu verstehen wer er/sie ist...

Gruß
Dionysus

ich weiss natürlich was du meinst. in der tat wäre man dann ein künstler des hineinversetzens. aber stell dir vor, dieses würde bei jedem geschehen... was für ein kunstwerk, würde entstehen ?

grüsse
 
Werbung:
Dionysus schrieb:
Wenn ich mich aber auch in die Sichtweisen von anderen Leuten hineinversetzen kann, indem ich meine Position, meinen Standpunkt verändere, erleichtert es mir egobefreit, jemand Anderen zu verstehen ohne ihn missverstanden zu haben.

Und genau da liegt der Hund begraben.
In der Interpretation.
Würde man Worte, so nehmen wie sie geschrieben sind und seine Phantasie außer Acht lassen, käme es kaum zu Mißverständnissen.

MfG

Olga
 
x__y schrieb:
werdet ihr eurer meinung nach verstanden, und legt ihr wert darauf ? was meint ihr ?
hallo x_y
nein, verstehen tuen mich hier nur sehr wenige.
die anderen meinen mich zu kennen, drückten mir "ihren" stempel auf und steckten mich in eine schublade! :rolleyes:
versuche, es zu erklären oder es auf einen bestimmten punk zu bringen, machten die sache nur noch schlimmer - viele reagierten bockig:D
nun, leg ich wert darauf ?- ich tat es anfangs!

nun könnte man sich fragen warum ich hier bin?
ganz einfach, ich bin auf meinem weg und bekomme hier denkanstösse wie auch interessante hinweise.

von denen die mich nicht verstehen lerne ich geduld, geduld, geduld :engel:

lg sunlight
 
Nun es sind 2 Ebenen auf denen wir uns bewegen oder vielleicht 2 Richtungen in die wir schauen - einmal die Frage werde ich verstanden?
Wie muss ich mich darstellen um verstanden zu werden - das ist bei verschiedenen Menschen unterschiedlich -

und die andere Richtung:Wie kann ich den anderen verstehen?

Grundsätzlich glaube ich, daß wir alles, was möglich ist, in uns haben - nur daß wir nicht alles nutzen, wir haben unsere Lieblingsverhaltensweisen, unsere Lieblingsausdrücke, unsere Lieblingsebenen, auf denen wir uns bewegen, sei es die rationale Ebene oder die künstlerische oder die moralische Ebene. Ihr kennt ja sicher den Spruch: wer nicht 2 Monde in den Schuhen des anderen gelaufen ist kennt ihn nicht. Hier im Forum ist denk ich auch viel eher ein Nichtverstehen möglich, da hier einige Kommunikationsebenen fehlen, wie Gestik, Mimik Körperhaltung etc.
Liebe Grüße Inti
 
Hallo X__Y !

Was heißt Verstehen ? Nachvollziehen, nachempfinden, nachfühlen ?
Wenn ja, dann stimme ich dem "Wir werden nur in Sonderfällen verstanden" zu.
Denn wer will denn zb nachempfinden, was schön ist......Jeder benutzt das Wort und man kommt auch -in gewissem Maße- zu einem "Konsens", aber wirklich tiefgründig ist das Ganze ja nicht.
Ich vergleiche das Ganze mal mit dem Roman von Frank Schätzing "Der Schwarm". Vergessen wir mal das Werk an sich und richten unser Augenmerk auf die "Yrr". Eine Spezies die aquatil lebt und deren Bestandteile ("Individuen") sich, bei Berührung, jedesmal was Erfahrung, Empfindung (?) usw angeht aktualisieren. Das heißt jeder dieser Wesen die fast wie eine Masse auftreten weiß alles, fühlt (?) alles, "denkt" so wie alle anderen.
In dem Fall ist es gegeben, dass zum Nichtverstandenwerden schon eine Portion Absicht gehört, bzw, es ist gar nicht möglich denn wenn jemand missverstanden wird, gehört dazu ja auch einer der ihn missversteht, also müsste ja wieder Austausch stattfinden, der dann wiederrum ein verstehen im obrigen Sinne resultieren lässt.

Der Mensch allerdings ist ja zeitweise (oder fühlt sich zumindest so) ein fast autarkes Wesen. Und er hat auch sehr verkümmerte Wege der Kommunikation kultiviert (im Vergleich zu den Yrr). Das heißt er muss zwangsläufig auf die Einheitssprache "Logik" zurückgreifen um überhaupt diesen "Konsens" zu finden.

Aber noch mal zum Verstehen : Wir verstehen....wir sehen ein Muster hinter Worten oder Schriften...aber was verstehen wir denn ? Verstehen wir die Person akustisch, oder die Worte / bzw die Schrift, oder fühlen wir mit der Person ? Wen oder was erkennen bzw verstehen wir ? Den Sender, das Gesendete, die Art des Sendens, die Kodierung des Gesendeten ?

Und weshalb "verstehen" wir überhaupt ?

Einem Menschen, der vorher nie vertraut war mit der Natur und auch nie einen Gedanken verbraucht hat diese zu "verstehen" passiert folgendes :
Er sieht in einem tiefen Wald einen Wolf und beobachtet diesen im Rudel sich um seine Welpen kümmern. Dann begegnet er dem selben Tier nochmal. Aber diesmal tötet der Wolf mit seinem Rudel ein Reh und frisst es ....
Versteht dieser Mensch ...oder vergleicht er nur :
1. Mal Wolf treffen = Eine aufopferungsvolle Mutter
2. Mal Wolf treffen = Eine kalte Mörderin
??? Sieht dieser Mensch ein Muster, empfindet er nach ? Oder geht es hier nur darum sein Menschsein zu rechtfertigen ?

Ein anderes Beispiel :

Ein Mensch sieht einen Vater, der seinen Kindern etwas über den Wald erzählt. Er sieht diesen Mann, der sich eben noch um seine Kinder sorgte, wieder und zwar als dieser einen anderen Mann zusammenschlägt.
Kann der Mensch vom Anfang überhaupt verstehen ?
Eine interessante Frage : Kann dann ein Rechtsanwalt oder Richter verstehen ? Bzw sich das Recht herausnehmen um zu Richten ohne zu verstehen ?
Aber was würden wir ohne das Verstehen wie wir es nennen tun ? Alles würde aus dem Ruder laufen wenn wir versuchen würden stets den "Wahren Kern" des Beweggrundes eines Handelden oder Redenden zu finden. Deshalb sollten wir die Sache so handhaben : Wir haben nur ein Scheinproblem. Die Natur sorgte dafür, dass man auf diese Weise soviel "versteht" um nicht zu Grunde zu gehen bzw teilweise sogar glücklich zu sein, also versuchen wir doch besser gar nicht diese zu verstehen....alternativ kann man ja immernoch empfinden...nur das eben nicht gemeinsam....aber ist das gleich einsam....
 
jemand der erkannt hat, weiss, dass er alleine ist, obwohl er es nicht ist.

er scheut sich des entgrenzens, obwohl er keine angst davor hat, und sehnt sich trotzdem danach.

die einzigen, die ihn verstehen, sind andere die wissen.

wenn sich soche zwei menschen begegnen, dann schaun sie sich in einverständnis an und schweigen in tiefster verbundenheit.

es gibt nichts zu sagen.
 
wyrm
es gibt nichts zu sagen.
dann lass es doch
Schublade
Wir verstehen....wir sehen ein Muster hinter Worten oder Schriften...aber was verstehen wir denn ? Verstehen wir die Person akustisch, oder die Worte / bzw die Schrift, oder fühlen wir mit der Person ? Wen oder was erkennen bzw verstehen wir ? Den Sender, das Gesendete, die Art des Sendens, die Kodierung des Gesendeten ?
Genau das ist der Weg - differenzierung der Wahrnehmung führt zur Erkenntnis
Das heißt er muss zwangsläufig auf die Einheitssprache "Logik" zurückgreifen um überhaupt diesen "Konsens" zu finden
Nein es geht auch ohne logik
wir können kommunizieren allein mit Gestik und Mimik - pantomimisch - wir können kommunizieren mit Tönen mit Musik und es geht auch über Tasterfahrungen, alles völlig andere Ebenen als die Sprache und die damit verbundene Logik. Du hast doch auch die emotionale Ebene angesprochen, das ist doch etwas völlig anderes oder?
Und weshalb "verstehen" wir überhaupt ?
weil wir das was der andere in sich hat, wir auch in uns haben, sonst wäre es wirklich vergeblich. Deine Beispiele zeigen die Distanz, das nicht auf den anderen eingehen, eine Interpretation aus der Ferne, nur von meinem egoistischen, selbstzentrierten Standpunkt. Um einen anderen zu verstehen ist es wirklich wichtig wie ich oben sagte,eine Zeit lang in den Schuhen des anderen zu gehen, d.h. sein Leben mit-zu-leben.
liebe Grüße Inti
 
Der Sender spricht (codiert) mit 4 Zungen und der Empfänger hört (entcodiert) mit 4 Ohren. Daher kommt es zu so vielen Missverständnissen auf der Welt.

Wenn man die Körpersprache mit einbezieht in die Kommunikation, was bei einer normalen Unterhaltung ja ganz unbemerkt und automatisch jeder macht, kann es kaum zu Missverständnissen kommen, da bei authentischen Menschen (wo Gesagtes mit dem momentanen Befinden kongruent ist) alles am Satz und seiner Körpersprache unmissverständlich ist.
Darum ist die schriftliche Kommunikation in einem Forum so missverständlich, weil selbst ein smiley nicht ausreicht, klar das Gemeinte rüberzubringen. Z.B. sieht man nicht, ob der Schreiber eventuell ironisch sein will und beim Schreiben gelächelt hat, oder ob der smiley von Herzen kommt und einfach nur nett sein soll.

Diese Technik der 4 Zungen und Ohren wurde von Prof. Dr. Friedrich Schulz von Thun beschrieben.
Wer mag, kann ja mal googeln, (Eingabe: Kommunikation 4 Ohren), da findet sich viel zum weiteren Vertiefen.

liebe Grüße von Romaschka
 
Hallo xy :)

Zitat von Dionysus
kann es sein, dass wir (fast) alle ein bissel zu viel versuchen andere von dem zu überzeugen, was wir selbst denken/glauben usw., anstatt einfach nur zur Kenntnis zu nehmen und uns selbst damit zu konfrontieren?

hi dionysus,

das ist ein berechtigter einwand. nur wie willst du dich mit dem, was du denkst etc... konfrontieren ? und wenn du es versuchst... was bleibt übrig (von dir) ?

Von mir bleibt im ersten Fall mal nichts übrig. Ich will und werde ganz der andere sein, damit ich mich reinversetzen kann. Dann fühlt man nach, was für Gefühle rüberkommen und vergleicht mit den eigenen Gefühlen.

Das geht mit Gedankenkontrolle, Ego ausschalten (zumindest versuchen), sich selbst und das Gegenüber stets studieren; sonst wird die Sichtweise einseitig bleiben und nur auf sich selbst gerichtet - ohne das sich der Horizont für weitere Möglichkeiten, die vom Gegenüber kommen könnten, eines Versuchs der Erweiterung bedienen könnte. Hierbei kommt es natürlich an, ob man das forumsbedingt hier nur auf Worte betreibt, oder die Person mit all ihrer Ausstrahlung einem gegenüber sitzt. Dann geht das natürlich noch einfacher. Ich würde sagen mit Worten ist das noch eine Nummer höher, daher werden sich selbstverständlich auch in Foren, durch einfache Worte eher Missverständnisse ausbreiten, als in einem Gespräch mit Stimme, Mimik und Gestik.

Dionysus: Wenn ich mich aber auch in die Sichtweisen von anderen Leuten hineinversetzen kann, indem ich meine Position, meinen Standpunkt verändere, erleichtert es mir egobefreit, jemand Anderen zu verstehen ohne ihn missverstanden zu haben.

XY: das halte ich für ein gerücht. alleine aus dem grund, weil es nicht möglich ist, ohne ego zu denken. aber wenn du sagst, dass du dich hineinversetzen kannst... was versetzt sich (hinein) ?
das ist reine Übungssache. Man kann es fast als Analyse des anderen betrachten. In diesem Moment werden einfach die eigenen Beweggründe des Egos ausgeschaltet, man kann das trainieren (hab ich auch nicht immer die Lust dazu und ich würde manchmal bei manchen hier auch gerne mal die Sau rauslassen, oder war es mein Ego? * :rolleyes: ) Was versetzt mich hinein? Mein Interesse für das warum und wieso das Gegenüber eine entsprechende Meinung und Verhaltensweise aufzeigt. Man muss sich ein wenig für Psychologie interessieren und sich ständig selbst analysieren. Ansonsten wird das reine Kopfsache. Das heißt, seine eigene Meinung erstmal ausschalten, damit man überhaupt frei ist, sich eine andere Meinung anzuschauen, bzw. anzuhören. Danach darf dann auch das Ego wieder mit ran, um abzuwägen, wie es in mir aussieht. Dann gehört eben noch eine Portion Respekt und Verständnis (auch wenn das eigene Ego rebelliert) dazu, um dem Gegenüber zu zeigen, dass man ihn verstanden hat. Daß heißt nicht, dass man dann nicht doch seine eigene Meinung weiterhin vertreten kann. Dazu kommen dann noch freundliche Gesten, freundliche, sachlich gewählte Worte, damit der andere nicht gleich wieder in die Luft geht und selbst *dicht* macht. Sprich: läßt man dem anderen seine Freiheit, wird auch dieser eher mich verstehen können. Läßt man ihm das nicht: wird er zumachen und mich von vorne herein nicht verstehen wollen. Da liegt der Hase drin begraben.

Dionysus: Selbstverständlich wird das Ego berührt, wenn der Andere beleidigt, respektlos ist, unterbuttert oder selbstverherrlichent über den anderen zu stehen versucht...aber auch in dessen Person liegt die Kunst, sich reinzuversetzen, um zu verstehen wer er/sie ist...


XY: ich weiss natürlich was du meinst. in der tat wäre man dann ein künstler des hineinversetzens. aber stell dir vor, dieses würde bei jedem geschehen... was für ein kunstwerk, würde entstehen ?

Frieden

Gruß
Dionysus
 
Werbung:
sunlight777 schrieb:
hallo x_y
nein, verstehen tuen mich hier nur sehr wenige.
die anderen meinen mich zu kennen, drückten mir "ihren" stempel auf und steckten mich in eine schublade! :rolleyes:
versuche, es zu erklären oder es auf einen bestimmten punk zu bringen, machten die sache nur noch schlimmer - viele reagierten bockig:D
nun, leg ich wert darauf ?- ich tat es anfangs!

nun könnte man sich fragen warum ich hier bin?
ganz einfach, ich bin auf meinem weg und bekomme hier denkanstösse wie auch interessante hinweise.

von denen die mich nicht verstehen lerne ich geduld, geduld, geduld :engel:

lg sunlight

hi sunlight,

also ich meine dich verstanden zu haben, daher kann ich dir keine geduld anbieten ? :-) interessanter punkt... das mit der geduld. du sagst du legtest wert darauf verstanden zu werden... zumindest am anfang und nun nicht mehr. da du auch meinst du bist auf dem weg, meinst du es ist ein weg des verstehens ? also was ich meine ist, ob dieser weg vom verstehen abhängig ist... oder geht man auch so seinen weg, ohne auch nur das geringste bedürfnis am verstehen zu haben... und wenn, geht das überhaupt ? ist das vielleicht wie ein marathon... man läuft anfangs schnell los bis man merkt, dass man stiche bekommt... und drosselt dann seine eigene geschwindigkeit, man übt sich dann in geduld für die strecke.

was mich in diesem zusammenhang interessiert ist, wie ist das mit leuten die als weise verstanden werden ? was haben sie verstanden... bis sie zur ruhe gekommen sind bzw. aufgehört haben zu laufen... oder sind sie schon durch ein ziel gelaufen ? wann nimmt dieses bedürfnis des verstehens ein ende... wenn doch das wissen offensichtlich nie zu einem ende kommt ? oder ist das so... wenn ich nicht mehr verstehen will... das wissen ebenfalls zu seinem ende (mit mir) gekommen ist ? denn was wäre wissen... ohne verstehen bzw. ohne uns ? sind wir nur hier (in der welt), um zu verstehen ? und sind wir hier im forum, um verstanden zu werden um dann zu verstehen, ob wir auch das verstanden haben, was wir zu verstehen meinen ?

fragen über fragen :-)

cu
 
Zurück
Oben