@Condemn (und Musikuss):
Dieser Spruch scheint Dir zu gefallen, aber ich finde den deutlich zu einseitig. Wer mit anderen Menschen nach der Devise umgeht, das sie ihm zeigen müssen das seine Vorurteile nicht zutreffen, legt sich selbst doch massive Steine in den Weg. Auf die Art stempelt man möglicherweise deutlich zu oft und zu schnell andere als etwas ab das ihnen nicht gerecht wird. Und zwar auf der Basis eigener Konzepte.
Ja, der Spruch gefällt mir - richtig erkannt. Aber nicht, weil ich das Verhalten besonders gut oder richtig finde, sondern, weil ich es verständlich finde und häufig vorfinde. Du hast auch Recht, dass man damit Menschen mitunter vorschnell abstempelt. Die Sache ist die: Das macht JEDER. Ich habe auch schon erlebt, dass ich vorschnell in Schubladen gesteckt wurde, in die ich nicht hineingehöre. Ebenso habe ich erlebt, dass ich Leute vorschnell abgestempelt habe - was mir im Nachhinein klar wurde, oder weil sie sich die Mühe machten, die Unterschiede zu den Schubladen zu erklären.
Wer da jetzt rumheult, dass er fälschlicherweise in eine Schublade gesteckt wurde, hat möglicherweise Recht damit. Er sollte sich dann aber auch bewusst machen, dass er genau das selbe auch laufend tut. Darum sind meiner Ansicht nach nur zwei ehrliche Wege da, damit umzugehen: Entweder man findet sich damit ab (wie Du scheinbar), oder man differenziert sich besser von den Schubladen ab, in die man nicht gesteckt werden will.
Dieser unendlich verkrampfte Umgang ist m.A.n. im Grunde rassistischer als wenn man damit ein bisschen entspannter umgeht. (...)
Ich würde Dir hier absolut zustimmen, wenn ich da nicht ein Problem sehen würde. das ich schon in einer anderen Antwort an Dich formuliert habe: Es gibt meiner Ansicht nach harmlose Klischees, die kein Individuum in ihrem Lebensweg behindern, und es gibt verachtenswerten Rassismus, durch den Menschen gewisser Untergruppen sehr wohl behindert werden, weil ja - meist durch extrem überinterpretierte oder gar schlecht erstellte Untersuchungen ja festgestellt wurde, dass sie dieses und jenes nicht (oder besonders gut) können. Aus dem Medailen-Spiegel kann man eben beispielsweise
NICHT ableiten: "Du hast dunkle Hautfarbe... Du musst ja ein toller Läufer sein!" oder: "Du bist Weiß... Du lahme Ente!" Sobald Klischees sich aber so weit ausbreiten, dass sie zu solchen behindernden Schubladen weerden, werden sie sehr schädlich. Das ist in der Vergangenheit passiert, und es passiert noch immer haufenweise.
Von den harmlosen Klischees automatisch auf diesen Rassismus zu schließen ist natürlich erst einmal ein Slippery slope Argument - also argumentativ ungültig. Aber als Frage formuliert ist es dennoch wichtig und hat argumentativen Wert: Wie willst Du verhindern, dass die Grenze überschritten wird? Und wo ist für Dich die Grenze zwischen harmlos und nicht mehr harmlos?
@Sabbah:
ich glaube das kann man so auch nicht sagen (...)
Darum schrieb ich auch "richtig
er" - mir war schon klar, dass der von mir korrigierte Satz auch nicht der Weisheit letzter Schluss war.