Überarbeitung von Kinderbüchern - notwendig oder Zensur?

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Das stimmt, der psychologische Aspekt ist bei allen gleich, aber Rassismus hat soziale, politische und ökonomische Folgen und kann nicht nur auf das psychologische reduziert werden.

Ich reduziere es nicht auf die Psychologie, sondern führe alles darauf zurück. Die Psychologie ist die Basis für all die Folgen. Und worauf ich hinaus wollte und will ist: Rassismus mag vom Begriff her zwar eine Erfindung Weißer sein. Aber das ändert nichts daran, das alle Menschen auf diesem Planeten rassistisch sein können. Es gibt Rassismus in China und in Japan... Gandhi war Opfer von Rassismus und selbst Rassist gegenüber Afrikanern. Es gibt schwarze Rassisten und es gibt jüdische Rassisten. Als die Hutu etwa eine Million Tutsi mit Macheten ermordeten hatte das auch rassistische Hintergründe. Die ganze Welt ist voll von "Fremdenfeindlichkeit" aller Arten. Das ist ein menschliches Phänomen... Und nein, das soll nichts relativieren. Es geht mir umgekehrt darum, dass diese Gemeinsamkeiten erkannt werden.
 
Also danke für das prägnante Management-Summary, welches die Argumentationsstrukturen in ihrer Tiefe erfasste.

Um das Thema Neurotizismus auszuweiten, folgender Erlebnisbericht:


"Verschiedene Personen von rs! sahen sich die Ausstellungsstellwände an und markierten und
kommentierten die verschiedenen rassistischen und sexistischen Inhalte. (Zu diesem Zeitpunkt
befand sich noch eine weitere Person in dem Raum, die wir als 'weiß' und typisiert gelesen haben,
die den Raum bei Beginn des Konflikts jedoch verließ).
Nach kurzer Zeit begann Lisa (Person die als nicht-'weiß' und frauisiert gelesen wird und Flucht-,
Asylheim und Exilerfahrung hat) die Stellwände umzudrehen und ans Fenster zu stellen, so dass die
gewaltvollen Inhalte nicht mehr sichtbar waren. Andere Personen von rs! fingen an das Gleiche zu
tun. Eine andere Verantwortliche Person als am Vortag – die wir als typisiert und 'weiß' lasen – kam
in den Ausstellungsraum gestürmt und fragte mit lauter und aggressiver Stimme was wir da tun
würden und dass das ja nicht schon wieder passieren könne. Darauf antwortete Lisa unter anderem,
dass die Ausstellungsinhalte rassistisch sind und sie triggern. Die genannte Verantwortliche Person
(VP) unterbrach Lisa aggressiv und zeigte mit dem Finger auf sie. Tobi (positioniert sich als Person
of Color im deutschem Kontext und wird typisiert gelesen) intervenierte verbal und sagte der VP,
dass sie nicht mit dem Finger auf jemenschen zeigen solle. Daraufhin ging die VP 1-2 Schritte auf
Tobi zu, zeigte provokativ mit dem Finger auf Tobi (scheinbar um seine Macht zu demonstrieren).
Dann wandte sich die VP wieder Lisa zu. Lisa wies VP auf seine strukturelle, hegemonial Position
('weiße' typisierte Person) hin, worauf VP antwortete, dass die Person selbst ja nichts dafür könne,
'weiße' Eltern zu haben, wo sie geboren sei und welche „Hautfarbe“ sie hätte. Tobi wies VP – auf
eine Stellwand verweisend – auf ein Beispiel der Re_Produktion rassistischer Inhalte in der
Ausstellung hin. VP reagierte darauf mit der aggressiv und in einem verhöhnendem Ton gestellten
Frage: „Wie redet ihr denn über Rassismus wenn ihr nicht Leute zitiert?“. Lisa antwortete darauf,
dass sie mit diesen rassistischen Sachen schon die ganze Zeit von Nazis auf der Straße angemacht
wird und den Scheiß zu hören bekommt – und zwar nicht weil sie sich dazu entschieden hat einen
Antifa-Button zu tragen – und sie dass nicht auch noch in diesen Räumen lesen möchte. [Womit
Lisa – basierend auf Definitionsmacht – ein Veto gegen diese Ausstellung eingelegt hat].
VP argumentierte vor allem damit, dass die Ausstellung ein Event des Bethaniens sei und wir uns –
wenn wir ein Problem hätten – an die „Leitung“ des Bethaniens wenden sollten. Jemensch von rs!
hat VP darauf hingewiesen, dass das Bethanien ein kollektivistisches Projekt ist und es somit keine
„Leitung“ gäbe. Maren ('weiß' und frauisiert) wies VP außerdem darauf hin, dass es einer der
Grundsätze des Bethaniens sei, dass Rassismus, Sexismus … nicht re_produziert werden dürften
und das alle Personen in diesen Räumen die Verantwortung dafür haben und rs! diese hiermit
wahrnehme.
Während der gesamten verbalen Auseinandersetzung wurde vor allem von VP auf eine sehr
aggressive Art und Weise kommuniziert, sowohl durch Körpersprache die sehr bedrohlich wirkte als
auch durch Master Suppression Techniques.
Zu dem Zeitpunkt kam eine Person, die wir als 'weiß' und frauisiert gelesen haben und die bereits
am Vortag präsent war, in den Raum und drückte ihre Genervtheit über den Konflikt aus und
hantierte von da ab mit ihrem Handy rum (es war rs! unklar ob sie 'Verstärkung' rufen würde o.ä.).
rs! fuhr fort die Stellwände der Ausstellung umzudrehen und an die Fensterseite zu räumen. Hier
oder kurz später kam eine weitere Person dazu, die wir ebenfalls als 'weiß' und typisiert lasen. Die
VP und die dazugekommene Person wurden nun handgreiflich: sie haben vor allem Lisa versucht
am Arm zu packen sie zurückzuziehen und sich ihr konfrontativ in den Weg zu stellen. Hierbei sah
sich Lisa immer wieder gezwungen mit VP und der weiteren 'weißen' typisierten Person in den
Austausch von Sätzen zu gehen, da beide aggressiv in Ton und Körpersprache (beide stark
hegemonial männlichkeitsperformend) forderten Stellungnahmen von ihr zu erhalten. Lisa hat sich
in diesem Kontext auch „Ihr macht genau das gleiche wie Nazis“ gesagt um sich auf die strukturelle
Gewaltausübung von 'weißen' und deren Absprechen von Definitionsmacht wann, wie und wo
Rassismus passiert, zu beziehen.
Auch andere Personen von rs!, wurden von den 'weißen', typisierten Personen angeschrien, an
Armen gepackt und gezogen, ihnen wurde sich in den Weg gestellt und sie wurden durch die
'weißen' typisierten Personen von „Siempre Antifascista“ zurückgedrängt und geschoben.
Zwischendurch ging die VP zum Fenster des Raumes und rief den Menschen die dem unten
stattfindenden Büffet beiwohnten zu, dass sie support bräuchte. VP riss dabei eine Stellwand die am
Fensterrahmen angehängt war herunter. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde rs! vorgeworfen die
besagte, von der VP runtergeworfene Stellwand, vorsätzlich beschädigt zu haben. Auf den
Supportaufruf kamen mehrere 'weiße' zu der Situation, griffen allerdings nicht ein, sondern guckten
der Situation (und den Handgreiflichkeiten) als passives Publikum zu.
Als Marie (Women of Color und frauisiert gelesen) eine Stellwand umdrehen wollte kam die VP auf
sie zu, packte sie am rechten Handgelenk und der linken Schulter, und drückte Marie einen Schritt
zurück. Es war Marie in der Situation nicht möglich zu reagieren da sie von diesem physischem
Gewaltmoment so überwältigt war. Auch nachdem VP sie zurückgedrängt hatte, lies VP Marie nicht
sofort los, sie ist dann zu einer anderen Ecke des Raumes gegangen und hat versucht eine weitere
Stellwand umzudrehen. Dort kam die andere 'weiße' typisierte Person aggressiv auf Marie zu und
brüllte sie an, dass sie das nicht machen solle. Marie merkte in dem Moment wie die zuvor
hochgekommenen 'weißen' 'Antifas' der Szene wie einem Spektakel folgten und fühlte sich nicht im
Stande weiter verbale Kritik anzubringen.
[um die strukturelle Gewalt klarzumachen: zwei 'weiße', typisierte Personen insbesondere die
beiden einzigen als nicht-'weiße' gelesenen, frauisierten Personen verbal und körperlich an und
versuchen sie daran zu hindern, diese Objekte die rassistische und sexistische Gewalt
re_produzieren von einem „emanzipatorischen, Rassismus- und Sexismus- kritischen 'linken' Ort“
zu entfernen]
Als (fast) alle Stellwände umgedreht waren, kam rs! in der Mitte des Raumes im Kreis zusammen.
Lisa sagte sie hätte kein Lust mehr, mit 'weißen' typisierten Personen zu reden, daraufhin hat sich
eine externe von uns als 'weiß' und frauisiert gelesene Person in die Gruppe eingemischt, auf Tobi
gezeigt und gesagt, dass er doch auch 'weiß' sei. Dieses Verhalten wurde von rs! als
grenzüberschreitend wahrgenommen. Tobi erklärte der besagten Person kurz das Konzept von
'weiß'sein, dass 'weiß' keine Hautfarbe sondern eine soziale Position sei. Die Person entfernte sich
allerdings erst nach erneuten Aufforderungen.
Als rs! sich entschied den Raum zu verlassen, hat die nun auf der Fensterbank sitzende VP laut
geklatscht und sich als Sieger inszeniert. Lisa sagte dann beim rausgehen „Super, Ausländer raus!
Das ist doch was ihr wollt?!“. VP klatschte weiter und grinste dazu. Einige Personen von rs!
diskutierten beim rausgehen erneut mit dort Anwesenden, gaben dies jedoch relativ schnell auf, da
klar war, dass eine „Diskussion“ unmöglich war."

Zitat: http://reclaimsociety.files.wordpress.com/2011/11/gedc3a4chtnisprotokoll-von-rs.pdf

Sorry, aber kannst Du bei so einem langen Text nicht mal ein paar Absätze einsetzen? So ist das Lesen mühsam. Mir zumindest.
 
Und nein, das soll nichts relativieren. Es geht mir umgekehrt darum, dass diese Gemeinsamkeiten erkannt werden.

Wenn ich viele fremde Stämme, die sich vorher in Ruhe ließen, zusammenpferche, brauch ich mich nicht wundern, wenn sie aufeinander losgehen. Wer ist denn verantwortlich für die Raumdezimierung? Wer hat denn diese "Gemeinsamkeiten" geschaffen und schafft sie noch immer?
 
sobald man einer Gruppe eine gewisse Fähigkeit zuspricht

Frau Oberlehrerin Any meldet sich zu Wort. :D

Musikuss, Du tust es schon wieder: einer Gruppe pauschal eine Fähigkeit zuweisen, nur anhand eines einzelnen Attributes und genau das ist Schwachsinn.

Es ist nicht jeder dunkelhäutige Mensch gegenüber eines hellhäutigen Menschen automatisch schneller im Sprint, weil er dunkelhäutig ist. Das hat mit der Hautfarbe rein gar nichts zu tun, sondern mit der Knochenstruktur und wie die Muskeln aufgebaut sind. Ich kann das jetzt nicht im Detail erklären, weil ich keine Sportwissenschaftlerin bin, sah das aber mal in einer Doku, wo diesem Geheimnis auf die Spur gegangen wurde.

LG
Any
 
Statistiken sind dann pauschalisierend, wenn man von einer Statistik auf ALLE schließt. Gleichzeitig können Statistiken auch sehr erhellend sein. Und die Überlegenheit schwarzer Lauf-Sportler ist mehr als nur eine kleine statistische Abweichung... die ist sehr offensichtlich.

Da gebe ich Dir völlig recht. Aber Du siehst, man möchte mit aller Gewalt relativieren.
Das geht bis zur Krankheit. Ideologien, die nicht den Tatsachen entsprechen, bringen so etwas hervor. Hat sektenhafte Züge.

Wirklich, habe ich in Diskussionen schon öfter beobachtet bisher.
Da nützt es auch nichts, wenn es eine Statistik gibt, die Jahrzehnte lang Bestand hat und das Verhältnis 80:20 enthält.
 
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