Überarbeitung von Kinderbüchern - notwendig oder Zensur?

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Tany..das Wort IST abwertend, es wurde hier auch schon von anderen erklärt.

Ok - dann nimm es so. Ich bin da in meiner Betrachtungsweise flexibler. :)


Nicht die Tatsachen selbst machen unser Leben schwer, sondern unsere Bewertung der Tatsachen. (Epictetus)
 
Zuletzt bearbeitet:
Die heutigen Schimpfwörter findest Du in keinem Buch und kaum einer Ableitung.

Du bist näher an der Basis und an Kindern als etliche andere Mitschreiber. Insofern kann es da schon zu Unverständnissen kommen.

Wenn ich meine Tochter reden höre... ich hätte früher für *Alter* noch eine gedonnert bekommen. Heute sagte sie das soo gedankenverloren und aber auch vollkommen gelassen, dass jedwede grobe Reaktion meinerseits total unpassend wäre.
Ich kann dann in Ruhe sagen, was das Wort zu meiner Zeit bedeutet hat- tat ich auch mal. Da kam ein "Mama, das ist doch schon so lange her!" Soll heissen: sie will sich zwar meine Erinnerung anhören, aber nicht assoziieren.

Und ich denke, genau darum gehts im Prinzip: es wird unterstellt, dass alle dieselben Assoziationen zu einem bestimmten Wort haben müssten- dem ist aber absolut nicht so.
Und ganz ehrlich, wer das nicht kapiert, hat die Zeit verpennt und kommt auch draussen gar nicht mehr klar.
 
Das ist vielleicht ein Quatsch... Glaubst Du denn weiße Hautfarbe bedeutet, das genug Kohle da ist um in einem tollen Viertel zu wohnen? Es gibt Millionen von Weißen in den USA die genau so arm dran sind wie die schwarzen Ghetto-Leute. Der Begriff "White Trash" bezeichnet die weiße Unterschicht... arme Weiße sozusagen. Und das sind Millionen... ohne Krankenversicherung, ohne Job, Trailerpark, usw. Die haben nicht mehr Wahl als arme Schwarze auch.




Rassismus ist Psychologie und Psychologie ist zuerst mal individuell, kann sich aber natürlich im Kollektiv ausbilden und verstärken. Aber das ist kein starres und kollektives System. Wäre es so wie Du sagst, wäre Obama schon mal nicht Präsident und Will Smith nicht einer der bestbezahltesten Schauspieler der Welt usw. Ich will ja gar nicht behaupten als sei alles bestens und das Thema Rassismus überstanden. Aber das so einseitig zu sehen, wie Du das hier tust ist einfach zu oberflächlich und stimmt mit der Realität letztlich nicht überein.




Siehe oben... ich bestreite nicht das es nach wie vor Rassismus gibt. Aber Rassismus so oberflächlich zu betrachten wird dem Thema nicht gerecht.


By the way: Ich frage mich die ganze Zeit ob es nicht auch als rassistisch verstanden werden könnte die Schwarzen derart zu Opfern zu erklären wie Du das hier machst. Könnte mir vorstellen das einige Schwarze eher genervt von so einer Debatte und dieser Art wären, sie (vermeintlich) zu verteidigen. Die zucken doch vermutlich eher mit den Schultern wenn sie davon hören das hier die tollen Weißen sich den Kopf darüber zerbrechen ob das Wort "Neger" aus alten Büchern entfernt werden sollte... wäre ich schwarz würde ich mich schlapp lachen und mich fragen wie diese Weißen ticken. Und vermutlich wäre ich verärgert wenn so getan würde, als seien die Schwarzen ausschließlich Opfer. Ich als Schwarzer würde die Spinner, die nach wie vor Rassisten sind, ignorieren solange sie mir nicht zu nahe kommen... aber ich wäre sehr genervt wenn alle Weißen glauben sollten, das ich so zart besaitet bin, dass ich einen Therapeut brauche weil in nem Astrid Lindgren Buch das Wort Neger vorkommt.

Anders gesagt: Es scheint mir auch eine Form der Überhöhung der Weißen zu sein wenn einige davon so überzeugt davon sind, dass Schwarze derart geschützt und verteidigt werden müssen... genau das würden mit Sicherheit einige "stolze schwarze Männer" (z.B. Muhamad Ali bezeichnete sich so) eher als herabwürdigend empfinden.

:thumbup:...dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

Danke!
 
Das ist ein Witz ne? Ist nicht deine Position zu diesem Thema dass man ein Wort nicht ändern braucht, weil sich die Meinung über das Wort in Laufe der Jahrzehnte geändert hat? Oder gilt das nur für Worte die ich benutzen will und nicht für die , die du benutzen willst?

Was soll daran witzig sein?
Will damit sagen, was hilft es, ein Wort auszutauschen, wenn das Denken der Menschen bleibt? Das Wort richtet sich nach der Meinung der Menschen und das weiß auch der Duden.

Habs vergessen zu schreiben: Rassismus = ein übersteigertes Rassenbewusstsein steht bei mir im Knaurs-Fremdwörterlexikon von 1977.

Wenn beispielsweise eine weibliche Pop-Ikone lange genug sich als "dämlich" bezeichnen würde und diesem Worte eine neue Bedeutung geben würde und das dann in aller Munde wäre, andere sich auch poitiv als dämlich ausdrücken würden, würde sich die Bedeutung des Wortes ändern.

Was nützt es, einem dampfenden Kessel den Dampf zuzuhalten, wenn der Herd weiter brennt?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich war viele Jahre mit einem Mischling zusammen, er aß gerne Negerküsse und keine schwarzen Küsse. Bei der Auswahl Hell, Dunkel nahm er gerne die Dunklen und machte seine Witze darüber, wenn ich mir einen Hellen schnappte. Er war ein Geschäftsmann und wusste um seine Wirkung bei den Kunden. Seine Farbe sei seine Überraschung sagte er oft und nannte uns alle charmant Bleichlinge. Er hat mit seiner Hand ein Menschenleben beendet. Andere würden ihn als Mörder bezeichnen. Wieder andere bezeichneten ihn als Betrüger und er kam vor Gericht. Bezeichnungen sagen nichts über einen Menschen aus. Auch, wenn ich und andere viel wegen seiner weinten, er war weder ein Mörder, noch ein Betrüger; Bezeichnungen sind Schattierungen an der Oberfläche, mehr nicht. Ich selbst habe als Kind neben anderen Kindern erfahren, was es heißt anders zu sein, aber GENAU deshalb würde ich niemals meine Geschichte oder die eines anderen oder die von anderen ausradieren oder umändern wollen, weil das einer Lüge/Verleugnung gleichkommen würde, die da hieße, sie wäre nicht existent.

Die Bezeichnung ist nicht wegweisend für den Umgang mit dem Menschen. Mit Blicken, Gesten und Taten kann man einem Menschen mit einer neutralen oder sogar auch freundlichen Bezeichnung so viel Verachtung entgegenbringen, dass derjenige sich angegriffen, verletzt und diskriminiert fühlt. Wenn ich die Beiträge in dem Thread "Der Papst tritt zurück" teilweise durchlese, wird mir ganz anders. So viel menschenverachtende Beiträge wie in diesem genannten Thread sagen mir, dass der Umgang mit Bezeichnungen von der Erfahrung/Geschichte und dem damit verbundenen Gedankengut abhängt, da hilft kein kurzentschlossenes Ändern - weder schriftlich, noch praktisch - von einem Papst in ein "Glaubensoberhaupt XYZ", solange die Köpfe inhaltlich gefüllt sind wie sie sind.

Menschen mit Behinderung haben schon alle möglichen Bezeichnungen hinter sich und sind auf dem Weg der "Normalisierung". Wo ich mich frage, soll das bedeuten, dass ein Mensch mit Behinderung nicht "normal" ist? Ersetzt eine benannte Normalisierung, Gleichheit, Angepasstheit den tatsächlichen Umgang mit dem Menschen? Oder ist es nicht eher so, dass der tatsächliche Umgang mit den Menschen den tatsächlichen Inhalt des Genannten ausmacht? Man zäumt ein Pferd auch nicht von hinten auf.

Es gibt Menschen, die in einem persönlichen Leid stehen, Verlust von Angehörigen (korrekte Bezeichnung: der/die Trauernde), wo Menschen absichtlich die Straßenseite wechseln, weil sie sich menschlich nicht adäquat verhalten können. Da helfen alle Bezeichnungen nicht. Das mit dem Straßenseitenwechseln bei der (damals) Trauernden war vor 10 Jahren und ist sicher kein Einzelfall.

Schwarz-Weiß-Denken.



Bezeichnung kommt von Zeichnen.
Begrifflichkeit von Greifen, Begreifen.
Der Mensch begreift durch das Erleben.

Der Umgang folgt aus der Verarbeitung.
Menschliche Verarbeitung, besonders Traumata, brauchen Zeit, kein Delete.
Das gilt nicht nur für einzelne Individuen, sondern auch für die Gesellschaftsströme.

Es liegt also nicht daran, was wie in den Büchern steht, sondern daran, wie wir mit dem Inhalt umgehen.

Farbpalette.



Ich habe keine Lust, ein Reflex einer literarischen Konditionierung zu werden.



Meine Meinung, mehr nicht...

Guter Beitrag!:thumbup:
 
Du bist näher an der Basis und an Kindern als etliche andere Mitschreiber. Insofern kann es da schon zu Unverständnissen kommen.

Wenn ich meine Tochter reden höre... ich hätte früher für *Alter* noch eine gedonnert bekommen. Heute sagte sie das soo gedankenverloren und aber auch vollkommen gelassen, dass jedwede grobe Reaktion meinerseits total unpassend wäre.
Ich kann dann in Ruhe sagen, was das Wort zu meiner Zeit bedeutet hat- tat ich auch mal. Da kam ein "Mama, das ist doch schon so lange her!" Soll heissen: sie will sich zwar meine Erinnerung anhören, aber nicht assoziieren.

Und ich denke, genau darum gehts im Prinzip: es wird unterstellt, dass alle dieselben Assoziationen zu einem bestimmten Wort haben müssten- dem ist aber absolut nicht so.
Und ganz ehrlich, wer das nicht kapiert, hat die Zeit verpennt und kommt auch draussen gar nicht mehr klar.

Gutes Beispiel.

"Alter" kann in so vielen Kontexten von unterschiedlichen Personen immer wieder eine ganz andere Bedeutung haben und es ist eine Frage gelungener oder mißlungener Kommunikation, ob man diesbzgl. die "Einheitsschere" ansetzt oder es differenziert versteht (so, wie es auch gemeint ist).
 
http://www.mama-tipps.de/tipp/Zehn-kleine-Fledermaeuse.html :


Zehn kleine Fledermäuse
flogen um die Scheun'.
Der einen wurde schwindelig,
da waren's nur noch neun.

Neun kleine Fledermäuse
flatterten durch die Nacht.
Die eine flog zu Dracula,
da waren's nur noch acht.

Acht kleine Fledermäuse
wollten Kegel schieben.
Die eine hat total verpennt,
da waren's nur noch sieben.

Sieben kleine Fledermäuse
ärgerten die Hex'.
Die Hexe, die hat zugegrabscht,
da waren's nur noch sechs.

Sechs kleine Fledermäuse
flogen in die Sümpf'.
Die eine hatte Angst davor,
da waren's nur noch fünf.

Fünf kleine Fledermäuse
spielten mal Klavier.
Der einen wurde schlecht davon,
da waren's nur noch vier.

Vier kleine Fledermäuse
kochten Käferbrei.
Doch eins wollt' lieber Himbeereis,
da waren's nur noch drei.

Drei kleine Fledermäuse
kloppten sich, auwei.
Da kam die Polizei gerannt,
da waren's nur noch zwei.

Zwei kleine Fledermäuse
hießen beide Heinz,
der eine mußt zur Bundeswehr,
da war es nur noch eins.

Eine kleine Fledermaus,
die tanzte Rambazamba.
Da kamen die andern neun dazu
und tanzten durcheinander.

Und daß auch keins verloren geht,
vor dem Nach-Hause-Gehn,
da ham sie noch mal durchgezählt,
da waren's wieder zehn.
 
Werbung:
http://www.mama-tipps.de/tipp/Zehn-kleine-Maeusekinder.html

Zehn kleine Mäusekinder
lauern im Vesteck.
Zehn kleine Mäusekinder
werden plötzlich keck.
Eins, zwei, drei und vier und fünf,
sie kommen ohne Schuh und Strümpf.
Sechs, sieben, acht,
nun ist es fast schon Nacht.
Und zum Schluss die neun und zehn,
es wird Zeit zum Schlafen gehn.
Da kommt die Katze, welch ein Schreck !
Und alle Mäuschen laufen weg.

Versteckt die Hände unter der Bettdecke. Ein Finger nach dem anderen kommt hervor, bis alle zehn unter der Decke hervorschauen. Plötzlich laufen alle zu Eurem Kind und krabbeln an seinem Schlafanzug.
 
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