Nicht Erwartung, mein Herz, ich erwarte nichts...Das ist nur schlicht und einfach, das Gefühl, daß es in mir auslöst, jemanden auf diese Art zu lieben.
Ah, dann ist klar.
Ja, so kann das auch gar nicht funktionieren. Und je verdrehter, je schneller und vor allem je perfektionistischer und leistungsorientierter die Gesellschaft wird, desto länger wird auch Liste, die dann der andere zu erfüllen hat. Und dennoch sind wir immernoch menschliche, fühlende Wesen, die einen Partner nicht nur nach Kriterien auswählen, als würde man ein Auto kaufen.
Denkst du wirklich, es geht nur noch um Punkte auf einer Liste...?
Frag mich nicht, ich hab mich selber immer gefragt um was es geht.
Ich hab da nen anderen Ansatz. Ich denke, daß man die Wirren des Alltags, die Stürme, die auch mal über einen hinweg fegen, besser meistert, wenn man eben diese Grundlage hat.
Ja, das auf jeden Fall!
Zu spirituellen Gemeinschaften kann ich nichts sagen-ich kenne keine. Aber mir scheint, für dich sind sie das Ideal eines Miteinander. Wenn du willst, kannst du mir ja etwas mehr darüber erzählen.
Und ich kenne keine bei denen ich mir so recht klar wär dass sie in diesem Sinne funktionieren. Das was ich mir real angeschaut hab, hat mich eher zweifeln lassen. Aber ich halte es für möglich, und aus verschiedenen Gründen für sinnvoll und vorteilhaft. Ich meine, über hunderttausend Jahre haben die Menschen in Gemeinschaften gelebt, erst heutzutage meint man, dass man zu zweit "gegen den rest der welt" alles geregelt kriegen könnte.
Und eins noch, ich sagte, daß ich nicht weiß, ob ich zu einem Mann diese Vertrautheit aufbauen kann, weil die bisherigen Freundschaften, die ich mit Männern hatte, zu einem guten Teil von Gesprächen über Astrophysik und politischer Diskussion lebten.
Hey, das ist doch schon klasse! Die "offizielle Meinung" ist doch, dass man mit Männern nur über Autos und Fußball reden kann! Da hast Du Dir doch -jedenfalls gemessen an dieser "offiziellen Meinung"- offenbar schon die creme-de-la-creme rausgepickt! *eg*
Und bevor das hier zu einer Diskusion über das Wesen der Freundschaft wird, darf ich dir eine Frage stellen? Eine persönliche?
Du musst auch nicht hier im Thread antworten und du musst auch gar nicht antworten, aber ich glaube so langsam wirds zum Angelpunkt:
Hast du je geliebt? So wirklich, richtig aus ganzem Herzen und ganzer Seele?
Ja. Eindeutig ja. Ich glaube aber, dass ich mit Liebe nicht ganz das meine was Du meinst. Denn für mich gibt es zB kein "richtiges" oder "falsches" lieben - es gibt lediglich Fehler die man vielleicth macht - indem man zB die Stärken und Schwächen des Anderen nicht richtig erkennt (weil man vielleicht seine eigenen noch nicht gut genug kennt)...
Warte, ich hab da mal was geschrieben....ah hier!
Hier, das meine ich....eben das, was das ganze Herz ausfüllt.
Oh... verzeih mir, wenn ich dazu sehr offen und ehrlich etwas sage: so wie sich das jetzt grad anfühlt, wär es mir schon zu... eng. Nicht zu nah, zu eng. Wenn mich jemand auf solche Weise lieben wollte, würde ich u.U. abhauen, weil ich keine Luft mehr kriege - weil zuviel "füreinander" und zu wenig "miteinander" ist. Und folglich ich möchte auch einem anderen Menschen nicht so begegnen dass der keine Luft mehr kriegt.
Es kann aber auch sein, dass ich Dich da nicht ganz recht verstehe.
So zu vertrauen dass man sich mit ganzer Seele hingeben kann, trifft es schon sehr gut - es ist aber doch ebenso wichtig, zu sich selber zurückzufinden, also sich dabei nicht zu verlieren - denn anderenfalls ists doch eher ne Abhängigkeit?
Ich frag das, denn wenn ich dich so reden höre, sprichst du immer von zwei Dingen: enger Freundschaft und Erotik und beides Zusammengemixt ist dann die Grundlage für ne partnerschaftliche Beziehung
Hehe! Mach mal langsam! Erstens ist das für mich grade NICHT "zusammengemixt" - ich hab nie gesagt dass Erotik zu einer Liebesbeziehung unbedingt dazugehören muss! Nur alle anderen sind scheinbar dieser Meinung. Ich sag lediglich -andersrum!-, dass ich mir Erotik ohne Vertrauen nicht so recht vorstellen kann.
Und zweitens: mehr wie eine vertrauensvolle Freundschaft hab ich mir nie erhofft. So hohe Ansprüche hab ich nicht. Ich bin schon froh, wenn mir jemand nicht bei der nächsten Gelegenheit in den Rücken fällt (was schon öfter passiert ist, meistens genau da wo es richtig Probleme verursacht).
Und welches recht hätte ich denn, mir derart selbstaufopfernde Liebe zu wünschen, oder auch nur daran zu denken?
Rücksicht zu nehmen, was der Andere so an Seeleninnereien verkraften kann ist natürlich richtig und wichtig, interessanter Aspekt...aber einerseits halte ich das nur für bedingt geschlechtsabhängig und...ich denke, daß es erlaubt ist, auch jemandem ganz sanft den Horizont zu erweitern
Soso, denkst Du. *gg* Ich denk das ist sehr dünnes Eis und kann leicht zu Enttäuschungen führen. Bäume wachsen ja auch nicht indem man an ihnen zieht.
Das ist perse nicht schlecht. Wenn auch etwas intellektuell.
Tja - ich bin halt etwas sehr intellektuell...
Ich bins einfach gewöhnt jeden in seinem Empfinden ernst zu nehmen. Das Du ist wichtiger, als das Ich und deswegen lege ich an keinem meine Maßstäbe an, sondern seine eigenen. Daraus setzt sich mein Weltbild zusammen, eine Wahrheit, der vielen Wahrheiten.
Das hab ich lange Zeit auch so gesehen. Bis ich eingesehen hab dass es eigentlich wurscht ist und kaum Unterschied macht, jedenfalls im Internet in der Öffentlichkeit - manche wollen protestieren, manche wollen sich unterdrückt oder benachteiligt fühlen, manche wollen streiten.
Es gibt dann noch die einzelnen persönlichen Begegnungen, wo man wirklich etwas austauscht, und da halte ich es nach wie vor so.
Aber ich sprechmal vom ganz profan Gesetzlichen. In Deutschland ist die eingetragene Lebenspartnerschaft nicht der Ehe gleichgestellt, in anderen Ländern wie Niederlande, Belgien, Spanien, Island usw. gibt es die Ehe für Homosexuelle, ich weiß nicht, wo Deutschland und noch ein paar andere da das Problem haben. Es gibt da Benachteiligungen im Erbrecht, im Steuerrecht und ein ganz wichtiger Punkt in viele Augen, ein homosexuelles Paar darf kein Kind adoptieren. Es gibt die Stiefkindadotion, wenn einer von beiden bereits ein Kind in die Partnerschaft mitbringt, aber das wars auch schon.
Ja, aber dann ist da doch noch viel weniger dramatisch! Dann kann man doch im Ernstfall, da wo das wirklich zum Problem wird, auch auswandern!
Dass man für seine gewünschte Selbstentfaltung gelegentlich was tun muss, und sich selber in Bewegung setzen, das ist halt das was ich normal finde - dass man nicht erwarten kann, dass überall für alles gesorgt ist.
Vor allem aber, und da scheint mein intuitiver Ersteindruck dann doch wieder zuzutreffen, sehe ich die Verhältnismässigkeit nicht gewahrt. Was sollen denn zB wir Haschischesser machen - wir können nirgendwo hin auswandern, wir werden heutzutage überall in den Knast gesteckt! Jetzt sagst Du vielleicht das was alle sagen, Haschischessen muss man ja nicht unbedingt, das kann man auch bleibenlassen - während schwul ist man von natur aus. Okay, richtig, schwul (oder lesbisch) ist man von Natur aus, und soweit bin ich da auch ganz solidarisch - aber heiraten muss man dann eben auch nicht unbedingt, das kann man ja auch bleibenlassen...
Also, wenn Du meinst man solle da solidarisch sein, dann will ich erstmal von Dir Solidarität mit den Haschischessern, weil die derzeit noch viel schlechter gestellt sind! Alles klar?!

Und ich glaub ich finde da noch ein paar mehr Gruppen die weiter vorn in der Reihe stehen... genau, die Polygamen hatte ich auch schon erwähnt - die sind nichtmal als eingetragene Partnerschaft anerkannt...
Ach übrigens, Janka: ich bin genauso ein Idealist und Dickschädel wie Du - aber das hast Du bestimmt eh schon gemerkt...
Hm...fühlst du dich benachteiligt? Dadurch? Von der Firma?
Ei, meine Liebe, es braucht noch nicht mal eine Rolle spielen was ich
fühle - nur die nachvollziehbaren Fakten: Diese Plakate müssen von jemand aufgestellt werden. Sie zu drucken kostet Geld. Die zugehörige Webseite muss gestaltet werden. All das ist Arbeit - oder Geld.
Und damit haben wir das, wie der Sozialismus funktioniert: zehn Leute sind auf der Kolchose beschäftigt. Neun davon arbeiten. Der zehnte ist Parteifunktionär - er verbringt seine Arbeitszeit, indem er Propaganda macht und Phrasen drischt. Um also das Plansoll zu erfüllen, müssen die anderen neun seine Arbeit mit erledigen.
Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, was der Inhalt der Geschäftstätigkeit einer Company ist. Man könnte sagen, die Aufgabe ist, den Markt mit bestimmten Gütern zu versorgen. Oder, Gewinn zu erwirtschaften. Oder, Arbeitsplätze zu schaffen. Was aber ganz sicher nicht zur Geschäftstätigkeit einer Company gehört, das sind politische Kampagnien für Interessengruppen.
Und versteh mich nicht falsch: ich kann mir sehr gut vorstellen, dass auch ein anderes Verständnis von Arbeit möglich wäre, eines, das Arbeit und Leben besser zu verbinden ermöglicht. Aber solange dem Mitarbeiter haarklein vorgerechnet wird was er kostet, solange die Beiträge der Company zum Kantinenfraß gekürzt werden mit der Begründung, dass man nicht genug Geld dafür habe, und dem Mitarbeiter dazu erklärt wird, er sei ihm ja freigestellt künftig weniger zu essen - solange es also derart aussieht mit der Wertschätzung der Mitarbeiter, frage ich mich konsequenterweise auch, wer die Mehrarbeit leisten muss um das Geld zu verdienen was diese Kampagnie kostet.
Ich denk immernoch, daß ne kleine Solidaritätsbekundung seitens einer Firma kein ernsthafter Angriff auf die Gedankenfreiheit der Mitarbeiter ist.
Gedanken interessieren im Arbeitsleben nicht. Das einzige was da interessiert sind Euro und Cent. Also frage ich eben auch nach den Euro und Cent, die ein Schwuler der Company mehr wert ist als ein Hetero. Da brauche ich mich nicht benachteiligt
fühlen, sondern da
bin ich benachteiligt, und das ließe sich sogar beziffern.
Und klar, natürlich ist es eine Lappalie im Vergleich zu manch anderem was fehlinvestiert wird. Aber ich mag es eben nicht wenn irgendwelche Leute aufgrund ihrer Eigenart Sonderrechte haben.
Also, liegt dein Problem darin, daß du es als opportunistisch empfindest? Hm, und wenn du dir einfach sagst, daß sie doch opportunistisch sein sollen, wennse Spaß dran haben und dir gehts ab jetzt am Allerwertesten vorbei?
Natürlich ist es opportunistisch. Vielleicht ist es sogar Heuchelei - leider kann man da nicht die Probe aufs Exempel machen.
Und warum es mir nicht am Arsch vorbei geht? lies mal Orwell's 'Animal Farm': "Alle sind gleich, aber einige sind gleicher".
[x] send pix!
Haha, du bist lustig...und mir dann meine Vorstellungen vorwerfen! Ne Fetischparty in der Firma, das ist wirklich mal eine ulkige Idee.
Hey, das ist tantrische Spassguerilla! Bzw. "kontroverse Intervention": Man protestiert nicht rum, man geht nicht demonstrieren, sondern man setzt einfach noch einen obendrauf.
Nur eine kleine Anmerkung am Rande, für einen BDSM-ler ist der Sadomasochismus meist auch Ausdruck der Liebe, das ist ein bißchen was Anderes.
Hey! Holy Shit!! PCOMP! Du magst erklären was BDSM eigentlich ist?!?!?! Das hat mir genau noch gefehlt!
Als ich nämlich in höchster Verwirrung die offizielle Informationsstelle (
www.sm-ffm.de) besucht hab um mir erklären zu lassen was da eigentlich abgeht, da gab es zwar einen sehr langen und langatmigen Einführungsvortrag, aber dessen konkrete Aussage war -wieder mal- nur dass Männer scheisse sind weil sie Frauen belästigen - und das in hundert Variationen drei Stunden lang! (Dabei hätten mich doch eigentlich die gnostischen Aspekte und Bezüge zur Spiritualität interessiert.)
Nun, der Papst macht jetzt nicht die Gesetzgebung in Deutschland
Nein? Aber die "christlichen" Parteien...
Die Zukunft des Vatikan ist da ein anderes Thema und liegt nicht in meiner Hand. Ich glaube sowieso das das Kirchenchristentum sich ausgelaufen hat, nicht nur kath. Kirche, sie alle.
Die anderen sind harmlos, die haben ja kaum Geheimlogen und keine Inquisition.

Und: Du möchtest nicht da stehen wo das Ding hinfällt wenn es zusammenbricht.
Nun kannst du aber auch schlecht, allemiteinander einfachso in spirituelle Gemeinschaften stecken, dann den Staat auflösen und gut is.
Na, moment mal - wieso nicht? - die APPD hat doch auch genau das im Parteiprogramm: Deutschland aufteilen - ein Teil für die die "noch mit 95 Jahren täglich hart arbeiten" wollen, ein andere Teil zum saufen und faulenzen...