Todesstrafe?

Todesstrafe ja oder nein

  • Ja

    Stimmen: 54 12,7%
  • Nein

    Stimmen: 292 68,7%
  • Kommt darauf an

    Stimmen: 86 20,2%

  • Umfrageteilnehmer
    425
hi Roah,
ich denke dass sich eine spzies durch merkmale auszeichnet und der mensch
eben durch menschlichkeit. besitzt er diese nicht ordne ich persönlich ihn dieser gattung nicht zu, ich stelle ihn sogar noch unter tiere somit
gelten für unmenschliche auch keine menschenrechte. die ich den tieren
linear zu ihrer emotionsfähigkeit schon zurechne.
aber was die todesstafe angeht so weiss ich seit den jahren in denen ich eine
komaklinik besuche, dass es diese in deutschland schon lange gibt und zwar eine sehr ungerechte gegen willenlose nach dem motto "stirb langsam".
gruss silke
 
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Tinchen1981 schrieb:
ich weiß nicht ob ich dich jetzt richtig vertstanden habe.

Kinder sind einfach Besonders, allein schon aus dem Grund, weil eine Schwangerschaft und die Geburt für mich immernoch ein Wunder sind. In der Gebärmutter wächst 9 Monate ein kleines Wesen heran und am Ende, wenn es dann Gesund auf die Welt kommt, ist es doch wahnsinn. Das alle zehn Finger da sind wo sie wachsen sollten usw. und so fort.

Was dann aus dem Kind wird hat dann jeder selbst zu verantworten. Man sollte seinem Kind viel Liebe schenken und es normal erziehen. Es ist auch wichtig immer da zu sein für sein Kind und es wie gesagt lieben. Dann kann sowas erst gar nicht passieren.

Tinchen

hi tinchen,

doch, du hast mich richtig verstanden, danke für deinen beitrag. ich möchte an dieser stelle mal folgende texte zitieren:

"Ronny R. (Name erfunden) ist zwei Jahre alt. Ronny ist ein Junge und ein Serienmörder, dass heißt, besser gesagt, er wird ein Serienmörder. Aber davon weiß er jetzt im Jahr 2002 noch nichts. Im Jahr 2032 wird Ronny den ersten Menschen in seinem Leben ermorden. Weitere Morde folgen. Die Kriminalpolizei ermittelt fieberhaft. Ein Team von Polizeipsychologe versucht fieberhaft ein Täterprofil zu erstellen. Eins ist klar, Ronny hat entweder eine "antisoziale Persönlichkeitsstörung" oder eine "narzisstische Persönlichkeitsstörung" oder auch eine "Borderline Persönlichkeitsstörung". Oder, vielleicht ist er auch nur ein ganz typischer Vertreter der männlichen Gattung, wie feministische Expertinnen wie z.B. Anita H. aus dem bekannten Institut in Süddeutschland immer wieder mutmaßen.

Ausser dass Ronny einer der genannten Störung haben muss, weiß man eigentlich nichts über ihn. Und wenn man solche interessant klingenden Aufsätze wie den von Diplom Psychologen Denis Köhler "Die Persönlichkeit von Serienmördern" in "Kriminalistik" 2/2002 liest, dann erfährt man das, was man ohnehin schon geahnt oder gewußt hat. "Serienmörder wurden in der Kindheit häufig missbraucht (sexuelle, physische oder emotionale Traumata), zeigen eine unzureichende Entwicklung oder Bindung in der Kindheit ...".

Na ja, da sind wir auch nicht viel weiter. Wir erfahren auch nichts über die Familie von Ronny, seine Mutter, seinen Vater, seine Kindergärtnerin und Lehrerin.

Acht aktive Serienmörder soll es zur Zeit in Deutschland geben. Auf dem Weg durch den Stadtwald, sind Sie einem vielleicht heute begegnet. Ronny gehört noch nicht dazu, er ist ja erst zwei Jahre alt. Vielleicht haben Sie ihn vorhin an der Bushaltestelle getroffen, hinter ihm seine Mutter, die aus so seltsam leblosen Augen blickte.
"



so wie du geboren wirst, so lebst du auch:

"Wie du geboren wurdest, so wirst du leben. Wenn du wirklich gewollt wurdest von Mutter und Vater, dann wirst du wollen dürfen. Wenn du wirklich geliebt wurdest von Mutter und Vater, dann wirst du lieben können. Du wirst leben wollen und dich daran freuen. Wenn du wirklich geachtet wurdest von Mutter und Vater, dann wirst du das Leben achten.

Viele Eltern verleugnen bewusst oder unbewusst ihr schuldhaftes Verhalten gegenüber den Kindern und dies zum Schaden aller Beteiligten, auch zum Schaden der Gesellschaft. Nahezu jedes Kind wäre spontan bereit, seinen Eltern sogar grobe Fehler zu verzeihen, wenn sich diese zu einer Versöhnung bereit finden würden. Leider beharren viele Eltern auf ihrer Unfehlbarkeit und weisen jede Beteiligung am Unglück oder der Krankheit ihrer Kinder zurück. Genau besehen ist die Leugnung schuldhaften Verhaltens der Eltern und damit die Täuschung der Kinder über die wahren Hintergründe ihres Verhaltens oft der Grund des Leidens. Durch ihre Verweigerungshaltung erzeugen die Eltern Verwirrung und Schuldgefühle beim Kind. Die scheinheilige Zusicherung der Eltern, es sei ein erwünschtes Kind gewesen, ist an und für sich eine schwere Belastung, die das Kind in seiner vermeintlichen Schuld gefangenhält. Jeder Vater und jede Mutter, die einem Kind Schaden zugefügt oder sich schuldig gemacht haben, können dem Kind keinen größeren Dienst erweisen, als sich um Einsicht in die Fehler zu bemühen, um damit das Kind von verwirrenden Zweifeln zu befreien. Fehlbare Eltern haben die Pflicht, sich beim Kind zu entschuldigen.
"

"Das erregendste, eindrücklichste Ereignis im Leben des Menschen ist die Geburt. Im gesamten Leben gibt es kaum etwas, das eine derart umfassende und aufwühlende Erregung erzeugen kann, an welcher sich, in einer Signalfunktion, jedes Erregungserlebnis über das ganze Leben hindurch misst. Während neun Monaten sind wir in der geschützten Zweisamkeit im "Paradies". Dort können wir, wenn möglich, ungestört und im Dialog mit der Mutter, unseren Organismus aus den Bausteinen der Jahrmillionen-Erfahrung des Lebens aufbauen. Am Ende der Paradieszeit wird der uns umgebende Druck allmählich größer. Die Beengung ruft nach Befreiung, auf die hin das Kind seine Kräfte sammelt. Vor der Befreiung sind eine Freude und Lust fühlbar. Die bald darauf einsetzende Erregung resultiert aus der aufs höchste geforderten Körperaktivität. Dies müsste an sich wiederum ein Lustereignis sein, falls die walkende, massierende Anstrengung der Geburt als ein voller Erfolg erlebt werden darf. Mit Körperempfindungslust, mit Freuden geboren zu werden, sich geborgen zu finden, tatsächlich willkommen zu sein, das wäre der erwünschte Start ins Leben.

Dieser Start ist aber nur allzu oft eine brutale, schmerzhafte Vertreibung aus dem "Paradies". Manchmal ist es der Übertritt von der Hölle in die Folterkammer des Gebärraumes. Hier wird "nichtsahnend" ein Lebewesen gefoltert, das in Zukunft ein orientierungsfähiger Mensch werden soll. Das Unbewusste des Kindes wird diese Austreibung und Verstoßung nie vergessen. Vor der Befreiung aus der Enge hat es Freude und Lust verspürt, gewissermaßen als Befindlichkeit am Anfang des Erlebens. Wenn nun das Ereignis, mit hochgradiger Erregung einhergehend, als Folterqual endet, wird im stammesgeschichtlichen Repertoire des Kindes dafür keine Erklärung zu finden sein. Begriffe, mit welchen es dieses Monstergeschehen ordnen könnte, hat es noch keine. Das Kind fühlt sich durch eigenartige Kräfte misshandelt, gerissen, gequetscht, gestoßen, geprügelt, kopfunten aufgehängt, erdrosselt und erstickt. Hier kann nur körpereigene Betäubung Rettung bringen, um die Folterung ohne Schaden zu überleben. Bestünde diese Möglichkeit im Organismus nicht, so würde die Schmerzüberlastung Organverletzungen oder gar den Tod verursachen. Das Hinübersinken in die Ohnmacht hindert den Körper nicht daran, die für das Überleben notwendigen "Daten" im Unbewussten zu speichern. So werden auch Randerscheinungen, die später der Erkenntnis und Deutung harren, vor und nach dem Blackout sehr genau erfasst. Das gequälte Menschlein wird in der Zwischenzeit schemenhaft Dinge und Gestalten wahrnehmen, die für das Geschehen zum Erinnerungsträger werden. Wenn der Mensch später seine Erinnerungen aufarbeitet, werden solche Speicherungen von Nutzen sein. Wenn er es aber nicht tut, werden diese in seinen Angstträumen als Gespenster auftauchen und im Alltag Verwirrung stiften oder sogar körperliche Schädigungen bewirken. Nachdem der Körper diese fürchterlichen Traumatisierungen registriert hat, ist es nicht verwunderlich, dass dieses Ereignis als Inbegriff der Hölle aufgefasst, im Unbewussten als Schrecken aller Schrecken deponiert und als Warnung vor Todesqualen gespeichert wird.

Man stelle sich einmal einen Arzt vor, wie er einen Säugling aus seinem Bettchen zieht, an den Füßen hält, so hängen lässt und schlägt. Er würde auch in unserer Kultur als verrückt und gemeingefährlich gelten. Aber ein paar Tage vorher, bei der Geburt, gilt das als medizinisch indiziert. Dies passiert zu einem Zeitpunkt, da das menschliche Zentralnervensystem am empfindlichsten und lernfähigsten ist. Der Mensch wird nach der Geburt gewissermaßen von Tag zu Tag vergesslicher, weil er immer mehr Eindrücke aufzunehmen und zu verarbeiten hat. Das Neugeborene hat noch keine anderen Erfahrungen mit der Außenwelt als die im Mutterleib. Es ist erstaunlich, wie wenig Sorgfalt und Schonung diesem kleinen Menschen zukommt, in der Zeit seines Lebens, in der er am empfindlichsten und verletzlichsten ist.
"

mehr unter : http://www.derneuemensch.de/Texte/WieDuGeborenWurdest/wdgebw.htm

bis dann und danke nochmal.
 
Roah schrieb:
Versetz dich in den Vater einer geschändeten Tochter oder den Partner einer vergewaltigen Partnerin dann wirst du verstehen.

Seriös braucht keiner zu sein - hier in o.a. Fällen
sind bereits alle Schranken gefallen - diese Verbrecher sind Kreaturen welche nichts mehr in der menschlichen Gesellschaft zu suchen haben.

Roah

ich bin da bischen anderer Meinung. Ich kann den Vater verstehen- nicht nachfühlen- das möcht ich nicht behaupten- aber ich kann ihn verstehen.
Jedoch weiss er genauso gut wie du und ich- dass ein Tod niemanden zurückbringt- genausowenig wie ein lebenslanges einsperren.
Menschen die so etwas tun brauchen unsere Hilfe- sie hätten sie schon längst gebraucht- sonst wären sie nicht so weit gegangen. Aber jemanden Wegsperren oder töten ist halt die "schöne" Menschliche Art- Probleme zu verdrängen.

das ist meine Meinung
 
Alle die für die Todesstrafe sind - müssten ja eigentlich davon zu überzeugen sein, daß die Täter gefasst werden, bevor sie eine Tat begehen. Wenn es jetzt stimmt, dass die Jugendentwicklung eines Menschen auf seine spätere Veranlagung schließen läßt, müsste dieser Mensch schon früh aussortiert werden, da die Prägung eines Menschen in den ersten 3 eine weitere Pragung bis 7 und dann 14 Jahre stattfindet, könnte man mit 14 Jahren eine Selektion von potentiellen Vergewaltigern, Misshandlern und Kindermördern durchführen, eventuell schon mit 7. Die könnten dann vorsorglich eliminiert werden. Hallo ihr Racheengel, würdet ihr eure Kinder in eine solche Vorsorgebehandlung geben?

etwas sarkstisch ich gebs zu aber ich kann nicht mehr anders.

Und wenn die Eltern und Lehrer mitschuldig sind, dann müssten auch die mit umgebracht werden.

Liebe grüße Inti
 
Inti schrieb:
Alle die für die Todesstrafe sind - müssten ja eigentlich davon zu überzeugen sein, daß die Täter gefasst werden, bevor sie eine Tat begehen. Wenn es jetzt stimmt, dass die Jugendentwicklung eines Menschen auf seine spätere Veranlagung schließen läßt, müsste dieser Mensch schon früh aussortiert werden, da die Prägung eines Menschen in den ersten 3 eine weitere Pragung bis 7 und dann 14 Jahre stattfindet, könnte man mit 14 Jahren eine Selektion von potentiellen Vergewaltigern, Misshandlern und Kindermördern durchführen, eventuell schon mit 7. Die könnten dann vorsorglich eliminiert werden. Hallo ihr Racheengel, würdet ihr eure Kinder in eine solche Vorsorgebehandlung geben?

etwas sarkstisch ich gebs zu aber ich kann nicht mehr anders.

Und wenn die Eltern und Lehrer mitschuldig sind, dann müssten auch die mit umgebracht werden.

Liebe grüße Inti
Ja Inti, genau darauf läuft es eben letztendlich hinaus...es ist leider weniger sarkastisch, als man denkt...das ist leider genau die Richtung in welche die Befürwortung von Todesstrafe läuft, direkt in eine Diktatur. Faschismus und Selektion.

*dich grüsst*

:)
Caya
 
Im Jahre 1888 veröffentlichte Julius Mount Bleyer einen Artikel in der Medizinerzeitschrift „Medico Legal Journal“, in der er vorschlägt, „dass es humaner und billiger sei, einen Gefangenem eine Injektion von 400 mg Morphium zu verabreichen und bei Eintritt der Bewusstlosigkeit sollte nochmals eine tödliche Dosis abgegeben werden, zur Sicherheit. Außerdem beraube es ihm so den Heldenstatus“. Die Idee fand keinerlei Gehör, New York führte den Elektrischen Stuhl ein.

Im Jahre 1933 kamen in Deutschland die Nazionalsozialisten an die Macht. Für die tödliche Injektion sollte dies wohl der Startschuss sein. Obwohl es sich hier in keinster Weise um Todesurteile, sondern schlichtweg um Massenmord handelte, aber trotzdem sollte dies in diesem Zusammenhang erwähnt werden.

Bei „Menschenversuchen, die in zahlreichen Konzentrationslagern stattfanden, wurden sehr viele Menschen einfach „abgespritzt“, wie es im Jargong der SS hieß. Dies wurde auf die unterschiedlichste Weise vollzogen. Im Konzentrationslager „Mauthausen“ in der Nähe von Linz in Österreich wütete von Oktober 1941 bis Herbst 1943 SS-Sturmbandführer Dr. Eduard Krebsbach. Als er im Jahre 1941 den Posten des Standortarztes im KZ einnahm, begann das Massentöten der Kranken und Körperschwachen durch eine Injektion direkt in das Herz. Seine Fantasie fand keinerlei Grenzen, was das verabreichen von Injektionen betraf. Am 13.5.1946 wurde Krebsbach wegen seiner Verbrechen gegen die Menschheit von einem US-Militärgericht zum Tode verurteilt, dieses Urteil wurde am 28.5.1947 in Landsberg am Lech von Johann Reichhart vollstreckt. Im Konzentrationslager Buchenwald in der Nähe von Weimar wurde zum „Abspritzen“ Alkaloide, Strophantin, Strychnin, Phentol und manchmal einfach Luft injiziert. Am 18.7.1939 wurde so der evangelische Pfarrer Paul Schneider unter dem Befehl von SS-Hauptscharführer Sommer mit einer Überdosis Strophantin getötet.

40 Jahre später….

Oklahoma war der erste Bundesstaat in den Vereinigten Staaten von Amerika, der im Jahre 1977 eine Änderung des Todesstrafengesetzes vollzog. Laut Gesetz sollten alle Todesurteile von nun an durch eine tödliche Injektion vollstreckt werden. Noch im gleichen Jahr folgte der US Bundesstaat Texas. Fünf Jahre später, am 7. Dezember 1982 war es dann soweit, der wegen Entführung und Mordes an David Gregory verurteilte Charlie Brooks war der erste Mensch, der mit einer tödlichen Injektion im Staatsgefängnis von Huntsville, Texas hingerichtet wurde. Bei der Hinrichtung, die um 00.07 Uhr begann, war auch die Freundin von Charlie Brooks, Vanesse Sapp, anwesend. Charlie Brooks wurde um 00.16 Uhr für Tod erklärt. Der Pressesprecher erklärte nach der Hinrichtung: „Es gab kein Problem, Herr Brooks ballte kurz die Hand, keuchte kurz und verlor das Bewusstsein“.

Aber was wäre Amerika ohne sein Erfindungsreichtum? Am 6. Januar 1989 wurde im Staatsgefängnis von Jefferson City der 45 Jahre alte George C. Mercer in der ehemaligen Gaskammer mit dem „MODULAR LETHAL INJECTION SYSTEM“ hingerichtet. Dieser Hinrichtungsaperrat benötigt nur einen Knopfdruck und die tödlichen Chemikalien werden automatisch verabreicht. Die Maschine besteht aus zwei Teilen, dem so genannte Steuermodul und der Injektionseinheit. Diese besteht aus einem Metallschrank, in welchem eine Halterung für 6 Spritzen angebracht ist. In diese Spritzen werden vor der Exekution die Chemikalien eingefüllt; bei Start der Maschine schieben schwere Kolben den Spritzeninhalt in einen Schlauch, der mit der Vene des Verurteilten verbunden ist. Nachdem der Inhalt der ersten Spritze innerhalb von 10 Sekunden verabreicht wurde, wartet die Maschine 60 Sekunden bis sie den Inhalt der zweiten Spritze verabreicht, nach einer wiederholten Wartezeit von 60 Sekunden wird nun der Inhalt der dritten Spritze verabreicht. Die restlichen drei Spritzen dienen zur Sicherheit, falls eine der benutzten Spritzen verstopft oder der Kolben eingeklemmt war. Der zweite Teil dieser Maschine besteht aus der so genannten Kontrolleinheit. Von dieser wird die Hinrichtung gesteuert. Zum Starten drücken zwei Vollstreckungsbeamte jeweils einen Knopf und die Maschine wählt per Zufallsprinzip aus, welcher der beiden den tödlichen Befehl gibt; daraufhin setzt sich das System in seinen tödlichen Gang.

In Guatemala Stadt wurde am 29.06.2000 der verurteilte Mörder Lui Amilcar Cetino Pérez im Gefängnis Granja Penal Pavon hingerichtet. Eine Stunde später wurde Tomás Cerrate Hernández in den Hinrichtungsraum gebracht. Dieser erlitt auf dem Weg zum Hinrichtungsraum einen Nervenzusammenbruch, zwei Wärter stützten ihn und schnallten ihn anschließend auf der Bahre fest. Die Exekution dauerte 8 Minuten. Diese zwei Hinrichtungen wurden LIVE im guatemalischen Fernsehen gezeigt. Die Aufzeichnung der Hinrichtung wurde am nächsten Tag wiederholt. Quotenknüller zur Primetime.

http://www.todesstrafe.de/

Caya
 
Guten Morgen, X_Y,
dein Text ist sehr beeindruckend, er bestaetigt mir, was ich schon immer denke: Gewaltverbrecher kommen verbogen und beschaedigt auf die Welt, und so geht es auch mit ihnen weiter. Sie sind wahrscheinlich in keinem Moment ihres Daseins einmal froehlich und unbeschwert gewesen, ihre Welt muss furchtbar sein, aus Hass, Ablehnung und bestenfalls Verteidigung bestehen. Sie haben es sich nicht ausgesucht, sie wurden derart konditioniert.
Wo bleibt da die "Schuld"?
Aber das Dilemma bleibt: was tun, wie umgehen mit Menschen, deren Sozialisierung sie zu einer Gefahr fuer die Gesellschaft macht?
Was muss geaendert werden, damit jeder Mensch erwuenscht und geliebt auf die Welt kommt und auch weiterhin eine Freude und Bereicherung fuer die Eltern und die Umwelt bleibt?
Was koennen WIR tun, ausser kluge Reden zu schwingen und Artikel zu lesen, die zweifellos das Uebel an der Wurzel aufzeigen?
Dein Text waere gut geeignet fuer den Abtreibungsthread, in dem die vehementen Abtreibungsgegner immer wieder auf den "Wert" eines Lebens hinweisen.

Bijoux
 
allmächd schrieb:
ich bin da bischen anderer Meinung. Ich kann den Vater verstehen- nicht nachfühlen- das möcht ich nicht behaupten- aber ich kann ihn verstehen.
Jedoch weiss er genauso gut wie du und ich- dass ein Tod niemanden zurückbringt- genausowenig wie ein lebenslanges einsperren.
Menschen die so etwas tun brauchen unsere Hilfe- sie hätten sie schon längst gebraucht- sonst wären sie nicht so weit gegangen. Aber jemanden Wegsperren oder töten ist halt die "schöne" Menschliche Art- Probleme zu verdrängen.

das ist meine Meinung



Ergo sollten Menschen, die Kinder quälen, schänden und schließlich wie Müll entsorgen integriert, gehätschelt und aufgepäppelt werden und anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt werden? Toll! Wenn das Kind mal in der Mülltone liegt, sollte man den zur Verantwortung ziehen, der das Kind dahin gebracht hat. Ganz einfach. Und das heißt: Einsperren für den Rest des Lebens. Von mir aus auch noch therapieren, aber, ich bin der festen Überzeugung, dass niemals irgendein Psychiater die Hand für einen potentiellen Mörder ins Feuer legen würde. Und solange dass nicht passiert müssen solche Täter, egal welche schreckliche Kindheit sie hatten, hinter Schloß und Riegel.


July
 
July schrieb:
Ergo sollten Menschen, die Kinder quälen, schänden und schließlich wie Müll entsorgen integriert, gehätschelt und aufgepäppelt werden und anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt werden? Toll! Wenn das Kind mal in der Mülltone liegt, sollte man den zur Verantwortung ziehen, der das Kind dahin gebracht hat. Ganz einfach. Und das heißt: Einsperren für den Rest des Lebens. Von mir aus auch noch therapieren, aber, ich bin der festen Überzeugung, dass niemals irgendein Psychiater die Hand für einen potentiellen Mörder ins Feuer legen würde. Und solange dass nicht passiert müssen solche Täter, egal welche schreckliche Kindheit sie hatten, hinter Schloß und Riegel.


July


du vergisst eins: Kinder bleiben nicht immer Kinder - sie sind genauso Menschen wie du und ich - jeder wird mal erwachsen- wenn du in dem Kind die erwachsene PErson sehen würdest- dann hättest du vielleicht nicht mehr dieses "Oh wie niedlich"- ding im Kopf. Ne aber mal wieder zurück zum Thema: Meiner bescheidenen Meinung nach- entstehen "schlimme" Taten (was ist schlimm?)- nur aufgrund von Misständen in der ganzen Welt. Damit mein ich nicht den Weltlichen Reichtum, sondern das Zwischenmenschliche- das umeinander Kümmern etc. die Liebe halt. Und ich finde niemand auf der Welt sollte eingesperrt werden- egal was er gemacht hat. Freilich muss man auf der einen Seite verhindern dass etwas ""schlimmes" passiert. Aber die Menschen schieben ihre "kollektiv" Verantwortung beiseite- indem sie sobald jemand etwas "schlimmes tut", diesen "Wegsperren". Wir alle ,ALLE haben einen Einfluss auf die gesamte Welt- und nur weil sich jeder denkt "Ach ich alleine kann eh nichts bewirken" oder "Ich bin nur für mich und meinen Kreis verantwortlich"- haben wir Zustände so wie sie sind.
Eine furchtbare Welt


die andere Möglichkeit: MAn hat den Standpunkt: Keiner ist für irgendjemanden Verantwortlich- sondern nur für sich selbt. (was ja auf der andern seite auch richtig ist). Dann sollte man sich aber auch nicht darüber aufregen- dass jemand irgendwas macht- was man selbst nicht befürwortet!
 
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Hallo alle!
allmächd schrieb:
[...] Und ich finde niemand auf der Welt sollte eingesperrt werden- egal was er gemacht hat. Freilich muss man auf der einen Seite verhindern dass etwas ""schlimmes" passiert. Aber die Menschen schieben ihre "kollektiv" Verantwortung beiseite- indem sie sobald jemand etwas "schlimmes tut", diesen "Wegsperren". [...]
Naja, wenn man sie nicht wegsperrt, wie willst Du dann mit ihnen verfahren? Einfach eine Standpauke "Das war aber nicht gut, geh jetzt und denk darüber nach, künftig wirst Du niemanden mehr ermorden" ? ... hm. Faustrecht. Dem kann ich nicht zustimmen.

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Ich tue mir zugegeben etwas schwer mit dieser Thematik - und habe "kommt drauf an" angekreuzt.
Es kommt wohl immer darauf an, in wen ich mich hinein versetze:
1. Das Opfer. Ich nehme, weil hier im Thread schon oft angesprochen, ein Mädchen, welches zB über Monate hinweg ständig von ihrem Peiniger vergewaltigt wurde - der mit in ihrem Haushalt lebte, der ihr mit Druckmitteln wie "Deine Mutter würde sich umbringen, wenn Du was sagst, das wäre dann Deine Schuld" - zum Schweigen gebracht hat. Das Mädchen wird physisch weiterleben - psychisch aber tot sein. Vielleicht ist es irgendwann rausgekommen, das Mädchen ist ins Kinderheim gekommen und von seiner Mutter fortgerissen worden, hat Schuldgefühle, weil die Mutter tatsächlich versucht hat, sich das Leben zu nehmen... Einen Psychologen, der dem Mädchen hilft, damit klar zu kommen, wieder zu leben usw, kann sich die Mutter nicht leisten. Das Opfer ist tot. Und wenn es Glück hat, kann es irgendwann eine Therapie machen... aber der Schmerz und die Risse der Seele werden wohl bis an ihr Ende nicht heilen.
Ergo: Vielleicht läge es am Opfer, die Strafe zu bestimmen. (Sofern es noch physisch lebt)

2. Leute, die das Opfer lieben: Mütter, Schwestern, Väter und Brüder - die das Opfer lieben und beschützen möchten - die sich Vorwürfe machen, vielleicht nicht gut genug aufgepasst zu haben (obwohl ich für meinen Teil nicht glaube, das man ein Kind davor so schützen kann, das sichergestellt ist, dass das niemals passieren kann) - Brennen im Herzen für lange Zeit, Wut, Trauer und Zorn, gegen sich und die Welt und besonders gegen den Täter - der Wunsch, das alles abzuschalten und die Hoffnung, dass das mit dem Tod des Täters möglich wäre. Sicher zu stellen, das dieser Mensch das niemanden mehr antun wird.
Ergo: Foltert ihn zuerst, vergewaltigt ihn auch, kastriert ihn, schneidet ihm die Augenlider ab und streut Salz rein, näht seinen Mund zu und stopft Chilli in seine Nasenlöcher, peitscht ihn ein halbes Jahr aus und dann zerstückelt ihn langsam.

3. Der Täter: Vielleicht ist er der Welt "entrückt", hat keine Vorstellung davon, was er anrichtet... Ein pädophil Veranlagter sagte einmal zu mir: "Nicht die Tat selbst macht die Kinder kaputt, sondern die Verhandlung dann... wenn sie nicht vor Gericht aussagen müssten, wär das alles halb so wild" - also einfach nicht die geringste Möglichkeit, sich auch nur einen Hauch in jemanden hineinversetzen zu können... wenn es so ein Mensch ist (ich sage hier nicht (!), das alle Leute, die das tun/tun könnten/getan haben/tun möchten/usw so sind - aber ich nehme hier einmal einen solchen) - und Kinder in seiner Nähe sind, im Fernsehen bei Babylotion-werbung werden ihm nackte Kinderpopos gezeigt; das Nachbarsmädl da spielt am Boden und macht Purzelbäume, sodass man die Unterhose sieht... in der kindlichen Unschuld setzt es sich auf seinen Schoss und lächelt ihn an - wenn er der Realität so entrückt ist, wie ich meine, hat er das Spielen und das Lächeln, das auf den Schoss setzen usw vielleicht als Einverständniserklärung betrachtet - und weil das Kind so geschockt, beschämt und verwirrt ist, kann es nicht reagieren - wie soll der Mann begreifen, was er tut? Er hat ja gar nicht die (geistige) Möglichkeit dazu. Selbst wenn es ihm eine mißbrauchte Person erklärt (wie ich versucht habe), er kapiert es nicht und sieht es nicht ein, das ein Kind davon Schaden nehmen könnte. Das ist so, als würde mir jemand erklären wollen, die Straße sei schwer verletzt, wenn ich mit roten Schuhen auf ihr gehe - würd ich auch nicht begreifen. Jemand der nicht imstande ist, diese sozialen Verhältnise zu erkennen und aufgrund dessen solche Dinge tut, den kann ich persönlich verabscheuen und auch hassen - ich kann ihn aber nicht restlos verurteilen.
Ergo: Wie kann man jemanden für etwas verantwortlich machen, der zwar vielleicht im rechtlichen Sinne zwischen gut und böse unterscheiden kann und nicht geistig behindert ist, aber dennoch rein menschlich betrachtet so eingeschränkt ist, das er keinen Millimeter weit denken kann.

Auf die Eltern und die Familie des Täters einzugehen, würde den Beitrag jetzt doch noch unnötig in die ohnehin schon ausufernde Länge ziehen - und das Spektrum der Möglichkeiten, wie die Familie dazu stehen könnte, ist schier unendlich.

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Was ich jedoch absolut nicht unterschreiben kann ist, das in erster Linie der Täter eine Therapie braucht. NEIN - das Opfer braucht die Therapie! Und der Täter sollte verpflichtet sein, dafür aufzukommen. Für derartige Leute bin ich allerdings absolut für eine Zwangskastration. Eine "Strafe" bringt auch nur bedingt was (Zeitweiliger Schutz der Menschheit), denn meiner Meinung nach ist das eine Veranlagung und keine Krankheit, oder ein "Ausrutscher" oder ein einfaches Verbrechen - (Ich spreche hier von Kindesmissbrauch und/oder Vergewaltigern)
es ist in meinem Verständnis eine Veranlagung und die verschwindet auch nach jahrzehnten hinter Gitter nicht.

Ich bin also hin und her gerissen und kann eigentlich alle Standpunkte verstehen. Ich könnte niemandem hier recht oder unrecht geben - auch nicht aus der Sicht des Opfers, denn ich mußte als Kind ebenfalls derartige Dinge erleben, wie bestimmt einige andere hier auch.

Was mir besonders Kopfzerbrechen macht ist: Wer würde entscheiden? Klar, wenn *ich* entscheiden könnte, wäre es leicht zu sagen: "Dafür!" - wenn nicht, wird es knifflig ;)

Liebe Grüße!
Oktarin
 
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