Sinnfrage/Sterben eines Kindes

  • Ersteller Ersteller Zimtgeflüster
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Hallo,

mich beschäftigt die Frage, was es für einen Sinn hat, dass in Afrika täglich Tausende von Kindern sterben.....

Also ich kann den Sinn von Krisen und Krankheiten bei uns Erwachsenen verstehen, als Aufforderung zu Veränderung, zum Innehalten, zum Überprüfen der eigenen Werte, etc.

Aber ein Kind ist ja ohnehin noch so in seiner inneren Ganzheit..... - was soll ein 1jähriges Kind denn aktiv gestalten können an seinem Leben, wo hätte es auf einen falschen Weg kommen können in diesem Alter?

Die einzige Lernerfahrung, die mir einfällt, wäre Ohnmacht und Opfersein zu erfahren.....aber auch diese Lernaufgabe würde nur dann Sinn ergeben, wenn ich von dem Modell der Wiedergeburt ausgehe und mir einen tieferen Sinn zurecht legen kann, der auf lebensübergreifenden Zusammenhängen beruht.

Was aber, wenn es keine Wiedergeburt gibt? Was, wenn ich mich in dem Modell eines christlichen Gottes bewege. Warum suchen sich tausende Seelen aus, schon kurz nach ihrer Geburt zu sterben?

Hat jemand einen Gedanken dazu?
Welchen Grund könnte es aus Sicht einer Seele geben, ein qualvolles kurzes Leben zu wählen - ohne davor und ohne danach (ohne einer Wiedergeburt) ?

Aus Sicht der römisch katholisch Kirche kann einen gar nichts besseres passieren, als als Baby, aber selbstverständlich getauft, zu sterben. Dann kommt man gleich in den Himmel weil man ja noch keine Sünden begangen hat. Dies ist leider äußerst unfair gegenüber den 90 jährigen, die natürlich schon mal gesündigt haben.

Meine Weltanschauung ist das ja eh nicht. Ich bin ja Heidin bzw. Anhängerin der nordischen Gottheiten und habe das Glück sogar mit ihnen zusammenarbeiten zu dürfen, dabei lernt man sehr viel.
 
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tja, wäre da nicht die Erbsünde. Der katholischen Kirche fiel im Laufe ihrer Geschichte viel zum Thema Sünde ein. Ich nehme an, dass deshalb ihre Priester solche Experten auf dem Gebiet sind.
was heißt denn das?
Judas
Eine Sünde die sich vererbt?
JA SO ETWAS ERZÄHLT UNS DIE BIBEL UND DIE KATHOLISCHE KIRCHE.
Das wäre doch sehr grausam von Gott, wenn wir für etwas büßen sollen, was wir garnicht getan haben.
Nein, jeder Mensch ist nur für sein eigenes Tun verantwortlich.
in Liebe Gida
 
Nein, jeder Mensch ist nur für sein eigenes Tun verantwortlich.
Oft nicht einmal für das.
Nach meinem Verständnis bekommt ein Mensch, der gestorben ist, immer wieder eine neue Chance in einem neuen Leben. Was sagt die Bibel eigentlich bezüglich der Menschen, die vielleicht noch gar kein richtiges Leben auf der Welt gehabt haben? Irgendwie kann ich mich an keine Stelle erinnern. Wer hilft?
 
lehnt die Bibel/das Christentum den Gedanken an Wiedergeburt ab...
...das weiß ich schon, deshalb habe ich das an den Anfang gesetzt. Ich habe das NT auch schon mehrmals (nach anderen Dingen) durchforstet, aber ich kann mich an keine Stelle erinnern, wo explizit gestorbene Kinder erwähnt werden. Das wundert mich, weil das doch eins der stärksten Themen der Kirche ist. ist das also "exegetische Extrapolation"?
 
sorry, wenn ich mich da einmische ohne den thread gelesen zu haben.
aber ich denke, dass ich etwas beitragen kann aus meinem persönlichen erleben.
mein erstes kind ist während der geburt gestorben - also völlig ausgetragen.
das war ein fertiger mensch, der nicht ins leben kommen durfte.
es war schrecklich für mich - aber es hat sinn gemacht -
für mich - für meinen reifungsprozess.
und wenn die reifung nur darin bestanden hat/hätte anzunehmen was ist, mich abzufinden mit dem was ich nicht ändern kann und zugleich aus den erfahrungen zu lernen, damit ich begangene fehler (in diesem fall falsche arztwahl) nicht wieder begehe.

für mich war es aber noch sehr viel mehr an erkennen, begreifen, weiterentwicklung....
 
das war ein fertiger mensch
Das ist ein großes Wort. Ich wäre wahrscheinlich handgreiflich geworden, wenn jemand gesagt hätte, meine Kinder wären keine Menschen, als sie geboren wurden. Und doch: Ich "kenne" mich erst seit dem 4. Lebensjahr. Natürlich ist das Biologische inklusive meines Verstandes ein wichtiger Teil von mir, aber das Wichtigste habe ich doch wohl aus meiner Umgebung aufgesogen. Das ist es, was mich zu einem "fertigen Menschen" gemacht hat. Und das ist das Geheimnisvolle am Menschen. Wir sind sozusagen unsere Umgebung. Die Trennung wird unscharf. "Mein" Jesus sagt: Ich bin der Ausgebreitete. Spalte ein Stück Holz und ich bin da, hebe den Stein hoch und du wirst mich dort finden. Alles ist aus mir hervorgegangen, alles kehrt zu mir zurück". Ich glaube das ist es, was so viele Religionen den "Geist" oder das Pneuma nennen und warum sie sagen, es wäre unsterblich. Entsteht das "Ich" nicht aus unserem Bewusstsein und das Bewusstsein aus dem Gedächtnis?
 
Das ist ein großes Wort. Ich wäre wahrscheinlich handgreiflich geworden, wenn jemand gesagt hätte, meine Kinder wären keine Menschen, als sie geboren wurden. Und doch: Ich "kenne" mich erst seit dem 4. Lebensjahr. Natürlich ist das Biologische inklusive meines Verstandes ein wichtiger Teil von mir, aber das Wichtigste habe ich doch wohl aus meiner Umgebung aufgesogen. Das ist es, was mich zu einem "fertigen Menschen" gemacht hat. Und das ist das Geheimnisvolle am Menschen. Wir sind sozusagen unsere Umgebung. Die Trennung wird unscharf. "Mein" Jesus sagt: Ich bin der Ausgebreitete. Spalte ein Stück Holz und ich bin da, hebe den Stein hoch und du wirst mich dort finden. Alles ist aus mir hervorgegangen, alles kehrt zu mir zurück". Ich glaube das ist es, was so viele Religionen den "Geist" oder das Pneuma nennen und warum sie sagen, es wäre unsterblich. Entsteht das "Ich" nicht aus unserem Bewusstsein und das Bewusstsein aus dem Gedächtnis?
'fertiger mensch' war unklar ausgedrückt.
fertig - im sinne seiner entwicklung - ist ein mensch wenn er seinen letzten atemzug tut - meine sicht.

auch meine sicht, dass alles in dem kind angelegt ist zum zeitpunkt seiner geburt - ob es nun den ersten atemzug tut oder nicht - und das nicht nur körperlich.
und es ist schon im mutterleib ein fühlendes wesen.

was du ansprichst sind die prägungen, die ein mensch erlebt/durchläuft im laufe seiner entwicklung.
 
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'fertiger mensch' war unklar ausgedrückt.
Ich wollte nicht korrigieren, das kann man wohl gar nicht "klar" ausdrücken. Ich bin fertig, wenn ich sterbe, das ist wahr. Aber ich sterbe jeden Tag und morgen bin ich wieder ein anderer, solange ich "ich" zu mir sagen kann. Und eigentlich bin ich nie tot, sowenig wie die Kinder, von denen ihr sprecht. Man sieht ja, dass sie einen großen Anteil an Euch haben.
 
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