Kostenlos hat jede Bildung in unserer modernen Gesellschaft zu sein.
Sonst kommen wieder nur die in den Genuss die Eltern haben die Geld haben.
Kinder aus sozial schwächeren Familien hätten dann wieder das Nachsehen.
Da muss ich vehement widersprechen. Dieses "Bildung muss kostenlos sein"-Gedöhns ist absoluter Schwachsinn. Ich als noch in der Ausbildung befindlicher sage:
Bildung muss was kosten.
Es stimmt, was man sagt: Was nix kostet, is nix wert. Und genau dahin entwickelt sich das Ausbildungssystem. Ich hab jetzt absichtlich an ne Uni gewechselt, an der man Studiengebühren zahlt - und zahle mit Freude. An meinen alten Unis hab ich nix gezahlt. Ich finde es einfach eine Frechheit, dass die Unis in Österreich die Studiengebühren gestrichen wurden - denn fast niemandem tun diese paar hundert Euro pro Semester weh - und diejenigen, denens weh täte müssens eh nicht zahlen (in DE werden den BAföG'lern ja auch regelmäßig die Studiengebühren erlassen) - die Unis leiden aber
extrem darunter, und daher auch die Studenten.
Das führte dann dazu, dass in Pharmazie an der Uni Wien die Laborplätze so begrenzt waren, dass die Anorganik-Prüfung (die man bestehen musste, um ins Labor zu kommen) so extrem schwer gestaltet und bewertet wurde, dass durchschnittlich nur 10% der Studenten pro Antritt durchkommen
durften - denn für eine Erfolgsquote von 20% hat das Labor einfach nicht genug Plätze. Wie krass einzelne Studenten dann an dieser Prüfung verzweifelten brauch ich hoffentlich nicht darzulegen. Frag die mal, ob sie für ne leichtere Anorganik-Prüfung generell 300 Tacken im Semester blättern würden; ich bin sicher ein Großteil würde
ja sagen. Die Anzahl der Erstsemestrigen zu beschränken (durch ne Zulassungsprüfung wie in Medizin) ist den Unis ja dank unserer beschissenen Bildungspolitik verboten.
Von der WU Wien brauch ich da gar nicht zu reden beginnen - die Prüfungen des ersten Semesters sind
allesamt Multiple Choice, weil man die einfach nur durch den Scanner jagen muss und so Geld sparen kann. In den höheren Semestern sind die Plätze so knapp, dass einzelne Studenten teilweise ganze Semester aussetzen müssen, ganz einfach weil sie nicht zur Prüfung antreten
können.
Die Übungen in Jus in Wien sind extrem voll - knapp unter 100 Studenten pro Übung. Hier in Bayern haben wir an meiner Uni durchschnittlich 30 Studenten pro Übung, oft weniger. Die Verhältnisse spiegeln sich auch in der Bib wider - ich find in unserer Bib sehr oft Bücher mit Fernleihvermerken - das heißt, unsere Uni borgt anderen Unis Bücher. Und zwar großen, bekannten Unis - und zwar im Großteil der Fälle Unis aus Bundesländern ohne Studiengebühren, hab ich festgestellt.
Dazu kommt natürlich die Zahl der Studenten - ohne Studiengebühren gibts nen Haufen "Schnorrerstudenten", die sich nur immatrikulieren lassen, um gratis durch Wien zu fahren und vergünstigt öffentliche Veranstaltungen besuchen zu können. Sowas gibts nicht, wenn man Studiengebühren zahlt.
Ehrlich ... diese linke "
freie Bildungspolitik" macht für alle Beteiligten mehr kaputt als sie hilft. Da isses klüger, einfach denen, die es nötig haben, die Studiengebühren zu erlassen.