Nun besteht aber die Gefahr, sich auf jemanden zu verlassen der nur so tut also ob, oder der nur meint er ist oder habe. Ziemlich schwierig nicht nur das (blind)folgende Lamm zu sein und vor allem zu bleiben.
Wenn dieser Samadhizustand nicht besschreibbar, fast nicht vermittelbar ist, bleibt ja nur über, sich selber auf den Weg zu machen und selber zu entdecken. Und die Worte, Worte sein zu lassen.
LG
HB
das ist immer eine der natürlichen Regungen im Menschen.
der hat das --- oh, will ich auch --- dann laufe ich halt auch immer in Sandalen rum wie er (oder schwenke eine, siehe Leben des Brian).
Es stimmt, irgendwann begreift man es, dass es nichts bringt, einem anderen Menschen nachzumachen. Der mag ja sogar wirklich seinen Weg gefunden haben... aber es ist dennoch sein Weg. Und mein Weg zum Samadhi will doch erst noch erfunden werden.
Trotzdem, es gibt natürlich so etwas wie Wegmarker auf einer Landkarte.
Einmal gibt es die heiligen Schriften, die "Blaupausen", die die Muster beschreiben, nach denen samadhi erreicht wird. Und dann gibt es Menschen, die es erreichten, und die einfach inspirierend wirken. Nicht zum Nachmachen, sondern beflügelnd, ich finde das Wort erquickend ja so schön. Hat diese Ähnlichkeit mit dem englischen "quicken", oder dem Wunsch "God speed".
Und ja, wenn jemand sagt, er habe es erreicht, sollten nicht nur Worte, sondern auch Wirkungen da sein. Also nicht nur die Blätter am Feigenbaum, sondern auch die Feigen.
Also nur als Beispiel, als Landmarke: Nach dem Erreichen von samadhi war unter anderem meine persönliche Geschichte mit meinen Eltern "gelöscht". Es war einfach unvorstellbar. Ich bin Psychotherapeutin, und klar, man kann in mühseliger Kleinarbeit mit Psychotherapie immer weiter in der Aufarbeitung der eignen Biographie kommen. Man befreit sich langsam aus der Verstrickung. Aber so etwas Radikales innerhalb von Tagen zu erleben, dass einfach sämtliche karmischen Resonanzpunkte mit meinen Eltern einfach weg waren, und stattdessen in mir eine herzliche Liebe zu diesen Menschen war, die so viele Jahre mein Leben begleitet haben... Und nicht nur Liebe war da, sondern ein tiefes Verstehen ihrer eigenen Verstrickungen, und wie dies alles genau so notwendig war und ist für sie und auch war für meinen Weg. Alles was unvollständig gewesen war, was stoßend, verletzend, irritierend und mich wütend machte, war einfach vollständig geworden. Das eigenartigste war, es erschien mir gar nicht als so etwas besonderes, als etwas großes. So wie ein Schmerz, nachdem Heilung eingesetzt hat, nicht bescheid sagt, dass er nun nicht mehr da ist.
Erst als ich ihnen danach wieder begegnete, und merkte, wie anders unsere Begegnung war, dass all die kleinen Knöpfchen, die sonst bei mir gedrückt wurden, einfach nichts anderes als liebevolles Erkennen auslösten, da wusste ich, dass etwas Großes geschehen war. Es wurde immer deutlicher. Und als ich merkte, dass das nicht nur gegenüber meinen Eltern geschehen war, sondern auch mit anderen, z.b. mit meiner Schwiegermutter und andere mich darauf hinwiesen, wie großartig ich mich doch zusammenreißen würde (dabei war es mir natürlich, ohne jede Anstrengung), begriff ich immer mehr.