Ich habe ein Mond (Waage)/Neptun (Steinbock)-Quadrat, kann aber überhaupt nicht behauptet, meine Mutter sei emotional "instabil". Daher frage ich mich, wieso dieses Quadrat besteht.

Sie hat auch mit Alkohol, Drogen oder sonstigen bewusstseinsverändernden Substanzen nichts am Hut.
Aber in meinem Radix erscheint die Beziehung zu ihr etwas gestört (Sonne und Mond jeweils im Quadrat zu Saturn und Uranus) - bis auf ein freundliches Mond/Venus/Jupiter-Dreieck, das mich praktisch am Leben hält.

Ich halte ihr Verhalten immer für nachvollziehbar, daran ist nichts undurchsichtiges, unberechenbares...kann man sich denn so sehr täuschen?
Ich habe eine Mond-Neptun-Konjunktion und die stand bei mir für die totale Idealisierung meiner Mutter. Sie war nach meinem Empfinden weder emotional instabil, noch irgendwie abhängig. Im krassen Gegensatz zu meinem leicht reizbaren, alkoholkranken Erzeuger war sie mein Engel mein einziger Halt im Leben.
Als ich diesen meinen (vermeintlichen) Engel, meinen Schutz und Halt dann aber wirklich gebraucht hätte, war sie nicht mehr greifbar. Die Ent-täuschung war groß, mein Mutter-Idealbild, das ich ihr mein ganzes bisheriges Leben lang übergestülpt hatte, brach in sich zusammen und gab den Blick frei für eine realistische und natürlich extrem ernüchternde Sicht auf meine Mutter als ganz normaler Mensch mit all ihren Stärken und eben auch Schwächen, sowie auf mein bisheriges Leben mitsamt der bitteren Erkenntnis, dass ich mir die ganze Zeit nur etwas vorgemacht und schöngeredet hatte. Heraus kam eine Mutter, die emotional einfach erkaltet war, nach dem Tod meines Bruders und aufgrund ihrer extrem frustrierenden Ehe, aus der sie aber keinen Ausweg fand und somit die Scheuklappen aufsetzte und halt so viel es ging arbeiten war, um (unter anderem) den Mann zuhause bei Laune zu halten, indem sie ihm seine Sucht finanzierte. Und auch wenn sie selbst nie in irgendeiner Weise alkohol- oder drogenabhängig war und nach außen ein absolut normales angepasstes Leben führte, später erkannte ich, dass sie koabhängig war.
Also hat sich meine Projektion bzw. mein Mutter-Ideal-Wunschbild (Mond in 12) im konkreten Erleben und Auseinandersetzen mit ihr (Mond Herrscher 7) einfach in Luft aufgelöst (Neptun 12) und ich kann sie heute so sehen und nehmen wie sie ist (Mond Trigon Saturn). Das war allerdings ein schmerzhafter Prozess über einige Jahre, den ich in erster Linie dem transistierenden Pluto über mein 12. Haus zuschreibe. Wer akzeptiert schon gerne den Tod (Pluto) seiner Träume, Ideale, Vorstellungen (Neptun) vor allem wenns an die Grundsubstanz des eigenen bisherigen Erlebens und Fühlens (Mond) geht.
Heute zurückblickend weiß ich, dass diese Idealisierung aufgrund meiner Lebensgeschichte mein Schutz war, der einzige Halt den ich als Kind hatte und auch wenn ich heute weiß, dass ich den nur zu haben glaubte, damals war er wichtig für mich, so tief der Fall aus den Wolken später auch war.
Die kompromisslose Enttarnung meiner Lebenslügen (an die Mond/Neptun-Konjunktion hängt sich auch noch mein Mars und ich hab wirklich zeitweise Krieg gegen sie geführt, bis ich erkannte, dass ich mich nur selbst bekriege) führte allerdings nicht nur bei mir, sondern auch bei ihr zu einer selbstbestimmteren Lebenseinstellung. Der Kampf hat sich gelohnt und aus der verbrannten Erde ist über die Zeit fruchtbarer Ackerboden geworden.
Das ist nur meine Mond-Neptun-Geschichte.
LG
Stern