Psyche und drüber reden, gut oder schlecht?

Ich halte es inzwischen auch für keine gute Idee mehr, an psychische Probleme ein Label zu hängen und dann nach Schema F draufloszutherapieren.

Allerdings kann ich den Wunsch verstehen, der Ursache auf den Grund gehen zu wollen, da ich selbst betroffen bin. Wenn man der psychischen Erkrankung einen Namen geben kann, hat man das Gefühl, zumindest ansatzweise die Kontrolle zu haben und es in den Griff kriegen zu können.

Darum geht es aber nicht, im Gegenteil.

Mir hilft gerade - und endlich wirklich - mir die Podcasts von Verena König anzuhören.

Kreative Transformation (youtube)
 
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Zwangsmedikation ist immer auch eine Einschränkung fundamentaler Grundrechte und eher ziemlich unwahrscheinlich. Das bedeutet nämlich, dass der Patient a) einen Willen hat und b) ihn vertreten kann. Das dürfte ohne richterlichen Beschluss kaum möglich sein und wird auch eher nicht gemacht. Das gibt einen Vermerk in der Akte, dass der Patient sich nicht helfen lassen will und die Behandlung ablehnt, und off you go..

Bei Patienten, die so krank sind oder neben sich stehen, dass sie weder Ja noch Nein sagen können, ist es per definitionem keine ZWANGSmedikation …

In der medizin-philosophischen Metadiskussion geht man schlicht davon aus, der Mensch körperlich und geistig gesund sein will, sonst wäre Humanmedizin als solche auch schlicht nicht möglich.

Moderne Psychologie ist kein Umerziehungslager oder katholische Mädchenschule … Du WILLST das es Dir objektiv schlecht geht..Du WILLST keine Hilfe … so sei es.. Therapien sind eina Angebotsmedikation. #Compliance
Falls du gelesen hättest ging es um *zwangseingewiesene Patienten die möglicherweise oft einen Betreuer bekommen,
da steht immer ein Richter dahinter, sonst wären sie nicht zwangseingewiesen worden.

Es ging nicht um die vielen freiwilligen die eine Einweisung bekommen oder selbst sich einweisen lassen.
 
wer dann kein Medis nehmen will, der bekommt einen Betreuer sollte er krank sein und bekommt sie dann zwangsmedikamentiert.
Richtig,
Allein die Einweisung selbst ist Amfang der Therapie.

Mein Bruder, der unter Schizophrenie litt, musste mehrmals durch die Polizei in die Klinik gebracht werden. Die Medikamente, die er zuvor irgendwann abgesetzt hatte, nahm er dann wieder, damit es ihm wieder besser ging und er auf seine Entlassung hin arbeiten konnte.
Unter Zwangsmedikation verstehe ich auch, dass ihm zuerst der Arzt, dann täglich ein Betreuer, eine Betreuerin gut zuredete und ihn kontrollierte, dass er das Medi nahm. Wenn der Zustand eines solchen Patienten sich dann verbessert, hat er selbst wieder die Einsicht, dass ihm das Medikament hilft und er nimmt es wieder selber.
Insofern war die Einweisung natürlich der Beginn der Therapie. Ich denke, dass sich das bis heute nicht geändert hat. Der Patient wird von der Wirkung des Medikamentes überzeugt und dann begleitet.

Danach konnten Monate oder Jahre vergehen, bis er die Medikamente wieder nicht nahm und das Ganze von vorne begann.
 
Falls du gelesen hättest ging es um *zwangseingewiesene Patienten die möglicherweise oft einen Betreuer bekommen,
da steht immer ein Richter dahinter, sonst wären sie nicht zwangseingewiesen worden.

Das "möglicherweise" hast du jetzt aber erst ergänzt, ebenso das "oft".

wer dann kein Medis nehmen will, der bekommt einen Betreuer sollte er krank sein und bekommt sie dann zwangsmedikamentiert.
 
Mein Bruder, der unter Schizophrenie litt, musste mehrmals durch die Polizei in die Klinik gebracht werden. Die Medikamente, die er zuvor irgendwann abgesetzt hatte, nahm er dann wieder, damit es ihm wieder besser ging und er auf seine Entlassung hin arbeiten konnte.
Unter Zwangsmedikation verstehe ich auch, dass ihm zuerst der Arzt, dann täglich ein Betreuer, eine Betreuerin gut zuredete und ihn kontrollierte, dass er das Medi nahm. Wenn der Zustand eines solchen Patienten sich dann verbessert, hat er selbst wieder die Einsicht, dass ihm das Medikament hilft und er nimmt es wieder selber.
Insofern war die Einweisung natürlich der Beginn der Therapie. Ich denke, dass sich das bis heute nicht geändert hat. Der Patient wird von der Wirkung des Medikamentes überzeugt und dann begleitet.

Danach konnten Monate oder Jahre vergehen, bis er die Medikamente wieder nicht nahm und das Ganze von vorne begann.
Zwangsmedikation ist klar gegen den Willen, notfalls mit Gewalt. Jemanden zu überreden mag sich ethisch komplex anfühlen, ist aber kein Zwang. Da sollte man schon trennen. Es gibt auch demente Patienten, die man überreden muss, ihre Augentropfen zu nehmen oder Herzmedikamente.
 
ich habe nichts ergänzt,
wer zwangseingewiesen wird wird in dem Moment Medis , oftmals Depotspritzen, bekommen auch ohne seinen Willen, steht die Diagnose wird der Richter dann weiter entscheiden .
OHNE SEINEN WILLEN ist per definitionem keine Zwangseinweisung /Zwangsmedikation … gegen seinen Willen schon. Wie ich oben schon schrieb, geht man im Standard in der Humanmedizin davon aus, dass ein Mensch will, dass es ihm gut geht und er gesund ist. Ohne diese Sicht kann Medizin nicht funktionieren, weil man keinem Unfallopfer oder Bewusstlosen mehr helfen könnte..
 
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Zwangsmedikation ist klar gegen den Willen, notfalls mit Gewalt. Jemanden zu überreden mag sich ethisch komplex anfühlen, ist aber kein Zwang. Da sollte man schon trennen. Es gibt auch demente Patienten, die man überreden muss, ihre Augentropfen zu nehmen oder Herzmedikamente.

Naja, Grenzen sind halt oft nicht so klar. Für mich fühlt sich auch Gewalt ethisch komplex an, weil ich weiss, dass es nicht nur physische Gewalt gibt. Das Leben meines Bruders betraf halt auch mein Leben. So ist das halt, wenn man aus dem Leben heraus und nicht von Paragraphen schreibt.
Die Diskussion begann ja damit, dass ich schrieb: heisst aber nicht , dass man nicht später wieder eine Therapie beginnen kann, oder vielleicht sogar muss.
 
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