Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch zum Thema Sex. Die Autorin Marnia Robinson behauptet darin, dass der Orgasmus bzw. die daraus entstehende sexuelle Sättigung aus evolutionären Gründen ein ziemlicher Beziehungskiller ist: Der Natur ist erstmal wurscht, ob wir mit ein und demselben Partner glücklich und zufrieden bis an unser Lebensende zusammen sind. Sie möchte den Fortbestand der Art sichern und hat uns daher so eingerichtet, dass wir nach einer gewissen Zeit der sexuellen Sättigung einen neuen Partner suchen. Wir sind also keineswegs von Natur aus monogam.
Robinson fordert den Leser dazu auf, in den zwei Wochen nach einem Orgasmus (egal ob durch Sex oder Masturbation) einmal auf die teils sehr subtilen Verhaltens-, Denk- und Gefühlsmuster zu achten. Trennt man sich emotional von seinem Partner ab? Macht man ihm/ihr innerlich Vorwürfe auch bei Kleinigkeiten? Zettelt man in dieser Zeit gern ein Drama an? Usw. usf. Ihrer Meinung nach handelt es sich bei dieser Phase der Unzufriedenheit um einen natürlichen evolutionär begründeten Mechanismus. Die neuere Forschung der Neurobiologie unterstreicht diese These.
Interessant ist, dass Marnia Robinson sich dabei nicht nur auf die Wissenschaft, sondern vor allem auch auf spirituelle Traditionen, auf daoistische, tantrische und sogar christliche Texte bezieht.
Und sie bietet einen Lösungsweg an, der es Paaren ermöglicht, die Paarbindung zu stärken und dem Lauf der Natur ein Schnippchen zu schlagen.
Das Gift an Armors Pfeil ist kürzlich auf Deutsch erschienen. Wer Englisch spricht, dem kann ich auch Marnia Robinsons Blog empfehlen. Da kann man schomal in ihre Gedankengänge eintauchen, bevor man sich das Buch zulegt: reuniting.info