Neuanfang


Halbwissen

Ganz oder gar nicht? Gib ihm `ne Chance. Wir sind alle mal klein angefangen.
Aus dem Nähkästchen plaudern. Des Guten zuviel? An Kräften zuwenig. Herein,
wenn`s kein Schneider ist. Lierum Larum Löffelstiel. Dreimal gestiefelter Kater.
Und am Ende sind wir alle schlauer. Der Tunichtgut. Was das Hänschen nicht
lernt. Die Rubrik: unter ferner liefen. Um Dein Leben laufen? Geh mit Gott.
Aber geh. Danke.





 
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Dies sind jetzt Schreibtischkantentexte, sie haben die Bettkantentexte abgelöst
und zwar schon seit dem oberen Text "Halbwissen"
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Wegweiser

Auf den Feldern arbeiten, über Wiesen gehen, durch die Wälder streifen. Den Geräuschen lauschen,
sich einen Reim draus machen. Leben und leben lassen. Auch den Sturm. Der Sturm macht sie nervös?
Das war die schlechte Nachricht. Und nun wollen wir die gute Nachricht hören. Wird sich schon was
finden. Zu jedem Topf passt ein Deckel. Sehr tröstlich. Und nichts wird so heiß gegessen, wie es
gekocht wird. Sonst würde die Speiseröhre meckern. Gute Gedanken schicken, ab und zu
auch mal zur Speiseröhre. Schluck.





 


Gelegenheiten

Klartext? Genug um den heißen Brei geredet? Halt mein Freund. Nicht gleich über Leichen gehen.
Erstmal vor der eigenen Haustüre kehren. Wie sieht`s denn bei dir selber grad so aus? Und das schöne
Café Jacobs? Seit Wochen im Vorbeigehen die Pflanzen mit vertrockneten Blättern registriert. Inzwischen
ist schon einiges auf die Fensterbank gefallen. Und da liegt es nun. Herbst im schönen Café Jacobs?
Nicht ärgern und nicht bewerten. An die eigenen Pflanzen denken und dort erstmal alles ordnen.
Wieder eine günstige Gelegenheit gefunden. Danke Maitreya.




 

Trauben

Die Trauben hängen manchmal ziemlich hoch. Sich anstrengen?
Oder warten, bis sie runterfallen? Immer diese Entscheidungen. Von
Fall zu Fall verschieden. Kleinvieh macht auch Mist. Das läppert sich. Hier ein
bißchen und da ein bißchen und haste nicht gesehen. Mach es wie die Glühbirne,
trag`s mit Fassung. Wer mit wem und rechts vor links. Ein kleines Lächeln
wirkt Wunder. Und lieber einmal zuviel grüßen, als zuwenig. Wer war denn
das? Egal, im Zweifelsfalle ist das eine Küchenfee, die uns von den
gemeinsamen Fahrstuhlfahrten kennt. Mit ihren Essenwagen
und dem Eimer mit den Resten.

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Schreibtischkantentext

Wenn wir das Krankenhausgelände betreten, ist das zunächst ein kleiner verwunschener Pfad unter Bäumen und im Augenwinkel sah ich, dass jemand hinter uns ging und machte Platz, indem ich hinter meiner Mutter blieb. Aber wir wurden gar nicht überholt und ich drehte mich mal gänzlich um: es war eine ältere Dame. Sie gab Handzeichen, so nach dem Motto: gemach, immer mit der Ruhe, wir haben doch alle Zeit der Welt. Und wir gingen wieder nebeneinander. Dann erzählte sie ihre Geschichte: ihr Mann war Freitagnacht eingeliefert worden. Sie war im Rettungswagen mitgefahren, in der Eile einfach im Nachthemd und barfuß hinterhergeeilt. Im Morgengrauen wollte sie dann per Taxi nach Hause, aber der Taxifahrer hatte seine Bedenken, die Frau wollte doch bestimmt aus dem Krankenhaus fliehen?! Sie konnte ihn zum Glück überreden und durfte nach Hause.

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Hermes

Den Schwur gebrochen und doch wieder Klamotten aus dem Katalog bestellt.
Eine falsche Größe wurde geliefert. Der Weg zu Größe 38 ist noch weit. Kein Problem.
Wir schicken Ihnen sofort die richtige Größe und die falsche Lieferung geben Sie als Rücksendung
dem Hermes Boten wieder mit. Aus sofort wurde eine Woche. Der Hermes Bote klingelte, der Türöffner
wurde betätigt, aber es klingelte immer weiter. Vielleicht klemmt die Tür? Schnell die falsche Lieferung
geschnappt und die drei Stockwerke runtergerast. Der Bote stand vorm Fahrstuhl, er wusste ja nicht,
in welches Stockwerk. Die Rücksendung wollte er nicht mitnehmen. Die sollte ich zum Shop bringen.
Aber, aber, aber … tausend Erklärungen sprudelten aus mir hervor. Plötzlich die Rettung. Er tippt
auf ein kleines Symbol in dem Gerät zum Unterschreiben. Das hatte er vorher nicht gesehen.
Grabscht nach der Rücksendung und entflieht.


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Anhalten

Das Problem mit Pferd und Mensch und anhalten wurde nochmal erwähnt.
Wenn ein Pferd stehen bleibt, ist es dasselbe, als wenn ein Mensch sich bewegt,
so steht es beim klassischen Aristoteles geschrieben. Wie hält ein Pferd an? Indem ich
mich bewege. Sich mit dem Pferd verbinden, dem Pferd dienen. Die Unruhe des Pferdes
wahrnehmen und sich bewegen. Eine mehrfache Dressurreiterin ist vom Pferd gestürzt
und von dessen Hinterbeinen totgetreten worden. Sie konnte nicht aufhören, hat
wohl noch mit 67 gewinnen wollen. Immerhin hat sie der Welt
jetzt noch eine Lektion geschenkt.




 

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Der Traum vom Sanddorn
Beim Einschlafen war mir etwas komisch,
als hätte ich plötzlich eine Art Herzbeklemmung
und ich war kurz davor, den Schlüssel von meiner
Wohnungstür abzuziehen, falls man irgendwann
nach mir suchen würde. Hüstel.

Aber stattdessen bat ich innerlich um Hilfe und schlief ein.
Am Morgen hatte ich einen heilsamen Traum,
ich blickte aus dem Fenster und sah zwei Büsche
voll mit kleinen orangefarbenen Beeren.
Sie wurden vom Wind kräftig hin und her bewegt,
als würden sie mir zuwinken wollen.
Ich befand mich wohl in Urlaub, das Zimmer hatte dicke weiße Wände
und ich zeigte einer Freundin diese Büsche und bedauerte,
dass ich keine Gelegenheit zum Fotografieren hatte.
Beim Aufwachen war mir klar, dass es Sanddorn sein musste.
Ich murmelte das Wort Sanddorn wie ein Mantra
und empfand das als sehr heilsam.


Bilder vom Sanddorn

https://www.ecosia.org/images?q=Sanddorn

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Frucht & Co.

Die Spitzhacke unseres Maulwurfs
kann Tennisbälle als Frucht nachweisen.
Oh? Und sie hatte von Sanddorn geträumt.

Kommentar: wenn man Schöpfungskräfte haben will, kann man Sanddorntee trinken. Aber die Leute wollen sich ja lieber fett machen. Mit Sanddorntee gegenhalten. Die Aura mit Schöpfungskräften aufladen. Dann ist man breit, ohne breit zu sein. Der Mensch ist ein Einzelwesen. Die Gruppenebene machen die Meister und die Kollektivebene machen die Götter. Durch gutes Sozialverhalten geben die Götter dir mehr Raum. Irgendwann ist die Aura grundsätzlich positiv aufgeladen und du brauchst nicht mal mehr Tee zu trinken.

Die Frucht – warum sind Tennisbälle keine Tennisbälle, sondern Früchte? Die Manifestationsebene der Frucht ist immer die Kollektivebene. Krischna sagt: glaube nicht, dass die Frucht dir gehört. Nicht mit der Frucht identifizieren. Es kommt ja immer eine neue Frucht. Die Frucht unterliegt nicht den Gesetzen der Physik. Mittels Schöpfungskräften vermeiden, dass man sich weiter entwickelt? Das wäre gegen die Götter. Kommst in die Abstellkammer, so to speak. Kicher. Über die okkulten Organe Frucht wahrnehmen. Die Frucht genießen. Das ist die Ausnahme, was das Genießen betrifft. Frucht bedeutet Auflösung von Egoismus und gleichzeitig genießen. Fruchtdurcheinander kann ein Pickelgesicht verursachen und kann mit Stretchjeans ausgeglichen werden. Quiek.


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Das Sein der Nebelkrähe

Endlich wissen wir, was Sinnlichkeit ist.
Grummel.
Nein, ist nix mit Mann und Frau und so.
Ah, ist was mit Nebelkrähen?
Ja, schon nahe dran.
Es ist das Sein der Nebelkrähe.
Nach innen gehen und diskutieren mit draußen.

Wir wissen jetzt auch, was Allah ist.
Beispiel: hast den Telefonhörer in der Hand,
das eine Denken. Wenn das Telefon plötzlich
einen eigenen Willen hat, ist das Allah.
Und Sokrates ist Allah.
Am Freitag hat Allah die Todesangst besiegt
und Sokrates ist nicht am Schierlingsbecher gestorben.

Der Schluss-Satz: Allah, der 'Böse',
der alles wegfrisst erscheint und der gute Eine
der Menge nach, der Gebildete geht.

Macht ohne Klugheit ist wertlos,
aber Klugheit ohne Macht hat Wert.

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