Mondknoten "vice versa"

W

WildSau

Guest
Blöder Titel, ich weiß aber grad nicht, wie ich es besser zusammenfassen soll.

Gemeint ist: wenn in einem Radix der nördliche Mondknoten etwa in Stier steht und im 8. Haus.
Oder in Jungfrau im 12.
Oder in Waage im ersten.
usw.

Dann muss man gleichzeitig die zwei gegenteiligen Energien verwirklichen. Also man soll, um beim ersten Beispiel zu bleiben, weg vom Skorpion (in den Stier) und gleichzeitig weg vom Stier (2.Haus) in den Skorpion (8. Haus).

Wenn ich darüber nachdenke, hab ich regelmäßig einen Knoten im Hirn. Ich versteh nicht, wie das möglich sein soll. Kennt sich damit jemand aus?
 
Werbung:
Meine Eltern haben das beide.

In dem Buch "Wo kommst du her, wo gehst du hin?" von Sitara Mittag habe ich für jeden Mondknoten einen schönen Leitspruch gefunden.
Wenn man die kombiniert, erscheinen einem auch diese scheinbar unvereinbaren Konstellationen nicht mehr widersprüchlich.

Meine Mama hat den nördlichen Mondknoten in Widder ("Die Kraft im Ich") in Haus 7 ("Die Entdeckung der Liebe"): Sie soll Selbstbewusstsein und Durchsetzungskraft entwickeln (Widder), aber dabei lernen, dass man nicht alles alleine durchstehen muss, sondern das andere Leute da sind, die einen lieben und die einem helfen.

Mein Papa hat den NK in Löwe ("Das Feuer des Herzens") in Haus 11 ("Vom Ich zum Wir"): Er muss sich trauen, ins "Rampenlicht" zu treten, seine Kreativität und seinen Selbstausdruck offen zu zeigen (Löwe), statt unauffällig in der Menge unterzutauchen. Dabei darf er aber nicht egoistisch sein, sondern er muss lernen, auf die anderen Rücksicht zu nehmen und nicht nur auf sich selbst schauen (Haus 11).

Ich stelle gern die Leitsätze von Sitara Mittag hier rein, zum Kombinieren (Südknoten --> Nordknoten):
Widder --> Waage (H1 --> H7): Die Entdeckung der Liebe
Stier --> Skorpion (H2 --> H8): Mut loszulassen
Zwillinge --> Schütze (H3 --> H9): Vom Wissen zur Weisheit
Krebs --> Steinbock (H4 --> H10): Erwachsen werden
Löwe --> Wassermann (H5 --> H11): Vom Ich zum Wir
Jungfrau --> Fische (H6 --> H12): Die Weisheit des Ganzen
Waage --> Widder (H7 --> H1): Die Kraft im Ich
Skorpion --> Stier (H8 --> H2): Die Entdeckung der Freude
Schütze --> Zwillinge (H9 --> H3): Das Spiel des Lebens
Steinbock --> Krebs (H10 --> H4): Der sanfte Weg ins blühende Tal
Wassermann --> Löwe (H11 --> H5): Das Feuer des Herzens
Fische --> Jungfrau (H12 --> H6): Ankommen

Lg Stracciatella
 
nördliche Mondknoten etwa in Stier steht und im 8. Haus.

"Die Entdeckung der Freude" und der "Mut loszulassen"

Das wäre dann: lernen, das Leben zu genießen (Stier), und die Angst loswerden, seinen Besitz oder sonst etwas zu verlieren, wenn man aus dem Trott ausbricht und den Sprung ins Unbekannte wagt (Skorpion) ... Sie säen nicht, sie ernten nicht, und sie vermehren sich doch.

Oder in Jungfrau im 12.

"Ankommen" und "Die Weisheit des Ganzen"

Ankommen in der Wirklichkeit, an einem konkreten Platz einer konkreten, "profanen" Arbeit nachgehen, wodurch man erkennt, dass man ein Teil des Ganzen ist und alles und jeder darin seine Wirkung und seinen Sinn hat.

Oder in Waage im ersten.

Waage in H1 ist ähnlich wie das, was ich schon bei meiner Mama beschrieben habe: Die Liebe und gegenseitige Verbunden entdecken und daraus die Kraft entwickeln, für sich selbst einzustehen.
 
Dank für deine Deutungen, @Stracciatella !
Ich stelle mir eine solches Konstellation dennoch als besondere Herausforderung vor. Weil man sich nicht nur einmal, sondern doppelt "verlaufen" kann, auf seinem Lebensweg. Der nördliche Knoten ja hat ja ein sinnstiftende Qualität, und gibt einem den Weg m Leben vor. Wenn man gleichzeitig die Qualitäten des Südknoten entwickeln muss, die man aber eh auch schon "kann" und deshalb hinter sich lassen soll - wie soll das gehen? Woran soll man erkennen, dass man sich gerade am richtigen Weg befindet?

Außer vielleicht, man unterscheidet noch mal ganz klar zwischen Haus und Zeichen. Meine Mondknoten-Bibel ist ja das Buch von Jan Spiller. Aber da wird leider auch nicht deutlich gemacht, welchen Unterschied man nun zwischen dem Knoten im Zeichen und dem Knoten im Haus machen muss. Ja, das Haus bezeichnet den Lebensbereich. Aber so richtig klar ist mir der Unterschied dennoch nicht. :dontknow:
 
Der nördliche Knoten ja hat ja ein sinnstiftende Qualität, und gibt einem den Weg m Leben vor. Wenn man gleichzeitig die Qualitäten des Südknoten entwickeln muss, die man aber eh auch schon "kann" und deshalb hinter sich lassen soll - wie soll das gehen? Woran soll man erkennen, dass man sich gerade am richtigen Weg befindet?
Ich habe da eine ziemlich andere Sicht, und teile die "moderne westliche" Auffassung der Mondknoten nicht. Nach meiner Erfahrung sind die Mondknoten nichts als Verstrickung. Es gibt da meines Erachtens keine sinnstiftende Qualität, sondern es handelt sich beim Nordknoten einfach um ein Greifen und beim Südknoten um ein Wegstossen. Die Hinwendung zum Nordknoten und Abwendung vom Südknoten stellt eine automatische Reaktion dar, es ist das, was wir natürlicherweise tun. Bloss, weil man sich dem einen zu- und vom anderen abwendet kommt dabei keine echte, langfristige Zufriedenheit auf. Es ist gerade diese Natur der unersättlichen Beschäftigung mit den angezeigten Themen, die das Wesen der Mondknoten meines Erachtens ausmacht. Ein wirklich sinnstiftender Umgang mit den Knoten besteht dann nicht in der Zuwendung zum Nordknoten und der Abwendung vom Südknoten, sondern ein Verweilen in der Mitte zwischen beiden Knoten, welches nicht ganz zufällig das Selbst in der Mitte des Horoskops ist.

Ich glaube wirklich, dass der moderne, psychologisch orientierte Zugang hier die Dinge ziemlich schlecht verstanden hat. Man sieht das alleine schon an der mythischen Darstellung der Mondknoten: Der Nordknoten, Rahu, ist ein Dämon - ein Kopf ohne Körper. Der Südknoten, Ketu, ist auch ein Dämon - ein Körper ohne Kopf. Beide waren mal eins, wurden dann aber voneinander getrennt. Warum sollte ein Mensch sich dem Kopf zuwenden und darin irgendeine sinnstiftende Qualität finden? Wenn schon, dann gehören die beiden zusammen, Kopf und Körper.
Nicht ganz zufällig haben die beiden Mondknoten auch viel mit der Kundalini zu tun. Und auch dort beobachtet man, dass viele Menschen irgendwie daran glauben, die Kundalini müsse "aufsteigen", von unten nach oben. Und wenn sie oben sei, dann sei sie irgendwie "komplett" und der "Aufstieg vollendet". Das mag für eine initiale Kundalini-Auslösung eine angebrachte Darstellung sein, aber die wirkliche Kundalini kommt nicht "oben" zur Ruhe, sondern im Spirituellen Herzen, in welchem sich die gesamte Welt manifestiert. Dieses ist, wenn überhaupt irgendwo, in der Mitte der Brust angesiedelt. Wobei sich meine Aussage auf eine andere Weise wiederholt: Es geht darum, zum Zentrum zu kommen.
 
Außer vielleicht, man unterscheidet noch mal ganz klar zwischen Haus und Zeichen.

Vielleicht bringt dir diese Erklärung etwas:

The north node in houses reveals in which life area your soul can grow the most. The life areas associated with this houses are new and unfamiliar. It takes time to learn how to navigate them successfully, but this is where real growth can happen.

The position of the north node reveals the mission of your soul in this lifetime. Its sign describes which traits you need to develop, while its aspects add more detail to the picture of your future self.

https://advanced-astrology.com/north-node-in-houses/

Kurz gesagt, man fragt: WAS (Eigenschaften) soll man WO (welcher Lebensbereich, welcher Ort) lernen?

Bei deinen Beispielen könnte man dann so sagen:

nördliche Mondknoten etwa in Stier steht und im 8. Haus
muss lernen, das Leben zu genießen (WAS, Stier), und zwar im Rahmen der gesellschaftlichen Strukturen bzw. einer festen Beziehung/Ehe (WO, H8).

Oder in Jungfrau im 12
muss ankommen in der Wirklichkeit (statt die ganze Zeit untätig in höheren Sphären zu schweben), Hand anlegen b
in Form einer aktiven, strukturierten Lebensgestaltung (WAS, Jungfrau) - und zwar eher im stillen Kämmerlein, im Hintergrund (WO, H12).

Oder in Waage im ersten.
muss "die Liebe entdecken" - Beziehungsfähigkeit lernen - (WAS, Waage), indem er genug Selbstbewusstsein findet, sich der Welt spontan so zu zeigen, wie er ist, ohne sich darüber zu sorgen, was andere wohl davon halten (WO, H1). Denn nur wer für sich selbst sorgen kann - für sich selbst einsteht -, kann auch für andere sorgen - beziehungsfähig sein.
Reflexion sozusagen.

Meine Mama mit NK in Widder in H7
muss lernen, sich selbst durchzusetzen (WAS, Widder), und zwar geschieht das im Rahmen von Begegnungen und Beziehungen (WO, H7).

Mein Papa mit NK in Löwe in H11
muss sich trauen, seine Kreativität zu leben, seinen Selbstausdruck, ohne Angst vor möglicher Kritik (WAS, Löwe), und zwar in einer Gruppe (WO, H11) - also nicht nur in seinen Träumen oder gar nicht.
 
Gerade bei diesen gegensätzlichen Mondknotenkonstellationen kommt es drauf an, dass man sie ausgeglichen lebt.

Zum Beispiel Widder in H7: Selbstbewusstsein und Durchsetzungsfähigkeit lernen, unbedingt, aber dabei nicht auf Kosten anderer und ständig über sie drüberfahren.

Man muss das rechte Maß entwickeln.
 
Es gibt da meines Erachtens keine sinnstiftende Qualität, sondern es handelt sich beim Nordknoten einfach um ein Greifen und beim Südknoten um ein Wegstossen. Die Hinwendung zum Nordknoten und Abwendung vom Südknoten stellt eine automatische Reaktion dar, es ist das, was wir natürlicherweise tun.
Ich kann mich erinnern, du hast das schon öfter geschrieben. Aber ich teile deine Meinung nach wie vor nicht, einfach weil ich selbst genau anders erlebe - und eine bessere Referenz als mein eigenes Erleben habe ich nicht. In meinem Empfinden ist es der Südknoten, der eine Sogwirkung hat. Er will einen zurückziehen zu dem, was altbekannt ist, und sich überlebt hat. Er will einen in seinen Fängen behalten. Wenn man sich dort aber aufhält, ergibt das ein Gefühl der Sinnlosigkeit. Um Sinn im Leben empfinden zu können, muss man sich aktiv gegen diesen Sog stemmen, und auf den Weg zum Nordknoten machen. Je stärker man die Qualitäten des Nordknotens erarbeitet hat, desto erfüllter fühlt sich das Leben an.

Aber ich räume ein, dass es sein kann, dass dieses Erleben sehr durch meine eigene Mondknotenbrille geprägt ist. Wäre spannend zu erfahren, wie dies andere erleben. Wie kommst du darauf, dass einen der Südknoten "wegstößt"?
 
Aber ich räume ein, dass es sein kann, dass dieses Erleben sehr durch meine eigene Mondknotenbrille geprägt ist. Wäre spannend zu erfahren, wie dies andere erleben. Wie kommst du darauf, dass einen der Südknoten "wegstößt"?
Nicht der Südknoten, der wegstösst, sondern man selbst stösst das Thema weg, wo der Südknoten steht. Wobei "Wegstossen" ein etwas schwieriger Begriff ist. Es ist einfach so, dass man selbst glaubt, man habe genug von dem Thema, und man brauche es nicht mehr, oder jedenfalls nicht mehr auf diese Weise. Ironischerweise ist es ja dann genau das, was eigentlich die modernen westlichen Astrologen eben behaupten: Dass man sich dem Thema des Nordknoten zuwenden solle, weil dort die Zukunft liege. Aber es verhält sich eben genau umgekehrt: Es sind die Mondknoten selbst, die einem die Idee ins Ohr setzen, man solle sich vom einen Thema ab- und dem anderen Thema zuwenden. Diese Entscheidung treffen wir gar nicht wirklich selbst, sondern sie ist eben das, was die Mondknoten uns tun lassen.
Wir könnten die Knoten versuchsweise auch genau andersrum sehen: Dass der Südknoten ein Thema ist, das wir schon gut beherrschen, und der Nordknoten ein Thema, das wir noch nicht beherrschen. Warum sollte sich ein Mensch ausgerechnet mit dem rumschlagen, was man nicht gut beherrscht, statt sich auf das zu konzentrieren, worin man eben gut ist? Rahu führt bloss zu neuen Verstrickungen, nicht zu echtem Zugewinn, Ketu befreit von alten Verstrickungen. Das ist, sehr vereinfacht, die indische Sichtweise auf die Mondknoten.
Meine eigene ist eben jene, dass weder der eine noch der andere letztlich wirklich die Antwort bereithält.

Aber klar, du brauchst meine Meinung selbstveständlich nicht zu teilen, die Astrologie lebt ja vom Dialog.
 
Werbung:
Es sind die Mondknoten selbst, die einem die Idee ins Ohr setzen, man solle sich vom einen Thema ab- und dem anderen Thema zuwenden.
Nein, das kann ich aus eigenem Erleben wirklich nicht bestätigen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ich hab den südlichen Knoten in Fische in 7. Und mein sehnlichster, innerster Wunsch war es lange Zeit, in einer Partnerschaft aufzugehen, ja quasi zu verschmelzen. Das hat zu massiven Problemen geführt, weil ich mich lange geweigert habe, eine eigenständige Persönlichkeit zu werden. Ich war regelrecht am Südknoten gefangen. Erst als ich gemerkt habe, dass ich auf diesem Weg nicht glücklich werde, habe ich den Weg zum Nordknoten gefunden. Aber ich musste mich aktiv darum bemühen, weil mich der Südknoten immer wieder zurückgezogen hat.

Eine innige Partnerschaft ist nach wie vor ein großer Wunsch von mir. Aber jetzt, nachdem ich den langen Umweg über den Nordknoten genommen, mich gefunden und entwickelt habe, habe ich völlig andere Voraussetzungen, um eine Partnerschaft einzugehen. Und erst jetzt kann es funktionieren. Hätte ich die Herausforderung des Nordknotens nicht genommen, wäre ich verloren gewesen. Deswegen bin ich völlig überzeugt davon, dass der Nordknoten erst mal das Entwicklungsziel darstellt. Hat man es erreicht, kann man auch den Südknoten miteinbeziehen und leben, ohne sich wieder darin zu verlieren. So gesehen hast du vielleicht sogar recht, dass die Mitte das Ziel darstellt.
 
Zurück
Oben